Kulob

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Kulob
Кӯлоб
Wappen fehlt
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Kulob (Tadschikistan)
Kulob
Kulob
Basisdaten
Staat: Tadschikistan Tadschikistan
Verwaltungseinheit: Chatlon
Koordinaten: 37° 55′ N, 69° 47′ O37.90916666666769.781944444444580Koordinaten: 37° 54′ 33″ N, 69° 46′ 55″ O
Höhe: 580 m
Einwohner: 78.820 (2006)
Struktur und Verwaltung
Webpräsenz:

Kulob (kyrillisch Кӯлоб, Persischکولاب‎) ist eine Stadt in der Provinz Chatlon in Tadschikistan. Mit einer Einwohnerzahl von 78.820 (Stand 1. Januar 2006) ist sie die drittgrößte im Land.

Geographie[Bearbeiten]

Kulob liegt im Pamir-Gebirge durchschnittlich 580 m über dem Meeresspiegel. Etwa 203 km südöstlich der Hauptstadt Duschanbe gelegen, wird sie vom Fluss Jachsu (einem linken Nebenfluss des Kysylsu) durchflossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt war ein bedeutendes kulturelles, wissenschaftliches und geistiges Zentrum Mittelasiens und ein wichtiger Handelsplatz an der Seidenstraße. Sie war Teil des Khanats von Buchara (1500–1785) und des Emirats von Buchara (1785–1920). Am 15. März 1921 nahmen russische Truppen die Stadt ein. 1934 wurde Kulob Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Nach Auflösung der Sowjetunion und der Vereinigung der Provinzen Kulob und Qurghonteppa zur neuen Provinz Chatlon 1992 verlor sie diesen Status an Qurghonteppa.

Mehrere tausend russische Soldaten verblieben in der Stadt. Nach Angaben der Directory of RF Defense Related Agencies and Personnel befindet sich in Kulob eine Garnison der 201. Motorisierten Schützendivision aus dem russischen Militärbezirk Wolga-Ural. Weitere Stationierungsorte sind die Hauptstadt Duschanbe (Hauptquartier) und Qurghonteppa.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Kulob ist Industriestadt, Sitz einer staatlichen Universität und ein Zentrum der Baumwollindustrie im Land.

Der Flughafen in Kulob wird von der tadschikischen Fluggesellschaft Tajik Air aus Duschanbe unregelmäßig angeflogen. Die Verbindung ist von der Witterung und den das ganze Jahr über auftretenden Treibstoffengpässen abhängig. 1998 wurde die Eisenbahnstrecke nach Qurghonteppa eröffnet.

Einige der bekanntesten Sänger des tadschikischen Volksmusikstils Falak stammen aus Kulob.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Mit der Stadt Hamadan im Iran besteht eine Städtepartnerschaft.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kulob. In: Kamoludin Abdullaev, Shahram Akbarzadeh: Historical Dictionary of Tajikistan. Scarecrow Press, Lanham (Maryland), 2010, S. 211
  • Baymirza Hayit: Turkestan im XX. Jahrhundert, Darmstadt 1956
  • Michael Kemper, Anke von Kügelgen, Dmitriy Yermakov: Muslim Culture in Russia and Central Asia from the 18th to the Early 20th Centuries. Klaus Schwarz, Berlin 1996

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kulob – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien