Kulturbolschewismus

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Kulturbolschewismus ist ein politisches Schlagwort, das in einem abwertenden Sinn für Künstler, Kunst, Architektur und Wissenschaft verwendet wurde, die entsprechend den Vorstellungen des Nationalsozialismus als zu progressiv und linksgerichtet abgelehnt wurden. Er leitet sich von der Bezeichnung Bolschewismus für die kommunistische Lehre russischer Prägung ab.

Der von der NS-Propaganda oft verwendete Terminus (oft auch „Baubolschewismus“ oder „Kunstbolschewismus“) wurde vom Berner Architekten Alexander von Senger geprägt, der damit ursprünglich moderne architektonische Ideen brandmarken wollte, die ihre Wurzeln in Moskau hätten.[1] Bis 1933 gehörte das Schlagwort zum Vokabular aller bürgerlichen Parteien und bezeichnete Kulturverfall im weitesten Sinne (siehe auch: Kulturpessimismus). Danach erhielt es die Bedeutung des „Kampfes gegen zersetzende artfremde ... Kultur“.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Renner: Kulturbolschewismus? Zürich 1932. / als Reprint: Frankfurt am Main 2003.
  2. Trübners Deutsches Wörterbuch. Berlin / Leipzig 1936–1943.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eckhard John: Musikbolschewismus – Die Politisierung der Musik in Deutschland 1918–1938, Stuttgart/Weimar: Metzler 1994, 437 S.