Kultur für ALLE
Kultur für ALLE e. V. ist ein in Frankfurt am Main ansässiger eingetragener Verein, dessen Ziel es ist, Bedürftigen den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen zu einem symbolischen Eintrittspreis von einem Euro zu ermöglichen. Weitere Initiativen ähnlicher Art gibt es in Stuttgart, Nürtingen und Osnabrück.
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[Bearbeiten] Vereinszweck
Zu diesem Zweck gibt der Verein den kulturpass heraus. Dieser scheckkartenähnliche Ausweis wird auf Antrag nach Prüfung und Dokumentation der Bedürftigkeit des Antragstellers an diesen ausgehändigt. Er hat ein Jahr Gültigkeit und muss nach erneuter Prüfung der Vergabevoraussetzungen verlängert werden.
Zugang zum Kulturpass erhalten Personen, die nicht in der Lage sind, ihren notwendigen Lebensunterhalt aus eigenen Kräften und Mitteln zu beschaffen. Hierzu gehören Einwohner mit einem Frankfurt Pass, Bezieher von Hartz IV, Menschen die Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen, Rentner mit Bezug von Grundsicherung, Asylbewerber sowie Obdachlose.
Mit dem vom Verein herausgegeben Kulturpass erhalten Inhaber Zugang zu kulturellen Veranstaltungen aller Art. Zu diesem Zweck hat der Verein mittlerweile fast 200 Kooperationspartner [1] , bei denen Kulturpassinhaber/innen willkommen sind. Hierzu zählen unter anderem Udo Lindenberg, das Städelmuseum, die Romanfabrik, das Literaturhaus Frankfurt, der Hessischer Rundfunk, die Junge Deutsche Philharmonie, das Freie Deutsche Hochstift mit dem Goethe-Museum, die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main mit Schauspiel und Oper und neben dem Staedel Museum und der Ausstellungshalle Schirn annähernd die gesamte Frankfurter Museen - Landschaft. Diese Kulturveranstalter gewähren Kulturpassinhabern Eintritt zu einem Euro (Kinder die Hälfte). Seit 2010 weitet der Verein seinen Angebotsradius über Frankfurt am Main hinaus aus. So sind Kooperationspartner nun auch in Bad Homburg (Sinclair Haus), Offenbach am Main (Haus der Geschichte), Wiesbaden (Schloss Freudenberg) und Kassel (Kasseler Musiktage)zu finden.
Bisher sind annähernd 5000 Kulturpässe ausgegeben worden.[1] Auf der Website ermöglicht der Verein den Zugang zu weiteren kulturellen Angeboten wie dem Download von kostenlosen Hörbüchern , der beginnenden Anthologie der Stadtschreiber von Bergen, einer virtuellen Galerie, einem Direktzugang zum live - stream von hr 2 Kultur und dem online - Magazin LUST AUF GUT.
[Bearbeiten] Vereinsstruktur
Der Verein Kultur für ALLE wurde am 1. August 2008 gegründet. Der Verein leitet seinen Namen von einem Postulat des ehemaligen Frankfurter Kulturdezernenten und späteren Präsidenten des Goethe Institut Hilmar Hoffmann ab. Der Verein ist vom Finanzamt Frankfurt am Main als mildtätig anerkannt, so dass Zuwendungen an ihn einkommensteuerlich begünstigt werden. Initiator ist der Musikproduzent Götz Wörner. Der Verein ist Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband - Landesverband Hessen und im Vereinsring Sachsenhausen - Frankfurt am Main. Die Arbeit wird ausschließlich ehrenamtlich getragen und finanziert sich durch Spenden.
Im Vorstand sind Götz Wörner, Bernd Deutscher und Simon Zimmerman.
Im 24-köpfigen Beirat des Vereins sind unter anderem Thomas Rietschel, (Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main), Thomas Wind (Institut für Zielgruppenkommunikation Heidelberg), Rainer Roth von der Fachhochschule Frankfurt am Main, der Jazzmusiker Gustl Mayer, Manfred Metzner von der Kurt Wolff Stiftung in Leipzig, Annelie Löber-Stascheit von der Selbst.Los-Kulturstiftung (Überlingen/Bodensee), Joachim Valentin (Haus am Dom -Bistum Limburg), Hartmut Fritz (Caritasverband e.V. Frankfurt am Main), Harald Fiedler (Deutscher Gewerkschaftsbund Rhein Main) und Andreas Eichstaedt (SAALBAU GmbH) in Frankfurt am Main.
Der Verein wird von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und der Stiftung Citoyen (beide Frankfurt am Main) sowie der Selbst.Los Kulturstiftung (Überlingen/Bodensee) gefördert und von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) sowie von weiteren Förderern unterstützt.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
Kultur für ALLE e. V. wurde am 27. April 2010 von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin als einer von 7 Bundessiegern der Initiative „startsocial” (2009) ausgezeichnet. [2] „startsocial” wurde im Jahr 2000 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Vertretern großer und kleiner Unternehmen, die sich um den Aufbau der „Tafelbewegung“ in Deutschland verdient gemacht haben, ins Leben gerufen, um dem sozialen Engagement in Deutschland neue Impulse zu geben. Kultur für ALLE e.V. wurde im Rahmen der Kampagne „Land der Ideen“ unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler als „Ort der Ideen 2010“ ausgezeichnet. Der Deutsche UNESCO - Kommission e.V. zeichnete den Verein 2011 im Rahmen der Kampagne „Initiative,Ideen,Zukunft“ aus. Der Initiator Götz Wörner wurde 2009 mit dem taz-Panter Preis der Berliner tageszeitung als Held des Alltags ausgezeichnet. [2] Auch wurde Götz Wörner von der Robert Bosch Stiftung anlässlich des 150. Geburtstages Robert Bosch's im Rahmen der Kampagne „Die Verantwortlichen“ als „außergewöhnliche Persönlichkeit“ ausgezeichnet. 2011 erhielt Götz Wörner den Bürgerpreis der Stadt Frankfurt am Main und der Stiftung der Frankfurter Sparkasse.
[Bearbeiten] Ähnliche Initiativen
Im Jahr 2010 wurde in Stuttgart ein Verein „Kultur für alle Stuttgart e.V.” gegründet, der sich – gebunden an die Landeshauptstatdt Stuttgart – den gleichen Zielen widmet wie das Vorgängerprojekt aus Frankfurt am Main.
Unabhängig davon startete Anfang 2010 in Nürtingen die ehrenamtliche Initiative „Kultur für Alle“, die aus einem Bürgermentorenkurs hervorgegangen ist.[3] Dort gibt es keinen Kulturpass, sondern die Nürtinger Initiative verknüpft Anbieter von Karten direkt mit bedürftigen Menschen, die diese Eintrittskarten kostenlos für kulturelle Veranstaltungen erhalten. Die Kartenreservierungen werden im Nürtinger Tafelladen angeboten.[4]
[Bearbeiten] Weblinks
- kulturpass.net – Frankfurt am Main
- kultur-fuer-alle.net – Stuttgart
- kultur-fuer-alle-nt.de – Nürtingen
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b Spenden. kulturpass.net, abgerufen am 6. Dezember 2009 (deutsch).
- ↑ taz Panter Preis 2009. taz.de, abgerufen am 6. Dezember 2009 (deutsch).
- ↑ Volker Haussmann: An Kultur sollen alle teilhaben können. In: Nürtinger Zeitung. 20. Februar 2010. Abgerufen am 22. Januar 2012.
- ↑ Website der Initiative Kultur für alle, Nürtingen (abgerufen am 4. Januar 2012)