Kumā

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Kumā (jap. クマー) ist eine aus dem Forum 2channel hervorgegangene fiktive Figur in Form eines Bären. Entstanden ist sie aus einer ASCII-Art-Zeichnung, genauer einem Monā (モナー, auch Shift_JIS-Art genannt), das am 28. Juli 2003 gepostet wurde. Charakteristisch für diesen Bären ist sein Ausruf „Kumā!!“ (クマーー!!), von dem sich auch der Name ableitete. Außerhalb Japans wurde die ursprünglich harmlose Figur innerhalb von 4chan pervertiert und als Pedobear (englisches Kofferwort aus Pedophilia und Bear) bekannt. Unter diesem Namen übernahm die Figur die Rolle eines Pädophilen, was sich zu einem eigenständigen Internet-Phänomen entwickelte.

Ursprung[Bearbeiten]

Ab Anfang 2000 entwickelte sich ausgehend von ASCII-Art im Forum 2channel eine als Monā bezeichnete Ausprägung dessen, die auf der Zeichenkodierung Shift JIS aufbaute. Dort postete ein Forenteilnehmer am 28. Juli 2003 den ersten Beitrag (Beitrag Nr. 590 im Thread くまくま━━━━━━ヽ( ・(ェ)・ )ノ━━━━━━ !!!), der eine Zeichnung der heutigen Figur enthielt.[1] Ausgehend davon entstanden verschiedene Variationen des Bären. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch das PlayStation-2-Spiel Kumauta, das im November 2003 erschien und in Japan vorübergehend populär wurde. In diesem musste der Spieler einem Eisbären das Enka-Singen beibringen, was dazu führte, dass sich vermehrt solche singenden Bären als Motiv in den Foren wiederfanden.[2] Dieses Motiv wurde im August 2004 verstärkt wieder aufgegriffen, als ein Dorf von Bären heimgesucht wurde und dieser Vorfall durch die Nachrichten ging. Im Folgenden tauchte diese Form des Bären immer wieder in verschiedenen Parodien und in den Foren auf.

Auftreten[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 erschien mit Pretty Kuma (ふたりはプリクマ) eine Flash-Parodie auf den Vorspann des Animes Pretty Cure, die eine erste Umsetzung des Bären ähnlich der heutigen Gestalt zeigte.[3] Erneut angefacht wurde die Thematik eines Bären durch die Single Boku wa Kuma (ぼくはくま, dt. „Ich bin ein Bär“) von Hikaru Utada, die im Kinder-Musik-Programm Minna no Uta von NHK gespielt wurde. Aufgrund der Beliebtheit des am 1. Oktober 2006 vorgestellten Titels wurde dieser vom Oktober 2006 bis zum Januar 2007 regelmäßig in der Sendung eingespielt und weckte damit erneut das Interesse innerhalb der Online-Gemeinschaften. Auch später flammten die Beiträge immer wieder erneut auf, sobald in irgendeiner Form von einem Bären die Rede war. So beispielsweise auch während der US-Immobilienkrise, als die Aktien drastisch an Wert verloren, was als Bär symbolisiert wird.

Pedobär[Bearbeiten]

Im englischsprachigen Raum und dessen Foren wurde die Figur, hauptsächlich initiiert von 4chan, als Pedobear bekannt. Dabei wurden seine ursprünglichen Zeichnungen mit Kinderpornografie in Verbindung gebracht. Üblicherweise erfolgte dies, indem er in meist harmlosen Bildern in der Rolle eines Pädophilen eingefügt wurde, der einen Kommentar zu der gezeigten Szene abgab oder einen entsprechenden Gesichtsausdruck machte. Als Scherz verbreiteten sich diese Bearbeitungen im Netz und inspirierten zu weiteren solcher Zeichnungen. Die steigende Bekanntheit führte letztlich auch zu Adaptionen als Videos wie zum Beispiel durch CollegeHumor[4] oder auch zur Vermarktung diverser Accessoires, die den Bären als Motiv aufgriffen. Im deutschsprachigen Raum wird die Figur meistens als Pedobär bezeichnet.

Im Februar 2010 ließ sich die polnische Zeitung Gazeta Olsztyńska in die Irre führen, als sie über die Olympischen Winterspiele 2010 berichtete. Sie griff dabei ein von Michael Barrick im Internet veröffentlichtes Bild der Maskottchen Quatchi, Sumi, Miga und Mukmuk auf, unter die er aus Spaß den Pedobear geschummelt hatte. So bildete die Zeitung den Bären unbewusst auf der Titelseite ab, was im Gegenzug zu zahlreichen Reaktionen führte. Zugleich nutzte der dadurch ein wenig ins Rampenlicht gerückte Barrick die Situation, um Kritik an den Ausgaben für die Olympischen Spiele zu üben.[5][6] Als im April 2010 erneut Spekulationen über sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche aufkamen, wurden im Vorfeld des Besuches von Papst Benedikt XVI. in Malta Werbeplakate verunstaltet. So wurde beispielsweise der Papst mit einem Hitlerbart „zusammen mit Symbolen der Pädophilie“ versehen. Im konkreten Fall handelte es sich dabei um den Pedobear.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatくまくま━━━━━━ヽ( ・(ェ)・ )ノ━━━━━━ !!! (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 20. Mai 2010 (japanisch, Beitrag Nummer 590). (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/2se.dyndns.org
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKumauta Impressions. In: GameSpot. CBS Interactive, 1. Dezember 2003, abgerufen am 21. Oktober 2009 (englisch).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Formatふたりはプリクマ. 18. Oktober 2005, abgerufen am 20. Oktober 2009 (japanisch).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPedobear „Doubt“ Trailer. In: CollegeHumor. Abgerufen am 21. Oktober 2009 (englisch).
  5. Matthew Moore: Polish newspaper claims 'Pedobear' is 2010 Vancouver Olympic mascot. In: Telegraph.co.uk. Telegraph Media Group, 8. Februar 2010, abgerufen am 9. Februar 2010 (englisch).
  6. 2ちゃんキャラ「クマー」が五輪キャラと間違われ新聞掲載. In: RocketNews24. 9. Februar 2010, abgerufen am 9. Februar 2010 (japanisch).
  7. Papal billboards vandalism 'does not respect people's sentiments'- Curia. In: timesofmalta.com. Allied Newspapers, 10. April 2010, abgerufen am 14. Juni 2010 (englisch).