Kumhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kumhausen
Kumhausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kumhausen hervorgehoben
48.50722222222212.16500Koordinaten: 48° 30′ N, 12° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Landshut
Höhe: 500 m ü. NHN
Fläche: 37,07 km²
Einwohner: 5200 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84036
Vorwahl: 0871
Kfz-Kennzeichen: LA
Gemeindeschlüssel: 09 2 74 146
Gemeindegliederung: 49 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
84036 Kumhausen
Webpräsenz: www.kumhausen.de
Bürgermeister: Thomas Huber
(Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Kumhausen im Landkreis Landshut
Adlkofen Aham Altdorf Altfraunhofen Baierbach Bayerbach bei Ergoldsbach Bodenkirchen Bruckberg Buch a.Erlbach Eching Ergolding Ergoldsbach Essenbach Furth Geisenhausen Gerzen Hohenthann Kröning Kumhausen Neufahrn Neufraunhofen Niederaichbach Obersüßbach Pfeffenhausen Postau Rottenburg a.d.Laaber Schalkham Tiefenbach Velden Vilsbiburg Vilsheim Weihmichl Weng Wörth a.d.Isar Wurmsham Landshut Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Kelheim Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Regensburg Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-BogenKarte
Über dieses Bild

Kumhausen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kumhausen liegt unmittelbar südlich der Stadt Landshut, an dessen Stadtgebiet sich die Gemeinde nahtlos anschließt. Somit stellt Kumhausen eine Trabantengemeinde zum benachbarten Landshut dar.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Kumhausen hat 49 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Götzdorf, Hohenegglkofen, Niederkam, Obergangkofen und Windten.

Das Rathaus von Kumhausen

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befanden sich vor 3000 Jahren Keltensiedlungen, von denen beim Eisenbahnbau Spuren entdeckt wurden.

„Chughenhusen“ wird zwischen 1161 und 1171 in den Traditionen des Kollegiatstifts Moosburg erstmals erwähnt. Der Name bedeutet vermutlich ursprünglich „Haus des Cogo“. Über „Kugenhusen“ und „Kugnhausn“ entwickelte sich der Ortsname bis 1819 zu „Kumhausen“. Auch die übrigen Ortsnamen des Gemeindegebietes sind fast alle aus Personennamen hergeleitet.

Als älteste Kirche wurde die von Preisenberg bereits im Jahre 842 erwähnt. Die Pfarrkirche Grammelkam, ebenso die späteren Pfarrkirchen von Hohenegglkofen und Obergangkofen und die Filialkirche Götzdorf wurden 1315 erstmals genannt. Der Hof Kumhausen unterstand im 13. Jahrhundert dem Schergenamt Helmsdorf.

Das gesamte Gemeindegebiet war fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Nur in Kumhausen selbst wurden bereits im 15. Jahrhundert Ziegelsteine gebrannt. Der städtische Ziegelmeister von Landshut bezahlte laut Rechnungsbüchern wiederholt Geld für Ziegelsteine zum Bau der Martinskirche aus den „Ziegelstädten zu Perg und Kumhausen“.

Kumhausen gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Erding des Kurfürstentums Bayern. Der heutige Gemeindeteil Obergangkofen bildete eine geschlossene Hofmark der Freiherren v. Edlmayr. Hohenegglkofen lag im Landgericht Teisbach.

Mit den Gemeindeedikten von 1808 und 1818 entstanden mehrere politische Gemeinden auf dem heutigen Gemeindegebiet. Der Ort Kumhausen gehörte dabei der Gemeinde Niederkam an. Die jetzige Gemeinde Kumhausen ist ein Ergebnis der noch freiwilligen Phase der Gebietsreform in den 1970er Jahren: Am 1. Januar 1971 schlossen sich die bisher selbstständigen Gemeinden Niederkam, Windten, Obergangkofen und Götzdorf zur neuen Gemeinde zusammen. Eher unüblicherweise wurde ein völlig neuer Gemeindesitz gewählt, das durch die Erweiterung des benachbarten Landshut, in das es nahtlos übergeht, stark angewachsene Kumhausen. Am 1. Januar 1972 trat noch die Gemeinde Hohenegglkofen der neuen Großgemeinde bei. In jüngerer Zeit hat weiterhin vor allem Preisenberg eine starke Erweiterung erfahren.

Religionen[Bearbeiten]

Die Gemeindeangehörigen sind mehrheitlich katholisch. Für das Gemeindegebiet besteht der Pfarrverband Kumhausen, der gegenwärtig (2013[3]) dem Dekanat Geisenhausen der Erzdiözese München und Freising angehört. Eine weitere Vereinigung mit der benachbarten Pfarrei St. Margaret-Achdorf, Dekanat Landshut erzbischöflichen Anteils, ist im Entstehen begriffen; mit Alexander Blei ist bereits jetzt ein gemeinsamer Pfarrer eingesetzt. Die Umgruppierung ins Dekanat Landshut ist ebenfalls vorgesehen.[4]

Die einzelnen Pfarreien sind St. Petrus in Grammelkam, St. Ulrich in Obergangkofen und St. Johannes Baptist in Hohenegglkofen. Grammelkam hat Filialen in Preisenberg und Rammelkam; dem Pfarrsprengel gehören auch der Hauptort Kumhausen und der ehemalige Hauptort Niederkam an. Obergangkofen hat eine Filiale in der ehemaligen Gemeinde Götzdorf, Hohenegglkofen in Weihbüchl sowie in dem zur Gemeinde Adlkofen (deren erzbischöflichen Anteil ausmachend) gehörenden Jenkofen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die heutige Gemeinde Kumhausen entstand am 1. Januar 1971 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Götzdorf, Niederkam, Obergangkofen und Windten. Am 1. Januar 1972 kam ein Teil der aufgelösten Gemeinde Hohenegglkofen hinzu.[5] Im selben Jahr wurden Teile der ehemaligen Gemeinden Niederkam, Götzdorf und Hohenegglkofen an die Stadt Landshut abgegeben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 2.225 Einwohner
  • 1987: 3.416 Einwohner
  • 2000: 4.299 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[6][7]
Wahlbeteiligung: 55,15 %
(2008: 59,5 %)
 %
40
30
20
10
0
37,09 %
33,33 %
20,23 %
9,34 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
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   8
   6
   4
   2
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+2,89 %p
-9,57 %p
-2,67 %p
+9,34 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d SPD/Bürger für Kumhausen

Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.[8]

Steuereinnahmen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1,974 Mio. Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 2,03 Mio. Euro.

Die Gemeinde Kumhausen ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden[9]:

  • Regionaler Planungsverband Landshut
  • Schulverband Geisenhausen
  • Schulverband Kronwinkl
  • Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern
  • Zweckverband Wasserversorgung Isar-Vils

Die Gemeindeverwaltung erbringt 298 verschiedene behördliche Leistungen.[10]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 20 Personen. Das sind vier Gemeinderäte mehr als 2008. Nach der Kommunalwahl 2014 (zum Vergleich: Kommunalwahl 2008) sind darunter 15 (zehn) Männer und fünf (sechs) Frauen.[11] Sie führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

Bei der Gemeinderatswahl waren 4.051 (3.769) Bürger stimmberechtigt. 2.234 (2.243) davon haben als Wähler teilgenommen, was einer Wahlbeteiligung von 55,15 (59,5) Prozent entspricht.[11][7]

Die nächsten Kommunalwahlen finden 2020 statt.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Thomas Huber (Freie Wähler). Er wurde 2012 Nachfolger von Josef Nagl (CSU).[12]

Ehemalige Bürgermeister
Amtszeit Bürgermeister
bis 2012 Josef Nagl
seit 2012 Thomas Huber

Wappen[Bearbeiten]

Das seit 1980 geführte Wappen ist über einem von Silber und Blau gespaltenem Fünfberg gespalten von Blau und Silber. Vorne schräg gekreuzt befinden sich ein silberner Kreuzstab und ein silberner Schlüssel, hinten ein schwarzer Bocksrumpf, der in den Vorderfüßen eine schwarze Hellebarde hält.

Der Fünfberg im Schildfuß erinnert an die Bildung der Gemeinde Kumhausen aus den fünf ehemals selbstständigen Gemeinden Niederkam, Windten, Obergangkofen, Götzdorf und Hohenegglkofen. Der Bocksrumpf mit der Hellebarde stammt aus dem Wappen der Walser, die seit 1792 Inhaber der Hofmark Obergangkofen waren. Der Kreuzstab aus dem einstigen Gemeindewappen von Hohenegglkofen verweist auf den dortigen Kirchenpatron St. Johannes. Der Schlüssel als Attribut des heiligen Petrus weist auf den Patron der Pfarrei Grammelkam hin. Die Tingierung in den wittelsbachischen Landesfarben Silber und Blau schließlich unterstreicht, dass ein Großteil des Gemeindegebiets unmittelbar den landesherrlichen Gerichten Erding, Geisenhausen und Teisbach unterstand.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Seit 2003 besteht Kontakt mit der polnischen Gemeinde Tworóg in Schlesien. Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung vom 13. April 2004 die Partnerschaftserklärung, welche am 1. Mai 2004 von den Bürgermeistern Josef Nagl und Andrzej Ecler unterzeichnet wurde. Ende September 2006 wurde der Partnerschaftsverein Kumhausen-Tworóg gegründet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Filialkirche Rammelkam
  • Kapelle Berndorf
  • Kapelle Mantelkam
  • Kirche in Herbesdorf
  • Kirche Maria Himmelfahrt in Götzdorf
  • Kirche Maria Himmelfahrt in Preisenberg
  • Kirche St. Benedikt in Weihbüchl
  • Kirche St. Johannes der Täufer in Hohenegglkofen
  • Pfarrkirche St. Petrus in Grammelkam
  • Pfarrkirche St. Ulrich in Obergangkofen
  • Reidel-Kapelle in Obergangkofen

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Kumhausen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 123, im produzierenden Gewerbe 128 und im Bereich Handel und Verkehr 20 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 158 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1400. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 12 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 99 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2820 ha, davon waren 2619 ha Ackerfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Kumhausen führt die Bundesstraße 15, welche auf dem Teilstück Landshut mit Rosenheim verbindet, und die Bundesstraße 299 von Landshut nach Altötting, die das Gemeindegebiet östlich des Ortes Kumhausen durchquert. Außerdem verläuft die Bahnstrecke Neumarkt-Sankt Veit–Landshut durch den Ort, von der sich allerdings seit der Stilllegung der Haltestelle Götzdorf kein Haltepunkt mehr innerhalb des Gemeindegebiets befindet. Die nächstgelegenste Zusteigemöglichkeit stellt Landshut (Süd) dar.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 1999):

  • Kindergärten: 113 Kindergartenplätze mit 126 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 10 Lehrern und 208 Schülern

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kumhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. nach der Gemeindensuchfunktion auf der Internetpräsenz der Erzdiözese München und Freising, abgerufen am 16. Februar 2013
  4. Strukturplan der Erzdiözese
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 508
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Wahl der Gemeinderäte in den kreisangehörigen Gemeinden in Bayern 2008 nach Gemeinden. Online auf wahlen.bayern.de.
  7. a b Gemeinde Kumhausen: Ergebnis zur Gemeinderatswahl 2014 am 16.03.2014. Online auf kumhausen.de, 16.03.2014 23:33:06
  8. INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 - 2006
  9. Bayerischer Behördenwegweiser - Kumhausen: Mitgliedschaften in Zweckverbänden. Online auf verwaltungsservice.bayern.de.
  10. Bayerischer Behördenwegweiser - Kumhausen: Auflistung behördlicher Leistungen. Online auf verwaltungsservice.bayern.de.
  11. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Ergebnisse für einzelne Gemeinden, Landkreise, Regierungsbezirke und Bayern. Online auf statistikdaten.bayern.de.
  12. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Wahl der ersten Bürgermeister, Oberbürgermeister und Landräte in Bayern. Online auf statistikdaten.bayern.de.