Kung Fu (Fernsehserie)

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Seriendaten
Deutscher Titel Kung Fu
Originaltitel Kung Fu
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Jahr(e) 1972–1975
Länge 48 Minuten
Episoden 62 in 3 Staffeln
Genre Western, Drama, Action
Produktion Jerry Thorpe,
Alex Beaton
Idee Ed Spielman
Musik Jim Helms
Erstausstrahlung 14. Oktober 1972 (USA) auf ABC
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
27. September 1975 auf ZDF
Besetzung

Kung Fu ist der Name einer Fernsehserie aus den 1970er Jahren und ihrer Nachfolgeserie aus den 1990er Jahren. In beiden Fällen handelt die Serie von einem Shaolin-Mönch (in beiden Serien David Carradine), der in den Vereinigten Staaten von Amerika lebt und dort mit Hilfe des Shaolin Kung Fu, seiner buddhistischen Philosophie und seiner sonstigen Fähigkeiten verschiedene Abenteuer besteht.

Kung Fu – Die ursprüngliche Serie[Bearbeiten]

David Carradine, Darsteller des Kwai Chang Caine

Handlung[Bearbeiten]

siehe: Liste der Kung-Fu-Episoden

Die Fernsehserie Kung Fu (1972–1975) handelt von den Abenteuern eines (halb-)chinesischen Shaolin-Mönches namens Kwai Chang Caine in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Caine tötete während einer von ihm nicht verursachten Auseinandersetzung im Kampf ein Mitglied der kaiserlichen Familie und ist deshalb gezwungen, China zu verlassen. Er geht in den Westen der Vereinigten Staaten, um seiner Ergreifung zu entgehen und um dort seinen Halbbruder zu suchen, und durchstreift dabei allein den Wilden Westen. Dabei versucht er stets, die ihm begegnende ruppige, westliche Lebensart der Cowboys mit den im buddhistischen Kloster verinnerlichten Werten von Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit in Einklang zu bringen. Ein wesentlicher Bestandteil jeder Episode sind Caines in Rückblenden gezeigte Erinnerungen an seine Jugendjahre in einem buddhistischen Tempel in China.

Die den chinesischen Einwanderern in den westlichen Bundesstaaten der USA entgegengebrachte offene Feindseligkeit ist Thema von vielen Episoden. So gelingt es Caine einmal, einen vertuschten Mord an einem Chinesen in einer Kleinstadt aufzuklären, während er in einer anderen Folge (Caine und das Mädchen mit der Mandoline, Staffel 1, Folge 10) trotz dünner Beweislage selbst unter Mordanklage gestellt wird.

Die Serie traf offensichtlich den Zeitgeist. Zahlreiche bekannte Schauspieler waren in Gastrollen zu sehen. Einzelne Folgen der Serie wurden mit Preisen ausgezeichnet, beispielsweise dem Emmy Award und dem Writers Guild of America Award. Obwohl die in der Serie gezeigte Kampfkunst kaum als herausragend bezeichnet werden kann, trug die Serie doch zur Popularität der chinesischen Kampfkünste, aber auch zur fälschlichen Verwendung des Begriffes Kung Fu im Westen bei.

Es gibt Berichte, nach denen die Serie ursprünglich von Bruce Lee unter dem Namen The Warrior erdacht wurde und er die Idee mit den späteren Produzenten der Serie diskutiert habe.[1] Die Produzenten der Serie bestreiten dies jedoch. Jerry Thorpe (Regisseur) hatte sich zwar den damals noch relativ unbekannten Bruce Lee tatsächlich als Besetzung für die Hauptrolle gewünscht, doch nach dem Interview entschieden sich die Produzenten letztlich wegen seines starken Akzents gegen ihn.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Der Shaolin-Tempel, welcher in den Rückblenden erscheint, stammte ursprünglich vom Set des Filmes Camelot – Am Hofe König Arthurs, der 1967 gedreht wurde.
  • In der deutschen Fassung der Serie wird als Titelmusik und im Abspann der Hit Kung Fu Fighting von Carl Douglas gespielt, während im englischen Original die Titelmelodie wiederverwendet wird.

Darsteller[Bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten]

Von dem Schallplatten-Label Europa wurden 1976 in Deutschland drei Hörspiele mit Horst Frank als Sprecher des Lon Dsi (der die Rolle des Kwai Chang Caine ersetzte, um Urheberrechtsverletzungen vorzubeugen) vertont:

  • Der Tiger vom Apache Creek
  • Rache für Doc Sunshine
  • Überfall auf Mountain City


Zwei weitere Hörspiele sind 1975/1976 beim Label Bunny/WEA Musik GmbH (WEA Records) auf MusiCassette und LP erschienen. Sie sind direkter an die TV-Serie angelehnt und verwenden die Originalnamen der TV-Figuren. Die Cover sind mit je 5 Originalfotos aus der TV-Serie versehen, eines davon jeweils als großformatiges Coverbild. Als Titelmusik erklingt (genau wie bei Europa) das Intro aus dem Popsong Kung Fu Fighting von Carl Douglas. Die Titelrolle Caine wurde im Erwachsenenalter von Lutz Mackensy gesprochen und in den Kindheitsrückblenden von Lutz Schnell. (Hörspielautor: Peter Lach, Ton: Hans-Joachim Herwald, Regie: Michael Weckler, Produktion: Proton, Hamburg)

  • Das Geheimnis des Kwai Chang Caine
  • Der Fluch des Goldes

Kung Fu – Der Film[Bearbeiten]

Zwischen den beiden Serien, kurz vor Beginn der Reihe Kung Fu – Im Zeichen des Drachen, wurde noch ein Fernsehfilm, in dem David Carradine den ursprünglichen (gealterten) Kwai Chang Caine spielt, produziert. Handlung: Caine trifft auf seinen Sohn – verkörpert durch Brandon Lee (quasi der Vater des K. C. Caine aus der „Im Zeichen des Drachen"-Serie, also der Großvater Peter Caines).

Der wesentliche Teil dieses Films fußt auf dem Vater-Sohn-Konflikt der beiden, da Caine Junior seinen Vater töten will, weil er glaubt, Kwai Chang hätte ihn und seine Mutter vorsätzlich verlassen, bzw. im Stich gelassen. Schließlich können sich die beiden aber im doppelten Sinne „zusammenraufen“, und Caine senior hat noch die Gelegenheit, seine Fähigkeiten durch Meditation ins Übersinnliche zu steigern, so dass er auch z. B. im Lotossitz zu schweben vermag.

Kung Fu – Im Zeichen des Drachen[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Der in der Gegenwart spielende, von 1993 bis 1997 produzierte Ableger Kung Fu – Im Zeichen des Drachen (Originaltitel: Kung Fu – The Legend Continues) behandelt das Schicksal des Enkels von Caine, eines verwitweten Shaolin-Mönchs, der ebenfalls den Namen Kwai Chang Caine trägt. Der Mönch (der wieder vom gealterten David Carradine gespielt wird) unterstützt mit Hilfe der asiatischen Kampfkunst und der chinesischen Mystik seinen Sohn Peter Caine bei der Aufklärung von Verbrechen. Peter ist unter der Obhut seines Vaters als Shaolin-Mönch erzogen worden; doch die fünfzehnjährige Trennung vom Vater nach der Zerstörung des Tempels hat ihn westlich beeinflusst, so dass er die Spiritualität und die andauernde Einmischung seines Vaters in die Polizeiarbeit und in sein Privatleben zunächst stark ablehnt.

Deutlich stärker als in der Originalserie spielen Geister, Amulette sowie der mystische Glaube an das Qi auch zur Aufklärung der Verbrechen eine entscheidende Rolle. Peter hält die überlieferten Traditionen seines Vaters zunächst für Humbug, bis er im Laufe seiner eigenen Entwicklung erkennt, dass diese mystischen Mächte auch ihn beeinflussen und er zur Erfüllung seiner Mission als Polizist und spiritueller Kämpfer auf diese verborgenen, von seinem Vater im Shaolin-Tempel erworbenen Lehren zurückgreifen kann.

Sonstiges[Bearbeiten]

Darsteller[Bearbeiten]

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

Warner Home Video veröffentlichte 2004 und 2005 für die Region 1 (USA und Kanada) die drei kompletten Staffeln der ursprünglichen Serie aus den 1970er Jahren. Die ersten beiden Staffeln der deutsch synchronisierten Version (mit dem originalen Vor- und Abspann) wurden 2005 veröffentlicht. Die dritte und letzte Staffel ist bislang noch nicht auf deutsch (Regionalcode 2) erschienen. Die deutsche Fassung der ersten Staffel von Kung Fu – Im Zeichen des Drachen wurde im Oktober 2009 veröffentlicht. Ob die restlichen Staffeln veröffentlicht werden, ist zurzeit unbekannt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Linda Lee (Bruce Lee's Frau) im Film Bruce Lee: Der Weg eines Kämpfers
  2. Interview mit Tom Kuhn in The Tao of Kwai Chang Caine: Production and Beyond auf der DVD-Sammlung The Complete First Season: Kung Fu