Kunice (Lebus)

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Kunice
Wappen fehlt
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Kunice (Polen)
Kunice
Kunice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Słubice
Geographische Lage: 52° 16′ N, 14° 39′ O52.26666666666714.65Koordinaten: 52° 16′ 0″ N, 14° 39′ 0″ O
Einwohner: 80
Telefonvorwahl: (+48) 95
Kfz-Kennzeichen: FSL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Berlin

Kunice (deutsch Kunitz) ist ein Dorf in Polen in der Woiwodschaft Lebus in der Gemeinde Słubice. Der westlich der Oder gelegene früher zu Kunitz gehörende Ortsteil Kunitz-Loose blieb 1945 bei Deutschland und gehört heute zur Gemeinde Wiesenau.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung einer Siedlung an der Stelle des heutigen Kunice war der Freebrif des Herzogs Leszek von Krakau vom 12. Mai 1282. Herrmann von Lossow verkaufte 1373 den Ort an die Stadt Frankfurt (Oder). Der Ort hatte keine eigene Kirche, sondern gehörte in Kirchensachen zu Reipzig (Rybocice). Im Oktober 1477 plünderte und brandschatzte ein Heer unter Hans von Sagan und Crossen das Dorf.

1651 bestand eine Schule im Ort. Während des Siebenjährigen Krieges ritten am 18./19. September 1759 etwa 200 russische Kosaken in das Dorf ein und forderten von den Bewohnern Verpflegung. 1785 gab es im Ort einen Lehnschulzen, einen Krug, einen Schmied, 13 Bauern, neun Großkossäten, elf Kleinkossäten, 20 Hausleute, zwei Schäfer, einen Unterförster und einen Schulmeister. Die Bauern waren im Vorwerk Reipzig angestellt. 1797 wurden in Kunitz 115 Pferde, 93 Ochsen, 168 Kühe, 232 Schweine und 381 Schafe gezählt. Am 16. Dezember 1806 wurden 400 französische Soldaten in Kunitz einquartiert, die bei Ihrem Abmarsch am nächsten Tag 20 Pferde des Dorfes mitnahmen. Infolge des Krieges hatte sich die Situation im Dorf verschlechtert, was sich auch anhand der Viehzahlen erkennen lässt, die im Vergleich zu 1797 stark zurückgegangen waren. 1819 gab es 66 Pferde, 75 Ochsen, 115 Kühe und 107 Schweine in Kunitz.

1854 verursachte ein Hochwasser einen Schaden von 14.559 Talern. 1873 wurde der Ort Teil des neu gebildeten Landkreises Weststernberg. Bei der Kreistagswahl vom 30. November 1925 stimmten 121 für die SPD, 75 für die KPD, 17 für den Block der Mitte, 139 für die Brandenburger Heimatliste und sechs für die NSDAP. Am 2. Mai 1931 beschloss die Gemeindevertretung die Festlegung der Ortsschreibweise auf Kunitz, zuvor war auch Cunitz üblich. Am 12. Oktober 1930 wurde eine neu errichtete Schule eingeweiht.

Bei der Reichstagswahl vom November 1932 stimmten 91 für die SPD, 189 für die KPD, 12 für die DNVP und 163 für die NSDAP.

Am 1. Februar 1945 flüchtete fast die gesamte Bevölkerung über die zugefrorene Oder in Richtung Frankfurt. Am 2./3. Februar wurde das Dorf dann von der Roten Armee, entweder der 69. oder der 33. Armee, besetzt.[1]. Als Folge des Zweiten Weltkrieges fiel Kunitz an Polen und heißt heute Kunice.

Kunice heute

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Der Ort hatte 1819 61 Wohnhäuser, 62 Wirtschaftsgebäude und einen Mühle.

Jahr 1819 1831 1910 1936
Einwohnerzahl [2] 283 467 890 856

Namensherkunft[Bearbeiten]

  • Der alte slawische Name des Ortes Cunice bedeutet möglicherweise Ansiedlung im Kieferngehölz. Aber auch die Ableitung von kunize bzw. Kuna für Marder wird diskutiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Kalweit: Die Frankfurter Ratsdörfer östlich der Oder. In: Historischer Verein zu Frankfurt (Oder) e. V. – Mitteilungen. H. 2, 1997, ZDB-ID 1293381-8, S. 2–26.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kunice – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnote[Bearbeiten]

  1. Joachim Schneider: Der Aufmarsch der Roten Arme vor der Frankfurter Dammvorstadt im Februar 1945. In Historischer Verein zu Frankfurt (Oder) e. V. – Mitteilungen. H. 2, 2002, ZDB-ID 1293381-8, S. 16.
  2. für 1819, 1831, 1936 Kalweit, Manfred, 1997, S. 26, für 1910 http://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900//gem1900.htm?brandenburg/weststernberg.htm