Kunstgewerbemuseum Berlin

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Das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin gilt als eine der bedeutendsten Sammlungen seiner Art und zeigt an seinen zwei Standorten am Kulturforum Potsdamer Platz und im Schloss Köpenick europäisches Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Nach dreijährigen umfangreichen Renovierungs- und Umbauarbeiten ist der Museumsstandort am Kulturforum seit dem 22. November 2014 wieder geöffnet.[1]

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Geschichte[Bearbeiten]

Das Berliner Kunstgewerbemuseum ist das älteste in Deutschland und wurde 1868 als Deutsches Gewerbe-Museum zu Berlin mit Exponaten der Pariser Weltausstellung von 1867 eröffnet. Auftrag des Museums war der Unterricht und die Geschmacksbildung von Kunsthandwerkern, Industriezeichnern sowie der Öffentlichkeit. Die zugehörige Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin entstand 1868 auf Initiative des Vereins Deutsches Gewerbemuseum zu Berlin als Ausbildungsanstalt. Bis 1921 blieben Museum und Schule an verschiedenen Standorten miteinander verbunden.

Mit dem Ankauf des Lüneburger Ratssilbers 1874 und der Übernahme von ca. 7000 Exponaten aus der brandenburg-preußischen Kunstkammer 1875 gehörte das Museum zu den wichtigsten seiner Art in Europa. 1879 wurde es in Kunstgewerbemuseum umbenannt.

Im Jahr 1881 erfolgte der Umzug in den neuen Martin-Gropius-Bau mit Spezialsammlungen zur Goldschmiedekunst und Keramik, Glas und Textilien sowie einen chronologischen Überblick über die Geschichte der Einrichtungskunst vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart. Auch der Schatz des Priamos von Heinrich Schliemann fand hier vorübergehend eine Heimat.

Das Kunstgewerbemuseum bezog 1921 einen Teil des Berliner Stadtschlosses und bildete zusammen mit Objekten aus dem Besitz der Hohenzollern das Schlossmuseum Berlin. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Museumsräume und Teile des Bestandes zerstört und die Sammlungen zwischen Ost- und West-Berlin geteilt.

Die Ost-Berliner Sammlungsteile wurden 1963 im Schloss Köpenick untergebracht. Die West-Berliner Teile kamen in das Schloss Charlottenburg. Seit 1985 sind sie im 1967 von Rolf Gutbrod entworfenen und 1985 eröffneten Museumsneubau am Kulturforum zu sehen.

Ausstellung[Bearbeiten]

Bursenreliquiar
Kreuzreliquiar (Vortragekreuz)

Das Kunstgewerbemuseum sammelt europäisches Kunsthandwerk aller nachantiken Stilepochen der Kunstgeschichte, darunter Gold- und Silberschmiedearbeiten, Glas-, Email- und Porzellangefäße, Möbel und Raumgetäfel sowie Tapisserien, Kostüme und Seidenstoffe.

Im Museumsgebäude am Kulturforum führt ein Rundgang auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern durch die historische Entwicklung des Kunsthandwerks vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Gezeigt werden unter anderem Stücke mittelalterlicher Schatzkunst aus bedeutenden Kirchen dieser Zeit, so beispielsweise ein karolingisches Bursenreliquiar[2][3] (sogenannter Engerer Burse) sowie ein prunkvoll als Gemmenkreuz gearbeitetes Vortrage- und Reliquienkreuz, eine Arbeit des ausgehenden 11. Jahrhunderts, aus dem Schatz der Stiftskirche St. Dionysius in Enger, darüber hinaus über 40 Werke aus dem Welfenschatz. Für die Epoche der Renaissance steht das Repräsentationssilber der Ratsherren der Stadt Lüneburg mit dem Bürgereidkristall des Hans von Laffert.

Exponate der Höfe italienischer Fürstentümer zur Renaissancezeit sind Bronzen, Bildteppiche, Möbel, Venezianer Gläser und Majoliken im Erdgeschoss. Im Obergeschoss sind Schätze aus barocken Kunstkammern, Delfter Fayencen und barocke Gläser zu sehen. Weiterhin ist europäisches Porzellan, vor allem aus Meißen und der Königlich Preußischen Porzellanmanufaktur, Zier- und Tischgerät vom Rokoko und Klassizismus über den Historismus bis zum Jugendstil ausgestellt.

Im Untergeschoss wird in der „Neuen Sammlung“ Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts durch Industrieprodukte ergänzt.

Der zweite Museumsstandort in Schloss Köpenick zeigt in einer Dauerausstellung mit dem Titel „Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko“ einen Querschnitt der Ausstattungskunst des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kunstgewerbemuseum Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Schloss Köpenick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Staatliche Museen zu Berlin: Kunstgewerbemuseum
  2. Reliquiar in Bursenform aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford in der Online-Datenbank der Staatlichen Museen zu Berlin.
  3. Victor Heinrich Elbern: Ein fränkisches Reliquienfragment in Oviedo, die Engerer Burse in Berlin und ihr Umkreis. In: Madrider Mitteilungen. Bd. 3 (1962), S. 183–204.

52.50972222222213.3675Koordinaten: 52° 30′ 35″ N, 13° 22′ 3″ O