Kunsthalle Wien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Frontansicht der Kunsthalle im Museumsquartier
Die temporäre Kunsthalle am Karlsplatz im August 1993, mit Werbefläche der Ausstellung „Der zerbrochene Spiegel“
Kunsthalle Wien Karlsplatz

Die Kunsthalle Wien ist das Ausstellungshaus der Stadt Wien für internationale zeitgenössische Kunst und Diskurs mit den Standorten MuseumsQuartier und Karlsplatz. Sie zeigt und vermittelt zeitgenössische künstlerische Positionen, die aktuelle Fragestellungen erfahrbar machen – sowohl in Bezug auf Themen der Kunst als auch in gesellschaftlichen Zusammenhängen. Als Kunsthalle verfügt sie über keine eigene Sammlung sondern organisiert Ausstellungen und Projekte zu Themen der Gegenwart oder zum Werk einzelner Künstler.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich als temporärer Bau in Containerform von Adolf Krischanitz für den Karlsplatz entworfen, wurde sie ebenda im Frühjahr 1992 eröffnet und stand schon vor der Eröffnung im Zentrum heftiger öffentlicher Diskussionen. Der „Riesenstreit“ (Kurier 21.März 1992) um den fensterlosen, zunächst einfach blau-gelben Container in zentraler Lage wurde als „Kulturkampf“ mit „populistischen Verbalattacken“ gewertet (Kurier 25. März 1992), es gab standespolitische Solidarisierungsinitiativen mit dem Architekten, allerdings auch Kritik von Fachkollegen wie Roland Rainer (in: Die Presse 25. März 1992). „Kabarettreife Wortduelle“ prägten eine diesbezügliche Sitzung des Wiener Gemeinderates (Kurier 28. März 1992). Die Kronen-Zeitung vom 12. Juni 1992 behauptete, die neue Kunsthalle bringe „die Volksseele zum Kochen“.

Im Mai 2001 übersiedelte die Kunsthalle in das neue Haupthaus im MuseumsQuartier, einen Neubau im ehemaligen „Ovalen Hof“ unter Einbeziehung der ehemaligen Winterreithalle der Hofstallungen. Der provisorische Container am Karlsplatz mit mittlerweile funktionslosem Fußgängerdurchgang wurde demontiert. An seine Stelle trat ein kleinerer, verglaster Ausstellungsraum, gegen den es keinerlei Proteste gab. Dieser dient der Kunsthalle nun als project space. Das Café der Kunsthalle Wien befindet sich ebenso weiterhin auf dem alten Standort Karlsplatz.

Standorte und Architektur[Bearbeiten]

Ursprünglich wurde das Gebäude der Kunsthalle Wien als temporärer Bau in Containerform von dem österreichischen Architekten Adolf Krischanitz für den Karlsplatz entworfen. Schon vor seiner Eröffnung im Februar 1992 stand der Bau im Zentrum heftiger öffentlicher Diskussionen. Die gelb-blauen Container prägten nicht nur das Wiener Stadtbild, sondern veränderten auch die Wiener Kunst- und Ausstellungsszene nachhaltig.

Kunsthalle Wien Museumsquartier[Bearbeiten]

Erste Überlegungen zu einem Museumsquartier im Zentrum Wien gab es bereits in den 1980 Jahren vor der Ausschreibung eines Wettbewerbs, den das Architektenduo Ortner & Ortner (Laurids Ortner und Manfred Ortner) schließlich 1990 für sich entschied. Der Neubau des Haupthauses der Kunsthalle Wien vollzog sich hinter der denkmalgeschützten Fassade der ehemaligen Winterreithalle im Zentrum des Museumsquartiers. Zwischen Leopold Museum und mumok. Die historische Bausubstanz wurde durch einen Ziegelbau, der zwei Ausstellungshallen beherbergt, ergänzt bzw. mit ihr verbunden. Im Mai 2001 bezog die Kunsthalle Wien ihr neues Haupthaus im Museumsquartier.

Kunsthalle Wien Karlsplatz[Bearbeiten]

„Eine preiswerte Architektur als Medium, ein Reagenzglas für künstlerische Interventionen, eine Ideen-Beschleunigungsmaschine für eine Szene, die sich in Marmorsälen und Stuckaturhallen nie richtig wohlfühlen wird.“ [1]

Nach dem Umzug ins Museumsquartier wurde der blau-gelbe Container am Karlsplatz zu einem Glaspavillon verkleinert. Der relativ kleine Glaskubus am Karlsplatz sollte die temporäre Kunsthalle aus Containern, die nach der Eröffnung des Museumsquartiers leer standen, ablösen. Als zweiten Standort der Kunsthalle Wien transportiert der Glaskubus Kunst an einen der neuralgischen Schnittpunkte der Stadt, den Karlsplatz. Bis 2012 diente dieser verglaste Ausstellungsraum der Kunsthalle Wien als project space. Seit 2013 ist er gleichwertiger Ausstellungs- und Veranstaltungsraum der Kunsthalle Wien.

Corporate Design[Bearbeiten]

Dieser Adler ist einer von vielen Adlern, die als Logo der Kunsthalle Wien dienen

Im April 2013 stellte die Kunsthalle Wien ihr neues visuelles Erscheinungsbild vor. Das vom belgischen Grafiker und Künstler Boy Vereecken entworfene Konzept verschränkt zwei sehr unterschiedliche mit der Stadt assoziierte Gestaltungselemente: das sachlich, geometrische Raster der Wiener Werkstätte und die Figur des Adlers als Wappentier Wiens. Das Design verzichtet auf ein feststehendes Markenzeichen und steht so synonym für die Wandelbarkeit der Kunsthalle Wien.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Seit 1992 haben über eine Million Menschen die Ausstellungen der Kunsthalle Wien besucht.
  • 2002 hat das italienische Kunstmagazin ARTE die Kunsthalle Wien zu einem der sechs besten Ausstellungshäuser Europas gekürt.
  • Im März 2005 war die Innenhoffassade der Kunsthalle mit der Fahneninstallation Kanak Attack. Die dritte Türkenbelagerung des Künstlers Feridun Zaimoğlu verhängt.

Direktoren[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kunsthalle Wien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Standard, vom 26. Jänner 2002
  2. Nicolaus Schafhausen wird Kunsthallen-Chef Der Standard, 13. Juni 2012

48.20333333333316.359166666667Koordinaten: 48° 12′ 12″ N, 16° 21′ 33″ O