Kunstmuseum Basel

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Basler Kunstmuseum

Das Kunstmuseum Basel beherbergt die grösste und bedeutendste öffentlich zugängliche Kunstsammlung der Schweiz. Mit seinen Schwerpunkten zählt es auch international zu den wichtigsten Museen seiner Art. Das Museum liegt neben dem ehemaligen Gebäude der Schweizerischen Nationalbank am St. Alban-Graben in Basel. Geplant und umgesetzt wurde das neoklassizistische Museumsgebäude 1931 bis 1936 von Paul Bonatz und Rudolf Christ.

Sammlung[Bearbeiten]

Eingang des Kunstmuseums

Das Kunstmuseum besitzt die grösste Sammlung der Welt von Arbeiten der Holbein-Familie. Vor allem die älteren Bestände des Museums gehen auf den Basler Sammler Basilius Amerbach (1533–1591) zurück, dessen Vater Bonifacius unter anderem mit dem Humanisten Erasmus von Rotterdam und dem Maler Hans Holbein befreundet war. 1661 hat die Stadt die Privatsammlung erworben. Das sogenannte Amerbach-Kabinett war eines der ersten Museen, die im Besitz eines städtischen Gemeinwesens standen.

Die Amerbachsammlung war 1671–1849 im Haus zur Mücke untergebracht und ein Teil der Universitätsbibliothek. 1849 zog sie in das Museum an der Augustinergasse (heute Naturhistorisches Museum Basel). Raumnot führte dazu, dass die Kunstsammlung 1922 im «Augustinerhof» an der Augustinergasse (Kupferstichkabinett) und im «Bachofenhaus» am Münsterplatz (Sammlung Bachofen mit weiteren Beständen) Filialen erhielt und 1928 mit ihrem Hauptteil in der Kunsthalle ein vorläufiges Domizil fand. Seit 1936 hat die Kunstsammlung ihr Domizil im damals eröffneten Kunstmuseum, dessen Bau- und Planungszeit rund drei Jahrzehnte in Anspruch nahm.

Das Kunstmuseum ist in drei Stockwerke aufgeteilt (Parterre, 1. und 2. Stock). Alte Meister sind unter anderem mit Werken von Holbein d.J., Konrad Witz, Martin Schongauer, Lucas Cranach d.Ä., Matthias Grünewald, Rubens und Rembrandt vertreten. Das Museum verfügt über eine grosse Sammlung holländischer und flämischer Malerei des 17. Jahrhunderts. Die Impressionisten des 19. Jahrhunderts sind unter anderem durch Paul Cézanne, Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Camille Pissarro, Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir vertreten. Ausserdem sind Werke der deutschen, österreichischen und schweizerischen Malerei des 18. und 19. Jahrhunderts zu finden, beispielsweise von Cuno Amiet, Ferdinand Hodler, Johann Heinrich Füssli, Michael Wutky und Robert Zünd. Zur grossen Böcklin-Sammlung gehören unter anderem die erste Version von Böcklins Gemälde Die Toteninsel sowie bekannte Werke wie Kentaurenkampf, Die Pest und Spiel der Najaden.

Unter den Exponaten der Plastik und Malerei des 20. Jahrhunderts befinden sich beispielsweise Werke von Picasso, Braque und Juan Gris. Der Expressionismus wird unter anderem durch Edvard Munch, Franz Marc, Oskar Kokoschka und Emil Nolde vertreten. Ausserdem finden sich Kunstwerke aus der Zeit des Konstruktivismus, des Dadaismus sowie des Surrealismus. Als Vertreter seien hier Piet Mondrian, Salvador Dalí, Max Ernst und Yves Tanguy genannt. Zeitgenössische Kunst wird zusammen mit Werken der Emanuel Hoffmann-Stiftung im 1980 eröffneten Basler Museum für Gegenwartskunst ausgestellt, das administrativ zum Kunstmuseum gehört.

Kupferstichkabinett und Fachbibliothek[Bearbeiten]

Alte Picassoskulptur am Museum

In einem eigenen Sektor des Hauses befindet sich das Kupferstichkabinett, in welchem eine reichhaltige Sammlung an Zeichnungen und Originalgraphiken vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart zu sehen sind. Mit über 300'000 Handzeichnungen, Aquarellen und Druckgraphik ist es die grösste öffentlich zugängliche Sammlung der Schweiz und stellt damit gleichzeitig international eine der bedeutendsten Sammlungen dieser Art dar. Neben Zeichnungen von Albrecht Dürer sind aus fünf Skizzenbüchern auch 50 Zeichnungen von Paul Cézanne ausgestellt. Im Bereich der neueren bis zeitgenössischen Kunst besitzt die Sammlung beachtliche Werkkomplexe schweizerischer, deutscher, italienischer und amerikanischer Künstler, unter ihnen Joseph Beuys, Andy Warhol, Jasper Johns, Georg Baselitz, A. R. Penck, Brice Marden, Bruce Nauman, Jonathan Borofsky, Roni Horn, Francesco Clemente, Mimmo Paladino, Enzo Cucchi, Walter Dahn, Martin Disler, Siegfried Anzinger, Leiko Ikemura, Markus Raetz, Robert Therrien, Rosemarie Trockel und Robert Gober.

Des Weiteren findet sich im Bau des Museums eine öffentlich zugängliche Fachbibliothek, die zugleich Bibliothek des kunsthistorischen Seminars der Universität Basel ist. Die Bibliothek befindet sich seit Januar 2005 im ehemaligen Nationalbankgebäude, das neben dem Museum liegt.

Wichtige Ausstellungen[Bearbeiten]

Vom April bis September 2009 zeigte das Kunsthaus Basel 70 Landschaftsbilder des holländischen Malers Vincent van Gogh. Chronologisch bot die Ausstellung einen Überblick über alle Perioden seiner Schaffenszeit: von Holland über Paris, zu seiner Zeit in Arles in Südfrankreich, wie auch während seines Aufenthaltes in der Heilanstalt von Saint-Rémy und zuletzt in Auvers-sur-Oise. Ergänzt wurde die Ausstellung von 40 Gemälden seiner Zeitgenossen. Für die Ausstellung wurden Leihgaben von bedeutenden Museen wie dem Museum of Modern Art in New York, dem Musée d’Orsay in Paris, dem Van Gogh Museum in Amsterdam, dem Belvedere in Wien oder der National Gallery in London zusammengetragen.[1] Die Ausstellung verzeichnete mehr als eine halbe Million Besucher.[2]

Direktoren[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eugen Külborn (Redaktion): Galeria Mundi. Eine Reise durch die Museen. Frankfurt am Main: Hoechst AG, 1981, o.ISBN (S. 106–127 Öffentliche Kunstsammlung, Basel)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grosse Van Gogh-Ausstellung in Basel
  2. 550000 Leute besuchten Basler Van-Gogh-Ausstellung Artikel vom 25. September 2009 im Tages-Anzeiger

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kunstmuseum Basel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.5541944444447.5942222222222Koordinaten: 47° 33′ 15,1″ N, 7° 35′ 39,2″ O; CH1903: 611712 / 267065