Kunstmuseum Bern

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Das Kunstmuseum Bern ist das älteste Kunstmuseum der Schweiz in Bern. Es wurde 1879 eröffnet. Museumsleiter seit 2002 ist Matthias Frehner.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kunstmuseum Bern
Fassadendetail des Neubaus von 1932 bis 1936: Wanddekoration in Sgraffito von Cuno Amiet

Das Gebäude[Bearbeiten]

Das Gebäude des Kunstmuseums an der Hodlerstrasse 8–12 wurde von 1876 bis 1878 unter Eugen Stettler erbaut und 1879 bezogen. An der Fassade stellen zwei Rundmedaillons von Raphael Christen Zeus und Minerva dar. Von 1932 bis 1936 wurde unter den Architekten Karl Indermühle, Salvisberg und Brechbühl ein Anbau errichtet, und eine zweite Erweiterung, anstelle des sog. Salvisberg-Baus, erfolgte 1983 durch das Berner Atelier 5. Ein weiterer Anbau für die grosse Sammlung an zeitgenössischer Kunst war geplant. 2009 scheiterte der Anbau «Scala» an zu hohen Kosten.[1]

Die Sammlung[Bearbeiten]

Die Sammlung reicht von der Gotik bis zur Gegenwart. Sie umfasst über 3'000 Gemälde und Skulpturen, sowie rund 48'000 Zeichnungen, Druckgraphiken, Fotografien, Videos und Filme. Insbesondere der Bereich der Klassischen Moderne gilt als international bedeutend. Den Grundstock zur Sammlung bilden ein Dutzend Gemälde, die 1821 vom Kanton Bern erworben wurden. Weitere Schwerpunkte sind das italienische Trecento (z. B. Duccio di Buoninsegna), bernische Kunst seit dem 15. Jahrhundert (Niklaus Manuel, Albert Anker, Ferdinand Hodler), französische Kunst von Eugène Delacroix und Gustave Courbet bis Salvador Dalí und André Masson, der deutsche Expressionismus um Ernst Ludwig Kirchner und neuere Kunstrichtungen von Jackson Pollock bis in die Gegenwart.

Im Kunstmuseum Bern befindet sich der Nachlass von Adolf Wölfli. Ein zweiter Nachlass, ein großer Teil des Werks von Paul Klee, wurde in das Zentrum Paul Klee überführt, das am 20. Juni 2005 eröffnet wurde. Werke des Künstlers sind aber weiterhin im Bestand der Sammlung wie beispielsweise sein Meisterwerk von 1932, Ad Parnassum.[2]

Mit einem oder mehreren Werken sind unter anderem vertreten: Paul Cézanne, Cuno Amiet, Franz Gertsch, Franz Marc, August Macke, Henri Matisse, Meret Oppenheim, Pablo Picasso, Markus Raetz, Ricco Wassmer, Balthasar Burkhard und Louise Bourgeois.

Galerie[Bearbeiten]

Sammlung Gurlitt[Bearbeiten]

Das Kunstmuseum Bern ist Alleinerbe der Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt, der im Mai 2014 starb. Deren erbschaftsteuerliche Behandlung ist noch nicht geklärt.[3] Derweil ist unklar, ob das Kunstmuseum dem Erbe überhaupt gewachsen ist.[4] Der Personalbestand des Hauses ist relativ klein, und schon jetzt ist man mit der Aufarbeitung vorhandener Bestände im Verzug. Zudem wirft das Vermächtnis eine Fülle komplexer Fragen auf – nicht nur in rechtlicher, sondern auch in ethischer Hinsicht. So sei offen, welche Werke wann nach Bern gelangen. Sollte die Prüfung des Testaments ergeben, dass es gültig sei, so würde das Museum nicht nur die Bilder, sondern auch damit verbundene Pflichten erben. Somit müsste das Museum auch die von Gurlitt Anfang April unterzeichnete Vereinbarung bezüglich der Provenienzforschung einhalten, wie das Amtsgericht München und das bayerische Justizministerium betonten. Alle Bilder, welcher unter dem Verdacht der Raubkunst stehen, würden auf unbestimmte Zeit in staatlichem Gewahrsam in Deutschland verbleiben. Dort würden sie von Forschern analysiert und Ansprüche von Erben damaliger Opfer des Naziregimes abgeklärt. Laut den Forschern der mit der Herkunftsanalyse betrauten Task Force Schwabinger Kunstfund stehen ungefähr 400 Werke aus Gurlitts Sammlung unter dem Verdacht, Raubkunst zu sein.[5] Derweil unterstützen fünf Verwandte Gurlitts den Wunsch des verstorbenen Sammlers, seine Sammlung in die Schweiz zu geben. Sie stellen sich damit gegen den Großcousin Ekkehard Gurlitt, der für einen Verbleib der Kunstwerke in Bayern votiert.[6]

Das bayerische Kunstministerium kündigte an, die Gurlitt-Sammlung müsse auf ihre Bedeutung für das deutsche Kulturgut überprüft werden und weist auf das Gesetz zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung hin, das greifen könnte. Das Kulturgutschutzgesetz (KultgSchG) besagt, dass Werke, die im „Verzeichnis national wertvolles Kulturgut“ gelistet sind, bei Ausfuhr ins Ausland eine amtliche Genehmigung benötigen.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kunstmuseum Bern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rudolf Burger und Brigitta Niederhauser: «Ich will nicht mit einer Niederlage aufhören». derbund.ch., 25. August 2009, abgerufen am 9. Mai 2014
  2. Ad Parnassum – Die Ausstellung rund um das Meisterwerk.: paulkleezentrum.ch, abgerufen am 10. Mai 2014
  3. Cornelius Gurlitt: Erbe geht an Berner Kunstmuseum. In: Spiegel Online. 7. Mai 2014, abgerufen am 7. Mai 2014.
  4. In jüngster Zeit häufen sich die Pannen. In: Der Bund. 9. Mai 2014, abgerufen am 9. Mai 2014.
  5. Sammlung Gurlitt kommt nach Bern: Wie ein Blitz aus heiterem Himmel. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Mai 2014, abgerufen am 9. Mai 2014.
  6. Streit über Testament: Gurlitt-Verwandte unterstützen Entscheidung für die Schweiz. In: Spiegel Online. 23. Mai 2014, abgerufen am 23. Mai 2014.
  7. Gurlitt-Sammlung geht nach Bern, tagesschau.de vom 7. Mai 2014, abgerufen am 10. Mai 2014.

46.9511111111117.4433333333333Koordinaten: 46° 57′ 4″ N, 7° 26′ 36″ O; CH1903: 600358 / 200003