Kupang

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kupang (Begriffsklärung) aufgeführt.
Stadt Kupang
Kota Kupang
Kupang
Kupang (Kleine Sundainseln)
Kupang
Kupang
Koordinaten 10° 11′ S, 123° 36′ O-10.1843123.5949Koordinaten: 10° 11′ S, 123° 36′ O
Lage
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Indonesien

Geographische Einheit

Nusa Tenggara
Provinz Nusa Tenggara Timur
Fläche 160,3 km²
Einwohner 335.585 (2010)
Dichte 2093 Ew./km²
Webauftritt www.kupangkota.go.id (indonesisch)
Leuchtturm und Ankerplatz von Kupang
Leuchtturm und Ankerplatz von Kupang

Kupang (in alten port. Quellen Cuppão) ist die Hauptstadt der indonesischen Provinz Ost-Nusa Tenggara. Die Stadt ist eine eigene Verwaltungseinheit mit 160,34 km² innerhalb der Provinz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Südwesten der Insel Timor, am südlichen Ufer der Bucht von Kupang an der Sawusee und hat 335.585 Einwohner (2010). Auf Landseite ist die Stadt Kupang vom Regierungsbezirk Kupang umschlossen.[1] Als Bischofssitz und Universitätsstadt (seit 1962) hat sie eine besondere Bedeutung in der Region. Wirtschaftlich lebt Kupang vom Handel (Exporthafen) und der Zementindustrie. Etwa 8 km östlich des Stadtzentrums bei Penfui liegt Kupangs Flughafen El Tari.

Kupang Stadt (Kota Kupang) teilt sich in sechs Distrikte (Kecamatan), die sich wiederum in 50 Dörfer (Kelurahan) aufteilen:

  1. Alak (11 Kelurahan)
  2. Kelapa Lima (7 Kelurahan)
  3. Raja (Kota Raja, 6 Kelurahan)
  4. Lama (Kota Lama, 10 Kelurahan)
  5. Maulafa (9 Kelurahan)
  6. Oebobo (7 Kelurahan)

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hafen von Kupang, 1912
Japanische Invasion bei Kupang 1942

Die Bucht von Kupang galt als der beste natürliche Hafen der gesamten Insel. Schon früh kamen Händler hierher um Sandelholz zu erwerben, ab dem 16. Jahrhundert zudem portugiesische Händler. Früh wurde hier ein kleines portugiesisches Fort errichtet, das aber durch den Niederländer Apollonius Schotte erobert wurde. Er ließ 50 Soldaten zurück, doch bereits 1616 gaben die Niederländer den Stützpunkt auf. 1640 wurde an der Bucht ein niederländischer Posten errichtet. 1642 trat der Herrscher von Kupang zum Christentum über und schloss ein Bündnis mit den Portugiesen. Diese bauten erneut ein einfaches Fort. 1644 scheiterten zwei niederländische Angriffe, der zweite mit 300 Soldaten, die zusätzlich von einer großen Zahl Söldner unterstützt wurden. Daraufhin errichteten die Dominikaner unter António de São Jacinto 1647 eine neue Festung. 1649 wurde Kapitän-Major Francisco Carneiro der neue Kommandant der Festung. 1653 zerstörten die Niederländer den portugiesischen Posten, konnten aber erneut abgewehrt werden. Am 27. Januar 1656 eroberten die Niederländer schließlich Kupang mit einer starken Streitmacht aus Europäern und Indern unter General Arnold de Vlamigh van Outshoorn. Vlamingh verfolgte die Portugiesen und ihre Topasse-Verbündeten unter António da Hornay bis zum Dorf Amarasi, wo es zu einer schweren Schlacht kam, in der Vlamingh 170 europäische Soldaten verlor. Er sah sich gezwungen, sich wieder aus Kupang zurückzuziehen. Die niederländische Einflusssphäre blieb vorläufig auf die kleine Region um die Bucht von Kupang beschränkt. Bis 1688 schloss die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) Verträge mit den fünf kleinen Herrschern in diesem Gebiet, den „fünf loyalen Alliierten“ Sonbai Kecil, Amabi, Kupang-Helong, Amfo'an und Taebenu. In diesem Jahr gelang schließlich die endgültige Eroberung der portugiesischen Festung in Kupang. Das Fort wurde in Concordia umbenannt. Das Bündnis zwischen VOC und den timoresischen Verbündeten war sehr stabil. Nur zweimal kam es in dieser Zeit zu Rebellionen, die aber innertimoresische Auslöser hatten: 1678 verbündete sich Raja Ama Besi von Kupang mit den pro-portugiesischen Amarasi um den Nachfolger auf seinen Thron anzugreifen. 1744 rebellierte ein untergeordneter Adliger gegen den Raja von Kupang.[2]

1697 raubten französische Piraten die Festung aus. Später überfielen sie den Ort Lifau weiter nördlich. 1749 scheiterte ein Rückeroberungsversuch Kupangs durch die Portugiesen und Topasse, der portugiesisch-malaiischen Mischbevölkerung. Bei der Schlacht von Penfui wurden viele Anführer der Topasse getötet. Infolge dieser Niederlage wandten sich die meisten einheimischen Reiche Westtimors von den Portugiesen ab und unterwarfen sich den Niederländern.[3]

William Bligh erreichte mit seinen Getreuen Kupang am 14. Juni 1789, nachdem er bei der Meuterei auf der Bounty auf See ausgesetzt worden war.

1797 versuchten die Briten Kupang zu besetzen, da man befürchtete, dass sich Frankreich hier festsetzen könnte. Die Briten wurden vom niederländischen Kommandanten mit Hilfe von Einheimischen und Sklaven vertrieben. Während der napoleonischen Kriege gelang den Briten 1811 die Besetzung Kupangs. 1812 wurde die britische Kontrolle auf das gesamte niederländische Westtimor ausgedehnt. Erst nach der Rückkehr der Oranier auf den niederländischen Thron erhielten die Niederländer am 7. Oktober 1816 offiziell ihre timoresische Besitzungen zurück.[3][4]

1917 wurden die fünf loyalen Alliierten zur neuen zelfbesturend landschap (selbstregierendes Gebiet) Kupang vereinigt. Der neue Raja von Kupang stammte aus der Nisnoni-Familie, einer Seitenlinie der Sonba'i.[5] Im Februar 1942 war Kupang eines der ersten Ziele der japanischen Invasion auf Timor. 1949 hatte das Gebiet Kupang 49.168 Einwohner.[6] 1955 beendete die indonesische Zentralregierung die lokale Monarchie in Kupang.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kupang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://ntt.bps.go.id/
  2. Hans Hägerdal: Rebellions or factionalism? Timorese forms of resistance in an early colonial context, 1650-1769
  3. a b History of Timor (PDF; 824 kB) – Technische Universität Lissabon
  4. * Monika Schlicher: Portugal in Osttimor. Eine kritische Untersuchung zur portugiesischen Kolonialgeschichte in Osttimor 1850 bis 1912. Abera, Hamburg 1996, ISBN 3-931567-08-7, (Abera Network Asia-Pacific 4), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss, 1994).
  5. Royal Timor: Sonbai
  6. a b H. G. Schulte Nordholt: The political system of the Atoni of Timor, Den Haag (1971) S. 155.