Kurfürstenstraße (Berlin-Tiergarten)

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Kurfürstenstraße
Wappen
Straße in Berlin
Kurfürstenstraße
Die Kurfürstenstraße mit dem gleichnamigen
U-Bahnhof
an der Kreuzung zur Potsdamer Straße
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Tiergarten
Angelegt Ende des 17. Jahrhunderts
Hist. Namen Mühlenstraße,
Mühlenweg
Anschlussstraßen Budapester Straße (westl.),
Flottwellstraße (östlich)
Querstraßen (Auswahl)
Nürnberger Straße,
An der Urania,
Einemstraße,
Maaßenstraße,
Potsdamer Straße
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge rund 2000 Meter

Die Kurfürstenstraße befindet sich im Berliner Ortsteil Tiergarten des Bezirks Mitte und bildet die Grenze zum Ortsteil Schöneberg und dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Während das Straßenland und die Gehwege zu Tiergarten gehören, liegen die Grundstücke südlich davon in Schöneberg.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Kurfürstenstraße beginnt im Osten an der Dennewitzstraße und endet im Westen am Olof-Palme-Platz vor dem Aquarium Berlin. Sie kreuzt unter anderem die Potsdamer Straße, die ein Teil der Bundesstraße 1 ist. Dort liegt der U-Bahnhof Kurfürstenstraße der Linie U1. 2013 wurde das Ostende der Straße über die Dennewitzstraße hinaus als direkter Zugang für Fußgänger und Radfahrer zum Westpark verlängert. Der Westpark wurde am 31. Mai 2013 als zweiter Teil des Parks am Gleisdreieck eröffnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Straße entstand gegen Ende des 17. Jahrhunderts und hieß bis zu ihrer heutigen Benennung im Jahr 1863 Mühlenstraße, auch Mühlenweg. Seit 1863 trägt sie ihren heutigen Namen nach dem Begriff Kurfürst. Dieser leitet sich von ‚Kur‘, dem althochdeutschen Begriff ‚churi‘ ab, was so viel wie ‚Wahl‘ bedeutete. Der Straßenteil der ehemaligen Teltower Straße zwischen Potsdamer und Dennewitzstraße erhielt am 19. März 1869 ebenfalls den Namen Kurfürstenstraße, sodass die gesamte Straßenstrecke vom Zoologischen Garten bis zum Eisenbahngelände so hieß. Ein kleiner Teil der Straße lag bis zum 5. Februar 1965 in Charlottenburg. Dieser Abschnitt zwischen Nürnberger Straße und Budapester Straße (Tiergarten) wurde in die Budapester Straße einbezogen. Damit entfiel der Name Kurfürstenstraße für Charlottenburg. Zwischen 1962 und 1977 kamen einzelne angrenzende Grundstücke zur Kurfürstenstraße hinzu. Zum Zeitpunkt der Benennung gehörte die Straße bereits zu Berlin.

Mahnmal

Der impressionistische Maler Ernst Oppler hatte seine Innenstadtwohnung an der Kurfürstenstraße. In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in der Kurfürstenstraße 115/116 ab 1941 das sogenannte „Eichmannreferat“, einer Dienststelle des Reichssicherheitshauptamtes, in der die Deportation der europäischen Juden in die Vernichtungslager organisiert wurde. Das um 1910 erbaute Gebäude befand sich zuvor im Besitz eines Wohlfahrtsvereins, des Jüdischen Brüdervereins. Heute erinnert eine zum Mahnmal umgestaltete Bushaltestelle an die Geschichte des 1961 abgerissenen Hauses.[1]

Insbesondere das Teilstück zwischen Potsdamer und Einemstraße ist seit den 1960er Jahren ein stadtbekannter Straßenstrich. In der Nähe der Einemstraße befindet sich in der Kurfürstenstraße 58 das Stammhaus des „Café Einstein“.

Weitere Kurfürstenstraßen in Berlin[Bearbeiten]

Neben dieser Kurfürstenstraße gibt es in Berlin drei weitere Straßen gleichen Namens in den Ortsteilen Hermsdorf, Lankwitz und Mariendorf. Daneben gibt es den international bekannten Kurfürstendamm in Charlottenburg, Halensee und Grunewald sowie den Kurfürstenweg in Wannsee.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lisa Hauff: Mahnort Kurfürstenstraße 115/116. Vom Brüdervereinshaus zum Dienstort Adolf Eichmanns, Hentrich & Hentrich, Berlin 2012, ISBN 978-3-942271-59-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kurfürstenstraße – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schöneberg – Eine Bushaltestelle erinnert an das berüchtigte „Judenreferat“. In: Berliner Zeitung, 12. Dezember 1998.

52.50216813.353603055556Koordinaten: 52° 30′ 8″ N, 13° 21′ 13″ O