Kurpfalz (Region)

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Dieser Artikel befasst sich mit der Kurpfalz als Region innerhalb Baden-Württembergs. Für das historische Kurfürstentum siehe Kurpfalz.

Die Kurpfalz ist im weitesten Sinne das Gebiet im heutigen Deutschland, in dem der kurpfälzische Dialekt gesprochen wird. Im engeren Sinne ist darunter der im heutigen Baden-Württemberg liegende Teil des historischen Kurfürstentums (siehe Kurpfalz / Pfalzgrafschaft bei Rhein), also die Region Mannheim / Heidelberg zu verstehen.

Ganz ähnlich wie das heutige Schwaben besitzt die Kurpfalz keine festgelegten Grenzen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Begriffsbildung

Der Name Pfalz leitet sich ursprünglich von dem römischen Hügel Palatin ab, auf welchem sich in der Antike der Palast des römischen Kaisers befand. Pfalz war davon abgeleitet die Bezeichnung für einen burgähnlichen Königshof (Königspfalz), den die fränkischen und deutschen Könige und Kaiser der Merowinger- bis zur Stauferzeit an wichtigen Orten errichten ließen.

Der Pfalzgraf bei Rhein war als Erztruchsess des Alten Reichs verantwortlich für die kaiserliche Hofhaltung (die kaiserliche Pfalz). Die Bezeichnung seiner Funktion ging später über auf das von ihm regierte Land.

Erst mit der Goldenen Bulle von 1356, in der die Kurwürde für die Pfalzgrafschaft bei Rhein (lateinisch comes palatinus Rheni) festgeschrieben wurde, bildete sich der Begriff der Kurpfalz heraus.

[Bearbeiten] Volksgruppe und Dialekt

Hauptartikel: Kurpfälzische Dialekte

Kurpfälzer sind eher die Sprecher eines bestimmten Dialekts als eine Volksgruppe. Grund dafür ist, dass zur historischen Kurpfalz viele verstreute Gebiete entlang des Mittelrheins und der Mosel gehörten, die oft eine ganz eigene Identität besaßen. Heute liegen Teile des einstigen Kurfürstentums in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und dem Elsass. Diese Teilung zeichnete sich bereits um das Jahr 1800 im Zuge der Koalitionskriege ab, als der rechtsrheinische Teil des Kurfürstentums Teil Badens wurde, der linksrheinische dagegen an Frankreich und danach an Bayern ging. Oft wird der Begriff des Kurpfälzers als Abgrenzung innerhalb Baden-Württembergs gegenüber den Franken im Osten, den Württembergern (bzw. Schwaben) im Südosten und den Badenern im Süden verwendet.

Das Kurpfälzische wird in der rechtsrheinischen Kurpfalz gesprochen, der Unterschied zum linksrheinischen Vorderpfälzischen ist minimal. Das kurpfälzische Sprachgebiet erstreckt sich von Mannheim und Viernheim im Norden über Weinheim, Heidelberg und Wiesloch nach Bruchsal im Süden; im Osten reicht es in den badischen Odenwald hinein über Neckargemünd bis nach Eberbach, Mosbach und Sinsheim. Etwa 1.500.000 Personen wohnen im Gebiet des kurpfälzischen Sprachraums.

[Bearbeiten] Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Kurpfalz

Entstanden ist die historische Kurpfalz aus der rheinisch-lothringischen Pfalzgrafschaft, deren Kernland zunächst etwas weiter nördlich lag. Nach dem Aussterben des Adelsgeschlechts der Ezzonen wurde das Gebiet im 11. Jahrhundert gen Süden verschoben, wo es bis zu seiner Teilung blieb. Nachdem die Pfalzgrafschaft an verschiedene Herrscherhäuser vergeben worden war, kamen im 13. Jahrhundert die Wittelsbacher an die Macht. Unter ihnen erlangte die bald Kurpfalz genannte Pfalzgrafschaft bei Rhein große politische Bedeutung im süddeutschen Raum. Nach dem Aussterben der bayerischen Linie der Wittelsbacher fiel der pfälzischen Linie das Kurfürstentum Bayern zu. Daraus entstand bis zur Gründung des Königreichs Bayern und bis zur Teilung der Kurpfalz das Kurfürstentum Pfalz-Bayern. Das Kerngebiet der Kurpfalz zwischen Rhein und Neckar kam zum Großherzogtum Baden und teilte seitdem dessen Geschichte (siehe Baden im 19. Jahrhundert).

[Bearbeiten] Im 20. und 21. Jahrhundert

Bestrebungen, die Spaltung der alten Kurpfalz zu überwinden, gab es zuletzt 1948 durch den Mannheimer Oberbürgermeister Hermann Heimerich. Dass diese Bestrebungen scheiterten, lag nicht zuletzt daran, dass die süddeutschen Flächenstaaten durch ihre Geschlossenheit gegenüber dem zersplitterten Charakter der Kurpfalz überlegen waren. Städte wie Worms, Speyer oder Bruchsal konnten sich dadurch nicht mit der historischen Kurpfalz identifizieren.[1]

Im Jahr 2005 wurde durch einen Staatsvertrag die Metropolregion Rhein-Neckar geschaffen, um die länderübergreifende Zusammenarbeit zu erleichtern und zu bestärken. Die alte Kurpfalz rückt damit wieder näher zusammen.

[Bearbeiten] Einflüsse der Kurpfalz

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen der historischen Kurpfalz ist vollständig oder teilweise in einigen Wappen heutiger Gebietskörperschaften zu finden, meist jedoch ohne die weiß-blauen Rauten der Wittelsbacher. Besonders zu erwähnen ist dabei das große Wappen Baden-Württembergs, in dem es aber im heraldischen Sinn eine untergeordnete Rolle spielt.

Kurpfalz Alzey Mannheim Schwetzingen Weinheim Baden-Württemberg
Kurpfalz Alzey Mannheim Schwetzingen Weinheim großes Wappen Baden-Württembergs

[Bearbeiten] Weitere Einflüsse

  • Kurpfalzbrücke – eine der Neckarbrücken Mannheims, erbaut zwischen 1947 und 1950
  • Kurpfälzisches Kammerorchester - gilt als Nachfolger der "Kurfürstlichen Hofkapelle" des Kurfürsten Karl Theodor
  • Kurpfälzisches Museum – Museum mit archäologischer Abteilung in Heidelberg
  • Kurpfalz-Park – ein Freizeit- und Wildpark bei Wachenheim (Rheinland-Pfalz)
  • Kurpfalzring – ein früherer Name der heutigen Motorsport-Rennstrecke Hockenheimring Baden-Württemberg

Auch tragen einige Unternehmen, die ihren Ursprung oder eine Niederlassung in der Kurpfalz haben, das Kurpfälzische im Namen (beispielsweise die Porsche Niederlassung Kurpfalz).

Die Mundart-Kabarettisten Bülent Ceylan, Christian Habekost, Hans-Peter Schwöbel und Arnim Töpel sind auch über die Grenzen der Kurpfalz hinaus bekannt.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. – http://www.zum.de
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