Kurt Bärbig

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Kurt Bärbig (* 20. März 1889 in Dresden; † 3. September 1968 in Lubmin) war ein deutscher Architekt.

Leben[Bearbeiten]

Grab von Kurt Bärbig in Dresden

Bärbig kam als erstes von acht Kindern des Zimmermanns Franz Bärbig (1863–1936) in Dresden zur Welt. Vom Vater, der aktiver Kommunist wurde und von 1933 bis 1935 inhaftiert war, wandte sich Bärbig in den 1920er-Jahren ab,[1] auch wenn die Einstellung des Vaters, der zunächst überzeugter Sozialdemokrat war, „seine [= Kurt Bärbigs] gesellschaftliche Einstellung sicherlich wesentlich beeinflusst hat“. So war Bärbig bereits im Alter von 14 Jahren Gewerkschaftsmitglied.[2]

Wie sein Vater absolvierte Bärbig eine Zimmermannslehre und besuchte Abend- und Sonntagskurse der Städtischen Gewerbeschule Dresden. Von 1906 bis 1910 studierte er an der Staatsbauschule Dresden sowie von 1910 bis 1912 Städtebau bei Cornelius Gurlitt an der Technischen Hochschule Dresden. Es folgte eine Zeit als Bautechniker bei Rudolf Kolbe. Von 1912 bis 1916 lernte Bärbig im Meisteratelier für Baukunst bei German Bestelmeyer an der Akademie der Bildenden Künste Dresden (ABK Dresden).

Im Jahr 1913 gründete er ein Architekturbüro in Dresden, in dem später 16 Mitarbeiter tätig waren. Während seiner Zeit beim Militär – er wurde 1917 als Soldat eingezogen und nahm am Ersten Weltkrieg teil – starben seine Frau und sein Sohn. Von 1918 bis 1933 war er im Vorstand des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und wurde 1923 in die Freie Deutsche Akademie für Städtebau berufen.

Bärbig galt als „roter Architekt“ und wurde 1933 von den Nationalsozialisten mit einem Berufsverbot belegt.[2] Er emigrierte 1934 nach Brasilien, wobei er seine Tochter bei Verwandten in Dresden zurückließ. Eine Wiedereinreise nach Deutschland wurde ihm 1939 verweigert. In das zerstörte Dresden kehrte er 1945 zurück. Dort war er Mitglied des 1. Trümmerkomitees und Mitbegründer des neuen BDA. Beim Wettbewerb um die Neugestaltung Dresdens 1952 war er Leiter der freischaffenden Architekten.

Bärbig verstarb 1968 an den Folgen eines Herzinfarkts in Lubmin und wurde auf dem Kirchhof Maria am Wasser in Dresden beigesetzt.

Wirken[Bearbeiten]

Bärbig lieferte die Pläne für das Volkshaus Cotta an der Dresdner Hebbelstraße. Der Fleischverarbeitungsbetrieb der Konsumgenossenschaft „Vorwärts“ in der äußeren Wilsdruffer Vorstadt Dresdens folgte 1927. Im Jahr 1929 entwarf er das erste deutsche Jugenderholungsheim Endlerkuppe in Ottendorf bei Sebnitz. Seit 1946 saß er auf dem Lehrstuhl für Baukunst an der ABK Dresden und errichtete im selben Jahr das Gebäude der Landtechnik an der Technischen Hochschule Dresden. Das ebenfalls in den 1920er Jahren entstandene und unter Denkmalschutz stehende Hauptportal der ehemaligen Hauptbetriebsanlage des Konsumvereins „Vorwärts“ auf der Rosenstraße wurde Ende der 1990er Jahre illegal abgerissen. Hier befindet sich nun die zweispurige Einfahrt einer Filiale des Veolia Umweltservice.

Bauwerke des Architekten Kurt Bärbig

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1912 erhielt Bärbig den Kompositionspreis der Akademie und 1916 Silbermedaille des Ateliers. Die Stadt Dresden zeichnete ihn 1921 mit dem Gottfried-Semper-Preis, die Sächsische Staatsregierung mit dem Dr.-Roscher-Preis aus. Die Schinkel-Medaille erhielt er 1964.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Bärbig. Zum 100. Geburtstag des Städtebauers und Landschaftsarchitekten. in: Architektur der DDR 6/1989.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Bärbig. In: Museum für Stadtgeschichte, Alfred Werner (Bearb.): Sie kämpften und starben für kommendes Recht. Kurze Lebensbeschreibungen Dresdner Arbeiterfunktionäre und Widerstandskämpfer II. Meißner Druckhaus, Dresden 1963, S. 9–13, v.a. S. 11.
  2. a b Architekten in Cotta. Teil 3: Kurt Bärbigs Bauten und Entwürfe auf der Hebbelstraße. In: Froschpost. Heimatzeitung der Bürgerinitiative Cotta e.V. Nr. 2, 2008, S. 4 (online).