Kurt Köster

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Kurt Köster (* 14. November 1912 in Wiesbaden; † 17. Juli 1986 in München) war ein deutscher Bibliothekar und Historiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach dem Besuch der Pädagogischen Akademie in Frankfurt am Main war Kurt Köster von 1932 bis 1939 als Volksschullehrer tätig und studierte dann Geschichte, Germanistik und Musikwissenschaft in Frankfurt und München. Köster habilitierte sich 1947 an der Universität Frankfurt am Main und war seither dort als Privatdozent für historische Hilfswissenschaften tätig. Nebenberuflich erstellte er im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau ein Inventar des lokalen mittelalterlichen Glockenbestandes. Hieraus erwuchs später ein Buch über Meister Tilman von Hachenburg.

1951 wurde Köster stellvertretender Direktor der 1946 gegründeten Deutschen Bibliothek. Von 1959 bis 1975 leitete er (als Nachfolger Hanns Wilhelm Eppelsheimers) diese Einrichtung, die während seiner Amtszeit zu einer bedeutenden deutschsprachigen Bibliothek und zu einem nationalbibliografischen Zentrum ausgebaut wurde. Eine zentrale Aufgabe war die Einführung der elektronischen Datenverarbeitung im Bibliotheksbetrieb, wobei die Deutsche Bibliographie (DB) seit 1966 als erste Nationalbibliographie der Welt komplett mittels EDV Anlage hergestellt wurde; siehe Meyers Lexikon, 9.Aufl., Band 6, S.494. - Köster trug auch die Verantwortung für die weltweit beachtete Ausstellung über Exil-Literatur 1933–1945 im Jahre 1965. Er war außerplanmäßiger Professor der Universität Frankfurt.

Wissenschaftlich hat Köster sich um die Pilgerzeichenforschung verdient gemacht; die im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg vorhandene große Sammlung von Pilgerzeichen geht auf ihn als Sammler und Forscher zurück. Mit Editionen und einer eigenen Monographie hat er sich auch intensiv für die Vermittlung des Werkes seines Lehrers, des niederländischen Kulturhistorikers Johan Huizinga, in Deutschland eingesetzt und machte sich als Gutenberg-Forscher einen Namen.

Werke[Bearbeiten]

  • Johan Huizinga 1872–1945. Mit einer Bibliographie (Eine Bibliographische Reihe des Europa-Archivs. Band 1), Oberursel, Verlag Europa-Archiv, 1947.
  • Die Gemarkungsnamen von Langschied und Hof Schönberg. Flurgeschichte im Spiegel der Flurnamen, Wiesbaden: Hess. Landesvermessungsamt, 1948.
  • Meister Tilman von Hachenburg. Studien zum Werk eines mittelrheinischen Glockengießers des 15. Jahrhunderts mit besonderer Berücksichtigung der als Glockenzier verwendeten mittelalterlichen Pilger- und Wallfahrtszeichen, 1957.
  • Neue Studien zu Meister Tilman von Hachenburg und seinen Glocken. In: Jahrbuch der Hess. Kirchengesch. Vereinigung. Band 10, 1959, S. 77–91.
  • Die Deutsche Bibliothek 1945–1965. Festgabe für Hanns Wilhelm Eppelsheimer. Herausgegeben von Kurt Köster, Frankfurt am Main 1965.
  • Der Einsatz von Computern bei der Herstellung von Nationalbibliographien, dargestellt am Beispiel der Deutschen Bibliographie. Referat, gehalten am 15. September 1966 in Scheveningen auf d. 32. Tagung d. IFLA General Council, Section of National and Univ. Libraries, Frankfurt am Main ca. 1966.
  • Exil-Literatur 1933–1945. Eine Ausstellung aus Beständen der Deutschen Bibliothek. Hg. von Kurt Köster, Frankfurt am Main: Deutsche Bibliothek, 1965
  • Gutenberg in Strassburg. Das Aachenspiegel-Unternehmen und die unbekannte "afentur und kunst", Mainz: Gutenberg-Gesellschaft, 1973.
  • Bücher, die keine sind. Über Buchverfremdungen, besonders im 16. und 17. Jahrhundert, Frankfurt am Main: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, 1979, S. B 177 - B 256.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bibliothek, Buch, Geschichte. Kurt Köster zum 65. Geburtstag. Hrsg. von Günther Pflug, Frankfurt am Main: Klostermann, 1977.
  • Jörg Poettgen: Europäische Pilgerzeichenforschung. Die Zentrale Pilgerzeichenkartei (PZK) Kurt Kösters († 1986) in Nürnberg und der Forschungsstand nach 1986. In: Jahrbuch für Glockenkunde. Band 7/8, 1995/96, (erschienen 1997), S. 195–206.
  • Das Zeichen am Hut im Mittelalter. Symposion in Memoriam Kurt Köster (1912–1986). Hg. Hartmut Kühne, Frankfurt am Main u.a.: Lang-Verlag, 2008.

Weblinks[Bearbeiten]