Kurt Koffka

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Kurt Koffka (* 18. März 1886 in Berlin; † 22. November 1941 in Northampton, Massachusetts) war ein deutscher Psychologe. Er zählt mit Max Wertheimer und Wolfgang Köhler zu den Begründern der Gestaltpsychologie bzw. der Gestalttheorie.

Leben[Bearbeiten]

Im Jahre 1909 heiratete er Mira Klein. Die Ehe wurde 1923 geschieden. In zweiter Ehe war er mit Elisabeth Ahlgrimm verheiratet. Koffkas jüngerer Bruder war der Jurist und Schriftsteller Friedrich Koffka.[1]

Koffka promovierte 1909 über Tonpsychologie bei Carl Stumpf an der Universität von Berlin. Von 1911 bis 1927 unterrichtete er an der Universität Gießen. 1921 erschien sein Buch „Die Grundlagen der psychischen Entwicklung“, in dem er eine Entwicklungspsychologie des Kindes auf gestalttheoretischer Grundlage vorstellte; die englische Übersetzung trug maßgeblich zum Bekanntwerden der Gestaltpsychologie in den USA bei. 1922 stellte Koffka die Gestalttheorie in einem Artikel des „Psychological Bulletin“ in den USA vor. Von 1927 an unterrichtete er in den USA am Smith College. Als sein Hauptwerk gilt die systematische Darstellung der Gestalttheorie in seinem zum Klassiker gewordenen Buch „Principles of Gestalt Psychology“ (1935), von dem inzwischen einige Kapitel auch in einer deutschen Buchfassung vorliegen.[2]

Seit 2007 verleiht die Justus-Liebig-Universität Gießen jährlich die Kurt-Koffka-Medaille an international herausragende Forscher für exzellente Forschung im Bereich der Wahrnehmungs- und/oder Entwicklungspsychologie. [3]

Ausgewählte Schriften[Bearbeiten]

  • 1909: Experimental-Untersuchungen zur Lehre vom Rhythmus. Zeitschrift für Psychologie, 52, 1-109.
  • 1921: Die Grundlagen der psychischen Entwicklung. Osterwieck a. Harz: A. W. Zickfeldt.
  • 1922: Perception: An introduction to the Gestalt-theorie. Psychological Bulletin, 19, 531-585.
  • 1924: The Growth of the Mind. [Englische Übersetzung der „Grundlagen der psychischen Entwicklung“]
  • 1935: Principles of Gestalt Psychology. (Die ersten drei Kapitel dieses Hauptwerks von Kurt Koffka sind inzwischen in deutscher Übersetzung in der Zeitschrift Gestalt Theory [4] erschienen.)
  • 2009: Kurt Koffka - Zu den Grundlagen der Gestaltpsychologie: Ein Auswahlband. Herausgegeben von Michael Stadler. Wien: Verlag Krammer. ISBN 978-3901811418

Literatur[Bearbeiten]

  • Molly Harrower (1983): Kurt Koffka – An Unwitting Self-Portrait. Gainesville: University Presses of Florida. (Seine Schülerin Molly Harrower veröffentlichte diese auf ihren jahrelangen Briefwechsel mit Koffka gestützte Biographie, in der sich auch seine fragmentarisch gebliebene Einführung in die Psychologie für Neurologen findet).
  • Jacqueline L. Cunningham & Wolfgang G. Bringmann (2001): Kurt Koffka and Clinical Neuropsychology. In: Rudolf Miller (Hrsg., 2001), Psychologie zwischen Theorie und Praxis. Festschrift zum 60. Geburtstag von Prof. Helmut Lück, München-Wien: Profil Verlag, 183-200.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Barbara Hartlage-Laufenberg, Zwei Juristen, zwei Literaten, zwei Juden – Friedrich Koffka und Kurt Messow. In: Neue Juristische Wochenschrift, Heft 11/2013, S. 748.
  2. Kurt Koffka 2009: 'Zu den Grundlagen der Gestaltpsychologie: Ein Auswahlband.' Herausgegeben von Michael Stadler. Wien: Verlag Krammer. ISBN 978-3901811418
  3. Universität Gießen: Kurt-Koffka-Medaille
  4. Gestalt Theory

Literatur[Bearbeiten]

  • Lothar Helbing, Claus Victor Bock (Hrsg.): Stefan George - Dokumente seiner Wirkung - aus dem Friedrich Gundolf Archichiv der Universität London. Castrum Peregrini, Amsterdam 1974, S. 158 f.
  • Wolfgang Metzger: Koffka, Kurt. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 417 f. (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]