Kurt Krömer

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Kurt Krömer bei der Grimme-Preis-Verleihung, 2011

Kurt Krömer, bürgerlich Alexander Bojcan (* 20. November 1974 in Berlin), ist ein deutscher Komiker[1] und Schauspieler.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Krömer wuchs im West-Berliner Bezirk Wedding auf und ging nach der 10. Klasse von der Gesamtschule ab. Seinen späteren Künstlernamen übernahm er von einem Deutschlehrer, den er sehr mochte.[2] Er begann eine Ausbildung zum Herrenausstatter, die er mit siebzehneinhalb Jahren abbrach. Ebenso brach Krömer eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann ab und arbeitete anschließend zwei Jahre als Aushilfe bei einer Berliner Reinigungsfirma;[3] zudem als Hilfsarbeiter auf dem Bau, wobei er nebenbei ab 1993 unter dem Pseudonym Kurt Krömer erste Auftritte in der Scheinbar in Berlin-Schöneberg absolvierte. Von Oktober 1996 bis Dezember 1997 besuchte er die „TuT – Schule für Tanz, Clown und Theater“ in Hannover. Als Inspiration für seine Rolle gibt er Louis de Funès, Klaus Kinski, Andy Kaufman und Leo Bassi an.

Ab 2003 moderierte er die Fernsehsendung Die Kurt Krömer Show im rbb Fernsehen, deren 15. und letzte Folge Ende April 2005 aufgezeichnet wurde. Die Sendung bestand aus Solo-Elementen, Einspielern und Interviews mit Prominenten, wie beispielsweise Gunter Gabriel, Johann König, Hellmuth Karasek und Gregor Gysi. Krömer trug stets unmoderne Anzüge mit Hosenträgern und Brillen im Retrodesign. Für die musikalische Untermalung sorgte die Garagenband minibeatclub, Regie führte Matthias Kitter.

Im November 2005 startete seine Sendung Bei Krömers. Bei dieser Sendung handelte es sich um eine Talkshow mit prominenten Gästen, wobei zusätzlich zu Kurt Krömer die Familie Krömer – dargestellt durch Schauspieler: Opa Gerd (Achim Wolff), Mama Ingrid (Marie Gruber) und Schwester Anja (Anne Helm, später Maxine Schulze) – etwas abseits sitzend Einfluss auf die Interviews nahm.[4] Regie führte wieder Matthias Kitter. Weitere sechs Folgen der Sendung wurden ab dem 4. September 2006 ausgestrahlt. Krömer wurde dafür mit dem Deutschen Fernsehpreis 2006 in der Kategorie „Comedy“ ausgezeichnet.

Kurt Krömer in Room Service an der Schaubühne am Lehniner Platz (2007)

Am 27. August 2007 begann die Sendung Krömer – Die internationale Show im Nachtprogramm der ARD. Seit dem 31. Oktober 2007 ist Krömer als schmieriger Produzent Gordon Miller in der Broadwaykomödie Room Service an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz zu sehen, bei der Thomas Ostermeier Regie führt.

2007 war Krömer in dem Musikvideo Vom selben Stern des Duos Ich + Ich zu sehen.

Mit der Benefizgala „Pimp my Ghetto“, die er am 18. Oktober 2009 im Admiralspalast mit Künstlerkollegen veranstaltet hatte, unterstützte er mehrere soziale Projekte im Neuköllner „Körnerkiez“ um den Körnerpark.[5]

Seit dem 22. Juni 2010 ist Kurt Krömer in dem Theaterstück Johnny Chicago an der Volksbühne Berlin zu sehen.[6][7]

Im August 2010 gab Krömer bekannt, dass 2011 die fünfte und letzte Staffel von Krömer – Die Internationale Show laufen wird. Am 21. August 2010 wurde eine Samstagabendshow unter dem Titel Darf ich bitten…! mit ihm als Moderator ausgestrahlt.[8]

Im Oktober 2010 moderierte er zusammen mit Sandra Maischberger den Deutschen Fernsehpreis in Köln. Nach fünf Nominierungen wurde er 2011 mit dem Adolf-Grimme-Preis für Krömer – Die internationale Show ausgezeichnet. Gleichzeitig beendete Krömer diese Fernsehsendung und begründete diesen Schritt gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger damit, dass er sich darauf freue, Neues zu machen.[9] 2011 war er in Eine Insel namens Udo in seiner ersten Hauptrolle zu sehen.[10]

Am 18. August 2012 lief in der ARD die erste von acht Folgen seiner neuen Show Krömer – Late Night Show, die im Berliner Ensemble aufgezeichnet wurden.

2012 besuchte er auf Einladung der Bundeswehr Soldaten in Afghanistan und hatte dort mehrere Auftritte. Auf der Reise begleitete ihn ein Kamerateam der ARD.[11] Seine Erlebnisse dieses und eines späteren privaten Aufenthalts veröffentlichte er im Buch „Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will. Zu Besuch in Afghanistan.“[12]

Im Rahmen der Kampagne „iCHANCE“, die vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung veranstaltet wird, setzt sich Krömer für das Lesen- und Schreibenlernen ein.[13][14]

Im Juli 2013[15] (Ausstrahlung am 10. August 2013) war Matthias Matussek im Rahmen der Aufzeichnung einer neuen Folge der Krömer – Late Night Show zu Gast. Matussek wurde von Krömer „um es zurückhaltend zu sagen, hart angegangen“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung); er versuchte, mittels Antrag auf eine einstweilige Verfügung beim Hamburger Landgericht das Senden zu unterbinden aufgrund einer „Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte“. Der Antrag scheiterte und die Sendung wurde wie geplant ausgestrahlt.[16]

Krömer ist Vater von drei Kindern.[17]

Kabarettprogramme[Bearbeiten]

  • 2001: Na, du alte Kackbratze
  • 2008: Kröm de la Kröm
  • 2011: Der nackte Wahnsinn
  • 2013: Abschied!

Diskografie[Bearbeiten]

  • Na, Du alte Kackbratze! (CD: 2005, DVD: 2006)
  • Best Of Die Kurt Krömer Show (3er-DVD, 2005) – Gold für knapp 40.000 verkaufte Exemplare
  • Krömer – Die internationale Show, 1. Staffel (3er-DVD, 2007)
  • Krömer – Die internationale Show, 2. Staffel (4er-DVD, 2008)
  • Krömer – Die internationale Show, 3. Staffel (4er-DVD, 2009)
  • Krömer – Die internationale Show, 4. Staffel (3er-DVD, 2010)
  • Sido feat. Kurt Krömer – „Hey Du” (MTV Unplugged – Live aus'm MV, 2010)
  • Kröm de la Kröm (CD/DVD, 2010)
  • Best of Krömer – Late Night Show, 1. Staffel (DVD, 2012)

Filmografie[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Kurt Krömer, Tankred Lerch: Ein Ausflug nach wohin eigentlich keiner will. Zu Besuch in Afghanistan. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013, ISBN 978-3-462-04536-9 [18] [19]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Krömer bei der Verleihung des Grimme-Preises, 2011

Nominierungen[Bearbeiten]

  • 2005 – Adolf-Grimme-Preis
    • Kategorie Fernsehspiel/TV-Movie/Unterhaltung (für Die Kurt Krömer Show vom 10. Oktober 2004)
  • 2006 – Adolf-Grimme-Preis
    • Kategorie Fernsehspiel/TV-Movie/Unterhaltung (für seine Show Bei Krömers)
    • Kategorie Spezial (Zitat: „Als Autor für die Idee, die televisionäre Inszenierung, Konzeption und Präsentation der Krömer-Show“)
  • 2007 – Adolf-Grimme-Preis
    • Kategorie Unterhaltung/Spezial (für „herausragende Präsentations- und Talkleistungen“ in seiner Show Bei Krömers)
  • 2008 – Adolf-Grimme-Preis
    • Kategorie „Unterhaltung“
  • 2010 – Adolf-Grimme-Preis
    • Kategorie „Unterhaltung – Serien und Mehrteiler“
  • 2013 – Deutscher Comedypreis- Beste Comedyshow für Krömer - Late Night

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kurt Krömer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Er bezeichnet sich selbst als „Neo-Clown
  2. Bei mir lachen die Leute auch ohne Pointe. In: Der Tagesspiegel vom 4. September 2006, Interview
  3. Rheinische Post vom 29. Juli 2011, Seite A8.
  4. Kurt Krömer, der Neurotiker aus Neukölln, hat eine neue Show. Jetzt kommt er mit seiner Familie, Berliner Zeitung, 5. November 2005
  5. G. Bartels: Ein Clown macht Ernst. In: Der Tagesspiegel vom 12. Oktober 2009, mit Fotostrecke
  6. Johnny Chicago. Berlin Bühnen, abgerufen am 6. August 2010.
  7. Kurt Krömer als „Johnny Chicago“. In: Mitteldeutsche Zeitung, 23. Juni 2010, abgerufen am 6. August 2010.
  8. Alexander Krei: Krömer: „Ich habe gerade beim RBB gekündigt“. DWDL.de, 19. August 2010, abgerufen am 19. August 2010.
  9. Ich bin doch keine Kunstfigur“. In: Kölner Stadtanzeiger, abgerufen am 1. April 2011.
  10. TrailerLounge
  11. Zum Schießen! In: ZEITmagazin, abgerufen am 21. Juni 2013.
  12. Kurt Krömer in Afghanistan: Die Witzfigur zieht in den Krieg. In: Spiegel Online, abgerufen am 21. Juni 2013.
  13. iCHANCE Profi Portal: Promis. Abgerufen am 2. August 2011.
  14. YouTube: Kurt Krömer mal ernst. 5. September 2008, abgerufen am 2. August 2011.
  15. Der Meister der stilvollen Dekonstruktion
  16. FAZ.net: Da sagt man danke für
  17. Ey Kurt, ich sehe alle deine Sendungen. In: Der Tagesspiegel, abgerufen am 27. April 2011.
  18. Der Spiegel: Rezension
  19. zeit.de (Peter Kümmel): Der Fernseh-Komiker Kurt Krömer besucht deutsche Soldaten in Afghanistan. Wir haben ihn begleitet