Kurt Luedde-Neurath

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Porträt Kurt Luedde-Neurath

Kurt Luedde-Neurath (* 19. Februar 1911 in Chateau-Salins; † 12. Juli 1984 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Diplomat.

Leben[Bearbeiten]

Er studierte Rechtswissenschaften in Freiburg im Breisgau, Innsbruck und Breslau. Nach den bestandenen beiden Staatsexamen trat er 1938 in den Auswärtigen Dienst ein. Als Attaché war Luedde-Neurath zunächst im Auswärtigen Amt in Berlin tätig. Am 1. Mai 1937 war er der NSDAP beigetreten. Von 1933 bis 1939 war er Mitglied der SA.

Zwischen 1939 und 1941 war er Attaché an der deutschen Botschaft in Tokio. Danach war er dort bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Legationssekretär. Seit 1944 war er mit Ingeborg (geb. Schneewind) verheiratet. Mit dieser hatte er drei Kinder.

Luedde-Neurath kehrte 1947 nach Deutschland zurück und ging zunächst in die Privatwirtschaft. Über seine Entnazifizierung ist nichts bekannt. Zeitweise arbeitete er in einem Textilhandelsunternehmen in Lörrach, das von der Familie seiner Frau betrieben wurde.

Im Jahr 1950 kehrte er in den Staatsdienst zurück. Luedde-Neurath war zunächst im Organisationsbüro für den Aufbau von konsularisch-wirtschaftlichen Auslandsvertretungen angesiedelt noch im Bundeskanzleramt tätig. Im Jahr 1951 erhielt er den Titel eines Legationsrates erster Klasse. Bis 1953 arbeitete er im Auswärtigen Amt in Bonn.

Danach war er Konsul erster Klasse am Generalkonsulat in Barcelona. Zwischen 1958 und 1963 war Luedde-Neurath Gesandter in Haiti. Im Jahr 1963 wurde er im Auswärtigen Amt Vortragender Legationsrat erster Klasse und Leiter des Ostblockreferates in der Politischen Abteilung des Amtes.

Seit 1966 war er deutscher Vertreter in Indonesien. Ab 1968 war Luedde-Neurath Botschafter in Neuseeland ehe er 1970 nach Uruguay und 1973 nach Chile wechselte. Im Jahr 1975 trat er in den Ruhestand.

Luedde-Neurath erhielt das Bundesverdienstkreuz I. Klasse.

Literatur[Bearbeiten]

  • Munzinger: Internationales Biographisches Archiv. 43, 1984 vom 15. Oktober 1984
  • Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 3: Gerhard Keiper, Martin Kröger: L–R. Schöningh, Paderborn u. a. 2008, ISBN 978-3-506-71842-6.
Vorgänger Amt Nachfolger
Georg Graf von Schwerin Deutscher Botschafter in Port-au-Prince
1958–1963
Volker Heinsberg
Luitpold Werz Deutscher Botschafter in Jakarta
1966–1967
Heinrich Seemann
Heinrich Köhler Deutscher Botschafter in Wellington
1968–1970
Eckard Briest
Eckard Briest Deutscher Botschafter in Montevideo
1970–1973
Jürgen Krieghoff
Lothar Lahn Deutscher Botschafter in Santiago de Chile
1973–1975
Erich Strätling