Kurt Neubauer (SPD)
Kurt „Kutte“ Neubauer (* 30. September 1922 in Berlin; † 9. Dezember 2012 ebenda[1]) war ein deutscher Politiker (SPD). Er war Mitglied des Deutschen Bundestages sowie Bürgermeister und Innensenator von Berlin.
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Leben [Bearbeiten]
Neubauer absolvierte eine Feinmechanikerlehre, diente im Arbeitsdienst und in der Wehrmacht. Nach der Kriegsgefangenschaft trat er in die SPD ein. Er wurde Kreisvorsitzender von Berlin-Friedrichshain und 1950 Mitglied des SPD-Landesvorstandes. Er organisierte den Aufstieg Willy Brandts zum Berliner SPD-Chef und wurde zu einer Schlüsselfigur der Berliner Sozialdemokraten. 1962 wurde er stellvertretender SPD-Vorsitzender Berlins.
Er gehörte vom 1. Februar 1952 bis zum 16. April 1963 als vom Abgeordnetenhaus gewählter Berliner Vertreter dem Deutschen Bundestag an. Bis zum Bau der Berliner Mauer 1961 lebte Neubauer im Ostteil Berlins. Er war neben Margarete Heise einer der Bundestagsabgeordneten, die einen Wohnsitz im sowjetischen Sektor der Stadt besaßen. Am Tag des Mauerbaus hielt sich Neubauer in Nürnberg auf, seine Familie in West-Berlin. Der gesamten Familie wurde danach bis in die frühen 70er Jahre die Einreise in die DDR und nach Ost-Berlin verweigert.
Das Bundestagsmandat legte er nieder, um am 11. März 1963 Senator für Jugend und Sport in Berlin zu werden. Im Oktober 1967 wechselte er aus dem Amt des Jugend- in das des Innensenators und wurde zugleich Bürgermeister. Als Innensenator war er unter anderem für den Einsatz des umstrittenen V-Manns Peter Urbach in der Berliner Studentenszene verantwortlich, auch der nie aufgeklärte Mord an dem V-Mann Ulrich Schmücker fiel in seine Dienstzeit. 1975 gab er das Bürgermeisteramt an Hermann Oxfort (FDP) ab, blieb aber bis 1977 Innensenator. Weil er ein Aufsichtsratshonorar verspätet an die Berliner Landeskasse abgeführt hatte, geriet er zunehmend unter politischen Druck und trat zurück.
Der Berliner Senat zeichnete Neubauer am 3. November 1993 mit dem Ehrentitel Stadtältester aus. Darüber hinaus wurde er mit der Ernst-Reuter-Plakette und dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrt.[2]
Neubauer war zum Zeitpunkt seiner ersten Wahl ins Bonner Parlament (1952) dessen jüngster Abgeordneter. Vor seinem Tod war er der letzte noch lebende Abgeordnete des ersten Bundestages.
Literatur [Bearbeiten]
- Bernhard Meyer: Kurt Neubauer – Stadtältester von Berlin. In: Berliner LeseZeichen, Heft 3/1994, S. 28–33
Weblinks [Bearbeiten]
- Klaus Riebschläger: Zum 75. Geburtstag Kurt Neubauers Berliner Stimme, Nr. 16 vom 20. September 1997
- Eckart D. Stratenschulte: Der Bundestagsausweis ließ die Vopos ratlos werden; Das Parlament, Nr. 31–34, 2011, S. 8
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Ex-Innensenator Neubauer ist tot
- ↑ Traueranzeige des Berliner Innensenators, Berliner Zeitung vom 15./16. Dezember 2012
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Neubauer, Kurt |
| ALTERNATIVNAMEN | Neubauer, Kutte |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (SPD), Bürgermeister von Berlin und Innensenator, MdA |
| GEBURTSDATUM | 30. September 1922 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 9. Dezember 2012 |
| STERBEORT | Berlin |