Kusterdingen

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Kusterdingen führt kein Wappen
Kusterdingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kusterdingen hervorgehoben
48.52239.1209405Koordinaten: 48° 31′ N, 9° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Tübingen
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 24,24 km²
Einwohner: 8247 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 340 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72127,
72138 (Im Hengstrain)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07071
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 4 16 023
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchentellinsfurter Str. 9
72127 Kusterdingen
Webpräsenz: www.kusterdingen.de
Bürgermeister: Jürgen Soltau (parteilos)
Lage der Gemeinde Kusterdingen im Landkreis Tübingen
Landkreis Böblingen Landkreis Calw Landkreis Esslingen Landkreis Freudenstadt Landkreis Reutlingen Landkreis Rottweil Zollernalbkreis Ammerbuch Bodelshausen Dettenhausen Dußlingen Gomaringen Hirrlingen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Mössingen Nehren (Württemberg) Neustetten Ofterdingen Rottenburg am Neckar Rottenburg am Neckar Rottenburg am Neckar Starzach TübingenKarte
Über dieses Bild

Kusterdingen ist eine Gemeinde im Landkreis Tübingen, oberhalb des Neckartals zwischen Tübingen und Reutlingen gelegen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kusterdingen liegt auf den Härten, unmittelbar südöstlich von Tübingen.

Landschaft[Bearbeiten]

Die Härten bilden eine Hochebene zwischen Steinlach-, Neckar-, und Echaztal, die von einem Buchenmischwald umringt wird. Typisch sind die intensiv genutzten Ackerflächen, sowie Streuobstwiesen. Der höchste Punkt des Gemeindegebiets liegt auf einer waldfreien Hochfläche westlich der Wankheimer Aspenhau-Siedlung und liegt 455 m ü. NHN.

Im Norden des Gemeindegebiets befindet sich das Naturschutzgebiet Blaulach. Es handelt sich hierbei um einen Nebenfluss des Neckars.

Westlich von Immenhausen erstreckt sich das Landschaftsschutzgebiet Ehrenbachtal mit Kaltem Brunnen.[2][3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Kusterdingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Tübingen beziehungsweise zum Landkreis Reutlingen ¹

Kirchentellinsfurt, Wannweil ¹, Reutlingen ¹, Gomaringen und Tübingen

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kusterdingen besteht aus den Ortsteilen Immenhausen (675 Einwohner am 31. Dezember 2006), Jettenburg (1111), Kusterdingen (3618), Mähringen (1357) und Wankheim (1482). Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt in der Form „Kusterdingen-…“, sie sind räumlich mit den früheren Gemeinden gleichen Namens identisch. Die Gemeinderatswahl erfolgt in Kusterdingen nach dem System der Unechten Teilortswahl, dementsprechend bilden die Ortsteile als Wohnbezirke bezeichnete Wahlkreise. Mit Ausnahme des Ortsteils Kusterdingen sind alle Ortsteile Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und einem Ortsvorsteher als dessen Vorsitzenden.[4]

Zu den Ortsteilen Immenhausen, Jettenburg und Kusterdingen gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Ortsteil Mähringen gehören das Dorf Mähringen und die Häuser Bahnhof Mähringen. Zum Ortsteil Wankheim gehören das Dorf Wankheim, die Aspenhau-Siedlung und das Gehöft Bläsikelter.

Im Osten des Ortsteils Mähringen lag die abgegangene, heute nicht mehr bestehende Ortschaft Weiler. Weiler wurde 1522 als an dem wyler erstmals erwähnt. Auf eine frühe Besiedlung weist der Fund eines Keramikfragments hin, das durch das Landesdenkmalamt in das 8. Jh. n. Chr. datiert und dokumentiert wurde. An gleicher Stelle bestand im 15. Jahrhundert eine Schwaige, die 1562 genannt wird (im schwaig priel).[5]

Siehe auch: Burg Mähringen

Geschichte[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindereform in den 1970er Jahren mussten die früher eigenständigen Gemeinden eine Verbindung mit Kusterdingen eingehen. So wurde gegen den Willen Immenhausens, Mähringens und Wankheims der Zusammenschluss erzwungen. Selbst eine Klage dieser Gemeinden beim Staatsgerichtshof half nichts. Jettenburg, das damals schon freiwillig mit Kusterdingen zusammenarbeitete, hatte nichts gegen den Zusammenschluss einzuwenden.

2008 feierte der Ortsteil Kusterdingen sein 900 jähriges Bestehen.[6]

Im 18. und 19. Jahrhundert gab es im heutigen Ortsteil Wankheim eine jüdische Gemeinde, zu der ein heute noch existierender Friedhof gehörte.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2009[7][8]
Wahlbeteiligung: 58,3 % (2004: 60,2 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,2 %
23,6 %
11,8 %
7,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-3,4 %p
-2,1 %p
+5,0 %p
+0,7 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte zu folgender Verteilung der 25 Sitze (+2) im Gemeinderat:

Partei / Liste Sitze
FW 15 Sitze (±0)
Härtenliste Umweltschutz und Demokratie e.V. 6 Sitze (±0)
FDP 3 Sitze (+2)
SPD 1 Sitz (±0)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Jürgen Soltau endet 2018.

  • 1958–1978: Gerhard Kindler
  • 1978–2002: Günter Müller
  • seit 2002: Jürgen Soltau

Wappen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kusterdingen führt weder ein Wappen noch eine Flagge. Die fünf Ortsteile verwenden die Wappen der ehemaligen Gemeinden weiter. Da die heutige Gemeinde bei der Gebietsreform neu gegründet wurde und nie ein Wappen erhielt, ist sie eine von nur drei Gemeinden in Baden-Württemberg, die noch ohne Wappen sind.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Blick über Kusterdingen, Kirche und Wasserturm
Bürger- und Kulturhaus beim Klosterhof
  • Die Kusterdinger Marienkirche
  • Funkturm auf der Hohen Mark (Geografische Koordinaten: 48° 30′ 46″ N, 9° 6′ 0″ O48.5127777777789.1)
  • Das alte Rathaus, ein renoviertes Gebäude, in dem sich das Standesamt und weitere Ämter befinden
  • Der Wasserturm am Sportheim (Geografische Koordinaten: 48° 31′ 33″ N, 9° 6′ 49″ O48.52579.1136305555556)
  • Der renovierte Klosterhof dient als Kulturgebäude, in dem regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.
  • Das Kino METROPOL der Filmfreunde Kusterdingen e. V., ein Kleinkino mit 32 Sitzplätzen in einer Scheune aus dem Jahr 1773.
  • Die Mähringer Stephanskirche

Natur und Landschaft[Bearbeiten]

  • Der Eduard-Lucas-Musterobstgarten des Pomologen Eduard Lucas mit dem Lehrpfad, ausgehend vom Friedhof Mähringen
  • Das Heilbrünnele im Landschaftsschutzgebiet Ehrenbachtal mit Kaltem Brunnen
  • Das Naturdenkmal Linde am Friedhof in Mähringen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 28 durchquert das Gemeindegebiet und verbindet es mit Reutlingen und Tübingen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 111.[9]

Seit Dezember 2009 befindet sich je ein Kreisverkehr am Ortseingang Kusterdingens und Wankheims.[10]

Der Ortsteil Mähringen lag von 1902–1982 an der Gönninger Bahn von Reutlingen nach Gönningen. Der ehemalige Bahnhof steht heute noch. Auch der ehemalige Bahndamm ist heute noch erkennbar.

Bildung[Bearbeiten]

  • Härtenschule Mähringen (Grundschule) für Schüler aus den Teilorten Mähringen, Wankheim, Jettenburg und Immenhausen
  • August-Lämmle-Schule Kusterdingen (Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule) für Schüler aus Kirchentellinsfurt, Wannweil und den Teilorten der Härtengemeinde.
  • Ev. Firstwald-Gymnasium – Außenstelle Kusterdingen

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Johann Ulrich Pregizer I., auch der Ältere genannt (1577–1656), evangelischer Theologe, Hochschullehrer und Kanzler der Universität Tübingen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kusterdingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. UNEP World Conservation Monitoring Centre World Database on Protected Areas Site Sheet
  3. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg 4.16.003 Ehrenbachtal mit Kaltem Brunnen[1]
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Kusterdingen vom 6. Mai 1982, zuletzt geändert am 22. Juli 2009 (PDF; 98 kB) abgerufen am 25. Juni 2010
  5. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 129–131
  6. 900 Jahre Kusterdingen
  7. http://kusterdingen.org/?content=gr&user=gast
  8. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2009/GTabelle.asp?G=GE416023
  9. Wabenplan auf www.naldo.de
  10. Artikel im Gea: Am Kreisel läufts jetzt rund