Kyllburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kyllburg
Kyllburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kyllburg hervorgehoben
50.0419444444446.5947222222222300Koordinaten: 50° 3′ N, 6° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Bitburger Land
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 4,62 km²
Einwohner: 879 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54655
Vorwahl: 06563
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 070
Adresse der Verbandsverwaltung: Hubert-Prim-Straße 7
54634 Bitburg
Webpräsenz: www.stadt-kyllburg.de
Stadtbürgermeister: Wolfgang Krämer (CDU)
Lage der Stadt Kyllburg im Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bitburg Auw bei Prüm Roth bei Prüm Olzheim Neuendorf Kleinlangenfeld Schwirzheim Büdesheim Wallersheim Fleringen Weinsheim Gondenbrett Sellerich Buchet Oberlascheid Bleialf Mützenich Winterscheid Winterspelt Großlangenfeld Brandscheid Prüm Rommersheim Giesdorf Hersdorf Seiwerath Schönecken Oberlauch Niederlauch Orlenbach Winringen Dingdorf Watzerath Pittenbach Pronsfeld Habscheid Heckhuscheid Matzerath Heisdorf Nimsreuland Lasel Wawern Feuerscheid Nimshuscheid Lützkampen Großkampenberg Kesfeld Üttfeld Euscheid Strickscheid Lünebach Lierfeld Eilscheid Dackscheid Merlscheid Pintesfeld Kinzenburg Waxweiler Manderscheid Lichtenborn Arzfeld Irrhausen Reiff Sengerich Leidenborn Herzfeld Eschfeld Roscheid Harspelt Sevenig (Our) Dahnen Reipeldingen Daleiden Dasburg Preischeid Olmscheid Jucken Kickeshausen Lauperath Krautscheid Oberpierscheid Niederpierscheid Lascheid Hargarten Lambertsberg Mauel Plütscheid Burbach Balesfeld Neuheilenbach Neidenbach Usch Zendscheid Steinborn Sankt Thomas Malbergweich Malberg (Eifel) Kyllburgweiler Seinsfeld Oberkail Gransdorf Gindorf Pickließem Orsfeld Kyllburg Etteldorf Wilsecker Badem Sefferweich Seffern Schleid Heilenbach Ehlenz Oberweiler Bickendorf Nattenheim Fließem Rittersdorf (Eifel) Ließem Niederweiler Biersdorf am See Wiersdorf Wißmannsdorf Hamm (Eifel) Echtershausen Brecht Feilsdorf Hütterscheid Baustert Brimingen Hisel Mülbach Oberweis Bettingen (Eifel) Olsdorf Wettlingen Stockem Halsdorf Enzen Dudeldorf Gondorf Metterich Hüttingen an der Kyll Röhl Scharfbillig Sülm Dahlem Trimport Idenheim Idesheim Meckel Eßlingen Oberstedem Niederstedem Wolsfeld Dockendorf Ingendorf Messerich Birtlingen Altscheid Burscheid Nusbaum Biesdorf Kruchten Hommerdingen Hüttingen bei Lahr Mettendorf Niehl Burg Lahr Geichlingen Körperich Roth an der Our Gentingen Ammeldingen an der Our Berscheid Bauler Waldhof-Falkenstein Keppeshausen Rodershausen Gemünd Sevenig bei Neuerburg Affler Dauwelshausen Scheitenkorb Nasingen Muxerath Obergeckler Niedergeckler Sinspelt Niederraden Koxhausen Herbstmühle Karlshausen Zweifelscheid Leimbach Emmelbaum Ammeldingen bei Neuerburg Heilbach Uppershausen Plascheid Hütten Neuerburg Scheuern Fischbach-Oberraden Utscheid Weidingen Übereisenbach Wallendorf Bollendorf Echternacherbrück Ernzen Ferschweiler Minden Menningen Eisenach Gilzem Kaschenbach Niederweis Irrel Prümzurlay Alsdorf Holsthum Peffingen Schankweiler Spangdahlem Herforst Beilingen Philippsheim Speicher (Eifel) Preist Orenhofen Auw an der Kyll Hosten Nordrhein-Westfalen Belgien Luxemburg Trier Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-WittlichKarte
Über dieses Bild
Blick auf Kyllburg vom Annenberg aus
Gruss aus Kylburg -1897

Kyllburg ist eine Stadt im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Bitburger Land an, bis dahin war sie Sitz der gleichzeitig aufgelösten Verbandsgemeinde Kyllburg. Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Kyllburg liegt zwischen 275 m ü. NHN (Bahnhof) und 375 m ü. NHN (Sportplatz), hat 879 Einwohner und ist somit nach Kaub die zweitkleinste Stadt in Rheinland-Pfalz. Der Schutz durch Höhenzüge, die die Stadt überragen und der umschließende Wassergürtel der Kyll tragen zu den besonders günstigen klimatischen Verhältnissen bei.

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Urkundlich wird Kyllburg bereits im 8. Jahrhundert erwähnt. Nach einer Schenkungsurkunde vom 16. Juli 800 schenkten die Eheleute Elmfried und Doda mehrere am Kyllberg gelegenen Ländereien an die Abtei Prüm.

Im Jahre 1239 ließ Erzbischof Theoderich von Trier, um sein Gebiet gegen die Nordgrenze des Trierer Erzbistums und gegen die Dynasten von Malberg zu schützen, als Eck- und Grenzfeste Kurtriers eine größere Burg, die eigentliche Kyllburg, erbauen. Die heute noch zum Teil erhaltene Burg wurde durch einen Schulhausbau im Jahre 1912 teilweise ersetzt.

Zur Aufbringung der Kosten dieses Burgbaues verkaufte Erzbischof Theoderich die durch den Tod der Agnes von Malberg heimgefallenen Lehen zu Roßporten unter Zustimmung seines Trierer Domkapitels für 200 Pfund ans Kloster Sankt Thomas an der Kyll.

Die unmittelbare Veranlassung zur Beschleunigung des Baues der neuen größeren Burg waren, wie dies die Gesta Treverorum bezeugen, die Gewalttätigkeiten des Ritters Rudolf von Malberg, der sich der Herrschaft von Malberg bemächtigt hatte. Er versuchte, dem, unweit von Kyllburg gelegenen, Zisterzienserinnenkloster St. Thomas, die Güter, die diesem von Agnes von Malberg geschenkt worden waren, nach ihrem Tode mit Gewalt zu entreißen. Rudolf befehdete das Kloster und alle Nonnen flüchteten nach Trier, wo sie täglich in Prozessionen zum Dom zogen und während des Gottesdienstes mit lauter kläglicher Stimme die zwei Antiphonen „Media vita in morte sumus“ und „Salve regina mater misericordiae“ sangen. In der Folge leistet ihnen der Erzbischof gegen ihren unruhigen Nachbarn Beistand. Nachdem der Erzbischof ihn mit Waffengewalt bezwungen hatte, fügte er sich. Die neue Burg auf dem Kyllberge hielt ihn auch weiterhin in Schranken. Die Kyllburg bewährte sich in der Folge als Bollwerk gegen Angriffe gegen den Kurstaat.

Theoderichs Nachfolger, Arnold II. (1242–1259), umgab im Jahre 1256 die Burg und die anliegenden Häuser mit einer festen Mauer. Mit dem Abt Jofrid von Prüm schloss er am 16. August 1256 einen Vertrag wegen ihrer beiderseitigen Befestigungsbauten.

Mit den Bauten Theoderichs 1239 und den Erweiterungsbauten Arnolds 1256 entstand also die mit starken Mauern und Toren befestigte Ortschaft Kyllburg, die kurtrierische Landstadt Kyllburg, die alles Charakteristische im Äußeren einer mittelalterlichen Stadt besaß, die von Burgmannen, Wächtern, Pförtnern und Bürgern bewohnt war. Die wesentlichen Merkmale einer Stadt, Mauern und Markt, waren gegeben. Mit dem Bau der Mauer übernahmen die Bürger die Verpflichtung, diese Mauer auch gegen Angriffe zu schützen, die Stadt auch die Verpflichtung, die Stadtpforten und Stadtmauern zu unterhalten. Der letzteren städtischen Aufgabe Nachdruck zu verleihen, erging später besonderer Befehl. Die Abhaltung von Märkten setzte die Verleihung der Stadt- oder Marktrechte voraus, durch die der Stadt und der Umgebung das Recht gegeben wurde, ihre Waren an bestimmten Tagen feilzubieten, zu kaufen oder zu verkaufen.

Im Frieden von Campo Formio vom 17. Oktober 1797 hatte Kaiser Franz II. in seiner Eigenschaft als Landesherr der habsburgischen Erblande seine Besitzungen auf dem Linken Rheinufers an Frankreich abgetreten. In der Folge wurde das gesamte linksrheinische Gebiet von Frankreich annektiert, bevor es 1801 durch den Frieden von Luneville Frankreich staatsrechtlich einverleibt wurde, Im Jahre 1798 wurde die ganze bisherige Verfassung, Regierung und Verwaltung aufgelöst und eine völlig neue eingeführt. Was in Frankreich seit 1789 bis 1797 unter schweren Kämpfen und vielen Greueln geworden war, das wurde nun hier in wenigen Monaten und ohne wahrnehmbaren Kampf umgesetzt, nämlich Umsturz der bisherigen Gesellschaftsverfassung und Einführung republikanischer Institutionen. Das Linke Rheinufer wurde in vier Departements unterteilt. Kyllburg gehörte zum Saardepartement mit dem Hauptort Trier und wurde zum Hauptort (chef-lieu) des Kantons Kyllburg gemacht, wie u.a. auch Prüm, Daun und Gerolstein. Die Franzosen brachten der Stadt die egalisierende Munizipalverfassung, die grundsätzlich keinen Unterschied mehr zwischen Stadt- und Landgemeinden machte. Kyllburg verlor damit, wie auch alle anderen Städte, seinen Stadttitel, wenn es auch wiederum über die Orte der Nachbarschaft hinausragte, indem man es zum Hauptort eines Kantons machte.

Am 15. September 1956 erhielt Kyllburg durch das Land Rheinland-Pfalz die Stadtrechte wieder.[3]

Im Jahr 2011 erstellte der Deutsche Wetterdienst ein Luft-Klima-Gutachten. Durch das positive Ergebnis trägt die Stadt Kyllburg bis zur nächsten Überprüfung (2020) den Status Luftkurort.

Änderungen des Käuferverhaltens und Demografischer Wandel machten auch nicht vor Kyllburg halt. Nachdem am 12. Januar 2012 das letzte Geschäft auf der einst renommierten Hochstraße schloss, gründete sich die bürgerliche Offensive gegen Leerstand Kyllburg mit dem Ziel, die beiden wichtigsten Straßen Hoch- und Bahnhofstraße zu verschönern und zu beleben. Am 25. Oktober 2012 tagte mit Unterstützung der IHK Trier ein erster Runder Tisch mit interessierten Immobilieneigentümern. Nach einem zweiten Runden Tisch trifft man sich nahezu monatlich in Stammtischen. Die Arbeit der bürgerlichen Initiative findet in regelmäßigen Kunstausstellungen und weiteren Programmpunkten ihren Niederschlag.[4]

Formen des Ortsnamens[Bearbeiten]

762-804 Kiliberge
1222 Kileburgh
1239 Kilburch
13. Jahrhundert Kieleburch
1558 Kilburg
18. Jahrhundert Kylburg
19. Jahrhundert Kyllburg

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kyllburg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 708
1835 981
1871 1.140
1905 1.139
1939 1.228
1950 1.288
Jahr Einwohner
1961 1.242
1970 1.122
1987 1.045
1997 1.085
2005 1.005
2010 926

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Kyllburg besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden. Bei den vorhergehenden Wahlen wurden die Ratsmitglieder in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[5]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2014 per Mehrheitswahl 12 Sitze
2009 4 8 12 Sitze
2004 5 9 2 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau eine silberne Kirche mit rotem Dach und rot gedecktem Dachreiter; beiderseits desselben je ein schwebender silberner Schild mit durchgehendem rotem Kreuz“.

Das Wappen der Stadt Kyllburg geht zurück auf das frühgotische Schöffensiegel von 1347, das einer Lehensurkunde von Jakob von Kirchberg anhängt. In dem Bauwerk wird die Stiftskirche im damaligen Bauzustand vermutet. Die beiden Schilde zeigen das kurtrierische Kreuz.

Die Stadtfarben sind rot und weiß.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Kyllburg liegt an der Eifelstrecke KölnEuskirchen–Gerolstein–Trier, auf der im Schienenpersonennahverkehr die Eifelbahn (RB 83) Gerolstein–Trier verkehrt.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT).

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kyllburg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Wiederverleihung der Sadtrechte
  4. Internetpräsenz der Offensive gegen Leerstand Kyllburg
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen