Kyllini (Berg)

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Kyllini (Κυλλήνη)/Ziria (Ζήρια)
Kyllini (Ziria) vom Stymphalia-See aus gesehen

Kyllini (Ziria) vom Stymphalia-See aus gesehen

Höhe 2374 m (Plakes)
Lage Griechenland, Nord-Peloponnes, Korinthia
Gebirge Kyllini-Gebirge
Koordinaten 37° 56′ 30″ N, 22° 24′ 0″ O37.94166666666722.42374Koordinaten: 37° 56′ 30″ N, 22° 24′ 0″ O
Kyllini (Berg) (Griechenland)
Kyllini (Berg)

Kyllini (griechisch Κυλλήνη (f. sg.), altgriechisch Kyllēnē, transkr. auch Killini; auch Ziria Ζήρεια (f. sg.)) ist der Name eines Bergmassivs im Nord-Nordosten der griechischen Halbinsel Peloponnes in der Präfektur Korinthia. Die höchste Erhebung des Massivs misst 2.374 m und ist damit die zweithöchste Erhebung auf der Halbinsel nach dem Taygetos in Lakonien.

Geografie[Bearbeiten]

Das Kyllini-Massiv ist im Norden der Peloponnes das erste große (über 2.000 m Gipfelhöhe) Bergmassiv westlich des Isthmus von Korinth. Die nördlichen Ausläufer des Massivs reichen bis an den Golf von Korinth mit dem Küstenabschnitt von Kiato im Osten bis Akrata (westlich von Egira) im Westen. Die nordöstliche östliche Begrenzung des Kyllini-Massivs ist das Tal des Flusses Krathis, welcher in seinem Verlauf zwischen dem Aroania (Chelmos) im Westen und dem Kyllini im Osten entspringt und in einem rechtsgeführten Bogen bei Egira in den Golf von Korinth mündet. Unmittelbar östlich des Kyllini-Gipfels gehen die Gebirgszüge in das westlich benachbarte Aroania-Massiv über. Lediglich eine hoch gelegenes Ebene (Ebene von Feneos) mit der darin enthaltenen Straße von Derveni an der Küste nach Lykoura und Spilia erlauben eine Trennung der beiden Gebirgsmassive. Westlich dieser von Norden nach Süden verlaufenden Feneos-Hochebene liegt der kleine Doxis-See. Die südwestliche Begrenzung sind – neben der Feneos-Hochebene – die nordöstlichen Ausläufer des Dourdourvana (2.103 m Höhe). Südlich wird die Hochebene von Feneos durch die nördlichen Ausläufer des Oligyrtos (1.934 m) abgeschlossen. Die südöstliche Begrenzung des Kyllini-Massivs wird von der Hochebene von Stymphalia samt dem darin enthaltenen Stymphalia-See gebildet. Nach Osten und Nordosten bildet das Flusstal des Asopos die Begrenzung des Kyllini-Massivs.

Das Kyllini-Massiv hat mehrere Gipfel. Im Norden steigt ein Ausläufer auf 1.628 m Höhe auf, im Ostnordosten befindet sich ein Ausläufer mit 2.086 m Höhe. Nach Südwesten zur Ebene von Feneos hin ragt ein weiterer Ausläufer auf 1.754 m auf. Nach Nordwesten ragt ein Gipfel mit 1.793 m zwischen den Flusstälern von Krathis im Westen und Krios im Osten auf.

Aus dem Kyllini-Massiv entspringen mehrere Flüsse, die alle in den Golf von Korinth münden. Der westlichste Fluss ist der Krathis. Weiter östlich, durch einen Ausläufer des Kyllini-Massivs getrennt, verläuft der Fluss Krios. Bei Derveni an der Küste mündet der Zacholitikos (oder Dervenios) in den Golf von Korinth. Weiter östlich mündet der Fluss Fonissa zwischen Arachovitika und Kato Loutro ins Meer. Der größte Fluss des Kyllini-Massivs ist der Sythas, welcher von seinem Ursprung an der Nordnordostflanke des Massivs in nordnordöstlicher Richtung zum Meer zieht und dabei einen tiefen Einschnitt in die nordöstlichen Ausläufer des Kyllini-Massivs hinterlässt. Die Mündung des Sythas liegt zwischen Xylokastro und Zevgolatio. Der Asopos, welcher das Kyllini-Massiv nach Osten abgrenzt, mündet östlich von Kiato in den Golf von Korinth. Darüber hinaus verlaufen im Gebiet des Kyllini-Massivs noch drei weitere Flüsse. Einer davon verläuft durch die Ebene von Feneos. Zwei andere fließen von Norden und aus dem Westen in den Stymphalia-See, der aber selbst keinen Abfluss mittels eines Flusses besitzt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Aufgrund der insgesamt fruchtbaren Gebiete (Stymphalia-Ebene, Feneos-Ebene) gab es bereits zu antiker Zeit zwei Siedlungen im Bereich des Kyllkini-Massivs: Stymphalos und Feneos. In der Antike beschrieb das Kyllini-Massiv auch die Grenze zwischen den antiken Landschaften Achaia im Westen und Arkadien im Osten und Süden. Diese Grenze existiert nach heutiger Verwaltungsgliederung nicht mehr, da das Kyllini-Massiv vollständig zur Präfektur Korinthia zugehörig ist, mit Ausnahme des nach Nordwesten reichenden Ausläufers östlich des Krathis.

Das Gebiet des Kyllini-Massivs ist in der Präfektur Korinthia im Vergleich zu anderen Regionen (insbesondere die Agglomeration um die Stadt Korinth) dünn besiedelt. Größere Ortschaften im Gebiet des Kyllini-Massivs sind Goura im Westen und Kaliani im Osten.

Mythologie[Bearbeiten]

Der Name soll von einer gleichnamigen Nymphe stammen, der Mutter des Lykaon; nach einer anderen Version wurde es allerdings nach Kyllen, dem Sohn des Elatos, benannt. Nach der griechischen Mythologie zeugte Zeus in diesem Gebirge mit Maia den Hermes, der hier in einer Höhle geboren wurde und auch seine ersten Taten vollbrachte – so fand er im Kyllene-Gebirge die Schildkröte, aus deren Panzer er die erste Leier anfertigte. Auf dem höchsten Gipfel stand in der Antike ein Hermes-Tempel.

Weblinks[Bearbeiten]