Kyocera

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Kyocera
Kyocera Logo.svg
Rechtsform Kabushiki-gaisha (Aktiengesellschaft)
ISIN JP3249600002
Gründung 1. April 1959
Sitz Kyōto
Mitarbeiter 66.608 (weltweit)[1]
Branche Mischkonzern
Website www.kyocera.com
Kyocera-Konzernzentrale in Fushimi-ku, Kyōto, Japan

Die Kyocera K.K. (jap. 京セラ株式会社, Kyōsera Kabushiki-gaisha, engl. Kyocera Corporation), gelistet im Nikkei 225, ist ein japanischer Konzern mit Sitz in Kyōto.

Kyocera ist in Europa hauptsächlich durch die Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte seines Tochterunternehmens Kyocera Document Solutions (früher Kyocera Mita) bekannt. Weiterhin zählt das Unternehmen zu den Pionieren im Bereich der Photovoltaik und vertreibt daher weltweit seit über 35 Jahren Photovoltaikmodule.

Weltkonzern Kyocera[Bearbeiten]

Die Kyocera Corporation mit Hauptsitz in Kyoto ist einer der weltweit führenden Anbieter feinkeramischer Komponenten für die Technologieindustrie. Strategisch wichtige Geschäftsfelder der aus 208 Tochtergesellschaften (1. April 2011) bestehenden Kyocera-Gruppe bilden Informations- und Kommunikationstechnologie, Produkte zur Steigerung der Lebensqualität sowie umweltverträgliche Produkte. Der Technologie-Konzern ist weltweit einer der größten Produzenten von Solarenergie-Systemen.

Mit über 66.000 Mitarbeitern erwirtschaftete Kyocera im Geschäftsjahr 2010/2011 einen Netto-Jahresumsatz von rund 10,74 Milliarden Euro. In Europa vertreibt das Unternehmen u.a. Laserdrucker und digitale Kopiersysteme, mikroelektronische Bauteile, Feinkeramik-Produkte sowie Solarkomplettsysteme. Kyocera ist in Deutschland mit zwei eigenständigen Gesellschaften vertreten: der Kyocera Fineceramics GmbH in Neuss und Esslingen sowie der Kyocera Document Solutions Deutschland GmbH (bis 04/2012 Kyocera Mita Deutschland GmbH) in Meerbusch.

Das Unternehmen engagiert sich auch kulturell: Über die vom Firmengründer ins Leben gerufene und nach ihm benannte Inamori-Stiftung wird der imageträchtige Kyoto-Preis als eine der weltweit höchst dotierten Auszeichnungen des Lebenswerkes hochrangiger Wissenschaftler und Künstler verliehen (umgerechnet zurzeit ca. 430.000 Euro pro Preiskategorie).

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1959 von Kazuo Inamori als Kyoto Ceramics gegründet und ist seit den frühen 1970er-Jahren auch auf dem europäischen Markt vertreten. 1969 nahm die US-amerikanische Niederlassung ihre Geschäfte auf.

1983 benannte sich der Konzern von Kyoto Ceramic Co., Ltd. in Kyocera Corporation um. Im selben Jahr fusionierte Kyocera mit Yashica Camera Co., Ltd.[2] Damit gelangte auch Nutzungsrechte an der nach wie vor der Carl Zeiss AG gehörenden Traditionsmarke Contax in das Produktportfolio des Kyocera-Konzerns. Die Kameras wurden weiterhin unter den Marken „Contax“ und „Yashica“ verkauft. Lediglich von 2000 bis 2004 wurden unter dem Namen „Kyocera“ Digitalkameras angeboten.[3]

1985 stiftete der Unternehmensgründer den renommierten Kyoto-Preis in den Kategorien Hochtechnologie, Grundlagenforschung sowie Kunst und Philosophie.

Im August 1999 übernahm der Konzern das Unternehmen Golden Genesis Company of Scottsdale, Arizona,[4] das in Kyocera Solar, Inc. (KSI) umbenannt wurde, sowie 2000 das Unternehmen Mita Industrial Co., Ltd.[5] 2002 wurde die Toshiba Chemical Corp. reorganisiert und in die Kyocera Chemical Corp. umgewandelt.

Im April 2005 kündigte Kyocera an, sich aus dem Kamerageschäft zurückzuziehen.[6] Im September 2005 wurde die Lieferung von Kameras und Zubehör der Marke Contax eingestellt.[7]

Kyocera war bis zum 30. Juni 2009 Hauptsponsor des Fussballerstligisten Borussia Mönchengladbach. Das Unternehmen übernahm im Januar 2009 das deutsche Unternehmen Triumph-Adler.[8][9]

Produkte[Bearbeiten]

Industrieprodukte[Bearbeiten]

  • Feinkeramik-Bauteile
  • Mikroelektronische Bauteile
  • Ultrahochvakuum-Bauteile
  • Glasfaser-Optik
  • Thermodruckköpfe
  • Farb-LCDs
  • Automotive Komponenten
  • Zerspanungswerkzeuge
  • Solartechnik
  • Uhren- und Schmuckindustrie
  • Automotoren

Im Jahr 1982 stellte die Firma Isuzu einen Pkw mit einem bei Kyocera gebauten Dreizylinder-Dieselmotor vor. Durch die hohe Hitzebeständigkeit der keramischen Bauteile benötigte der Motor weder einen Wasserkühler noch Kühlrippen am Zylinderkopf für eine Luftkühlung.[10]

Privatanwender[Bearbeiten]

  • Drucker / Multifunktionsgeräte
  • Elektrische Solarsysteme
  • Büroprodukte
  • Küchenprodukte (z. B. Keramikmesser)
  • Mobiltelefone (nicht in Europa)
  • Kameras / Digitalkameras (2005 eingestellt)

Innovationen waren die Kleinbildspiegelreflexkameras „CONTAX RTS III“ und „CONTAX AX“. Dort wurden erstmals perforierte keramische Filmandruckplatten verwendet, bei denen während der Aufnahme der Film durch Unterdruck angesaugt wurde. Bei der AX wurde erstmals die Autofocusfunktion durch eine in Keramik gelagerte, verschiebbare Filmebene im Kameragehäuse realisiert. Somit konnten alle vorhandenen manuellen Objektive weiter eingesetzt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kyocera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. kyocera.com: Corporate Summary, Stand 31. März 2011
  2. New York Times: Kyocera to Merge With Yashica.
  3. Fotomagazin: Meilensteine der Digitalfotografie.
  4. IWR Solar: Kyocera International, Inc. vollendet Fusion mit Golden Genesis Company.
  5. Kyocera Mita lässt zwei Vertriebskanäle verschmelzen.
  6. Handelsblatt: Vorläufiges Ende auch für in Lizenz gefertigte deutsche Traditionsmarke Contax - Kyocera steigt bei Digitalkameras aus.
  7. photoscala: Kyocera gibt Kamerageschäft auf.
  8. Tagesschau:Kyocera greift nach Triumph-Adler (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  9. Handelsblatt: Ergebnis belastet - Kyocera übernimmt Mehrheit an Triumph-Adler.
  10. Eberhard Kimmer. In: Illustrierter Motorsport (Berlin), Heft 10/1983, S. 212–213.