László Lékai

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
László Kardinal Lékai
Wappen des Erzbischofs László Kardinal Lékai
Signatur

László Kardinal Lékai (* 12. März 1910 in Zalalövő, Ungarn; † 30. Juni 1986 in Budapest) war Erzbischof von Esztergom und Primas von Ungarn.

Leben[Bearbeiten]

László Lékai studierte in Veszprém und Rom die Fächer Philosophie und Katholische Theologie. Er empfing am 28. September 1934 das Sakrament der Priesterweihe und arbeitete anschließend als Gemeindeseelsorger und Dozent in der Diözese Veszprém. In den Jahren 1943 und 1944 war er Berater und Sekretär von Kardinal József Mindszenty. Von November 1944 bis Februar 1945 saß er in einem Gefängnis des Naziregimes.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm László Lékai verschiedene Aufgaben in der Administration des Erzbistums Veszprém wahr und arbeitete als Seelsorger. Papst Paul VI. ernannte ihn im Februar 1972 zum Apostolischen Administrator von Veszprém und zum Titularbischof von Girus Tarasii. Am 10. Februar 1976 wurde er zum Erzbischof von Esztergom-Budapest.

Wenige Monate später, am 24. Mai 1976, wurde László Lékai als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Teresa al Corso d’Italia in das Kardinalskollegium aufgenommen. Er nahm in den folgenden Jahren an mehreren Bischofssynoden teil. László Kardinal Lékai starb am 30. Juni 1986 in Budapest und wurde in der Kathedrale von Esztergom bestattet.

Zum Wirken von Kardinal Lékai[Bearbeiten]

Durch das Wirken von Lekai und durch lange Verhandlungen zwischen Ungarn und dem Vatikan konnten ab 1974 einige der lange vakanten Diözesen wieder Bischöfe erhalten. Freie Ernennungen waren der Kirche jedoch bis zur politischen Wende 1989 - die Lekai nicht mehr erlebte - versagt.

Die relativ guten Kontakte Lekais zum KP-Regime wurden allerdings auch kritisiert. Die Boulevardzeitung „Blikk“ meinte sogar, er habe zeitweilig mit der kommunistischen Geheimpolizei zusammengearbeitet. Anlass für diesen Bericht war Lekais kritische Haltung gegenüber einigen katholischen Basisgemeinden, die vor möglicher Verfolgung in den Untergrund ausgewichen waren - insbesondere der Basisgemeinschaft Bokor, einer Gründung des Piaristen-Paters György Bulanyi von 1948.

Als Nachfolger des vom KP-Regime verfolgten Kardinal Mindszenty gelang es Lékai, 20 Jahre nach dem Ungarischen Volksaufstand das Klima zwischen Katholiken und Kommunisten zu entspannen und der Kirche Freiräume zu sichern.

Literatur und Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
József Kardinal Mindszenty Erzbischof von Esztergom
1976–1986
László Kardinal Paskai OFM