Lärz

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Lärz führt kein Wappen
Lärz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lärz hervorgehoben
53.28972222222212.7566Koordinaten: 53° 17′ N, 12° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Röbel-Müritz
Höhe: 66 m ü. NHN
Fläche: 43,07 km²
Einwohner: 507 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17248
Vorwahl: 039833
Kfz-Kennzeichen: MSE, AT, DM, MC, MST, MÜR, NZ, RM, WRN
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 087
Adresse der Amtsverwaltung: Marktplatz 1
17207 Röbel/Müritz
Webpräsenz: www.amt-roebel-mueritz.de
Bürgermeister: Hartmut Lehmann
Lage der Gemeinde Lärz im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

Lärz ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Röbel-Müritz mit Sitz in der Stadt Röbel/Müritz verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Lärz liegt südlich der Müritz – in der Mecklenburgischen Seenplatte – zwischen dem Müritzhafen Rechlin und der Kleinstadt Mirow. Durch das Gemeindegebiet führt der Kanal von Mirow nach Vietzen, er ist Teil der Müritz-Havel-Wasserstraße. Der Westen und Süden der waldreichen Gemarkung Lärz ist mit Thüren, Tralowsee, Nebel, Müritzsee und Müritzarm seenreich; auch der Sumpfsee und die Kleine Müritz liegen nahe. Die obere Elde fließt in den Müritzsee, der über den Müritzarm mit der Müritz verbunden ist. Das leicht hügelige Gelände um Lärz erreicht maximal 89 m ü. NHN. Die Stadt Mirow ist fünf Kilometer, die Stadt Röbel/Müritz etwa 15 Kilometer entfernt.

Ortsteile[Bearbeiten]

Zu Lärz gehören die Ortsteile Alt Gaarz, Gaarzer Mühle, Ichlim, Krümmel, Neu Gaarz und Troja.

Geschichte[Bearbeiten]

1237 tauchte der ursprünglich slawisch besiedelte Ort als Lositz in einer Urkunde des Fürsten Nikolaus von Werle auf. 1257 wurde Loziz erwähnt. Der altpolabische Ortsname lautete ursprünglich *Losica und wurde mit dem Substantiv *los' „Elch“ gebildet.[2] Er kann mit Ort des Elches wiedergegeben werden.

In Lärz hatten die Bauern im Gegensatz zur Rechtlosigkeit der Gutsarbeiter in den Nachbargemeinden eine eigene „Dorfordnung“ durchgesetzt (Regulierung der Vererbpachtung an die Bauern 1859 durch Prozesse gegen das Klosteramt Dobbertin), was für die damaligen mecklenburgischen Verhältnisse fortschrittlich war.

Von 1914 bis 1993 war Lärz (verbunden mit der Nachbargemeinde Rechlin an der Müritz) Militärstandort. 1941 begann die Stationierung verschiedener Erprobungsstaffeln und die Bildung eines Erprobungskommando in Lärz. Auf dem Flugplatz Lärz fanden unter anderem Tests mit den ersten Strahlflugzeugen der Welt (Heinkel He 178) statt.

Die 1922 errichtete Eisenbahnverbindung von Mirow, Abzweig Starsow, nach Ellerholz, Rechlin führte über Lärz. 1967 wurde der Personenverkehr eingestellt, die Strecke diente vorwiegend Militärtransporten. Es war geplant, die Bahnlinie zur touristischen Nutzung zu reaktivieren, sie wurde jedoch 2007 abgebaut. Von 1934 bis 1935 wurde die Straße Mirow, Lärz, Vietzen gebaut. Von 1934 bis 1936 entstand der Müritz-Havel-Kanal von Mirow über Lärz nach Vietzen.

Wegen der militärischen Einrichtungen in der Umgebung war 1944 und 1945 auch Lärz Ziel schwerer Bombardements. Am 21. Mai 1944 erfolgte der erste Tiefangriff amerikanischer Jagdbomber auf den Flugplatz. Am 24. Mai 1944 weitere Bombenabwürfe von dreizehn US-Bombern und am 10. April 1945 warfen 105 US-Bomber 232 Tonnen Bomben auf den Lärzer Flugplatz ab.

Am 2. Mai 1945 wurde das Gebiet durch die Rote Armee besetzt, die den Flugplatz weiter nutzte. So waren in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts zeitweise bis zu 2.000 Angehörige der Sowjetischen Streitkräfte in Lärz stationiert (Jagdbomber- und Hubschraubergeschwader). Im März 1993 zogen die nunmehr GUS-Streitkräfte genannten Truppen aus Lärz ab.

Der Flugplatz wird seit 1994 durch die Betreibergesellschaft Müritzflugplatz Rechlin-Lärz als ziviler Verkehrslandeplatz genutzt. Auf dem Flugplatz befindet sich das Rechlin-Lärz Luftfahrtmuseum, das neben einer Ausstellung über die Erprobungsstelle Rechlin auch mehrere Luftfahrzeuge beherbergt, die besichtigt werden können (Mi-8, MiG-21, Breguet Atlantic u. a.).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Lärz
  • In der 1724 erbauten Fachwerkkirche von Lärz gibt es einen Kanzelaltar und Reste barocker Deckenbemalungen. Die Orgel stammt von der schlesischen Orgelbaufirma Schlag & Söhne. Sie wurde 1895 gebaut und ist das einzige vollständig erhaltene Instrument dieser Firma in Mecklenburg.
  • In der mit Holz beplankte Dorfkirche Alt Gaarz aus dem Jahr 1854/55 gibt es eine Buchholz-Orgel. Die Kirche wurde vom Hofbaumeister Friedrich Wilhelm Buttel errichtet.
  • Auf dem ehemaligen Militärflugplatz findet jährlich im Juni das Fusion Festival statt.
  • Auf dem Müritzflugplatz liegt das Rechlin-Lärz Luftfahrtmuseum, das neben Exponaten auf 800 m² Ausstellungsfläche im Museum auch diverse Flugzeuge und einen Hubschrauber zeigt.

Verkehr[Bearbeiten]

Lärz liegt an der Chaussee von Mirow nach Rechlin, die im Gegensatz zur Bundesstraße 198 südlich am Flugplatz Lärz vorbeiführt. In Richtung Süden besteht eine Straßenverbindung in das brandenburgische Rheinsberg. Die Autobahn-Anschlussstelle Röbel an der A 19 (Rostock–Dreieck Wittstock/Dosse) ist etwa 21 km entfernt. Der nächste Bahnhof befindet sich im nahen Mirow (Bahnlinie nach Neustrelitz).

Quellen[Bearbeiten]

  • Landeshauptarchiv Schwerin
    • LHAS 1.5-4/3 Urkunden Kloster Dobbertin.
    • LHAS 2.12-3/5 Kirchenvisitaionen
    • LHAS 3.2-3/1 Landeskloster/Klosteramt Dobbertin.
    • LHAS 3.2-4 Ritterschaftliche Brandversicherung. Lärz Nr. 560–566.
    • LHAS 5.12-4/2 Mecklenburgisches Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lärz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ernst Eichler und Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002. ISBN 3-935319-23-1