Långban

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Långban
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Långban (Schweden)
Långban
Långban
Basisdaten
Staat: Schweden
Provinz (län): Värmlands län
Historische Provinz (landskap): Värmland
Gemeinde (kommun): Filipstad
Koordinaten: 59° 51′ N, 14° 16′ O59.85388888888914.263333333333Koordinaten: 59° 51′ N, 14° 16′ O
Einwohner: 61 (31. Dezember 2010)[1]
Fläche: 0,32 km²
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²

Långban ist eine ehemalige Grubengemeinde und ein kleiner Ort (småort) in der Gemeinde Filipstad in der Provinz Värmlands län in Schweden.

Der Ort liegt etwa 20 Kilometer nordöstlich von Filipstad zwischen den Seen Långban (östlich) und Hyttsjön (westlich). Der Riksväg 26 und die Inlandsbahn durchqueren den Ort.

Im heute noch existierenden Verwaltergebäude (Disponentgården), wurde der berühmte Ingenieur und Erfinder John Ericsson sowie sein Bruder, der Ingenieur Nils Ericson geboren. Heute sind die noch erhaltenen Grubengebäude ein Museum.

Grubengeschichte[Bearbeiten]

Der Bergbau begann vermutlich schon im Mittelalter, aber erst 1711 kam der Abbau ernsthaft in Gang. Schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Eisenhütte Långbanshyttan in Långban gebaut, welche zunächst nur für Erz von Persberg genutzt wurde. Die Hütte wurde 1933 geschlossen, zwischen 1980 und 1983 mit staatlicher Unterstützung renoviert und ist heute ein Baudenkmal.

Zunächst förderte man Eisenerz in Långban, während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man auch Manganerz und Dolomit abzubauen. Ab der Mitte der 1950er bis zur Schließung der Grube 1972 wurde nur Dolomit gefördert.

Geologie[Bearbeiten]

Langbanit

Långban liegt im Gebiet des sogenannten Bergslagen, des mittelschwedischen Bergbaugebiets. Die hier zu Tage tretenden Gesteine haben sich vor bis zu 1,9 Milliarden Jahren, zumeist jedoch vor 1,86 bis 1,8 Milliarden Jahren während der Svekofennischen Orogenese im Paläoproterozoikum gebildet.

Neben Eisen, Mangan und die gewöhnlichen gesteinsbildenden Elemente ermöglicht das Vorkommen von Antimon, Arsen, Barium, Beryllium, Blei, Bor und Kupfer in der Lagerstätte die Bildung von vielen verschiedenen Mineralien.

Die Gruben von Långban sind mit insgesamt 324 bekannten Funden (Stand: 2011) verschiedener Minerale und ihrer Varietäten einer der vielseitigsten Fundorte der Erde. Långban ist Typlokalität für 70 Minerale und damit der Ort mit den meisten Typlokalitätfunden weltweit[2]. Darunter ist auch das 1877 vom schwedischen Mineralogen Gustaf Flink nach dem Ort benannte Inselsilikat Långbanit.

Weitere Typlokalitätminerale sind Adelit, Akrochordit, Aminoffit, Arakiit, Armangit, Arsenoklasit, Barylit, Bergslagit, Berzeliit, Blixit, Britvinite, Bromellit, Caryinit, Dixenit, Ekdemit, Ericssonit, Eveit, Filipstadit, Finnemanit, Fredrikssonit, Freedit, Gabrielsonit, Ganomalit, Gonyerit, Hedyphan, Heliophyllit, Hiärneit, Hyalotekit, Hydrocerussit, Hyttsjöit, Ingersonit, Jagoit, Joesmithit, Julgoldit (Julgoldit-(Fe2+), Julgoldit-(Fe3+), Julgoldit-(Mg)), Kentrolith, Magnetoplumbit, Magnussonit, Manganarsit, Manganberzeliit, Manganohörnesit, Melanotekit, Molybdophyllit, Orthoericssonit, Orthopinakiolith, Parwelit, Paulmooreit, Perit, Philolithit, Pyroaurit, Pyrobelonit, Quenselit, Richterit, Rouseit, Sahlinit, Sjögrenit, Stenhuggarit, Sundiusit, Sverigeit, Swedenborgit, Takéuchiit, Tilasit, Trigonit, Turneaureit, Welinit, Welshit, Wermlandit, Wickmanit und Zenzénit.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Småorternas landareal, folkmängd och invånare
  2. Mindat - Top-50-Liste der meisten Typlokalitätminerale
  3. Mindat - Fundortbeschreibung und Mineralliste für Långban, Filipstad, Värmland, Sweden (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Långban – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  •  D. Holtstam, J. Langhof (Hrsg.): Långban. The Mines, Their Minerals, Geology and Explorers. Raster Förlag, Stockholm 1999, ISBN 91-87214-881.