Læsø

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Læsø
Vor Frue Land
Hedvigs Hus
Hedvigs Hus
Gewässer Kattegat
Geographische Lage 57° 14′ N, 11° 2′ O57.24055555555611.02527777777824Koordinaten: 57° 14′ N, 11° 2′ O
Lage von LæsøVor Frue Land
Länge 21,4 km
Breite 12 km
Fläche 101,22 km²
Höchste Erhebung Højsande
24 m
Einwohner 1839 (1. Januar 2013)
18 Einw./km²
Hauptort Byrum
Gemeinden der Harde Læsø 1921
Gemeinden der Harde Læsø 1921
Karte von 1900
Museumsgården "På Lynget"

Læsø (auch Laesoe oder Vor Frue Land) ist eine dänische Insel im nördlichen Kattegat. Als Gesamtgemeinde hat sie 1839 Einwohner (1. Januar 2013 [1]). Die etwa 101 km² große Insel[2] (1916 waren es noch 116,4 km²[3]) ist die am dünnsten besiedelte Gemeinde Dänemarks. Ursprünglich bildete Læsø eine eigene Harde im Hjørring Amt, bestehend aus den Kirchspielen Byrum Sogn (43,89 km², Hauptort Byrum, 440 Einwohner), Hals Sogn (24,55 km², Hauptort Osterby Havn, 281 Einwohner) und Vesterø Sogn (48,06 km², Hauptort Vesterø Havn, 364 Einwohner).(Einwohnerzahlen: 1. Januar 2013)[4][1] Ab 1970 bildete die Insel eine eigene Kommune im Nordjyllands Amt, die im Zuge der Kommunalreform zum 1. Januar 2007 unangetastet blieb und nun als kleinste Kommune Dänemarks zur Region Nordjylland gehört.

Der Name Læsø rührt von dem sagenhaften Riesen Lær oder Hlér her, dem Gott des Windes. ø bedeutet „Insel“, also „Insel des Lær“.

Geographie[Bearbeiten]

Entlang der Nordseite findet sich eine Dünenkette. Der höchste Dünenhügel, Højsande, erreicht eine Höhe von 24 Metern.

Sieben Kilometer nördlich von Vesterø Havn liegen die kleinen Felseninseln Nordre Rønner, die mit Læsø durch die seichte Sandbank Rønnerev verbunden sind. Auf der Hauptinsel Spirholm steht der Leuchtturm Nordre Rønner Fyr.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Abschmelzen der weichseleiszeitlichen Gletscher vor etwa 12.000 bis 10.000 Jahren war der Untergrund vom Eisdruck befreit und das Land hob sich erstmals über den damaligen Meeresspiegel. Während der postglazialen Littorina-Transgression vor etwa 7.000 Jahren verlief die Landhebung langsamer als der Anstieg des Meeresspiegels und Læsø wurde wieder vom Meer überflutet. Offenbar waren in dieser Phase zeitweise nicht mehr als ein paar Sandbänke zu sehen, auf denen in der Jungsteinzeit Ton gewonnen wurde. Von Südschweden und dem dänischen Festland aus fuhren Küstenbewohner die Sandbänke an. Sie hinterließen Tonscherben und Pfeilspitzen, die eine Datierung zulassen.

Vor etwa 3.000 Jahren hob Læsø sich schließlich im Zuge der isostatischen Landhebung endgültig aus dem Meer. Die Insel vergrößert sich seither allmählich, unter anderem durch immer neue Strandwälle aus Steinen und Blockwerk, die an vielen Stellen der Insel sichtbar sind.

1910 wurde in Byrum, dem etwa in der Mitte befindlichen Hauptort der Insel, ein Pottwalskelett gefunden; dies belegt die völlige Überspülung von Læsø vor ca. 4000 Jahren. Zur Völkerwanderungszeit tauchte sie erneut auf und hebt sich seitdem immer weiter. Der Læsø-Stein in Nordmarken markiert die vermutlich älteste Erhebung („Her fœdtes Læsø af havet“ - „Hier stieg Læsø aus dem Meer“). Zu den jüngsten Erhebungen Læsøs zählen im Westen der Insel der Stokken, eine nur mit Strandhafer und einigen Büschen bewachsene, ca. 150 m vorgelagerte Insel (um 1920 aufgetaucht und zu Fuß durch einen flachen Priel zu erreichen) und der Lille Knot. Gegenwärtig hebt sich Læsø mit 6 mm pro Jahr und damit etwa drei Mal so schnell wie die Alpen.

Das Klima ist anders als auf dem Festland. Zusammen mit Anholt gehört Læsø zum dänischen Wüstengürtel, da die Sommer vergleichsweise trocken sind. Während der Sommermonate sind die Niederschläge so gering, dass Bäche und Teiche teilweise bis auf den Grund austrocknen.

Im Mittelalter war die Insel durch die Salzgewinnung berühmt. Dies liegt an einer geologischen Besonderheit, dem salzhaltigen Grundwasser, das bis über 15 Prozent Salzgehalt erreichen kann. Die flachen Salzwiesen der sogenannten Rønner auf der Südseite der Insel werden regelmäßig bei Winterstürmen überflutet. Im Sommer wird das salzige Grundwasser durch Sonne und Trockenheit konzentriert, da es nur durch wenige Meter Erde abgedeckt ist. Das salzhaltige Grundwasser wurde in hunderten Salzsiederhütten eingedampft und nach Viborg geliefert. Der Holzverbrauch war hoch, sodass die Insel im späten Mittelalter völlig entwaldet war und Sandstürme Dörfer verschütteten. 1652 wurde daraufhin das Salzsieden verboten.

Mit der Wiederaufforstung der Insel wurde erst in den 1920er Jahren begonnen, sodass heute kaum ein Dutzend Bäume auf Læsø älter als 100 Jahre sind. In der Bevölkerung war die Wiederaufforstung nicht unumstritten, da viele Læsøer von der Strandpiraterie lebten und auf freie Sicht angewiesen waren, um gestrandete Schiffe frühzeitig zu bemerken. Der neue Baumbestand störte die Sicht.

Seit Ende der 1980er Jahre werden als Projekt experimenteller Archäologie sowie für den Tourismus Salzsiedehütten wieder aufgebaut und betrieben. Inzwischen ist das Læsø-Salz überall in Dänemark erhältlich. Aus der Lake, die beim Salzsieden übrigbleibt, werden seit 2002 dermatologische Produkte gegen Schuppenflechte, Neurodermitis und andere Hauterkrankungen hergestellt.

Auf Læsø gibt es fünf Kirchen, vier von ihnen haben Türme. Die Kirche in Byrum besitzt ein Glockenspiel im Turm, und in der "Vesterø-Søndre-Kirke" hängt die älteste Glocke Læsøs. Sie wurde im Jahre 1640 vom französischen Glockengießer Franz Voillardi gegossen. Die zweitälteste Glocke besitzt die "Østerby-Kirche". Sie wurde im Jahre 1658 von Hans Meyer gegossen. Die größere Glocke stammt aus dem Jahr 1955 von der englischen Glockengießerei John Taylor & Co. Die alte Glocke stammt ursprünglich aus der sogenannten "Hals-Kirche". Von der Hals-Kirche sind heute nur noch ein paar Steine zu sehen, denn Wanderdünen haben dieses Kirchlein verschüttet. Alle Kirchenglocken auf Læsø läuten morgens um 6 Uhr zusammen. Die "Weiße Kirche" in Vesterø wurde 2005 profanisiert. Das Kirchenschiff wurde abgerissen, der Turm blieb als Landmarke stehen. Anstelle des Kirchenschiffs wurde ein luxuriöses Solebad gebaut.

Eine Eigenheit der Insel sind die mit Tang gedeckten Dächer der Häuser, die um 1960 auf der Insel noch sehr häufig waren. Jetzt sind es nur noch der Museumshof På Lynget und Hedvigs Hus.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wichtige Erwerbszweige auf Læsø sind Tourismus, Wollindustrie und Fischerei. Vor allem der Kaisergranat (Nephrops norvegicus, lokal: „Jomfruhummer“) gehört zu den Hauptexportartikeln der Insel; neben dem Tourismus ist die „Læsø Fiskeindustri“ der größte Arbeitgeber der Insel.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Insel ist über eine Fährverbindung von Frederikshavn zu erreichen. Des Weiteren besitzt die Insel einen Flugplatz mit regelmäßigen Verbindungen nach Sindal, Aalborg und Kopenhagen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Steen Andersen & Steen Sjørring (Red.): Det nordlige Jylland (erschienen als dritter von fünf Bänden in der Reihe Geologisk set) - 208 S., zahlr. Abb. und Karten, Geografforlaget, Brenderup (DK) 1997 (2. Auflage).

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b www.statistikbanken.dk → Befolkning og valg → Folketal → Tabelle BEF44 (Folketal pr. 1. januar fordelt på byer)
  2. Danmarks Statistik: Statistical Yearbook 2009 - Geography and climate, Table 3 Area and population. Regions and inhabited islands (englisch; PDF; 39 kB)
  3. Danmarks Statistik: Statistisk Aarbog 1920 - Tabel 3: Arealets Fordeling paa de forskellige større og mindre Landsdele samt Folkemængde og Befolkningstæthed den 1. Februar 1916, Fn. 9 (dänisch/französisch; PDF; 1,1 MB)
  4. Peter G. Vornlocher (1993),Die dänische Insel Læsø. Eine regionalgeographische Studie (PDF; 7,8 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Læsø – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien