Lété (Insel)

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Lété
Gewässer Niger
Geographische Lage 12° 9′ N, 3° 9′ O12.1455555555563.1533333333333Koordinaten: 12° 9′ N, 3° 9′ O
Lété (Niger)
Lété
Länge 16 km
Breite 4 km
Fläche 40 km²
Einwohner 1283 (2001)
32 Einw./km²
Hauptort Lété

Lété (auch Lété Goungou) ist eine bewohnte Insel im Fluss Niger. Sie befindet sich im Staatsgebiet von Niger an der Grenze zu Benin.

Geographie[Bearbeiten]

Die 40 km² große Flussinsel gehört zum Gemeindegebiet der Landgemeinde Tanda im Departement Gaya. Sie ist 16 km lang und über 4 km breit.[1] Lété weist einen fruchtbaren Boden und gutes Weideland auf.[2] Laut Volkszählung 2001 lebten hier 1283 Einwohner in 164 Haushalten.[3]

Gebietsstreit[Bearbeiten]

Die Insel Lété war Gegenstand eines Grenzkonflikts zwischen Benin und Niger. Als Grenze zwischen den beiden französischen Kolonien wurden die Flüsse Niger und Mékrou festgelegt, ohne jedoch zu berücksichtigen, dass sich der Flussverlauf ändern könnte.[4] Benin (damals: Republik Dahomey) und Niger wurden 1960 unabhängige Staaten. Der dahomeische Staatspräsident Coutoucou Hubert Maga, ein guter Freund des nigrischen Staatspräsidenten Hamani Diori, musste im Oktober 1963 zurücktreten und die Macht an das Militär abgeben. Im Dezember 1963 schickten beide Staaten ihre Streitkräfte an den Fluss Niger. Die Staatsgrenze wurde geschlossen und Niger konnte nicht mehr den Meereshafen von Cotonou zur Ausfuhr von Erdnüssen nutzen. Hamani Diori ließ aus Dahomey stammende Arbeiter ausweisen. 1965 vermittelte der ivorische Staatspräsident Félix Houphouët-Boigny einen vorläufigen Kompromiss,[5] dem zufolge Lété unter die gemeinsame Verwaltung von Dahomey und Niger gestellt wurde.[6] In den 1990er Jahren flammte der Konflikt wieder auf, als Benin 24 weitere Flussinseln beanspruchte und im Gegenzug lediglich auf die Insel Lété verzichten wollte. Benin und Niger trugen den Streit vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag, der im Juli 2005 entschied, dass Lété sowie 15 weitere Inseln an Niger und neun Inseln an Benin fallen sollen. Beide Staaten akzeptierten die Entscheidung.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. S. S. Manzo: Lêté goungou: historique d’un dénouement heureux. Website Le Sahel, veröffentlicht am 9. September 2011, abgerufen am 11. Februar 2013.
  2. Affaire du Différend frontalier (Bénin/Niger). Résumé de l’arrêt du 12 juillet 2005 (PDF-Datei; 147 kB). Website des Internationalen Gerichtshofs, veröffentlicht am 12. Juli 2005, abgerufen am 11. Februar 2013.
  3. Lété Goungou. Website des Institut National de la Statistique – Niger, abgerufen am 11. Februar 2013.
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 261.
  5. Abdourahmane Idrissa und Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Aufl., Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 978-0-8108-6094-0, S. 98.
  6. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 262.
  7. Abdourahmane Idrissa und Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Aufl., Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 978-0-8108-6094-0, S. 99.