Lê-Dynastie

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Es gibt noch keinen Artikel über die Frühere Lê-Dynastie (980–1009)

Die Lê-Dynastie (vietnamesisch: Nhà Lê oder Lê triều, Hán Tự: 家黎 oder 黎朝) regierte Vietnam mit einer kurzen Unterbrechung von 1428 bis 1788. Sie wird auch als Spätere Lê-Dynastie (vietnamesisch: Nhà Hậu Lê oder Hậu Lê triều, Hán Tự: 家後黎 oder 後黎朝) bezeichnet, um sie von der Früheren Lê-Dynastie (980–1009) zu unterscheiden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Lê-Dynastie wurde nach einem Aufstand gegen die Herrschaft der chinesischen Ming-Dynastie über Vietnam gegründet. Lê Lợi (黎利) bestieg als Kaiser Lê Thái Tổ (黎太祖) den Thron. In den Jahren 1527 bis 1533 usurpierte die Mạc-Dynastie den Thron, die von den Lê erst 1592 auf ein kleines Gebiet zurückgedrängt und 1677 beseitigt werden konnte. Zu dieser Zeit waren die Lê-Kaiser politisch sehr schwach. Mit dem Aufstand der Gebrüder Tây Sơn (西山) ging die Herrschaft der Lê im Jahr 1788 zu Ende.

Bedeutung[Bearbeiten]

Während der Lê-Dynastie wurde Champa erobert und das Territorium Vietnams wuchs von einem Kleinstaat im heutigen Nordvietnam fast auf seine heutige Ausdehnung an. Es gab einen Übergang vom Buddhismus zum Konfuzianismus[1] und der Staatsdienst sowie das Rechtssystem wurden nach dem Vorbild der Ming-Dynastie umgestaltet. Die Herrschaft von Lê Thánh Tông (黎聖宗, 1460–1497) wird manchmal als Goldenes Zeitalter beschrieben. Während der Lê-Dynastie erstarkte der westliche Einfluss in Vietnam, da ab 1516 europäische Händler und Missionare (Franziskaner und Jesuiten, darunter Alexandre de Rhodes) ins Land kamen.

Kunst[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rosemarie Zell: Entwicklungsformen der Territorialgemeinschaft in Vietnam im 19./20. Jahrhundert. Akademie-Verlag, Berlin 1973.
  • Keith W. Taylor: The Early Kingdoms. In: Nicholas Tarling (Hg.): The Cambridge History of Southeast Asia. Cambridge University Press 2000, Bd. 1, Teil 1, besonders S. 150ff.
  • Norman G. Owen, David Chandler: The Emergence of Modern Southeast Asia. University of Hawaiʻi Press, Honolulu 2005, besonders S. 107–112.
  • D. R. SarDesai: Vietnam, Past and Present. Westview, Boulder/Oxford 1998, besonders S. 24–28.
  • L. Shelton Woods: Vietnam, A Global Studies Handbook. ABC-CLIO, Santa Barbara 2002, besonders S. 31–35.
  • D. G. E. Hall: A History of South-East Asia. Macmillan, London / New York 1964, besonders S. 188ff.
  • 75 Years of the Communist Party of Việt Nam, 1930-2005. A Selection of Documents from Nine Party Congresses (75 Năm Đảng CSVN (1930-2005). Tuyển Tập Văn Kiện Các Đại Hội Toàn Quốc Của Đảng). Thé̂ Giới, Hanoi 2005, besonders S. 3–6.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Erik Zürcher: Buddhismus in China, Korea und Vietnam. In: Heinz Bechert, Richard Gombrich: Der Buddhismus. Geschichte und Gegenwart. C. H. Beck, München 1984, hier S. 244.