Lê Quang Liêm

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Le Quang Liem.jpg
Lê Quang Liêm bei der
Juniorenweltmeisterschaft 2008 in Gaziantep
Land VietnamVietnam Vietnam
Geboren 13. März 1991
Ho-Chi-Minh-Stadt
Titel FIDE-Meister (2003)
Internationaler Meister (2006)
Großmeister (2006)
Aktuelle Elo-Zahl 2710 (Juni 2014)
Beste Elo-Zahl 2717 (Sep. 2011 und Apr. 2013)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Lê Quang Liêm (* 13. März 1991 in Ho-Chi-Minh-Stadt) ist ein vietnamesischer Großmeister, der zur erweiterten Weltspitze im Schachsport zählt.

Leben[Bearbeiten]

Den ersten Kontakt mit Schach hatte er, als es ihm von seinem zwei Jahre älteren Bruder beigebracht wurde. Seit Lê Quang Liêm die Schule abgeschlossen hat, ist er Schachprofi. Trainiert wird er von Jewgeni Barejew.[1] Vereinsschach spielte er in der Saison 2010/11 in der Schachbundesliga für Werder Bremen. In Frankreich spielt er seit 2011 für Évry Grand Roque, in China für Qingdao Yucai.

Erfolge[Bearbeiten]

Einzelmeisterschaften[Bearbeiten]

Lê Quang Liêm, 2010 in Dortmund

International wurde man bald auf Lê Quang Liêm aufmerksam. Bei der U10-Jugendweltmeisterschaft 2001 in Oropesa del Mar belegte der damals noch Unbekannte punktgleich mit dem Gewinner Tamás Fodor den zweiten Platz.[2] Beachtlich für sein Alter war sein ausgeglichenes Ergebnis (4,5 Punkte aus 9 Partien) beim Zonenturnier in Ho-Chi-Minh-Stadt im Juni 2003. Bei der Jugendweltmeisterschaft in der Kategorie U12 in Kallithea (Chalkidiki) 2003 erreichte er wiederum den zweiten Platz.[3] 2004 wurde er in Teheran asiatischer U16-Meister. Die U14-WM in Belfort 2005 gewann er schließlich mit einem halben Punkt Vorsprung.[4] Bei den Südostasienspielen 2005 in Manila holte er eine Silbermedaille in der Einzelkonkurrenz. Im Januar 2007 gewann er ein Zonenturnier auf der vietnamesischen Insel Phú Quốc. Beim Schach-Weltpokal 2007 in Chanty-Mansijsk schied er in der ersten Runde mit 0,5:1,5 gegen Andrij Wolokitin aus.[5] Die vietnamesische Einzelmeisterschaft konnte er zum ersten Mal 2007 gewinnen, in diesem Jahr ausgetragen in der Provinz Thừa Thiên-Huế.[6] Im August 2008 gewann er das 1st Dragon Capital Vietnamese Chess Open in Vũng Tàu. Für den Schach-Weltpokal 2009 war er über seinen fünften Platz bei der asiatischen Einzelmeisterschaft im Mai 2009 in Subic qualifiziert[7], schied dort jedoch in der ersten Runde mit 1,5:3,5 gegen Vladislav Tkachiev aus. Im September 2009 gewann er das Kolkata Open sowie das Zhejiang Lishui Xingqiu Open in Lishui und im Dezember 2009 das 2. Vietnamesische Drachenhauptstadt-Schachopen in Ho-Chi-Minh-Stadt. Im Februar 2010 wurde er mit 7 Punkten aus 9 Partien alleiniger Erster beim Aeroflot Open in Moskau[8] und qualifizierte sich damit für die Dortmunder Schachtage. Hier konnte er sensationell einen zweiten Platz belegen, hinter Ruslan Ponomarjow und vor Wladimir Kramnik.[9] Bei der Asienmeisterschaft im November 2010 in Guangzhou belegte er in der Einzelkonkurrenz hinter Rustam Kasimjanov den zweiten Platz. Im Februar 2011 konnte er seinen Erfolg beim Aeroflot Open mit 6,5 Punkten aus 9 Partien wiederholen.[10] Im Juni 2013 gewann er in Chanty-Mansijsk die Weltmeisterschaft im Blitzschach.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Mit der vietnamesischen U16-Nationalmannschaft nahm er als Elfjähriger an der Jugendolympiade 2002 in Kuala Lumpur teil. Bei der asiatischen Mannschaftsmeisterschaft 2005 in Isfahan, diesmal bei den Erwachsenen, erhielt er eine individuelle Goldmedaille für sein Ergebnis von 8,5 Punkten aus 10 Partien am vierten Brett, während die Mannschaft hinter Indien den zweiten Platz belegte. Bei den Südostasienspielen 2005 holte er Mannschaftsgold sowohl im Schnellschach als auch mit regulärer Spielzeit. Mit der vietnamesischen Nationalmannschaft nahm er an vier Schacholympiaden teil: 2006 in Turin hatte er, 15-jährig, am vierten Brett ein Ergebnis von 9,5 aus 13 bei einer Elo-Leistung von 2602 mit Siegen unter anderem gegen Darcy Lima, Andrej Schyhalka und Gennadij Timoščenko. 2008 in Dresden spielte er am zweiten Brett. Mit 8 aus 13 erreichte er eine Elo-Leistung von 2695 mit Siegen gegen unter anderem Henrik Danielsen und Jan Smeets sowie Remispartien gegen unter anderem Sergei Karjakin, Lázaro Bruzón und Ni Hua. Beim neunten Platz der Vietnamesen verlor er lediglich gegen Nigel Short.[11] Eine erneute individuelle Goldmedaille erhielt er bei der asiatischen Mannschaftsmeisterschaft 2008 in Visakhapatnam für sein Ergebnis von 5 aus 7 am zweiten Brett (Elo-Leistung 2685). Vietnam erreichte den dritten Platz.[12] Bei den Schacholympiaden 2010 in Chanty-Mansijsk und 2012 in Istanbul spielte er für Vietnam am Spitzenbrett.

Titel und Rating[Bearbeiten]

Seit Oktober 2006 trägt er den Titel Schachgroßmeister. Die Normen hierfür erzielte er bei den Südostasienspielen 2005, der Schacholympiade 2006 sowie einem 1st Saturday GM-Turnier in Budapest im Juli 2006.[13] Nur vier Wochen vor seinem GM-Antrag war ihm der Titel Internationaler Meister verliehen worden. Die Normen hierfür hatte er bei drei First Saturday-Turnieren in Budapest zwischen August und Oktober 2005 erzielt.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lê Quang Liêm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Portrait auf der Webseite der Dortmunder Schachtage 2010
  2. Jugendweltmeisterschaft 2001 auf The Week in Chess #365 vom 5. November 2001 (englisch)
  3. Jugendweltmeisterschaft 2003 auf The Week in Chess #469 vom 3. November 2003 (englisch)
  4. U14-WM 2005 auf chessgames.com (englisch)
  5. Schach-Weltpokal 2007 (englisch)
  6. Vietnamesische Einzelmeisterschaft 2007 auf fide.com (englisch)
  7. Asiatische Einzelmeisterschaft 2009 auf chessdom.com (englisch)
  8. Quang Liem Le gewinnt Aeroflot-Open, 18. Februar 2010
  9. Sparkassen Chess Meeting 2010 - 38. Internationale Dortmunder Schachtage, 15. bis 25. Juli 2010 in Dortmund
  10. Le gewinnt erneut Aeroflot-Open. Artikel auf chessbase.de vom 17. Februar 2011
  11. Lê Quang Liêm bei Schacholympiaden (englisch)
  12. Lê Quang Liêm bei asiatischen Mannschaftsmeisterschaften (englisch)
  13. GM-Antrag (englisch)
  14. IM-Antrag (englisch)