Lídia Jorge

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Lídia Jorge (2014).

Lídia Jorge (* 18. Juni 1946 in Boliqueime, Algarve) ist eine portugiesische Schriftstellerin.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Ihre Jugend verbrachte sie als Einzelkind bei der Mutter und anderen weiblichen Familienmitgliedern in der Algarve. Nach ihrer Schulzeit in Faro zog sie nach Lissabon und studierte an der Universität Lissabon Romanistik. Mit ihrem ersten Ehemann, einem Offizier der Luftwaffe, hielt sie sich während des Kolonialkriegs einige Jahre in Angola und danach in Mosambik auf.

Bereits ihr erster Roman O Dia dos Prodígios (Der Tag der Wunder), erschienen 1979, wurde zu einem Hauptwerk der neueren portugiesischen Literatur. Im Jahr 1988 folgte A Costa dos Murmúrios (Die Küste des Raunens), ein Buch, das die Aufarbeitung der Vergangenheit der Kolonialerfahrung in Afrika widerspiegelt. In 2011 veröffentlichte sie A Noite das Mulheres Cantoras und im März 2014 Os Memoráveis.[1]

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten]

Lídia Jorge gewann den Preis der Stiftung Casa de Mateus, den Bordalo-Literaturpreis der Casa da Imprensa in Lissabon, den Prémio Máxima der Literatur, den PEN-Preis für Belletristik und im Jahr 2000 den Prix Jean Monnet für Europäische Literatur. Mit O Vento Assobiando nas Gruas (2002), gewann Lídia Jorge gewann den Großen Preis der portugiesischen Vereinigung der Schriftsteller. Für ihr Romanwerk wurde sie 2006 zusammen mit ihrer langjährigen Übersetzerin Karin von Schweder-Schreiner mit dem erstmals vergebenen Albatros Literaturpreis ausgezeichnet. Lídia Jorge erhielt am 15. Dezember 2010 die Ehrendoktorwürde der Universidade do Algarve anlässlich des Erscheinens ihres Erstlingswerks O Fia dos Prodígios vor 30 Jahren.

Werke[Bearbeiten]

  • O Dia dos Prodígios, 1979, Deutsch: Der Tag der Wunder, 1989.
  • Notícia da Cidade Silvestre, 1984, Deutsch: Nachricht von der anderen Seite der Straße. Suhrkamp Taschenbuch 1992, ISBN 3-518-38649-2.
  • A Costa dos Murmúrios, 1988, Deutsch: Die Küste des Raunens, 1993. Suhrkamp Taschenbuch 1995, ISBN 3-518-38969-6.
  • A Instrumentalina, 1992, Deutsch: Eine Liebe, 1998.
  • O Jardim Sem Limites, 1995, Deutsch: Paradies ohne Grenzen, 1997.
  • O Vale da Paixão, 1998 , Deutsch: Die Decke des Soldaten, 2000.
  • O Vento Assobiando nas Gruas, Deutsch: Milene, 2005.
  • A Noite das Mulheres Cantoras, 2011.
  • Os Memoráveis, 2014

1995 bis 1997 erschien im Verlag Publicações Dom Quixote in Lissabon eine achtbändige Werkausgabe unter dem Titel Obras completas de Lídia Jorge.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ilídio Rocha: Chronologisches Lexikon der portugiesischen Literatur. Nach dem Pequeno Roteiro da Literatura Portuguesa (Lissabon, 1984). Verlag Teo Ferrer de Mesquita, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-925203-62-1

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Escritora portuguesa Lídia Jorge participa no Fórum das Letras de Ouro Preto. In: Portugal Digital vom 15. Oktober 2014. Abgerufen am 19. November 2014 (portugiesisch).