Lösshohlweg

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Lösshohlweg bei Bensheim, Bergstraße
Lösshohlweg bei Bensheim, Bergstraße

In Lösslandschaften bilden sich häufig typische Hohlwege, die Lösshohlwege. Sie sind jedoch im Zuge der Flurbereinigung selten geworden. Ihre Entstehung ist prinzipiell nicht durch morphologische Prozesse zu erklären, da Löss sehr wasserdurchlässig ist und daher keine Erosion stattfindet. Stattdessen sind Hohlwege im Zuge der Verdichtung durch die Nutzung festgelegter Wege durch Mensch und Tier entstanden. Diese Verdichtung des Bodens führte zur Wasserundurchlässigkeit des Bodens und in der Folge zu Erosion durch abfließende Niederschläge.

Die Lösshohlwege sind ökologisch wertvolle Lebensräume für viele Pflanzen und Tiere, da sie spezielle Bedingungen bieten. Vor allem die Gegensätze zwischen schattigen und sonnigen, trockenen und feuchten sowie windigen und windstillen Plätzen sind verantwortlich für das Vorhandensein der "Lebensgemeinschaft Hohlweg". Vom Menschen wurden Höhlen im leicht zu bearbeitenden und dennoch stabilen Löss der Seitenwände eines Hohlwegs teilweise als Lagerraum genutzt - nicht jedoch als längerwährende Wohnmöglichkeit, wie irrigerweise früher behauptet wurde.

Beispiele für Lösshohlwege sind unter anderem am Kaiserstuhl bei Freiburg zu finden.

In Rheinhessen gibt es besonders in der Gemeinde Alsheim noch eines der größten Systeme von Lösshohlwegen in Deutschland. 11,5 km sind noch erhalten und 10 km sind begehbar. 30 km Wanderwege wurden von der Hohlwege-Gruppe Alsheim ausgeschildert und laden zum Wandern ein. Besonders in den Monaten April bis Oktober ist die besondere Flora und Fauna zu bewundern. Seltene Pflanzen wie die Steppenkirsche (Prunus fruticosa) oder der Elsässer Haarstrang (Peucedanum alsaticum), ein Doldenblüher, sind noch recht häufig zu finden.


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