Löbervorstadt
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Löbervorstadt
Landeshauptstadt Erfurt
|
|
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 58′ N, 11° 2′ O50.96805555555611.031666666667220Koordinaten: 50° 58′ 5″ N, 11° 1′ 54″ O |
| Höhe: | 220 m ü. NN |
| Fläche: | 10,2 km² |
| Einwohner: | 11.544 (31. Dez. 2008) |
| Postleitzahl: | 99096 |
| Vorwahl: | 0361 |
| Lage der Löbervorstadt in Erfurt | |
Die Löbervorstadt ist eine der historischen Vorstädte Erfurts und gleichzeitig Stadtteil der thüringischen Landeshauptstadt.
Sie schließt sich direkt südlich an die Erfurter Altstadt an und hatte am 31. Dezember 2008 11.544 Einwohner. Begrenzt wird die Löbervorstadt durch die Thüringer Bahn im Westen, die sie von der Brühlervorstadt trennt, vom Flutgraben, der die Grenze zur Altstadt bildet, im Norden und vom Straßenzug Windthorststraße-Friedrich-Ebert-Straße im Osten, der Grenze zu Daberstedt. Natürliche Südgrenze ist der Steigerwald, der administrativ ebenfalls zur Löbervorstadt gehört und den größten Teil der Gemarkungsfläche des Stadtteils einnimmt. Der Großteil der Bevölkerung, etwa 8.500 Einwohner, konzentriert sich in den gründerzeitlich geprägten Vierteln zwischen der Grenze zur Altstadt und der Johann-Sebastian-Bach-Straße/Gustav-Freytag-Straße am Nordrand der Gemarkungsfläche der Löbervorstadt. Südlich daran anschließend liegen Straßenzüge mit kleineren Ein- und Zweifamilienhäusern aus der Zeit vor 1970. Direkt daran angrenzend liegt der Steigerwald.
Hauptverkehrsstraßen des Viertels sind die Schillerstraße in Ost-West-Richtung (Stadtring) und die Arnstädter Straße (B4) in Nord-Süd-Richtung, die sich am Kaffeetrichter treffen. An das Netz der Stadtbahn Erfurt ist der Stadtteil durch die Linien 1 und 6 auf der Schillerstraße und der Arnstädter Straße sowie die Linien 3 und 4 auf der Grenze zu Daberstedt angebunden.
Die Löbervorstadt ist Sitz wichtiger Institutionen, etwa dem Thüringer Landtag sowie einigen Landesministerien. Auch das Steigerwaldstadion (Fußball/Leichtathletik), die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle (Eishalle), die Thüringenhalle (Mehrzweckhalle), der Stadtpark und der Südpark liegen im Stadtteil. An der Schillerstraße befindet sich die Braugold-Brauerei. Die Kirche des Stadtteils ist die Thomaskirche, die 1902 im neugotischen Stil errichtet wurde.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Viertel
Im Nordosten der Löbervorstadt liegt das Musikviertel, in dem einige Straßen nach Komponisten benannt sind. Dort liegen neben Stadtpark und Braugold-Brauerei auch einige Gebäude des Landtags bzw. der Verwaltung. Die Bebauung ist dicht, stammt aus der Zeit des deutschen Kaiserreichs und besteht zum überwiegenden Teil aus Mietshäusern. Allerdings herrscht hier im Gegensatz zum Norden und Osten Erfurts nicht die Blockbebauung vor, sondern einzeln stehende Wohngebäude.
Den Nordwesten der Löbervorstadt nimmt das Untere Dichterviertel ein. Auch hier dominiert Mietshaus-Architektur aus der Zeit des Kaiserreichs, allerdings gibt es im südlichen Teil auch Eigenheime aus den 1920er- und 1930er-Jahren. Südlich schließt das Obere Dichterviertel an, das in der Zeit zwischen 1920 und etwa 1960 entstand. Dominierend sind hier Eigenheime.
Den Südosten der Löbervorstadt nimmt öffentliche Nutzung ein, Wohngebäude befinden sich hier nur wenige. An das Steigerwaldstadion und die Eishalle grenzt der Südpark an, im Süden liegt die Thüringenhalle und der Neue Jüdische Friedhof Erfurts. Ergänzt wird die Bebauung durch einige Verwaltungsgebäude der Thüringer Landesregierung.
| Viertel (nicht offiziell) |
Blockgruppen[1] (offiziell) |
Einwohner (2000)[2] | Einwohner (2007)[3] |
|---|---|---|---|
| Unteres Dichterviertel (Bahn – Arnstädter Straße – Geibelstraße – Freiligrathstraße – Parkstraße) |
211 + 212 + 213 | 3.542 | 3.583 |
| Oberes Dichterviertel (Geibelstraße – Arnstädter Straße – Arndtstraße – Waldkasino – Freiligrathstraße) |
214 + 215 | 1.941 | 1.794 |
| Musikviertel (Bahn – Windthorststraße – Johann-Sebastian-Bach-Straße – Arnstädter Straße) |
221 + 222 + 223 | 4.418 | 4.819 |
| Südpark/Stadion/Tannenwäldchen (Arnstädter Straße – Johann-Sebastian-Bach-Straße – Friedrich-Ebert-Straße – Käthe-Kollwitz-Straße – Seebachstraße) |
224 | 1.168 | 1.248 |
| Steigerwald | 231 + 232 | 57 | 42 |
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl der Löbervorstadt lag 1990 bei rund 13.000. Bis zum Jahr 1997 folgte ein Rückgang der Zahl um ein Fünftel auf 10.500. Hauptgrund war die schlechte Wohnsituation in den unsanierten Altbauvierteln, die oftmals nicht über Badezimmer und Zentralheizungsanlagen verfügten. Ziele der Fortziehenden waren vor allem andere Stadtteile Erfurts, besonders die wachsenden dörflichen Vororte (starke Suburbanisierungswelle während der 1990er-Jahre), einige kehrten der Stadt auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Situation aber auch ganz den Rücken. Die Sanierungsmaßnahmen an der Bausubstanz begannen bereits kurze Zeit nach der Wiedervereinigung und haben im Jahr 2009 einen relativ hohen Flächendeckungsgrad erreicht. Allerdings gibt es auch noch leerstehende, unsanierte Gebäude, beispielsweise den großen ehemaligen Verwaltungskomplex am Kaffeetrichter, der jedoch nun auch hochwertig saniert wird und mit dem rechtskräftigen Bebauungsplan LOV 577 beplant wurde. Die Eigenheimsiedlungen im Süden der Löbervorstadt blieben von diesen Umschichtungsprozessen weitgehend unberührt. Seit 1997 wächst die Bevölkerung der Löbervorstadt langsam wieder an, wobei sich das Wachstum auf die gründerzeitlichen Viertel im Norden beschränkt. Der Geburtensaldo ist zwar negativ, jedoch wird er durch einen positiven Wanderungssaldo ausgeglichen. In dem als gutbürgerlich geltenden Stadtteil mit hohen Mieten stellen die 35-bis-55-Jährigen die größte Bevölkerungsgruppe bei einem Durchschnittsalter von 44 Jahren. In Zukunft kann die Einwohnerzahl der Löbervorstadt noch ein wenig steigen, wenn leerstehende Gebäude saniert und bezogen werden. Der Neubau von Wohngebäuden dürfte sich auf Grund geografischer Begebenheiten schwierig gestalten, so stehen keine dafür geeigneten Flächen zur Verfügung. Ein Wiedererreichen der Bevölkerungszahl von 1990 ist eher unwahrscheinlich, da der benötigte Wohnraum pro Kopf heute wesentlich höher liegt, als 1990 und zu DDR-Zeiten, was dazu führt, dass heute in einer gleich groß gebliebenen Wohnung weniger Menschen wohnen, als früher. Zusätzlich wurden insbesondere in der Löbervorstadt Wohnflächen zu Geschäftsflächen umgewandelt, weshalb auch absolut etwas weniger Wohnraum zur Verfügung steht, als 1990.
Daten der Stadtverwaltung Erfurt, jeweils zum 31. Dezember.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1990 | 13.370 |
| 1995 | 11.022 |
| 1996 | 10.564 |
| 1997 | 10.476 |
| 1998 | 10.823 |
| 1999 | 10.901 |
| 2000 | 11.127 |
| 2001 | 11.145 |
| 2002 | 11.185 |
| 2003 | 11.326 |
| 2004 | 11.349 |
| 2005 | 11.384 |
| 2006 | 11.426 |
| 2007 | 11.486 |
| 2008 | 11.544 |
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Weblinks
Stadtteile: Altstadt | Andreasvorstadt | Berliner Platz | Brühlervorstadt | Daberstedt | Herrenberg | Hohenwinden | Ilversgehofen | Johannesplatz | Johannesvorstadt | Krämpfervorstadt | Löbervorstadt | Melchendorf | Moskauer Platz | Rieth | Roter Berg | Wiesenhügel
Ortsteile: Alach | Azmannsdorf | Bindersleben | Bischleben-Stedten | Büßleben | Dittelstedt | Egstedt | Ermstedt | Frienstedt | Gispersleben | Gottstedt | Hochheim | Hochstedt | Kerspleben | Kühnhausen | Linderbach | Marbach | Mittelhausen | Molsdorf | Möbisburg-Rhoda | Niedernissa | Rohda (Haarberg) | Salomonsborn | Schaderode | Schmira | Schwerborn | Stotternheim | Sulzer Siedlung | Tiefthal | Töttelstädt | Töttleben | Urbich | Vieselbach | Wallichen | Waltersleben | Windischholzhausen

