Löcknitz
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Vorpommern-Greifswald | |
| Amt: | Löcknitz-Penkun | |
| Höhe: | 34 m ü. NN | |
| Fläche: | 22,69 km² | |
| Einwohner: |
3039 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 134 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 17321 | |
| Vorwahl: | 039754 | |
| Kfz-Kennzeichen: | VG, ANK, GW, PW, UEM, WLG | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 75 079 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Chausseestraße 30 17321 Löcknitz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Lothar Meistring (LINKE) |
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| Lage der Gemeinde Löcknitz im Landkreis Vorpommern-Greifswald | ||
Löcknitz ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland) und Verwaltungssitz des Amtes Löcknitz-Penkun.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Die im Landesteil Vorpommern gelegene Gemeinde Löcknitz befindet sich an einer Furt des Flusses Randow zwischen Pasewalk und Stettin (Szczecin). Nördlich und südlich von Löcknitz erstreckt sich die breite Flussaue des Randowbruches. Das Gebiet dieses Urstromtales bildete sich beim Abschmelzen der Eiszeit-Gletscher vor über 20.000 Jahren heraus.
Geschichte [Bearbeiten]
Name [Bearbeiten]
1124 ist im Zusammenhang mit der Missionsreise Bischof Otto von Bambergs zur Christianisierung der Slawen in Pommern, ein von Herzog Wartislaw I. von Pommern eingesetzter slawischer Burgvogt Conrad de Lokeniz bekannt, jedoch ohne nähere Angaben oder direkter Verbindung zu Löcknitz. In einer Schenkungsurkunde des Herzogs Bogislaw II. von Pommern von 1212 ist als Zeuge Thomas de Lokenitz, als bischöflicher Vogt der Burg Löcknitz aufgeführt. Damit wurde der Name „Löcknitz“ offiziell zum ersten Mal erwähnt. In einer weiteren Urkunde die der Bischof von Cammin 1267 in Stettin ausstellte, wird der Ort Lokenitz (slawisch für Sumpfloch oder Grubenniederung) dann nochmals urkundlich genannt. Gemäß den Kirchenstatuten des Bistums Cammin gehörte das castrum Lokenitze cum opido wohl bereits seit der Gründung des Bistums 1175 zu den Tafelgütern des Bischofs. Der Ort blieb wahrscheinlich bis 1385 im Besitz des Bistums Cammin, mindestens jedoch bis ins Jahr 1373 aus dem die letzte direkt in Löcknitz datierte Urkunde stammt. Auch die durch Löcknitz fließende Randow wurde bis etwa 1700 überwiegend Lochnitza genannt. In einer Schenkungsurkunde von 1216 wurde der Fluss zum ersten Mal mit diesem Namen erwähnt, ein weiteres mal 1288 in einer Urkunde die die Grenzen der Uckermark beschreibt.[2]
Frühe Geschichte [Bearbeiten]
Grabfunde belegen die Besiedlung des Gebietes bereits in der Steinzeit. Im 7. und 8. Jahrhundert siedelten slawische Ukranen in der Gegend. Die Slawenburg Lokenitza war ursprünglich wahrscheinlich aus einem Pfahlwerk mit Balken erbaut worden und durch einen Ringwall mit Palisaden und Gräben umgeben und schütze damals wohl schon die Furt durch die Randow. Im 13. Jahrhundert wurde eine deutsche Burg aus Mauerwerk errichtet. Zur Befestigung des Untergrundes und der Wege Richtung Löcknitz zur Furt durch das Randowbruch, mit seinen damals zahlreichen Mooren und Sümpfen, dienten Knüppel und Holzbohlen. So erklärt sich auch die 1242 in einer Urkunde erwähnte und noch bis heute verwendete Bezeichnung Bollbrücke (Bohlenbrücke) für die westlich der Randow am Ortseingang nach Löcknitz aus Richtung Pasewalk an der Straße stehenden Häuser, die Straße und für die Straßenbrücke über die Randow.[3] Die Dörfer Plöwen, Bergholz und Bismark, heute Ortsteil von Ramin, gehörten damals zur Burg.
Mittelalter [Bearbeiten]
Löcknitz war wegen seiner Lage an der Furt am Fluss Randow und an der Grenze zwischen Pommern und Brandenburg oft umkämpft. Es gehörte von frühester Zeit an bis 1250 zu Pommern. Mit dem Vertrag von Landin wechselte Löcknitz dann in einem Gebietstausch zur Mark Brandenburg, wo es bis 1390 verblieb. Von 1390 bis 1468 gehörte es erneut zu Pommern. 1390 war das Burglehen Löcknitz an die Herren von Wussow verpfändet worden die es bis 1416 behielten. Spätestens ab 1433 war Löcknitz im Besitz der Familie von Heydebreck. 1468 wurde Löcknitz vom Kurfürstentum Brandenburg zurückerobert und 1472 sowie 1479 Brandenburg im Prenzlauer Vertrag der Besitz von Löcknitz bestätigt. Es gehörte seitdem als eigenständiges Amt bis 1818 zur Region Uckermark in Brandenburg. Kurfürst Albrecht III. Achilles von Brandenburg belehnt noch 1479 Werner von der Schulenburg mit der erblichen Hauptmannschaft über die Burg Löcknitz und setzte ihn als Amtmann des Amtes Löcknitz ein. Beides blieb bis 1688 im Besitz der Familie von der Schulenburg.[4] 1557 ließen die von der Schulenburgs direkt neben der Burg ein neues Schloss mit Kapelle sowie eine Kirche errichten. Während eines langjährigen Rechtsstreites der Familie von der Schulenburg mit dem Kurfürsten von Brandenburg von 1648 bis 1688 über die Besitzverhältnisse des Schlosses Löcknitz, hatte der Kurfürst bereits 1685 Fakten geschaffen, Löcknitz in eine kurfürstliche Domäne umgewandelt und alle Ansprüche der Familie von der Schulenburg zurückgewiesen.[5]
17. Jahrhundert [Bearbeiten]
Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurden Pommern und Brandenburg mehrfach von den verschiedenen Kriegsparteien wechselseitig besetzt, geplündert und verwüstet. Im Sommer 1627 besetzten zunächst kaiserlichen Truppen Löcknitz, die bis 1629 blieben. Nachdem im Juni 1630 schwedische Truppen unter ihrem König Gustav II. Adolf auf der Insel Usedom gelandet waren, besetzten sie im Januar 1631 mit 500 Soldaten und 4 Geschützen Löcknitz. 1635 wurde der Ort dann kurzzeitig erneut von kaiserlichen Truppen besetzt. Im März 1636 konnte der schwedische Feldmarschall Wrangel Löcknitz dann nach längerer Belagerung und Beschießung endgültig zurückerobern. Das Schloss blieb nun bis nach dem Ende des Krieges von schwedischen Truppen besetzt.[6] Pommern verlor während dieser Zeit etwa zwei Drittel seiner Bevölkerung, in Brandenburg lagen die Bevölkerungsverluste zwischen 40 und 75 Prozent.
In Löcknitz blieben durch die Kriegseinwirkungen von 197 Bauern nur noch 48 übrig, von 80 Kossätenstellen lediglich eine. Löcknitz lag in Trümmern, es standen nur noch die Burg mit dem Schloss und der Festungsanlage sowie die Schlossmühle. 1637, nach dem Tod Bogislaw XIV., des letzten Pommernherzogs, fiel Pommern endgültig in den Einflussbereich von Schweden. Brandenburg und insbesondere die Uckermark mit Löcknitz blieben von 1637 bis 1640 zwischen kaiserlichen und schwedischen Truppen weiterhin stark umkämpft. Trotz eines 1641 geschlossenen Waffenstillstandes zwischen dem brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm und Schweden, blieb Löcknitz auch weiterhin von schwedischen Truppen besetzt. Im Westfälischen Frieden von 1648 wurde Pommern dann zwischen Schweden und Brandenburg-Preußen aufgeteilt. Schweden erhielt Vorpommern und einen Gebietsstreifen östlich der Oder mit Stettin (Schwedisch-Pommern). Hinterpommern fiel an das Kurfürstentum Brandenburg-Preußen.[7] Löcknitz verblieb zwar weiterhin bei Brandenburg-Preußen, war jedoch noch bis 1650 durch schwedische Truppen besetzt. Die Flüsse Welse und Randow bildeten nun die neue Grenze zwischen Brandenburg und Schwedisch-Pommern. Dadurch wurde Löcknitz mit seinem befestigten Schloss nach 1650 zu einer wichtigen brandenburgischen Grenzfestung gegenüber Schweden.[8]
Während des Zweiten Schwedisch-Polnischen Krieges (Zweiter Nordischer Krieg) von 1655 bis 1660 wurde ganz Schwedisch-Pommern 1659 kurzzeitig von dem auf der polnischen Seite kämpfenden Brandenburg-Preußen besetzt. Als wichtiger Ausgangspunkt für diesen Feldzug diente dabei die Grenzfestung Löcknitz. Im Frieden von Oliva 1660 musste Brandenburg-Preußen die eroberten schwedischen Gebiete jedoch wieder zurückgeben.
Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg von 1674 bis 1679 kam es im Raum von Löcknitz 1675 erneut zu Kampfhandlungen zwischen schwedischen und brandenburgischen Truppen. Beim Schwedeneinfall 1674/75 nach Brandenburg wurde das befestigte Schloss Löcknitz mit seiner 180 Mann starken Besatzung unter dem Kommando des brandenburgischen Obristen Götze am 14./15. Mai 1675 nach eintägiger Beschießung durch die schwedische Armee unter dem Kommando des schwedischen Oberwachtmeister Jobst Sigismund gegen Zusicherung freien Abzugs und ohne größeren Widerstand zu leisten an die schwedischen Truppen übergeben. Dafür wurde Götze später von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 24. März 1676 in Berlin hingerichtet.[9] Um weitere Einfälle der Schweden nach Brandenburg und in die Uckermark zu verhindern, unternahm der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm 1675/76 seinen sog. Pommernfeldzug. Dabei eroberte er zunächst das befestigte Schloss Löcknitz von den Schweden zurück und begann von dort erneut mit dem Vorstoß zur Eroberung von Schwedisch-Pommern. Bis November 1678 hatte Kurfürst Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst ganz Schwedisch-Pommern erobert und besetzt, musste dieses aber im Frieden von Saint-Germain 1679 erneut an Schweden zurückgeben.
18. Jahrhundert [Bearbeiten]
Während des Großen Nordischen Krieges von 1700 bis 1721 durchzogen besonders von 1711 bis 1715 sowie während des Pommernfeldzuges 1715/16 russische, preußische und sächsische Truppen im Kampf gegen Schweden und zur Eroberung von Schwedisch-Pommern die Uckermark und das Gebiet in und um Löcknitz. Im Frieden von Stockholm im Januar 1720 musste Schweden das südliche Vorpommern bis zur Peene (Altvorpommern) einschließlich der Stadt Stettin sowie der Inseln Wollin und Usedom an Preußen unter König Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig abtreten. Löcknitz und seine Festung lagen nicht mehr an der Grenze. Dadurch war die strategisch wichtige Lage von Löcknitz für Preußen militärisch bedeutungslos geworden. 1715 war die Löcknitzer Burg mit Schloss und Festungsanlagen noch mit 18 Geschützen armiert gewesen, aber die Bedienungsmannschaften fehlten schon. Als letzter Festungskommandant von Löcknitz ist 1717 ein Oberstleutnant Heinrich von Blankenburg bekannt. Bis zum Friedensschluss 1720 war die Burg Löcknitz noch in verteidigungsfähigem Zustand gehalten worden. Noch im selben Jahr wurde sie jedoch aufgegeben und verfiel in den folgenden Jahren allmählich.[10]
Nachdem bereits 1672 im Löcknitzer Kirchenbuch ein Posthaus im Ort erwähnt wird, ist auch bekannt das um 1740 drei Postkutschenlinien durch Löcknitz führten. Das war zum einen die Linie Stettin-Wendorf-Möhringen-Neuenkirchen-Neulinken-Bismarck-Löcknitz, des Weiteren die Linie Stettin-Wendorf-Köstin-Schmagerow-Salzow-Löcknitz-Prenzlau und weiter nach Berlin sowie die Linie Löcknitz-Salzow-Retzin-Glasow-Krackow bis nach Penkun.[11]
Obwohl Löcknitz nun im Hinterland lag, wurde es auch während des Siebenjährigen Krieges von 1756 bis 1763 nicht von Kriegshandlungen verschont. 1757 stießen schwedische Truppen aus Schwedisch-Pommern kommend über die Peene Richtung südliches Vorpommern, Brandenburg und Uckermark vor und eroberten noch im Oktober Löcknitz, das als Vorposten der Festung Stettin von preußischen Truppen verteidigt worden war. Starke preußische Truppen unter dem vom preußischen König Friedrich II., dem Großen eingesetzten Befehlshaber Generalfeldmarschall von Lehwaldt erreichten aber schon im November Stettin und konnten im Dezember 1757 nicht nur Löcknitz zurückobern, sondern die Schweden über Pasewalk und Demmin wieder hinter die Peene zurückschlagen und bis vor Stralsund und Rügen zurückdrängen. Während des gesamten Jahres 1758 konnte Löcknitz durch preußische Truppen gehalten werden. Erst im September 1759 gelang es schwedischen Truppen nochmals Löcknitz für wenige Tage zurückzuerobern bis sie sich dann im Januar 1760 endgültig nach Schwedisch-Pommern zurückzogen. Löcknitz hatte in diesem Krieg starke Zerstörungen erlitten, es gab 1760 außer dem Schloss, Resten der Festung und dem Amt nur noch 25 Wohnhäuser.[12]
19. Jahrhundert [Bearbeiten]
Im Zuge der Napoleonischen Kriege von 1792 bis 1813 erlitt Preußen unter König Friedrich Wilhelm III. in der Schlacht bei Jena und Auerstedt im Oktober 1806 seine schwerste Niederlage gegen Frankreich unter Kaiser Napoleon I. Ganz Preußen und damit auch Löcknitz wurde von französischen Truppen besetzt. Nach dem Frieden von Tilsit im Juli 1807 musste Preußen zudem hohe Kriegskontributionen an Frankreich zahlen und darüber hinaus fanden ständig Durchzüge französischer Truppen statt, die noch bis Dezember 1808 im Land blieben und in der Zeit auch verpflegt und einquartiert werden mussten. Auch in Löcknitz, das an der Heerstraße Richtung Osten lag, fanden in den nächsten Jahren immer wieder französische Truppendurchzügen zur Festung Stettin statt, die auch noch nach Dezember 1808 weiter von den Franzosen besetzt gehalten wurde. Um die enormen Kosten für die Verpflegung und Einquartierung der französischen Besatzungstruppen, die hohen Kriegskontributionen sowie die nach der Niederlage angestrebeten Reformen in Staat und Gesellschaft bezahlen zu können musste Preußen zahlreiche königliche Staatsdomänen verkaufen um genügend Finanzmittel aufbringen zu können. Deshalb wurden 1807 große Teile der Ländereien der Domäne Löcknitz parzelliert und einschließlich des Schlosses an Privatbesitzer verkauft. Ab März 1812 musste Löcknitz dann erneut starke Truppenverbände, die Teil der französischen Grande Armée für Napoleons Russlandfeldzug waren, zur Einquartierung aufnehmen. Nach den Niederlagen Frankreichs in Russland mit dem Rückzug aus Moskau im Oktober 1812 und der Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 begannen die Befreiungskriege von 1813 bis 1815. Die französischen Truppen mussten sich daraufhin zurückziehen, hielten jedoch die Festung Stettin und das weitere Umland, so auch Löcknitz, weiterhin besetzt. Seit April 1813 belagerten preußische Truppen Stettin, die jedoch die Festung und das Umland erst im Dezember endgültig zurückerobern konnten. Nach dem Befreiungskrieg bekam Preußen 1814/15 das restliche Gebiet Vorpommerns nördlich der Peene einschließlich der Insel Rügen (Neuvorpommern) übereignet.
1818 fand im Königreich Preußen eine grundlegende Verwaltungsreform mit der Neuorganisation der Provinzen, Regierungsbezirke und Kreise statt. Löcknitz wechselte nun endgültig von Brandenburg nach Pommern zurück und gehörte von 1818 bis 1939 zum Kreis Randow im Regierungsbezirk Stettin in der preußischen Provinz Pommern.[13]
Um 1820 wurde die Chaussee Pasewalk-Löcknitz-Stettin gebaut, wodurch Löcknitz verkehrstechnisch wesentlich besser an die nur 25 km östlich gelegene, pommersche Provinzhauptstadt Stettin mit ihrem wichtigen Hafen angeschlossen wurde. Mit dem Bau der Chaussee Prenzlau-Pasewalk-Anklam-Stralsund von 1832 bis 1836 fand Löcknitz auch Anschluss an das überregionale Straßenverkehrsnetz. In den Jahren 1878/79 folgte die Chaussee Löcknitz-Brüssow-Prenzlau mit der Löcknitz besser mit Brandenburg und der Uckermark verbunden wurde. Bereits im November 1862 war Löcknitz durch die Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft an das preußische Eisenbahnnetz angeschlossen worden. Im März und November 1863 wurden die Eisenbahnstrecken Angermünde-Pasewalk-Anklam-Stralsund sowie Pasewalk-Löcknitz-Stettin eröffnet und Löcknitz erhielt ein Bahnhofsgebäude.[14]
Löcknitz wurde im Mittelalter und wird gelegentlich auch heute noch als Stadt bezeichnet, hatte jedoch aufgrund des nie verliehenen Privilegs des Marktrechts und damit das fehlen eines Marktfleckens, nie das Stadtrecht besessen. Trotzdem hatte der Ort Mitte des 19. Jahrhunderts und noch bis heute mehr städtischen als dörflichen Charakter.
20. Jahrhundert [Bearbeiten]
1913 wurde Löcknitz ans elektrische Stromnetz angeschlossen. Während des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 war Löcknitz von Kampfhandlungen oder Kriegseinwirkungen nicht betroffen. Jedoch hatte der Ort trotzdem Opfer zu verzeichnen. Von den 2.400 Einwohnern die Löcknitz 1918 hatte, waren 1.176 männliche. Von denen die davon in die Königlich Preußische Armee bzw. in das Deutsche Heer eingezogen worden waren, waren bis zum Kriegsende 79 Soldaten Gefallen und 36 schwer verwundet worden.[15] Bis heute erinnert an sie ein am Löcknitzer See stehendes Kriegerdenkmal mit der einzelnen Auflistung der 79 Namen.
In der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 wurden die im Ort ansässigen Juden terrorisiert. Beim Novemberpogrom 1938 wurden jüdische Geschäfte und der Gebetsraum der kleinen Gemeinde gestürmt und Mitglieder misshandelt. Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die noch im Ort verbliebenen Juden deportiert und ihr Hausrat versteigert.
Am 15. Oktober 1939 wurde durch die Vergrößerung des Stadtkreises Stettin („Groß-Stettin“) der Landkreis Randow aufgelöst. Löcknitz wurde dem Landkreis Ueckermünde zugegliedert. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945), im April 1945 wurde Löcknitz noch in die Hauptkampflinie der deutschen Truppen der Wehrmacht an der Randow-Verteidigungslinie mit einbezogen. Die vorrückenden sowjetischen Truppen der Roten Armee, die bereits Stettin erobert und die Oder überschritten hatten, sollten mit Panzersperren an der Randow aufgehalten werden. Eine von den sowjetischen Truppen am 26. April 1945 geforderte Kapitulation des Ortes wurde von der Wehrmacht nicht befolgt und die militärisch sinnlose Verteidigung fortgesetzt. Die sowjetische Luftwaffe bombardierte Löcknitz daraufhin, wodurch es zu starken Beschädigungen im Ort kam. Noch am selben Tag rückten dann östlich der Randow sowjetische Truppen und Panzerverbände auf der Straße zwischen Löcknitz und Retzin vor und eröffneten auch von hier den Beschuss auf Löcknitz. Zur Abwehr der sowjetischen Truppen und Panzer hatten sich Truppenteile der Wehrmacht und der Waffen-SS nicht nur direkt im Ort an der Straßenbrücke über die Randow, sondern auch westlich der Randow, im etwas höher gelegenen Ort Bergholz verschanzt und schossen von dort mit Panzerabwehrkanonen Richtung Löcknitz. Da Löcknitz tiefer im Randowbruch liegt, wie in einem Kessel, kam es durch den gegenseitigen massiven Beschuss der sowjetischen und deutschen Truppen zu schwersten Schäden innerhalb des Ortes. Gegen den starken sowjetischen Angriff konnten die Truppenteile der Wehrmacht Löcknitz nicht lange halten. Sie sprengten deshalb die Straßen- und Eisenbahnbrücke über die Randow und zogen sich dann Richtung Pasewalk auf die Uecker-Verteidigungslinie zurück. Am 27. April 1945 zogen sowjetische Truppen in den Ort ein, wodurch die Kampfhandlungen in um Löcknitz endeten. Löcknitz war durch die Kriegseinwirkungen während der Kampfhandlungen zu 66 % zerstört worden. Von den etwa 3.200 Einwohnern von Löcknitz (1944) waren durch die Kampfhandlungen 137 Menschen getötet und 65 schwer verletzt worden. Von den 1.076 männlichen Personen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren die Löcknitz (1944) hatte, waren von denen die zur Wehrmacht eingezogen worden waren 200 Soldaten Gefallen oder schwer verwundet worden.[16][17] Von den massiven Kämpfen in und um Löcknitz zeugen heute noch einerseits die auf einem extra Gräberfeld befindlichen deutschen Soldatengräber mit einem Mahnmal auf dem Löcknitzer Friedhof sowie andererseits die zahlreichen Gräber sowjetischer Soldaten auf dem nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichteten Sowjetischen Ehrenfriedhof.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Juli 1945 das Land Mecklenburg, bestehend aus Mecklenburg und dem westlichen Teil der preußischen Provinz Pommern (Vorpommern) gegründet. Der östliche Teil der preußischen Provinz Pommern (Hinterpommern) einschließlich der Stadt Stettin mit Umland wurde unter polnische Verwaltung gestellt. Parallel dazu wurde aus dem westlich der Oder gelegenen deutschen Teilen des alten Landkreises Randow, ein neuer Landkreis Randow gebildet, zu dem dann auch wieder Löcknitz gehörte, wodurch der Ort mit nur 11 km Entfernung, wieder in unmittelbare Grenznähe rückte. Nach mehrfachem Wechsel des Kreissitzes in den nächsten Monaten, erst von Stettin nach Pölitz, später nach Hohenholz bei Penkun, wurde der Kreissitz des Landkreises Randow am 2./3. Oktober 1945 nach Löcknitz verlegt wo er bis 1950 verblieb. Die Kreisverwaltung befand sich in der Zeit in einem Gebäude auf dem Löcknitzer Kamp.[18] Mit der DDR-Kreisreform 1950 wurde der Landkreis Randow nach 1939 dann zum zweiten Mal aufgelöst und Löcknitz dem dann neu gebildeten Kreis Pasewalk zugeschlagen. Durch die im Juli 1952 durchgeführte Auflösung der Länder und Bildung der Bezirke in der DDR, gehörte Löcknitz mit dem Kreis Pasewalk nun bis ins Jahr 1990 zum Bezirk Neubrandenburg.
Seit 1990 [Bearbeiten]
Im Jahr 1990 entstand mit der Deutschen Wiedervereinigung das Land Mecklenburg-Vorpommern zum zweiten mal neu. Durch die Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern von 1993/94 wurden aus den drei DDR-Kreisen Pasewalk, Ueckermünde und Strasburg der neue Landkreis Uecker-Randow gebildet dem Löcknitz bis 2011 angehörte. Durch eine erneute Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2011 gehört Löcknitz seitdem zum neuen Landkreis Vorpommern-Greifswald.
Seit 1997 wurde in Löcknitz der historische Ortskern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert; das Stadtbild hat sich stark verbessert. Heute steht in der Schlossstraße noch der achteckige Bergfried der ehemaligen mittelalterlichen Burg, als wieder aufgebautes und saniertes Monument. Das Schloss selbst war seit Ende der 1960er Jahre ungenutzt, dem Verfall preisgegeben und in den 1980er Jahren gesprengt worden.
800-Jahr-Feier 2012 [Bearbeiten]
Mit zahlreichen Veranstaltungen wurde vom 1. bis 3. Juni 2012 das 800-jährige Bestehen von Löcknitz gefeiert. Der erste Tag des Festwochenendes begann mit dem traditionellen Kinderfest und einem Fackelzug der Kinder durch den Ort und klang mit einem Konzert des Löcknitzer Mandolinenorchesters '63 e. V. aus. Am 2. Juni fand ein großer historischer Festumzug durch den gesamten Ort statt mit Darstellungen, Bildern, Kostümen und Fahrzeugen zur Geschichte von Löcknitz, an dem sich über 1000 Einwohner als Laiendarsteller und Delegationen aus den Partnerstädten beteiligten. Während anschließend in der Löcknitzer Kirche die offizielle Feierstunde stattfand, wurde parallel dazu auf dem Burggelände und am Burgfried mit einem Veranstaltungsprogramm begonnen. Am Abend wurde über dem Löcknitzer See ein farbenprächtiges Höhenfeuerwerk dargeboten und es fand eine vom Radiosender Ostseewelle organisierte Jubiläumsparty statt. Der dritte und letzte Tag des Festwochenendes klang mit weiteren Veranstaltungen auf dem Burggelände, im Strandbad und auf der Freilichtbühne aus.[19] Gestört wurde das Festwochenende durch eine Gruppe Neonazis und NPD-Anhänger, die sich u. a. verkleidet mit SS- und Wehrmachtsuniformen, die Zeit zwischen 1933 und 1945 darstellend, an dem Festumzug vom 2. Juni, unter Auflagen der Behörden beteiligen durften.[20]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Dem allgemeinen Trend in Vorpommern folgend sank nach 1990 die Einwohnerzahl auch in Löcknitz stetig. Seitdem Polen 2004 der Europäischen Union und 2007 dem Schengener Abkommen beigetreten ist, steigen die Einwohnerzahlen langsam wieder an, da Löcknitz zunehmend als Wohnort im grenzüberschreitenden Ballungsraum Stettin nachgefragt wird.[21][22]
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Geschichte Ortsteil Gorkow [Bearbeiten]
Die Gemeinde Gorkow wurde bereits 1951 nach Löcknitz eingemeindet. Im Zentrum des Rundlingsdorfes Gorkow steht eine turmlose Feldsteinkirche, die aus dem Mittelalter stammte und später barockisiert wurde. Neben einer Kassettendecke sind die Wände mit einer Pilastergliederung ausgemalt. In den 1990er Jahren musste die Kirche wegen des desolaten Zustandes gesperrt werden. Inzwischen sind die Schäden behoben, die kleine Orgel aus dem Jahr 1908 ist funktionstüchtig und Besucher können die Kirche wieder besichtigen.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat Löcknitz hat 14 Mitglieder und setzt sich seit den Kommunalwahlen vom 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:[30]
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