Spielsprache

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Spielsprachen bzw. Sprachspiele (nicht zu verwechseln mit dem philosophischen Begriff des Sprachspiels) sind spielerische Modifikationen vorhandener Sprachen. Sie sind in vielen Regionen vor allem bei Kindern sehr beliebt und können eine positive Rolle beim Spracherwerb spielen. Aufgrund der meist sehr strengen Umformungsregeln werden sie zu den konstruierten Sprachen gerechnet.

Hühnersprache[Bearbeiten]

Nach jedem Vokal (Selbstlaut) wird ein „h“ eingefügt. Anschließend wird der Vokal wiederholt und die Silbe „-def-“ gesetzt. Zum Schluss wird der Vokal noch einmal wiederholt.

Beispiel: „Das Internet ist toll“. → Dahadefas Ihidefintehedefernehedefet ihidefist tohodefoll.

Löffelsprache[Bearbeiten]

Gesprochen wird in der Löffelsprache in Silben, das erleichtert die Aussprache, und ein fremder Zuhörer weiß nicht unbedingt, wann ein Wort zu Ende ist und wann nicht. Immer wenn ein Vokal kommt, wird dieser durch „selber Vokal + lew + selber Vokal“ ersetzt. Bei Diphtongen, die (gesprochen) mit a anfangen („ei“ und „au“) wird meistens aber eher „alew + selber Vokal“ verwendet. Also:
e = elewe
a = alewa
i = ilewi
o = olewo
u = ulewu
ü = ülewü
ö = ölewö
ä = älewä
ei = eilewei oder auch alewei (zb. „Ei“ = „Alewei“)
au = aulewau oder auch alewau (zb. „Haus“ = „Halewaus“)
ie = i(e)lewi(e)
eu = euleweu

Beispielsätze: „Guten Morgen!“ = „Gulewutelewen Moleworgelewen!“
„Wann hast du Zeit?“ = „Walewann halewast dulewu Zeileweit?“ oder „Walewann halewast dulewu Zaleweit?“
„Wann kommst du zu mir?“ = „Walewann kolewommst dulewu zulewu milewir?
„Wie geht es dir?“ = „Wielewie geleweht elewes dilewir?“

Manche Leute benutzen außer „lew“ auch noch „lef“ und „lof“.

Erbsensprache[Bearbeiten]

Die Erbsensprache entsteht durch Einschiebung des Wortes „Erbse“ (alternativ „Erbs“) nach jedem Buchstaben eines Wortes.

Beispiel: Das Wort „Erbsensprache“ in die Erbsensprache übersetzt heißt: „Erbse rerbse berbse serbse erbse nerbse serbse perbse rerbse arbse cerbse herbse eerbse“.[1]

Gibberisch[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Gibberisch (englisch: Gibberish) wird vor allem für eine völlig individuelle Phantasiesprache verwendet, die mit einem Synonym auch Grammelot genannt wird.

Bei dieser Form einer sprachlichen Artikulation gibt es keine Regeln; das Sprechen ist von jeglichen Aussagen befreit. Dieses Prinzip schafft vielfältige Möglichkeiten für Einzel- und Gruppenübungen, zum Beispiel im Rahmen der Improvisation und der Entspannungstechnik. Dabei muss der eigentliche Sprechakt über keine kontrollierte Bindung an Inhalte mehr verfügen. Die jeweiligen Akteure können sich so auf das Spiel bzw. die Entspannung konzentrieren.

Grüfnisch[Bearbeiten]

Grüfnisch ist in der Schweiz, unter Jugendlichen und Kindern, eine weit verbreitete Spielsprache. Diese Sprache wird von vielen Kindern und Jugendlichen auch als Geheimsprache benutzt. Bei „Grüfnisch“ werden die Vokale a, e, i, o, u, ä, ö und ü durch anafa, enefe, inifi, onofo, unufu, änäfä, önöfö und ünüfü ersetzt (z. B.: „Hanafallonofo“ = „Hallo“). Ausnahme: Bei Diphtongen/Zwielauten wird nur der erste verlängert (z. B. „au“ ⇒ „anafau“)

Pig Latin[Bearbeiten]

Im Pig Latin wird der Anfang der ersten Silbe ans Ende des Worts gesetzt und um eine Endung erweitert. Varianten hiervon im deutschen Sprachraum sind das Mattenenglisch und Kedelkloppersprook.

Räubersprache[Bearbeiten]

Die Räubersprache ist eine Geheimsprache in den drei Romanen um Kalle Blomquist von Astrid Lindgren. Dabei wird jeder Konsonant verdoppelt und ein „o“ dazwischen gesetzt. So wird „Kalle Blomquist“ zu „Kokalollole Boblolomomquoquisostot“.

Siehe: Kalle Blomquist

Silbenverdrehung[Bearbeiten]

In einigen Sprachen gibt es Spielsprachen, die darauf beruhen, dass die Silben vertauscht werden, im Französischen zum Beispiel Verlan, im argentinischen Spanisch Vesre.

B-Sprache u. Ä.[Bearbeiten]

In einigen Varianten von Spielsprachen, wie zum Beispiel der B-Sprache (in dieser BEBE-Sprabachebe genannt), werden Vokale verdoppelt und vorgegebene Buchstaben (hier also B) oder Silben eingefügt. Diphthonge zählen dabei entweder als einzelne Vokale oder werden zertrennt.

Beispiel: „Kabannst dubu mibir sabageben, wobo dubu hibinfabahreben wibillst?“ („Kannst du mir sagen, wo du hinfahren willst?“)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Löffelsprache – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Parallelnetze – Simultanübersetzung ganzer WWW-Präsentationen in Löffelsprache, Kontrabass-Chinesisch und andere. Beispielübersetzung dieses Artikels
  • Löffelkonverter – eine Internetseite, die Wörter und Sätze vom Deutschen in die Löffelsprache und umgekehrt übersetzen kann
  • B-Konverter – auf dieser Internetseite gibt es den B-Sprache-Konverter

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gottfried Spieß: Warum die Menschen sprechen lernten. Interessantes aus Geschichte und Gegenwart der Sprache. Der Kinderbuchverlag, Berlin 1989, Seite 120. ISBN 3-358-01278-6.