Löwenzahn (Taraxacum)

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Löwenzahn
Taraxacum sect. Mongolica (Taraxacum albidum)

Taraxacum sect. Mongolica (Taraxacum albidum)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Tribus: Cichorieae
Gattung: Löwenzahn
Wissenschaftlicher Name
Taraxacum
F.H.Wigg.
Blühender Löwenzahn
Taraxacum officinale
Weißer Löwenzahn
Wiese mit Löwenzahn
Geöffneter Löwenzahn-Fruchtstand, genannt Pusteblume
Der Löss-Löwenzahn (Taraxacum serotinum) gehört zu den wenigen Löwenzahn-Arten, welche sich sexuell fortpflanzen.

Löwenzahn (Taraxacum) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihr bekanntester Vertreter ist der heimische Gewöhnliche Löwenzahn, die „Pusteblume“ oder „Butterblume“.

Verwechslungsgefahr! Innerhalb derselben Familie besteht noch eine ähnlich lautende Gattung Löwenzahn (Leontodon) ähnlich aussehender Arten.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Vertreter der Gattung sind mehrjährige krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von (selten 5 bis) meist 30 bis 40 (selten während des Fruchtens bis zu 60) cm erreichen. Sie enthalten in allen Pflanzenteilen einen weißen Milchsaft. Die Pfahlwurzeln gehen in kurze, stark gestauchte Sprossachsen über, auf der die Laubblätter dicht in grundständigen Rosetten stehen. Die Laubblätter sind eiförmig bis lanzettlich und gering bis stark gelappt, eingeschnitten und gezähnt.

Viele der Merkmale sind plastisch und können sehr unterschiedlich ausfallen. So variiert schon die Blattform einer einzigen Pflanze sehr stark je nach Niederschlagsmenge, Sonnenstrahlung und der Jahreszeit, in der das Blatt gebildet wird.

Den Blattachseln entspringen hohle Blütenstandstiele, die am oberen Ende jeweils einen einzelnen, körbchenförmigen Blütenstand (Scheinblüte) über dicht spiralig stehenden Hochblättern tragen. Die Blütenkörbe weisen einen Durchmesser von 8 bis 40 mm auf. Zwei (oder selten drei) Wirtel mit insgesamt sieben bis 25 Hüllblättern umhüllen anfangs die Knospe, öffnen und schließen sich dann mit dem Blütenstand. Der Blütenstandboden ist flach, tellerförmig. Ein Blütenstand enthält meist 20 bis 150 (in seltenen Fällen auch nur 15) Zungenblüten. Die Farbe der Zungenblüten reicht je nach Art von gelblich weiß bis gelborange, manchmal grünlich, außen oft mit purpurfarbenen bis grauen Streifen. Die Staubbeutel sind gelb bis cremegelb, manchmal dunkler. Die Griffel sind gelb oder grünlich, manchmal gräulich bis schwärzlich.

Die vier- bis zwölf- (bis 15-)rippigen Achänen sind stroh- bis olivfarben, braun, rot, hell bis dunkel grau. Ihr Pappus besitzt einen Kranz aus 50 bis über 105 weißen über cremefarbenen bis gelben, fedrigen Borstenhaaren. Mit den haarigen Flugschirmen werden die Achänen durch den Wind verbreitet (Schirmflieger).

Verbreitung[Bearbeiten]

Löwenzahn-Pflanzen sind weltweit von den Tropen bis zu den Polargebieten verbreitet. Ihre größte Vielfalt erreichen sie in kühleren Bereichen der gemäßigten Zonen.

Systematik[Bearbeiten]

Nur relativ wenige Populationen lassen sich mit den herkömmlichen Konzepten einer Art erfassen. Diese Pflanzen sind meist diploid (2n = 16), manchmal auch polyploid, treten jedoch immer nur in einer Ploidiestufe auf und vermehren sich auf die übliche Weise sexuell.

In der überwiegenden Mehrheit der Populationen treten jedoch mehrere Ploidiestufen auf, die komplex miteinander interagieren und von denen eine apomiktisch ist, also ohne vorherige Befruchtung Samen produziert. Das Problem, diese Pflanzen in Arten aufzuteilen, ist beispielhaft am Gewöhnlichen Löwenzahn dargestellt. Aufgrund der Problematik wurden viele ehemalige Arten schon in Sammelarten gestellt, doch da sich auch diese wegen vieler Übergangspopulationen kaum voneinander trennen lassen, werden sie nun zu Sektionen zusammengefasst. So gibt es derzeit neben wenigen „guten“ Arten eine Vielzahl von Pflanzen, die sich nur durch ihre ungefähre systematische Stellung erfassen und benennen lassen.

Die Anzahl der in der Gattung anzuerkennenden Arten variiert je nach Autor zwischen einigen zig und mehreren tausend.

Sektionen und Arten (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Taraxacum sect. Australasica Kirschner, Scarlett & Štěpánek
  • Taraxacum sect. Biennia R.Doll
  • Taraxacum sect. Borea Sahlin ex A.J.Richards
  • Taraxacum sect. Borysthenica Kirschner & Štěpánek
  • Taraxacum sect. Celtica A.J.Richards: Moor-Löwenzahn; Taraxacum duplidentifrons, Taraxacum gelertii
  • Taraxacum sect. Ceratophora (Hand.-Mazz.) A.P.Khokhr.
  • Taraxacum sect. Confusa Kirschner & Štěpánek
  • Taraxacum sect. Dioszegia (= Taraxacum sect. Serotina): Löss-Löwenzahn
  • Taraxacum sect. Erythrosperma: Schwielen-Löwenzahn, Geschlitztblättriger Löwenzahn, Schlesischer Löwenzahn, Gedrehtlappiger Löwenzahn, Ungleichzähniger Löwenzahn; Taraxacum brachyglossum, Taraxacum disseminatum, Taraxacum divulsum, Taraxacum lacistophylloides, Taraxacum lacistophyllum, Taraxacum magnolevigatum, Taraxacum parvilobum, Taraxacum proximum, Taraxacum rubicundum, Taraxacum scanicum, Taraxacum silesiacum, Taraxacum tanyolobum, Taraxacum tenuilobum, Taraxacum tortilobum
  • Taraxacum sect. Hamata H.Øllg.: Haken-Löwenzahn; Taraxacum hamatiforme
  • Taraxacum sect. Mongolica (Dahlst.) R.Doll: Taraxacum albidum
  • Taraxacum sect. Palustria Dahlst.: Sumpf-Löwenzahn; Taraxacum palustre agg., Taraxacum anserinum, Taraxacum balticiforme, Taraxacum bavaricum, Taraxacum heleonastes, Taraxacum hollandicum, Taraxacum madidum, Taraxacum multilepis, Taraxacum turfosum
  • Taraxacum sect. Ruderalia Kirschner, H.Øllg. & Štěpánek: Gewöhnlicher Löwenzahn, Hakenlappiger Löwenzahn, Strenger Löwenzahn; Taraxacum officinale agg., Taraxacum acervatulum, Taraxacum acrophorum, Taraxacum adiantifrons, Taraxacum aequilobum, Taraxacum aganophytum, Taraxacum alatum, Taraxacum amplum, Taraxacum ancistrolobum, Taraxacum baeckiiforme, Taraxacum borgvallii, Taraxacum brevisectoides, Taraxacum caloschistoides, Taraxacum canoviride, Taraxacum concinnum, Taraxacum demotes, Taraxacum ekmanii, Taraxacum exsertiforme, Taraxacum fasciatum, Taraxacum guttigestans, Taraxacum haematicum, Taraxacum hepaticum, Taraxacum lacinulatum, Taraxacum longisquameum, Taraxacum mimulum, Taraxacum oblongatum, Taraxacum oinopolepis, Taraxacum oxyrhinum, Taraxacum pallescentiforme, Taraxacum paradoxachrum, Taraxacum paucijugum, Taraxacum pectinatiforme, Taraxacum perfissum, Taraxacum plicatiangulatum, Taraxacum porrigens, Taraxacum procerum, Taraxacum pulchrifolium, Taraxacum quadrangulum, Taraxacum sahlinii, Taraxacum selenoides, Taraxacum severum, Taraxacum sphenolobum, Taraxacum subcanescens, Taraxacum subgentiliforme


Verwechslungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Die ebenfalls Löwenzahn genannten Arten aus der Gattung Leontodon sowie das Gewöhnliche Ferkelkraut sind sehr ähnlich. Die Blütenstandsstiele dieser Pflanzen sind jedoch nicht hohl. Im Gegensatz zur Gattung Taraxacum, bei denen die mit haarigen Flugschirmen ausgestatteten Achänen Schirmflieger sind, sind bei der Gattung Leontodon die Achänen nicht geschnäbelt, d. h. der Pappus sitzt nicht auf einem Stiel. Die gelblich-weißen bis hellbraunen Borstenhaare des Pappus sind mit kleinen Härchen besetzt (gefiedert); sie stehen in ein bis zwei Reihen. Die Borstenhaare des äußeren Kranzes können zu Borstenschuppen reduziert sein.

Literatur[Bearbeiten]

  • Theodore M. Barkley, Luc Brouillet, John L. Strother: Asteraceae in Flora of North America. 19, 2006, Seite 239: Taraxacum - Online.
  • Friedrich Heinrich Wiggers: Taraxacum. In: Primitiae Florae Holsaticae. 56, 1780
  • Reinhard Doll: Die Gattung Taraxacum. Westarp Wissenschaften, 1974
  • Adrian John Richards: Sectional Nomenclature in Taraxacum (Asteraceae). In: Taxon. 4, Nr. 34, 1985, S. 633–644

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Löwenzahn (Taraxacum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien