Lübeck-Travemünde

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53.96055555555610.8691666666673Koordinaten: 53° 57′ 38″ N, 10° 52′ 9″ O

Travemünde
Stadt Lübeck
Höhe: 3 m
Einwohner: 13.495 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1913
Postleitzahl: 23570
Vorwahl: 04502
Travemünde (Schleswig-Holstein)
Travemünde

Lage von Travemünde in Schleswig-Holstein

Lübeck-Travemünde ist ein Stadtteil der Hansestadt Lübeck in Schleswig-Holstein, der direkt an der Mündung der Trave in der Lübecker Bucht liegt. Zum Stadtteil im politischen Sinn gehören neben dem Stadtbezirk Alt-Travemünde/Rönnau, der im Sprachgebrauch häufig mit Travemünde gleichgesetzt wird, auch die Stadtbezirke Priwall, Brodten, Teutendorf und Ivendorf. Brodten, Teutendorf und Ivendorf sind kleine Dörfer, sie wurden 1935 eingemeindet.

Überregionale Bekanntheit erlangte Travemünde durch den 1901 erschienenen Roman Buddenbrooks von Literaturnobelpreisträger Thomas Mann, in dem es einen der Hauptorte der Handlung darstellt.

ehem. Ortsschild mit Stadtteil Travemünde
Foto von Travemünde um 1900
Travemünde bei Nacht
Altstadt mit St.-Lorenz-Kirche
Travemünder „Buddenbrook-Haus“
Uhrenturm am Strandbahnhof Travemünde
Ehemaliger Hafenbahnhof
Alter Leuchtturm (jetzt Museum)
Alte Vogtei von 1551
Travemünde mit vereister Trave im Februar 1986. Im Hintergrund der Lübecker Frachter „Anne Lehmann“
Strandpromenade, Brodtener Ufer
Hafeneinfahrt mit der Passat
Priwall-Personenfähre
Brodtener Ufer
1872: Hochwassermarke am alten Travemünder Leuchtturm
Herzdekorierte Strandkörbe, die zum Saisonbeginn 2008 erstmals am Kurstrand aufgestellt wurden
Ausflugsboote und Strand an der Nordermole
Seefliegerdenkmal auf der Grünfläche zwischen dem Maritim-Hotel und der Strandpromenade
Das Hotel Maritim steht im Fluchtpunkt der Einkaufsstraße Vorderreihe
Kreuzfahrtterminal, 2007 an der Vorderreihe errichtet
Ulrich Hübner: Travemünde (1910)
Timmermann-Brunnen

Geografie[Bearbeiten]

Lübeck-Travemünde liegt etwa 20 Kilometer entfernt vom Lübecker Zentrum. Der größte Teil des Stadtteils liegt westlich der Trave. Die an der Mündung in die Ostsee gelegene Halbinsel Priwall auf dem Ostufer gehört ebenfalls zu Travemünde.

Das Gebiet des Stadtteils ist 41,3 Quadratkilometer groß. 2004 lebten 13.902 Einwohner in Travemünde, also 337 Einwohner je Quadratkilometer. Die meisten Bewohner leben in den Stadtbezirken Alt-Travemünde/Rönnau. In den drei weiteren Dörfern, die zum Stadtteil gehören, leben nur jeweils zwischen 100 und 300 Einwohner. Im Gegensatz zur Statistik der Stadt Lübeck, die einen Bevölkerungsverlust aufwies, nahm die Einwohnerzahl Travemündes von 1993 bis 2003 deutlich zu.

Geschichte[Bearbeiten]

Travemünde wurde 1187 gegründet. Bereits mit dem Lübecker Reichsfreiheitsbrief von 1226 hatte sich die Stadt Lübeck von Kaiser Friedrich II. die entscheidenden Rechte an Travemünde zusichern lassen. Damals kam der Priwall zu Travemünde. 1329 ging Travemünde endgültig in den Besitz der Stadt Lübeck über. Travemünde war seit den Zeiten Heinrichs des Löwen stark befestigt. Im Jahr 1802 bekam Travemünde den Titel „Seebad“ zugesprochen.[1] Die Befestigungen wurden 1807 geschleift.

Von 1811 bis 1813 war Travemünde wie Lübeck Teil des französischen Kaiserreichs und damit dessen nordöstlichster Ort.

1872 wurde Travemünde durch das Ostseesturmhochwasser stark geschädigt, zahlreiche Häuser fielen den Fluten zum Opfer. Spuren der Sturmflut sind noch heute vereinzelt erkennbar. 1913 wurde die Stadt Travemünde nach Lübeck eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Travemünde hat einen informellen Ortsrat, der als Sprachrohr gegenüber der Verwaltung und Politik der Hansestadt Lübeck fungiert, aber keine eigenen Entscheidungsbefugnisse besitzt. Bei den Kommunalwahlen 2003 erhielt die CDU 62,3 Prozent, die SPD 23,2 Prozent, die Grünen 6,8 Prozent, die FDP 4,2 Prozent und sonstige Parteien 2,0 Prozent.

Kultur-, Naturdenkmale und Bauwerke[Bearbeiten]

Alter Leuchtturm[Bearbeiten]

1539 wurde der Leuchtturm von holländischen Maurern aus Ziegelsteinen erbaut. Er ist rund 31 Meter hoch und besteht aus acht Etagen, die jeweils im Durchmesser abnehmen. Er ist einer der ältesten Leuchttürme in Deutschland, und 142 Treppenstufen führen hinauf.[2] Die Treppenstufen werden nach oben hin immer steiler und schlechter zu begehen.

1827 wurde er von einem Blitz getroffen, wobei die Spitze völlig abbrannte. 1903 wurde das Leuchtfeuer auf elektrisches Licht umgestellt. Im Jahr 1922 wurde er zum technischen Kulturdenkmal gekürt. Deutschlands dienstältester Leuchtturm stellte 1972 den Betrieb ein, weil die Sicht durch den Neubau des Maritim-Hochhauses verdeckt wurde.[2]

Er dient als maritimes Museum für Leuchtfeuertechnik. An den Treppenwänden und auf den Treppenabsätzen sind Bilder von Leuchttürmen und Feuerschiffen sowie Seelaternen und Leuchtfeuer ausgestellt. Auf halber Höhe ist der Lotsenausguck zur Ostsee zu besichtigen. Im obersten Stockwerk ist eine enge Balustrade rund um den Turm angelegt. Von dort ist der Rundblick auf Ostsee, Travemünde, Priwall, Passat und den Schiffs- und Fährverkehr möglich.

Maritim-Hochhaus/Neues Leuchtfeuer[Bearbeiten]

Das Maritim-Hochhaus wurde in den 1970er Jahren errichtet. Mit 119 Metern Höhe (125 Meter Gesamthöhe) ist es das höchste Gebäude Schleswig-Holsteins sowie der gesamten deutschen Ostseeküste. Das neue Leuchtfeuer wurde am 30. April 1974 im 36. Stockwerk des Hochhauses in Gang gesetzt und gehört zu den höchsten Leuchtfeuern Europas. Alle vier Sekunden strahlt das Lichtsignal aus.[3]

Ehemaliges Spielcasino[Bearbeiten]

Das Gebäude des ehemaligen Spielcasinos wurde 1913/14 im Jugendstil als „Städtischer Kursaal“ bzw. „Konversationshaus“ erbaut. Die Außenanlagen wurden im Jahr 1915 von dem bekannten Lübecker Gartenarchitekten Harry Maasz gestaltet. Das Casino Travemünde war von 1949 bis 2012 in Betrieb. Im Hause befinden sich jetzt ein Hotel sowie das Restaurant „La belle Epoque“. Der Meisterkoch Kevin Fehling verdiente sich hier 2012 seinen dritten Michelin-Stern. Dieses Lokal ist das erste 3-Sterne-Restaurant in der Geschichte Schleswig-Holsteins.[4]

Ehemaliges Kurhaus-Hotel[Bearbeiten]

Das ortsbildprägende Kurhaus-Hotel am Kalvarienberg wurde renoviert und umgebaut und anschließend als Arosa Ressort neu eröffnet. In seinem Inneren finden sich noch Ausstattungsmerkmale des eingeschossigen Vorgängerbaus, die 1820 im Stil des Klassizismus vom Innenarchitekten Joseph Christian Lillie geschaffen wurden. Die Küche des zum Hotel gehörenden Restaurants wird seit 2011 unter der Leitung von Christian Scharrer mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

Strandpromenade[Bearbeiten]

Die Strandpromenade mit einem breiten Sandstrand entstand von 1898 bis 1899 und wurde 1904 eingeweiht. Die besondere Atmosphäre ergibt sich durch die großzügigen Dimensionen und den Blick auf den Badebetrieb und den internationalen Fährverkehr. Der feinsandige Sandstrand ist 1,7 Kilometer lang, 1.700 Strandkörbe sind verfügbar. Von Ende 2010 bis Mitte 2012 wurde die Strandpromenade abschnittsweise mit einem sturmsicheren Unterbau aus Asphalt und Granitpflaster versehen. Geblieben sind die schmiedeeisernen Geländer zwischen Promenade und Strand. Neu hinzu kamen barrierefreier Strandzugang, Spielzonen für Kinder, eine Seeterrasse und eine Strandbar.[5] Die Strandpromenade geht am nördlichen Ende in die weitestgehend naturbelassene Landschaft des Brodtener Steilufers mit dem Aussichtspunkt Hermannshöhe über.

Strandbahnhof[Bearbeiten]

Der Bahnhof Lübeck-Travemünde Strand der Bahnstrecke wurde 1911–1913 nach den Plänen des Architekten Fritz Klingholz im Jugendstil als Ersatz für einen hölzernen Vorgänger aus dem Jahre 1900 gebaut. 2006 wurde er aufwändig für fast 2,3 Millionen Euro restauriert.[6] Als Besonderheit weist er einen Uhrturm mit bis zum Strand hin sichtbarer Anzeige der nächsten Zugabfahrt auf.

Hafenbahnhof[Bearbeiten]

Das jetzige Gebäude wurde 1913/1914 ebenfalls nach den Plänen von Fritz Klingholz errichtet. Der Vorgänger war bereits mit der Eröffnung der Lübeck-Travemünder Eisenbahnstrecke im Jahre 1882 fertiggestellt worden. Auf Wunsch der Eisenbahngesellschaft baute die Stadt eine Verbindungsstraße zwischen Hafenbahnhof und den Schiffsanlegern an der Vorderreihe, die den Namen Rose erhielt. 1996 wurde das Bahnhofsgebäude verkauft und wird heute als Restaurant genutzt.

Mövenstein[Bearbeiten]

Der Mövenstein ist ein seit 1980 als Naturdenkmal eingetragener Findling, der einst von den Badegästen der ehemaligen Seebadeanstalt Mövenstein genutzt wurde. Er droht in der Ostsee zu versinken und ragt nur noch zu zwei Fünfteln aus dem Wasser.

Friedhof[Bearbeiten]

Der Friedhof befindet sich nördlich der Bahnlinie mit Haupteingang an der Straße Mühlenberg. Beim Nebeneingang Boelckestraße befinden sich sieben gleich hergerichtete Gräber mit den Namen der Verstorbenen und dem gemeinsamen Sterbedatum 1945. Eine erläuternde Tafel über diese Kriegsgräber ist nicht vorhanden.[7]

Gedenkstätte[Bearbeiten]

Im Dr. Heinrich-Zippel-Park befindet sich beim Aufgang zum Kalvarienberg das Kriegerdenkmal für die Toten des Ersten und Zweiten Weltkrieges.[8]

Altstadt[Bearbeiten]

In der Altstadt von Travemünde rund um die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtete St.-Lorenz-Kirche mit einer Orgel von Beckerath und in der Vorderreihe beidseits des Ostpreußenkais hat sich der ursprüngliche Charakter erhalten. Die alte Lübschen Vogtei im Stil der Backsteinrenaissance war Sitz der Lübecker Stadtherrn sowie Polizeirevier und wird heute gewerblich genutzt.[2]

Viermastbark Passat[Bearbeiten]

An der Travemündung beim Passathafen am Priwall mit seinen Hunderten von Segelyachten (nur während der Segelsaison) liegt die Viermastbark Passat als Museumsschiff und Wahrzeichen. Die Passat wurde 1911 als Getreide- und Salpetertransporter erbaut und 1959 von der Hansestadt Lübeck unter Denkmalschutz gestellt. Sie umsegelte neununddreißigmal Kap Hoorn und umrundete zweimal die Welt. Sie kann besichtigt werden, hat drei Veranstaltungsräume, 98 Kojen sowie ein Standesamt.[9] Die Masten sind 56 Meter hoch.[2] In der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit ist sie mit einer Lichterkette über die Toppen geschmückt.

Die Passat zählte einst zu den legendären Flying-P-Linern der Hamburger Reederei Laeisz. Sie ist das Schwesterschiff des vor Manhattan liegenden Museumsschiffs Peking und verwandt mit der im Atlantik gesunkenen Pamir, an die das Wrack eines ihrer Rettungsboote in der St. Jakobikirche am Koberg in Lübeck erinnert. Zu den P-Linern gehört auch die Krusenstern, die früher Padua hieß, und Travemünde als aktives russisches Segelschulschiff im Rahmen der Baltic-Sail regelmäßig besucht.

Stadtplanung[Bearbeiten]

Zwischen Kaiserallee und Steenkamp ist das Straßenbild so angeordnet, dass die Straßen Backbord, Steuerbord, Mittschiffs und Achterdeck das Bild eines Schiffs auf den Stadtplan zeichnen. Dieses „Schiff“ im Stadtplan hat sogar ein Fallreep, mit dem es an der Kaiserallee angelegt ist. Zu diesem Schiffsthema gehören außerdem die Straßen Im Beiboot, Am Heck, Godewind (guter Wind) und Leegerwall (von Lee, Windschattenseite).[10]

Natur und Parks[Bearbeiten]

(von West nach Ost)

Um das Naturschutzgebiet des südlichen Priwalls führt der Priwall-Wanderweg.

Der Kalvarienberg (im Volksmund: Kalli-Walli) ist eine dicht bewaldete Erhebung, die begrenzt wird von der Altstadt von Travemünde, dem Strandbahnhof sowie der Außenallee und der Bahnlinie. Die knapp 5 Hektar große Fläche dieses Stadtwaldes wird von zwei Wegen in Süd-Nordrichtung durchzogen und naturnah bewirtschaftet. Hier befindet sich auch ein Hochseilgarten.[11]

Der Brügmanngarten gruppiert sich an der Ostseepromenade um eine Musikmuschel. Hier finden Kurkonzerte und auch Events mit lauter Musik statt. Der Godewindpark am Travemünder Strandbahnhof ist eine Ruhezone mit Eichen, Ahornen, Teich und weiter Rasenfläche. Eine durchgehende Lindenallee für Fußgänger verbindet die Hinterreihe mit dem Spielcasino.[12]

Zu Travemünde gehört auch das Brodtener Ufer, eine eindrucksvolle, bis zu 20 Meter hohe Steilküste von etwa vier Kilometern Länge bis zum Nachbarort Niendorf, mit einem dahinter liegenden Golfplatz, der zu den ältesten in Deutschland gehört.

Im unmittelbaren Hinterland Travemündes, aber bereits im Kreis Ostholstein, liegt der Hemmelsdorfer See. Dieser See ist eine von der Ostsee abgeschnittene Förde, in der einstmals Napoleon einen geschützten Kriegshafen für sein Imperium anlegen lassen wollte.

Museen und Erinnerungsstätten[Bearbeiten]

Das Seebadmuseum Travemünde dokumentiert die Entwicklung Travemündes als Seebad, die Geschichte der Nutzung des Priwalls als Gelände zur Entwicklung von Seeflugzeugen (unter anderem der Dornier) und als Werftstandort. Weiter werden die Aufnahme der Flüchtlingsströme des Zweiten Weltkriegs und die Situation an der ehemaligen Grenze zur DDR dargestellt.

Vor dem Maritim-Hotel Richtung Strandpromenade ist ein historischer Propeller aufgestellt, der an die Geschichte des Priwalls als Seeflugerprobungsstätte erinnern soll.

Neben dem Vereinsheim des Eisenbahner-Hochsee-Sportfischer-Vereins (EHSFV), einem ehemaligen Wasserturm der Lübeck-Büchener Eisenbahn, steht die Sektion „a“ des ehemaligen Reichsbahn-Triebwagens 137 851 der Bauart „Köln“ (späterer VT 06 106 der DB).

Verkehr[Bearbeiten]

Fährverkehr[Bearbeiten]

Travemünde ist mit seinem Skandinavienkai einer der bedeutendsten deutschen Fährhäfen für den Verkehr mit Finnland, Schweden (Malmö, Trelleborg, Göteborg, Helsingborg), Lettland und Norwegen.[13] Der Skandinavienkai ist durch eine Anschlussstelle direkt mit der B 75 verbunden. Der Durchgangsverkehr wird somit vom Ort Travemünde ferngehalten.[14] Die Ave Line bedient die Strecke Travemünde-Liepāja.

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Von Hamburg und Lübeck wird der Stadtteil über die seit 2008 elektrifizierte Bahnstrecke Lübeck–Lübeck-Travemünde Strand mit Zügen des Regionalverkehrs der DB Regio im Stundentakt bedient. Der Streckenast vom Bahnhof Lübeck-Travemünde-Hafen über Lübeck-Travemünde-Nord und Brodten nach Niendorf (Ostsee) wurde bereits 29. September 1974 wieder stillgelegt und nach dem Abbau der Gleisanlagen in weiten Abschnitten zu einem Rad- und Wanderweg umgestaltet. Die drei Travemünder Bahnhöfe sind von Süd nach Nord Lübeck-Travemünde-Skandinavienkai, Lübeck-Travemünde-Hafen (nahe der Altstadt) und Lübeck-Travemünde-Strand (nahe der Strandpromenade und dem Kurhaus). Der Bahnhof Lübeck-Travemünde-Skandinavienkai befindet sich weitab vom Check-in der Ostseefähren. Am Skandinavienkai findet reger Güterverkehr statt, wobei die Züge im Raum Travemünde auf eigener Trasse Richtung Lübeck verkehren.

Busverkehr[Bearbeiten]

Nach Lübeck bestehen Busverbindungen mit dem Schnellbus 40 oder den Linien 30 und 31 der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft. Diese Busse halten auch am Skandinavienkai. Innerhalb Travemündes fahren die Ortsbusse 35 und 38 (Mo - Sa alle 2 Stunden). Die Seebäder der Lübecker Bucht von Travemünde über Niendorf, Timmendorf bis nach Scharbeutz werden durch die Linie 40 der Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft verbunden. Nach Bad Schwartau verkehrt die Linie 33.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Der nächste Flughafen ist der Flughafen Lübeck in Lübeck-Blankensee.

Stadtfähren[Bearbeiten]

Zwischen der rechts der Trave an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern gelegenen Halbinsel Priwall und dem Zentrum von Travemünde verkehrt eine kombinierte Personen- und Autofähre, vom Alten Leuchtturm außerdem noch eine Personenfähre.

Straßen[Bearbeiten]

Travemünde ist über die A 1/A 226 und die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 75 erreichbar. Mit den nordwestlich gelegenen Bädern der Lübecker Bucht und der Holsteinischen Schweiz ist Travemünde durch die Bäderstraße B 76 verbunden.

Touristische Verkehrsverbindungen[Bearbeiten]

Etwa 20 Kreuzfahrtschiffe fahren pro Jahr den Ostpreußenkai an und bringen Besucher nach Travemünde.[15]

Von April bis Anfang Oktober befahren zweimal täglich kleine Personenschiffe in 90 Minuten die Strecke zwischen der Travemünder Vorderreihe und der Lübecker Drehbrücke. Sie erschließen dabei die Natur- und Industrielandschaft der Trave.[16]

Der von den Naturfreunden Deutschlands initiierte Hanseatenweg verläuft durch Lübeck, Travemünde und den Priwall. Er besteht bereits zwischen den Hansestädten Osnabrück, Bremen, Hamburg, Lübeck, Wismar und Rostock. Geplant ist er für die Gesamtstrecke von Brügge in Belgien bis Narva in Estland.[17]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Alljährlich im Sommer findet unter Federführung des Lübecker Yacht-Clubs (LYC) vom Leuchtenfeld aus die Travemünder Woche mit rund 2500 Aktiven und über 1000 Booten statt, ähnlich der Kieler Woche.[2] Die Travemünder Woche ist eine Segelregatta auf zehn Regattabahnen mit Kielyachten, Katamaranen und Gleitjollen.[18]

Zahlreiche Windjammer treffen sich in Travemünde jährlich zur Baltic Sail.

Daneben gibt es auch laufend kleinere Veranstaltungen.[19]

Zwischen 2002 und 2007 fand in Travemünde alljährlich das Sandskulpturen-Festival Sand World statt.

Schulen[Bearbeiten]

  • Grundschule Steenkamp, Strandweg
  • Stadtschule Travemünde (Grundschule, bis 2009 Grund- und Hauptschule), Hirtengang
  • Schule am Meer (Grund- und Regionalschule), Steenkamp/Ecke Strandweg

Kirchen[Bearbeiten]

  • evangelisch-lutherisch: St. Lorenz, Kirchenstraße / Versöhnungskirche im Pommernzentrum (geweiht 1991)
  • römisch-katholisch: St. Georg, Rose
  • sonstige Glaubensgemeinschaften: Neuapostolische Kirche, Moorredder

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literarisch hat der Lübecker Nobelpreisträger Thomas Mann in den Buddenbrooks den Badeurlaub und Seebadbetrieb des 19. Jahrhunderts festgehalten. Maler wie Edvard Munch, Gotthardt Kuehl, Ulrich Hübner und Erich Dummer stellten das sommerliche Leben im Seebad und Yachthafen dar. Ihre Gemälde sind im Lübecker Kunstmuseum Behnhaus ausgestellt und zeugen von Travemündes Vergangenheit.

Dem Mundartdichter und Erzähler Otto Timmermann (1916–2008), Küster der St. Lorenz-Kirche und Travemünder Original, wurde 2002 auf dem alten Marktplatz der Timmermann-Brunnen gewidmet.

Peter Deilmann, der Gründer der durch die ZDF-Fernsehserie Das Traumschiff bekannten gleichnamigen Peter Deilmann Reederei aus Neustadt in Holstein, VIVA-Moderatorin Gülcan Kamps (geb. Karahancı), Rötger Feldmann alias Brösel, deutscher Comiczeichner, Peter Nogly, deutscher Fußballnationalspieler und der Fußballtrainer Bernd Schröder wurden in Travemünde geboren. Antje Buschschulte, Schwimmweltmeisterin, wuchs in Travemünde auf und Eckhard Dagge, zweiter deutscher Boxweltmeister nach Max Schmeling, begann den Boxsport in Travemünde.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Travemünde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Travemünde – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ab nach Travemünde. In: Hamburger Abendblatt vom 17. Juli 2010, Magazin S. II
  2. a b c d e LN-Serie: Was in Lübeck zählt (37). Travemünde. In: Lübecker Nachrichten vom 20. November 2009,S. 13
  3. Maritim Strandhotel Travemünde (Hrsg.): Travemünder Gäste-Info, Ausgabe 2-2011, S. 4
  4. Restaurant in Travemünde mit drei Michelin-Sternen
  5. Eva-Maria Mester: Neue Promenade - Schiffe gucken von der Strandbar aus. In: Bergedorfer Zeitung vom 23. Juni 2012, S. 5
  6. Herzlich willkommen im Travemünder Strandbahnhof, luebecknews.de vom 23. Mai 2006
  7. Laut mündlicher Auskunft der Friedhofsverwaltung Travemünde sind in diesen Kriegsgräbern keine Opfer der Bombardierung der Cap Arcona beigesetzt.
  8. Gefallenendenkmäler: Lübeck-Travemünde im Dr.-Zippel-Park für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs
  9. Gästeführer Lübeck und Travemünde. Verlag Schmidt-Römhild, Lübeck 2008, S. 16, 25, 28
  10. Lübeck und Travemünde Tourismus-Zentrale: Navigation Travemünde. (Stadtplan)
  11. Kalvarienberg, Aufruf 2. Dezember 2011
  12. Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (Hrsg.): Gartenrouten zwischen den Meeren. Route 5: Lübeck. 2. überarbeitete Auflage, Kiel, Mai 2010
  13. Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH: Lübecker Hafennachrichten, Dezember 2008.
  14. LKW-Irrfahrten. In: Travemünde aktuell, September 2011, S. 4.
  15. Travemünde aktuell, Mai 2010, S. 26-27
  16. Internetseite Traveschifffahrt
  17. Infotafel Hanseatenweg der Naturfreunde Deutschlands, Landesverband Schleswig-Holstein an der Mecklenburger Landstraße 128 sowie Naturfreunde Deutschlands, Landesverband Schleswig-Holstein Hrsg.: Hanseatenweg von Lübeck über Wismar nach Rostock. Faltblatt von ca. 2005.
  18. Ab nach Travemünde. In: Hamburger Abendblatt vom 17. Juli 2010, Magazin S. II
  19. Neuigkeiten und Veranstaltungen aus Travemünde