Lübz
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Ludwigslust-Parchim | |
| Amt: | Eldenburg Lübz | |
| Höhe: | 50 m ü. NN | |
| Fläche: | 49,12 km² | |
| Einwohner: |
6.152 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 125 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 19386 | |
| Vorwahl: | 038731 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PCH | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 76 089 | |
| Stadtgliederung: | 6 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Am Markt 22 19386 Lübz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Gudrun Stein | |
| Lage der Stadt Lübz im Landkreis Ludwigslust-Parchim | ||
Lübz ist eine an der Müritz-Elde-Wasserstraße gelegene Kleinstadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist Sitz des Amtes Eldenburg Lübz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die Stadt liegt in den Niederungen beidseits der Müritz-Elde-Wasserstraße. Während es im Stadtgebiet selbst keine größeren Seen gibt, grenzt es im Norden an den Passower See. Die im Osten des Stadtgebietes befindlichen Höhen liegen etwa vierzig Meter über der Stadt bei 103,5 m ü. NHN. Hier befindet sich auch das Waldgebiet Bobziner Tannen östlich von Riederfelde. Östlich von Lübz liegt das bewaldete Naturschutzgebiet Im neuen Teich und im Norden das Naturschutzgebiet Alte Elde bei Kuppentin.
Die Gemeinde liegt etwa 15 Kilometer östlich von Parchim und zirka 15 Kilometer westlich von Plau am See.
[Bearbeiten] Ortsteile
- Bobzin
- Broock
- Lübz
- Riederfelde
- Ruthen
- Wessentin
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Name
1224 hieß der Ort Lubicz. Der Name veränderte sich in Louize (1274), Lubicz (1317), Lubitze (1328) und Lubisse (1377), danach verkürzt Lubcze (1322) und Luptz (1342) und im 16. Jahrhundert dann Lübz. Der altpolabische Name der Stadt kam vom Personennamen Lubec (Ort des Lubec), also von dem slawischen Ortsgründer. L'uby würde übersetzt heißen geliebt. Lübz ist nicht nur danach die geliebte Stadt.[2]
[Bearbeiten] Mittelalter
Im Jahr 1224 wurde Lübz erstmals urkundlich erwähnt. Fünf Jahre später fällt die „Landschaft Ture“, also die Region um das heutige Lübz, bei der Ersten Mecklenburgischen Hauptlandesteilung an die Herrschaft Parchim-Richenberg. Nach der Entmachtung von Pribislaw I. und der Aufteilung der Herrschaft gelangte Nikolaus I. von Werle in den Besitz der Region. Mit Beginn Norddeutschen Markgrafenkrieges im Jahr 1308 wurde die Region von den brandenburgischen Markgrafen besetzt. Die brandenburgischen Markgrafen Otto IV. und sein Sohn Hermann III.) bauen bei der Siedlung Lübz die Eldenburg. In der lübischen Detmar-Chronik heißt es dazu: Des sulven jares weren de marcgreven wol mit ver dusent groten rossen unde mit vele anderen volke in deme lande to wenden unde bueden dat vaste hus de eldeneborch, dat oc lubyze is gheheten.... Während dessen stirbt Hermann III.. Die Brandenburger müssen die Eldenburg Ende des Krieges wieder räumen. Seit 1328 gehört Lübz zum Fürstentum Mecklenburg, dies wird 1348 vom Kaiser Karl IV. bestätigt. 1352 wird der Ort bei der Landesteilung Mecklenburg-Stargard zugeschlagen. Bereits 1471 stirbt die Linie aus und die Stadt kommt zum Herzogtum Mecklenburg. Nach 1456 erhält Lübz das Stadtrecht.
[Bearbeiten] 16. bis 19. Jahrhundert
Die Eldenburg wurde im 16. Jahrhundert zum Schloss umgebaut und bis 1634 als ein Witwensitz der herzoglichen Familie genutzt. Hier lebte u. a. die legendäre Herzogin Sophie († 1634), die mit den Bürgern tapfer gegen Wallenstein Widerstand geleistet hatte. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Lübz 1637 von kaiserlichen Truppen geplündert. Lübz wurde immer wieder von Bränden heimgesucht.
Das leerstehende und verfallene Schloss wurde bis auf den Amtsturm ab 1691 abgerissen. Seit dem 17. Oktober 1976 beherbergt der letzte Turm der einstigen Eldenburg das Stadtmuseum.[3] Auf den Gewölben des alten Schlosses wurde ab 1759 ein herzogliches Amtshaus errichtet. 1774 erfolgte der Bau einer Brücke und einer Schleuse. 1836 wurde die Elde zum Schifffahrtsweg aufgebaut und 1846 entstand die Fangschleuse. 1877 wurde die Brauerei gegründet. Einen Bahnanschluss erhielt die Stadt 1885. Aus der Landstadt wurde eine kleine Industriestadt.
[Bearbeiten] Neuere Geschichte
Das einstige Großherzogliche Amt (ab 1815), seit 1919 Amt Lübz-Marnitz, wurde 1925 aufgelöst und in das Gebiet des Amtes Parchim einbezogen. 1934 wurde der Hafen gebaut. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 52 Frauen aus der Sowjetunion bei der Verlegung von Bahngleisen sowie weitere Zwangsarbeiter in den Heinkel-Flugzeugwerken Zwangsarbeit verrichten. Geplant war gegen Ende des Krieges auch der Aufbau eines KZ-Außenlagers, wofür bereits erste Baracken am Neuen Teich errichtet wurden. Ein Erinnerungszeichen an diese Lager gibt es nicht.
Am 2. Mai 1945 marschierte die US-amerikanische und am 3. Mai die sowjetische Armee in Lübz ein. Das Gebäude der früheren Kreissparkasse (früher Rathaus, heute Supermarkt) war Sitz der sowjetischen Kommandantur. Bürgermeister war 1945 Paul Koch, ihm folgte bis 1950 Paul Graepp.
Ende 1945 erfolgte bereits die erste Bodenreform. 23 Neubauern wurden auf der Gemarkung des Bauhofes angesiedelt. 1952 wurde dann die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet. Von 1952 bis 1990 war Lübz Kreisstadt im Bezirk Schwerin. Der Ort hatte 5800 Einwohner.
1960 wurde ein Milchzuckerwerk (Molkerei, Käserei), 1964 das Gemüsekombinat, 1968 der VEB Getreidewirtschaft errichtet, 1972 das Agrochemische Zentrum (ACZ) und 1984 die Mineralwollewerke (nach 1990 zu ISOVER gehörend) gegründet. In den 1960er bis 1980er Jahren wurde ein Neubaugebiet mit 885 Wohnungen in Plattenbauweise errichtet.
Innenstadt und Amtshaus wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 saniert (Brücken, Freiraum Burghügel, Markt).
[Bearbeiten] Eingemeindungen
Am 1. Januar 2009 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Broock mit ihren Ortsteilen Broock und Wessentin nach Lübz eingemeindet.[4] Das Gemeindegebiet vergrößerte sich dadurch von 31,02 km² auf 49,12 km².
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 58 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Gold ein hersehender, gold gekrönter schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem roten Maul, silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge, in sieben Spitzen abgerissenem Halsfell und silbernen Hörnern; beseitet von je einem facettierten roten Stern.“
Das Wappen wurde 1992 neu gezeichnet.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Lübz unterhält Städtepartnerschaften zu Halstenbek in Schleswig-Holstein, Hartkirchen in Österreich und Oyama in Japan. Zudem bestehen freundschaftliche Beziehungen zu Valga in Estland.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Der historische Stadtkern wurde nach 1991 saniert. Zum Kern gehören Marktplatz, Ziegenmarkt, Amtshaus, Rosengarten und die Eldebrücken.
- Die Stadtkirche ist ein lang gestreckter Backsteinbau mit einem Feldsteinsockel, der um 1570 in der Spätgotik entstand. Die schlichte Kirche, mit viergeteilten spitzbogigen Fenstern zwischen den Strebepfeilern, hat einen Westturm mit sparsamen Schmuckformen im Stil der Renaissance. Innen ist der Saal durch eine flache Holztonne überwölbt. An der Ostwand befinden sich u.a. die Grabmale der Herzogin Sophie († 1634), geb. Gräfin von Schleswig-Holstein mit ihrer Tochter und ihrer Enkelin sowie die Wappenbilder dieser Adelshäuser. Die hölzerne Taufe ist von 1605.
- Der spätromanische Amtsturm von 1308 ist der einzige Rest von der Eldenburg, die erstmals 1308 erwähnt wurde. Heute beherbergt er das Stadtmuseum.
- Das herzogliche (1815 großherzogliche) barocke Amtshaus wurde 1759 auf den Fundamenten der mittelalterlichen Eldenburg (später Schloss) errichtet. 1879 erfolgte im Winkel zum Amtshaus ein Anbau. Von 1994 bis 1999 wurden die Gebäude (Architektinnen Bauer & Eifler) und das Umfeld mit Burghügel, Nebengebäude und Treppenturmrampe (Architekt Brendle) saniert und erneuert.
- Die Mühlenbrücke über die Elde
- Der neue Waschhaussteg von 1995/96 (Architekt Klaus Brendle) über die Elde
- Die Schifffahrtsschleuse der Elde ist zu besichtigen
- Die historische Wassermühle mit ihrer Mühlentechnik befindet sich im 1999 sanierten Gebäude Mühlenstraße 26 (Sparkasse). Das Fachwerk-Wohnhaus stammt von 1759. Das Mühlengebäude ist von 1850. Das eingeschossige Lagerhaus von 1827 war ab 1919 eine Ölmühle.
- Die Fachwerkhäuser Mühlenstraße 6, 22, 23, 23a; Am Markt 8, 14, 15; Ziegenmarkt 1, 2, 6, 7; Stiftstraße 11; Kreiener Straße 3, 5; Sägemühlenbrücke 1 und die Gründerzeithäuser Am Markt 10/11, 12, 19; Ziegenmarkt 10, Stiftstraße 3/4
- Das ehemalige Stift mit der Kirche
- Der 37 Meter hohe Wasserturm aus den Jahren 1912/13 mit Aussichtspunkt, dessen Wasserbehälter 150 m³ fasst.[5]
- Das Planetarium
- Brunnen Schirmkinder im Rosengarten von Christian Genschow
- Kriegerdenkmal 1870/71 (geweiht 1885) für den Amtsgerichtsbezirk Lübz mit Reliefs Wilhelm I. und Friedrich Franz II. von Bildhauer Ludwig Brunow
- Ehrenhain für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges (geweiht 1924) im Naherholungsgebiet Neuer Teich (Der Adler des Denkmales ist seit 1945 verschollen)
- Gemeinschaftsgrabanlage auf dem Friedhof mit Gedenkstein für 44 namentlich genannte Zwangsarbeiter(innen) aus mehreren Ländern, die bei der Zwangsarbeit ihr Leben verloren
- Ehrengrab mit Einzelgräbern für Opfer des Faschismus auf dem Friedhof
- Jüdischer Friedhof in der Schützenstraße
- Baudenkmale
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Lübz ist vor allem durch die Mecklenburgische Brauerei Lübz bekannt, in der das überregional verbreitete Lübzer Pils hergestellt wird. Auf den Höhen um die Stadt vor allem im Nordwesten wurden in den letzten Jahren Windkraftanlagen errichtet.
[Bearbeiten] Verkehr
Durch die Stadt Lübz verlaufen die Bundesstraße 191 und die Bahnstrecke Parchim–Neubrandenburg.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger
- Heinrich Friedrich Rudolf Gesellius (1833–1912), Geheimer Sanitätsrat in Lübz, Verleihung August 1909.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Johan Ludvig von Holstein (1694–1763), Kanzler von Dänemark
- Paul Warncke (1866–1933), Bildhauer und Schriftsteller
- Marie Diers (1867–1949), Schriftstellerin
- Wilhelm Ahrens (1872–1927), Mathematiker
- Hugo Voss (1875–1968), deutscher Geodät und zoologischer Sammler
- Paul Schröder (1887–1930), Politiker (DNVP, DVFP)
- Frieda Haller (1888–1972), Politikerin (SPD)
- Otto-Heinrich Drechsler (1895–1945), Bürgermeister von Lübeck und Generalkommissar von Lettland
- Karl Becker (1909–1989), Politiker (SPD)
- Wolfgang Greese (1926–2001), Schauspieler
- Fritz Hollenbeck (* 1929), Schauspieler
- Manfred Knebusch (* 1939), Mathematiker und Hochschullehrer
- Hanna Gienow (* 1943), Politikerin der CDU (Hamburg)
- Gerd Wessig (* 1959), Leichtathlet und Olympiasieger
- Gerald Weiß (* 1960), Leichtathlet
- Karin Strenz (* 1967), Politikerin (CDU)
- Christiane Klonz (* 1969), Pianistin und Komponistin
- René Dettweiler (* 1983), Schwergewichtsboxer
[Bearbeiten] Literatur
- Stadt Lübz, Bauamt: Stadterneuerung Lübz, 1991–2002. Lübz 2002
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2010 (PDF; 522 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ Ernst Eichler und Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern, Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1
- ↑ Die offizielle Website der Stadt charakterisiert den Amtsturm als einen der am besten erhaltenden Wehrtürme in Deutschland. Die neueste Ausgabe des Handbuchs der deutschen Kunstdenkmäler (Dehio) für Mecklenburg-Vorpommern (ISBN 3-422-03081-6, S. 327f.) weiß nichts von einem solchen Superlativ.
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 1. Liste
- ↑ Verein Technisches Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Technische Denkmale und Sehenswürdigkeiten in Westmecklenburg, Schwerin 2002
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur über Lübz in der Landesbibliographie MV
- Stadt Lübz
- Amt Eldenburg Lübz
- Historisch-genealogische Website der Stadt Lübz
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