Lüneburger Heide

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Die Lüneburger Heide (niederdeutsch Lümbörger Heid) ist eine große, geografisch überwiegend flachwellige Heide-, Geest- und Waldlandschaft im Nordosten Niedersachsens in den Einzugsgebieten der Städte Hamburg, Bremen und Hannover. Sie ist benannt nach der Stadt Lüneburg und umfasst den Hauptteil des früheren Fürstentums Lüneburg. Besonders in den zentralen Teilen sind weiträumige Heideflächen erhalten. Sie bedeckten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts weite Teile Norddeutschlands, sind aber inzwischen außerhalb der Lüneburger Heide fast vollständig verschwunden. Die Heidelandschaften sind seit der Jungsteinzeit durch Überweidung der ehemals weit verbreiteten Wälder auf unfruchtbaren Sandböden im Bereich der Geest entstanden. Die noch vorhandenen Reste dieser historischen Kulturlandschaft werden vor allem durch die Beweidung mit Heidschnucken offengehalten.[1] Mit Hinblick auf ihre Landschaftsform ist die Lüneburger Heide für den Tourismus in Norddeutschland von Bedeutung. Sie wird teilweise in Naturparks gepflegt.

Ein charakteristisches Gewächs der Lüneburger Heide: Gemeiner Wacholder (Juniperus communis) [1]
Das eigentliche charakteristische Gewächs der Lüneburger Heide: Sandheidefläche bei Schneverdingen während der Heide-Blütezeit (Mitte August bis Anfang September)
Landschaftstypischer Sandweg durch Heideflächen bei Niederhaverbeck
Karte des Naturraums Lüneburger Heide
Lüneburger Heide
Blick auf den Wilseder Berg

Geografie[Bearbeiten]

Lage und Gliederung[Bearbeiten]

Die Lüneburger Heide liegt zwischen der Elbe im Nordosten und der Aller im Südwesten, zu deren breiten, als Urstromtäler entstandenen Niederungen die Heide markant abfällt. Im Westen geht die Lüneburger Heide in die von Niederungen durchsetzte Stader Geest über und im Osten in die Altmark mit der Lüchower Niederung (Wendland).

Geomorphologisch wird das parallelogrammförmige Gebiet durch Höhenrücken gegliedert, die grob die Form eines N beschreiben. Der Haupthöhenzug der Hohen Heide streicht diagonal von den steilhängigen Harburger Bergen (bis 155 m ü. NHN) im Nordwesten, unmittelbar südlich Hamburgs, über das Hochgebiet um den Wilseder Berg (169 m; mit den Quellgebieten von 4 bedeutenden Heideflüssen) zu den Lüßmoränen im Südosten und ihrem halbinselartigen Ostausläufer Wierener Berge (bis 136 m). In der Ostheide im Osten bildet der nordsüdlich streichende, kuppige Göhrde-Drawehn-Höhenzug (bis 142 m) eine spürbare Grenze zu den Niederungen der Jeetzel in der Altmark. Nach Norden, zum Tal der Elbe, fällt die Ostheide vergleichsweise schroff ab.

Zwischen den nördlichen Teilen von Hoch- und Ostheide, an den Unterläufen von Luhe und Ilmenau, liegt die insgesamt weniger hohe, im Relief bewegtere Luheheide, in deren Osten auch Lüneburg liegt; südöstlich schließen sich das kleinere Bevenser Becken bei Bad Bevensen und das größere Uelzener Becken bei Uelzen an.

Im Südwesten zweigt die inselhafte Falkenberg-Endmoräne (150 m) von der Hohen Heide ab und stellt die mit Abstand höchste Erhebung der Südheide dar. Im Südteil grenzt die Lüneburger Heide westlich an die Lintelner Geest, den Ostteil der zum Naturraum Stader Geest gehörenden Achim-Verdener Geest. Hier finden sich enge Täler, die auch das kennzeichnende Merkmal der angrenzenden Fallingbosteler Heidmark in der westlichen Südheide sind.

Die landschaftsräumliche Bezeichnung Lüneburger Heide ist zwar historisch gewachsen und deckt sich weitgehend mit dem Territorium des Fürstentums Lüneburg, bezieht sich aber dennoch auch auf ein nach geographischen Raumkriterien fassbares Gebiet. Sie ist charakterisiert als Naturraum mit einer spezifischen Kombination von abiotischen Faktoren (Klima, Relief, Wasserhaushalt, Boden, geologischer Bau) und biotischen Faktoren (Flora und Fauna), zum anderen als darauf fußender und wiederum gestaltender Kultur- und Wirtschaftsraum.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten]

Naturräumlich stellt die Lüneburger Heide eine Großregion 3. Ordnung und Haupteinheitengruppe (zweistellig) innerhalb des Norddeutschen Tieflandes (Großregion 1. Ordnung) dar. Sie spaltet sich wie folgt in Haupteinheiten (Regionen 4. Ordnung; dreistellig)[2] und Regionen 5. Ordnung (eine Nachkommastelle; Quellen siehe je bei den Haupteinheiten) auf:

Die Einheiten 643 und 644 werden auch unter Nordheide zusammengefasst; nach dieser Interpretation bestünde die Lüneburger Heide aus nur vier Haupteinheiten.[16]

Viele der gezogenen Landschaftsgrenzen sind nicht linienhaft festlegbar – so etwa die Westgrenze der Hochheide, wo die Endmoränen allmählich in Plateaus und Sander übergehen. Daher weichen auch die Haupteinheiten-Grenzziehungen der verfeinernden Einzelblätter Hamburg-Süd (1964)[8], Lüneburg (1980)[9], Celle (1959)[10] und Salzwedel (1970)[11] sowie, am Südostrand, Braunschweig (1962)[14] erheblich von denen des Handbuchs der naturräumlichen Gliederung Deutschlands (7. Lieferung 1961, Karte von 1960) aus dem gleichen Hause ab. Signifikant verkleinert gegenüber dem Handbuch erscheint speziell der Norden der Hochheide mit den Harburger Bergen. Dieser erscheint auf Blatt Hamburg-Süd als schmaler Streifen, der nur die bewaldete Endmoräne umfasst, während im Handbuch noch die West- (nunmehr Ostflügel der Apenser Lehmgeest, Zevener Geest, Haupteinheitengruppe Stader Geest) und Ostabdachung (nunmehr Harburger Hügelland, Luheheide) den benachbarten Haupteinheiten zugerechnet wurde.

Da sich auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) nach den Grenzen der Einzelblätter richtet bzw. diese sogar vermessen hat, können die Flächenangaben des Handbuchs – 7539,0 km² für die Gesamtheide, 2090,2 km² für die Haupteinheit 640, 2165,4 km² für 641, 2049,8 km² für 642, 518,0 km² für 643 und 715,6 km² für 644[2] – als obsolet betrachtet werden.

Mit Vorsicht zu genießen sind die abweichenden, zum Teil auch irreführenden Namen der BfN-Landschaftssteckbriefe. So werden gelegentlich zwei Einheiten unter dem Namen von einer von beiden zusammengefasst oder aber unter dem Namen einer Haupteinheit wird nur ein Teil von ihr geführt.

Die Einheit 640.1 führt BfN unter „Lüß“, welches zunächst der Name der Bewaldung um Unterlüß ist. Diese beschränkt sich jedoch nicht auf die Endmoräne, und so taucht der Name sowohl als Lüßmoränen (640.10) und Lüß-Hochfläche (640.11) in der Hochheide auf als auch, an dessen Westabdachung, als Lüßplateau (641.19) in der Südheide. Diese erreicht am Haußelberg immerhin 118 m ü. NHN und übersteigt auch insgesamt ihre westlichen und südlichen Nachbarlandschaften deutlich, unterscheidet sich jedoch in Böden und Vegetation deutlich von den Endmoränen.[10]

Hohe Heide[Bearbeiten]

Die Hohe Heide besteht aus einer Staffel von Endmoränen des Inlandeises der Saale-Eiszeit (230.000–130.000 Jahre vor heute) mit dem Wilseder Berg als Zentrum. Mittlere Höhe und Reliefenergie sind hier größer als in den anderen naturräumlichen Einheiten der Lüneburger Heide. Kennzeichnend sind trockene Hügelkuppen, periglazial entstandene Trockentäler und Senken wie beispielsweise der Totengrund. Insbesondere hier finden sich noch Heidelandschaften. Die meisten davon liegen im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide und sind von hoher touristischer Bedeutung. Daneben existieren aber auch ausgedehnte Kiefernforsten.

Südheide[Bearbeiten]

In der Südheide dominieren ausgedehnte, wellig bis sanft hügelige Sanderflächen, Grundmoränenplatten und Endmoränenreste älterer Eiszeiten. Lediglich die Falkenberg-Endmoräne weist eine Reliefenergie auf, die in Teilen sogar die der Hohen Heide übertrifft. Große Heideflächen sind noch auf den Truppenübungsplätzen bei Bad Fallingbostel und Munster vorhanden, die aber für den Tourismus gesperrt sind. Aber auch die Osterheide bei Schneverdingen im NSG Lüneburger Heide gehört zu dieser naturräumlichen Einheit. Auf den Höhen zwischen Schneverdingen und Walsrode finden sich größere Moore wie das Pietzmoor und das Grundlose Moor. Einen großen Anteil der Südheide bedecken inzwischen Kiefernforste.

Ostheide[Bearbeiten]

Die von zahlreichen Endmoränen durchzogene Ostheide erstreckt sich am östlichen Rand der Lüneburger Heide von Lüneburg bis nördlich von Wolfsburg. Teilweise wird der Boden dieser Region intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die nördlichen Teile, die so genannte Göhrde und der stark kuppige Drawehn, sind dagegen genauso wie die südlichen Endmoränenzüge größtenteils bewaldet.

Uelzener und Bevenser Becken[Bearbeiten]

Die Grundmoränenlandschaft des Uelzener Beckens wird überwiegend agrarisch genutzt. Auf den umliegenden Höhenzügen finden sich aber auch einige Kiefernforste. Ausgedehnte Heideflächen gibt es hier zum Beispiel noch in der Ellerndorfer Heide im westlichen Landkreis Uelzen oder der Klein Bünstorfer Heide.

Luheheide[Bearbeiten]

Die Endmoränenzüge der Luheheide fallen mit einer deutlichen Randstufe zum Elbtal ab. Sie ist durch die sämtlich nach Norden zur Elbe hin entwässernden Flüsse wie Seeve, Aue, Luhe stark zerschnitten. Die dazwischen liegenden Bergrücken sind bewaldet und kaum besiedelt. Siedlungen drängen sich in den Tälern zusammen. Heideflächen sind in diesem Teilgebiet kaum mehr vorhanden, sie wurden meistens mit Kiefern aufgeforstet.[17]

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Das Gebiet der Lüneburger Heide erstreckt sich über die Landkreise Celle, Gifhorn, Heidekreis, Uelzen, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und den Südostteil des Landkreises Harburg. Es umfasst damit den Hauptteil des Regierungsbezirks Lüneburg in seinen Grenzen bis 1978.

Der Landkreis Rotenburg (Wümme) gehört historisch zum ehemaligen Regierungsbezirk Stade, naturräumlich zur Stader Geest und ist somit eher zum Elbe-Weser-Dreieck zu rechnen. Das heute zu Visselhövede gehörende Kettenburg gehörte jedoch ebenso wie die Gemeinde Lauenbrück zum Fürstentum Lüneburg. Außerdem reichen Ausläufer des Naturraumes Lüneburger Heide auch auf den Südosten des Rotenburger Kreisgebiets. Aus Gründen des Regionalmarketings versuchen mehrere Orte des Landkreises Rotenburg, in der Außendarstellung einen Bezug zur deutschlandweit bekannten Lüneburger Heide herzustellen.

Berge, Anhöhen[Bearbeiten]

Die Lüneburger Heide ist allgemein flachwellig reliefiert. Das Relief ist jedoch sehr ungleichartig und umfasst breite Höhenrücken wie den Wilseder Berg (mit 169,2 m.ü.NN höchste Erhebung der Lüneburger Heide), steile Kegel wie den Falkenberg in den Harburger Bergen oder den Tutenberg östlich von Bad Fallingbostel, Hochplateaus wie das Lüßplateau südlich von Uelzen, ausgedehnte, meist nach Süden abfallende Sandebenen (Sander), breite, vernässte Flussniederungen, enge Bachtäler mit verblockten Bachbetten, oder hohe Steilhänge wie am Elbufer bei Hitzacker oder im Böhmetal bei Bad Fallingbostel. Die höchsten Erhebungen der wichtigsten Höhenzüge sind (Höhen in Meter über NN)

  • Zentralheide: Wilseder Berg (169,2 m) (der höchste Berg „weit und breit“, Touristenattraktion); Ahrberg (145 m)
  • Harburger Berge: Hülsenberg (155 m), Gannaberg (150 m), Brunsberg (129 m)
  • Falkenberg-Endmoräne: Falkenberg (150 m), Hakenberg (143 m), Goldbockenberg (129 m)
  • Drawehn (Osthannoversche Endmoräne): Hoher Mechtin (142 m), Pampower Berg (140 m)
  • Lüßplateau: Wierener Berge (136 m), Lüßberg (130 m), Blauer Berg (128 m)

Weitere Anhöhen über 100 m NHN sind: Hingstberg (126 m), Staffelberg (126 m), Hengstberg (121 m), Höpenberg bei Schneverdingen (120 m), Haußelberg (118 m), Breithorn (118 m), Mützenberg (115 m), Tellmer Berg (113 m), Wümmeberg (107,9 m), Schiffberg (107 m), Hummelsberg und Wulfsberg (je 106 m), Drullberg und Thonhopsberg (je 104 m), Kruckberg und Wietzer Berg (je 102 m) sowie Höllenberg (101 m).

Einige dieser Berge wie den Wilseder Berg, den Falkenberg, den Haußelberg, den Breithorn und den Elmhorstberg benutzte der Mathematiker Carl Friedrich Gauß bei seiner Vermessung des Königreichs Hannover (1821–1825) als Dreieckspunkte.[18]

Einige Höhenzüge weisen deutliche Höhenunterschiede auf, auf 1 km erheben sich beispielsweise der Blaue Berg um 60 m, Ahrberg, Wierener Berge und Falkenberg um 70 m, sowie in den Elbhöhen bei Hitzacker der Kniepenberg um 75 m und die Weiße Lissa um 95 m.

Fließgewässer[Bearbeiten]

Das Heideflüsschen Schmale Aue – hier bei Döhle – mündet in die Seeve

Die Heide wird von ihren Flüssen entweder nach Norden zur Elbe hin entwässert oder nach Süden zur Aller hin. Entsprechend dem annähernd diagonal verlaufenden Haupthöhenzug steigert sich die Länge der Allernebenflüsse von Osten nach Westen, die der Elbenebenflüsse in umgekehrter Richtung. Nur die Wümme, die im Wümmegrund (nördlich des Wulfsberg) entspringt und in die die am Westhang des Wilseder Berges entspringende Haverbecke nördlich des Wümmebergs fließt, mündet, als Lesum, in die Weser. Zur Aller fließen die Ise, die Lachte, die Örtze, die Meiße und, als längster Fluss, die Böhme. Sie gehören damit zum Flusssystem der Weser. Zur Elbe hin entwässern die Ilmenau als größter Fluss der Heide überhaupt, die Luhe, die südlich Wehlen (Gemeinde Undeloh) entspringende Seeve und die nahe dem Walderlebniszentrum Ehrhorn entspringende Este, die durch Buxtehude und Estebrügge fließend in Cranz in die Elbe mündet. Nordwestlich von Schwindebeck liegt die Schwindequelle, eine der förderstärksten Quellen Niedersachsens.

Geologie[Bearbeiten]

Die Lüneburger Heide ist oberflächennah fast ausschließlich aus Ablagerungen des Eiszeitalters (Quartär) aufgebaut. Die Landschaft besteht aus flachwellig reliefierter Grundmoräne, aus hügeligen Endmoränenzügen und aus vor der Eisfront abgelagerten ebenen Sandern.

In der Saale-Kaltzeit (230.000–130.000 Jahre vor heute) war das Gebiet der heutigen Lüneburger Heide dreimal von einem Inlandeisschild bedeckt. In der Weichsel-Kaltzeit (110.000–10.000 Jahre vor heute) bedeckte das Inlandeis das Gebiet der Lüneburger Heide nicht mehr; es reichte nur noch bis an die Elbe. Aufgrund der Vegetationsarmut wurde das damals noch stärker ausgeprägte Relief durch Abspülung, Ausblasung und Solifluktion vergleichmäßigt. Es entstanden allerdings auch ausgeprägte Täler wie das der Schmalen Aue mit bis zu 90 Metern Tiefe und Talkessel wie der über 30 Meter eingesenkte Totengrund. Verbreitet liegt an der Oberfläche ein durch Frostwechsel und Bodenorganismen umgelagertes sandiges Grundmoränenmaterial. Es wird als Geschiebedecksand bezeichnet und hat in der Lüneburger Heide eine Dicke von 0,4 bis 0,8 Metern (in Hanglagen bis zu 1,5 Metern).

Klima[Bearbeiten]

Die Lüneburger Heide liegt großklimatisch in der subatlantischen gemäßigten Zone mit milden Wintern und kühlen Sommern bei ganzjährigen Niederschlägen. In der Hohen Heide hat sich ein kleines Bergklima mit niedrigeren Temperaturen und, besonders im Westteil, höheren Niederschlägen als im Umland ausgebildet. Das Lüßplateau ist durch eine besondere Frosthäufigkeit gekennzeichnet.

Klimadiagramm Soltau

Natur[Bearbeiten]

Naturparks und Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Lage des Naturparks Lüneburger Heide

Im Nordwesten der Lüneburger Heide befindet sich das 1130 km² große Gebiet des Naturparks Lüneburger Heide. In dessen Kern liegt das schon 1921 um den Wilseder Berg gegründete Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit 234 km², von denen etwa 58 Prozent Wald- und 20 Prozent Heideflächen sind. Weitere Naturparks in der Region Lüneburger Heide sind der Naturpark Südheide und der Naturpark Elbufer-Drawehn. Ganz im Norden des Gebietes liegt der Naturpark Harburger Berge. Das NSG Lüneburger Heide stellt, zusammen mit den offenen Heideflächen der großen Truppenübungsplätze Munster Nord und Süd sowie dem Truppenübungsplatz Bergen, die größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas dar. Innerhalb des ehemaligen Regierungsbezirkes Lüneburg befinden sich 212 einzelne Naturschutzgebiete (Stand 31. Dezember 2006).[19]

Entstehung und Entwicklung der Heidelandschaft[Bearbeiten]

Lüneburger Heide

Nach dem Ende der Weichseleiszeit (vor 115.000 bis 10.000 Jahren) entstanden auf dem Gebiet der heutigen Lüneburger Heide erste Wälder, die sich infolge der natürlichen Sukzession und aufgrund einer langsamen Klimaverbesserung von Birken-Kiefernwäldern über Haselwälder hin zu lichten Traubeneichenwäldern entwickelten.

Die Heide und ihr Umland gehören zu jenen Gegenden der Norddeutschen Tiefebene, in denen die jägerischen Kulturen des Mesolithikums schon früh von neolithischen Bauern verdrängt wurden. Auf den flachgewellten, sandigen Geestflächen der Lüneburger Heide entstanden bereits in der Jungsteinzeit seit 3000 v. u. Z. durch intensive Beweidung der damaligen Traubeneichenwälder und der damit verbundenen Zerstörung des nachwachsenden Waldbestandes größere offene Flächen, die sich mit einer weitgehend beweidungsresistenten Pflanzenart bestockten, der Besenheide (Calluna vulgaris). Allerdings gelang es den Eichen- und Buchenwaldgesellschaften immer wieder, vom Menschen aufgegebene Heiden zu besiedeln. Über lange Zeiträume hinweg wechselten auf dem Gebiet der Lüneburger Heide Perioden mit einer großen Ausdehnung der Heiden und solche mit einer weitgehend geschlossenen Walddecke und nur kleinen Heideflächen. Zuletzt nahm nach der Zeit der Völkerwanderung der Waldanteil des Gebietes erheblich zu.[20]

Erst ab dem Jahr 1000 zeigen Pollendiagramme einen stetigen Rückgang der Waldbestände und eine erhebliche Ausbreitung der Calluna-Heiden. Dies wird mit der Umstellung von einer ortsungebundenen zu einer ortsgebundenen Landwirtschaft mit Dauersiedlungen in Verbindung gebracht. Es entstand die typische Heidebauernwirtschaft: Aufgrund der armen Böden mussten die wenigen vorhandenen Nährstoffe eines großen Gebietes auf verhältnismäßig kleinen Äckern konzentriert werden, damit dort überhaupt noch Getreide angebaut werden konnte. Dies geschah durch die regelmäßige Abtragung des Oberbodens (Plaggen), der als Streu für die Ställe der Heidschnucken verwendet wurde. Dieser wurde dann – angereichert mit dem Kot und Harn der Schafe – als Dünger auf die Felder aufgebracht.

Weg bei Undeloh
Bodenprofil Heidepodsol mit Ortstein

Durch die sogenannten Plaggenhiebe wurde die Regenerationskraft der Böden erschöpft. Die regelmäßige Abtragung des Oberbodens führte zur Ausbreitung der Heide. Bei der Zersetzung des Heidekrauts sinkt der pH-Wert des Bodens drastisch, gelangt bis in den Eisen-Pufferbereich bei pH 3, was den Prozess der Podsolierung initiiert. Das Bodenleben wird empfindlich gestört, was dazu führt, dass unterhalb der Wurzelschicht der Heide bei etwa 40 cm Tiefe eine verhärtete Bodenschicht entsteht, der undurchlässige Ortstein oder die Ortserde, an der die im Oberboden gelösten Eisen- und Humusteilchen wieder ausfällen. Der Unterboden schottet sich also quasi vom Säureeintrag aus dem Oberboden ab. Aus dem oberen Teil des Bodens sind die Nährstoffe weitgehend ausgewaschen, was zu einer Bleichung führt. Dies verursacht die typischen grau-weißen Wanderwege der Heide.

Weidende Heidschnuckenherde
Schäfer mit Heidschnuckenherde
Der Schafstall – ein für die Heide im 19. und frühen 20. Jahrhundert charakteristisches Gebäude.
Gemälde von Erwin Vollmer, 1904

Die vielfach auch in Büchern geäußerte Ansicht, die Heide sei im Mittelalter durch den Holzbedarf der Lüneburger Saline entstanden, ist nicht klar belegbar[21]: Die Lüneburger Saline benötigte große Mengen Brennholz zum Betrieb der für die Salzgewinnung erforderlichen Sudpfannen. Die benötigte Menge wäre selbst in der Hauptzeit der Produktion (Blütezeit der Hanse) von einer kleineren Waldfläche nachhaltig zu liefern gewesen, die Heide ist jedoch über 7000 km² groß. Auch kam das Holz nicht aus der Heide, sondern über den Wasserweg, insbesondere aus Mecklenburg über die Elbe und aus dem Gebiet des Schaalsees. Der Landweg (es fließen außer der auch damals nur bedingt schiffbaren Ilmenau keine Flüsse aus dem Kernbereich der Heide nach Lüneburg) wäre viel zu kostspielig gewesen. Dies lässt sich nicht nur durch die teilweise noch vorhandenen Lieferscheine nachweisen, sondern auch durch die Tatsache, dass sich um Lüneburg noch große Wälder gehalten haben, z. B. die Göhrde. Schließlich haben sich Heiden vielfach dort entwickelt, wo sich keine Salinen befinden, nämlich in den Schaf-Beweidungsgebieten an den Küsten von Norwegen bis Portugal sowie in Schottland und Irland.

Die Heide ist keine Naturlandschaft, sondern eine erst durch das Eingreifen des Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Um ein Zuwachsen der halboffenen Heidelandschaft durch Bäume, vor allem die Kiefer, teilweise auch die Sandbirke, zu verhindern, lässt man regelmäßig Schafe die Flächen abweiden. Zum Einsatz kommen praktisch ausschließlich die einheimischen Heidschnucken. Damit wird verhindert, das jahrtausendealte Lebensräume mit vielen an diese Landschaft angepassten, häufig sehr seltenen Tier- und Pflanzenarten verloren gehen.

Pflanzengesellschaften[Bearbeiten]

Die potentielle natürliche Vegetation des Gebietes der Lüneburger Heide wäre Hainsimsen-Buchenwald, an sehr trockenen Stellen mit extrem sauren Böden Flechten-Kiefernwald. Aufgrund der intensiven Nutzungseingriffe des Menschen ist diese Vegetation praktisch nirgendwo mehr anzutreffen. Es entstanden vielfältige Ersatzgesellschaften.[22]

In der Lüneburger Heide sind im 20. Jahrhundert zahlreiche Vegetationsaufnahmen durchgeführt worden, so dass sie zu den pflanzensoziologisch am besten untersuchten Gebieten Mitteleuropas zählt.

Heiden[Bearbeiten]

Die Sandheiden sind auf etwa 20 % der Fläche des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide anzutreffen. Sie lassen sich in mehrere Untergesellschaften gliedern, von denen die bedeutendsten hier aufgeführt sind:

Typische Sandheide bei Wilsede
  • Typische Sandheide (Genisto-Callunetum)
Neben der Besenheide (Calluna vulgaris) kommen nur noch wenige höhere Pflanzen vor, von denen keine als gute Charakterart gelten kann. Hier wären insbesondere die Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa) und der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) zu nennen. Die typische Sandheide nimmt den größten Teil der Heideflächen ein. Ihr Anteil hat in den letzten Jahrzehnten auf Kosten von anderen Heide-Untergesellschaften zugenommen. Diese Artenverarmung kann durch den zunehmenden Stickstoffeintrag aus der Luft, die Anhäufung von Rohhumusauflagen und die tendenzielle Überalterung der Heideflächen erklärt werden.
  • Flechtenreiche Sandheide (Genisto-Callunetum cladonietosum)
Sie kann durch das Vorkommen verschiedener Rentierflechten (Cladonia), dem Wimpernmoos (Ptilidium cilliare) und dem Wacholder-Haarmützenmoos (Polytrichum juniperinum) von den anderen Heide-Gesellschaften unterschieden werden. Sie kommt hauptsächlich an trockenen südexponierten Hängen vor. Das Verbreitungszentrum dieses Heidetyps liegt westlich von Niederhaverbeck und bei Sundermühlen.
  • Lehmheide (Genisto-callunetum danthonietusum)
Sie unterscheidet sich von anderen Heide-Gesellschaften durch das Vorkommen von Dreizahn (Danthonia decumbens), Pillen-Segge (Carex pilulifera), Borstgras (Nardus stricta), Feinschwingel (Festuca filiformis), Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella) und Feld-Hainsimse (Luzula campestris). Lehmheiden sind im NSG Lüneburger Heide inzwischen sehr selten geworden. Sie liegen am Wilseder Berg sowie südlich von Niederhaverbeck.
  • Heidelbeer-Sandheide (Genisto-Callunetum, Vaccinium myrtillus Rasse)
Sie zeichnet sich durch das Vorkommen von Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus), seltener von Preiselbeeren (Vaccinium vitis-idaea) aus. Sie ist der zweithäufigste Vegetationstyp der Heideflächen und kommt bevorzugt an Nordhängen, Waldrändern und dichten Wacholderhainen vor. Besonders ausgeprägt ist diese Heide-Gesellschaft am Nordhang des Wilseder Berges, im Stein- und im Totengrund. Dort haben Heidelbeeren stellenweise die Besenheide (Calluna vulgaris) verdrängt.
  • Feuchte Sandheide (Genisto-Callunetum, Molinia-Variante)
Dort kommen Pfeifengras (Molinia caerulea), Glocken-Heide (Erica tetralix) und Rasige Haarsimse (Scirpus cespitosus) vor. Sie tritt auf grundwassernahen Standorten und im Übergang zu Mooren auf. Schwerpunkte sind Flächen nördlich von Wilsede und bei den Hörpeler Teichen.[23]

Wälder[Bearbeiten]

Kiefernforst bei Schneverdingen
Hutewald bei Wilsede
Stühbüsche auf dem Wümmeberg bei Niederhaverbeck

Der größte Teil des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide (etwa 58 %) besteht aus Wäldern und zwar hauptsächlich aus Kiefernforsten, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf ehemaligen Heiden und Flugsanden in Monokultur gepflanzt wurden. Teilweise bewaldeten sich insbesondere die Dünen auch von selbst und zwar ebenfalls mit Kiefern. Ein besonders bekannter „natürlicher“ Kiefernwald sind die Döhler Fuhren zwischen Wilsede und Döhle. Er entstand im frühen 19. Jahrhundert durch Kiefernsamenanflug auf ehemaligen Sanddünen. Es existieren nur noch ganz wenige ältere Traubeneichenbestände, die auf königliche Holzungen zurückgehen, z.B. die Wälder der Hanstedter Berge. An vielen Stellen des Naturschutzgebietes, so auf dem Wümmeberg und beim Hof Tütsberg befinden sich auch sogenannte Stühbüsche, also Bäume, die im Niederwaldbetrieb genutzt und immer wieder geköpft wurden. Inzwischen sind sie jedoch aus dieser Nutzung herausgewachsen und es sind typisch aussehende, mehrstämmige Bäume entstanden. Bei Wilsede existieren noch Reste eines Hutewaldes mit riesigen, mehrschäftigen Buchen. Seltene, vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten der Wälder sind das Moosglöckchen (Linnaea borealis), der Sprossende Bärlapp (Lycopodium annotinum) und der Keulenbärlapp (Lycopodium clavatum).[24]

Die im 19. Jahrhundert in Monokultur aufgeforsteten Wälder erwiesen sich später als außerordentlich problematisch: beim Orkan Quimburga am 13. November 1972 kam es hier zu außerordentlich großen Windwürfen. Diese Windwürfe bildeten die Grundlage für die Waldbrandkatastrophe in der Lüneburger Heide im August 1975. Beide Katastrophen führten zu einem Umdenken in der Forstwirtschaft.

Moore[Bearbeiten]

Auf den Hochflächen der niederschlagsreichen westlichen Lüneburger Heide befinden sich auch größere Hochmoore wie das Pietzmoor, das Grundlose Moor oder als größtes das Große Moor. Bemerkenswert sind kleinere Zwischenmoore in Erdfällen, wie das Kleine Wissahl bei Bomlitz oder die Bullenkuhle bei Bokel (Sprakensehl).

Das größte aktive Moor der Lüneburger Heide ist das Pietzmoor südlich von Schneverdingen. Es wurde jedoch entwässert und bis in die 1960er Jahre wurde dort Torf abgebaut. Der Verein Naturschutzpark hat seit den 1980er Jahren Wiedervernässungsarbeiten durchgeführt. So wurden die Abflussgräben teilweise verfüllt, was zu einem erheblichen Wasseranstieg in den ehemaligen Torfstichen geführt hat. Eine typische Hochmoorvegetation hat sich jedoch noch nicht wieder herausgebildet.[25]

Typische, teilweise andernorts vom Aussterben bedrohte Pflanzen der Heidemoore sind die Glockenheide (Erica tetralix), der Lungenenzian (Gentiana pneumonanthe), die Moorlilie (Narthecium ossifragum), das Torfmoos-Knabenkraut (Dactylorhiza sphagnicola), diverse Sonnentauarten (Drosera), die Rosmarinheide (Andromeda polifolia), die Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos) und diverse Torfmoosarten (Sphagnum)[26]

Tierwelt[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Lüneburger Heide leben viele Tierarten, die an weite offene Landschaften angepasst und durch die Intensivierung der Landwirtschaft in anderen Gebieten teilweise stark gefährdet sind.

Zahlreiche Arten, wie Wisente, Elche und Braunbären, die das Gebiet einst bewohnten, werden neben einigen Exoten, wie Schneeleoparden und Polarwölfen im Wildpark Lüneburger Heide gezeigt.

Säugetiere[Bearbeiten]

Insgesamt kommen in der Lüneburger Heide 38 Säugetierarten vor. Neben den typischen Arten von Wald und Feldflur leben im NSG Lüneburger Heide allein acht Fledermausarten, darunter die Kleine Bartfledermaus (Myotis myasticinus), der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) und die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus).[27]

Wölfe wurden noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Niedersachsen ausgemacht und bejagt. Die letzten Stücke wurden geschossen am 2. Weihnachtstag des Jahres 1838 durch den Förster Vaeß bei Schönewörde im Zuständigkeitsbereich der Oberförsterei Knesebeck (Landkreis Gifhorn), 1840 bei Walsrode, 1842 bei Ehra und bei Nienburg je ein Stück, 1843 bei Rethem, am 11. Januar 1851 von Feldjäger Georg Weber in der Göhrde, am 18. Oktober 1851 durch den Förster Friedrich Lewecke im Wietzenbruch bei Fuhrberg, im Winter 1871 bei Erpensen bei Wittingen und in Kakau (Gemeinde Soltendieck) je ein Stück.[28] Erst im Jahr 2007 und neuerdings wieder 2011 wurden im Gebiet der Lüneburger Heide freilebende Wölfe (Canis lupus) gesichtet.[29]

Vögel[Bearbeiten]

In der Lüneburger Heide leben 189 Vogelarten. Zu den typischen Vögeln der offenen Heide-Landschaften zählen das Birkhuhn (Lyrurus tetrix oder Tetrao tetrix), der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), die Heidelerche (Lullula arborea), der Raubwürger (Lanius excubitor), der Neuntöter (Lanius collurio), das Schwarzkehlchen (Oenanthe oenanthe), der Wendehals (Jynx torquilla), der Grünspecht (Picus viridis), der Steinschmätzer (Saxicola torquata), der Große Brachvogel (Numenius arquata) und die Wachtel (Coturnix coturnix).[30] In der Lüneburger Heide steigt der Bestand der sehr seltenen Birkhühner kontinuierlich an. Im Jahr 2007 sind 78 Exemplare gezählt worden, 13 Tiere mehr als im Vorjahr. Seit 2003 hat sich die Zahl der Tiere verdoppelt.

In den großen, störungsarmen Wäldern des Gebietes leben u. a. der Schwarzstorch (Ciconia nigra), der Kolkrabe (Corvus corax), der Rauhfußkauz (Aegolius funereus), die Hohltaube (Columba oenas) und die Waldschnepfe (Scolopax rusticola).

Trotz aller Anstrengungen sind durch eine nicht ganz zu vermeidende Intensivierung der Landwirtschaft auch im Naturschutzgebiet und durch Verringerung der Heideflächen zahlreiche Vogelarten erloschen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch recht häufig waren, darunter der Triel (Burhinus oedicnemus), die Kornweihe (Circus cyaneus), die Wiesenweihe (Circus pygargus), der Ortolan (Emberiza hortulana), der Wiedehopf (Upupa epops) und die Blauracke (Coracias garrulus).[31]

Reptilien, Amphibien, Fische[Bearbeiten]

Übergangsbereiche zwischen Wald und Heide sowie kleinere Offensandstellen sind wichtige Lebensräume für Reptilien, von denen alle sechs in Niedersachsen vorkommenden Arten auch in der Lüneburger Heide anzutreffen sind, darunter die seltenen Arten Ringelnatter (Natrix natrix), Kreuzotter (Vipera berus) und Zauneidechse (Lacerta agilis). Ein früher recht bedeutender Bestand der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) ist bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in der Lüneburger Heide erloschen.

Viele Amphibienarten leben in feuchten Grünlandbereichen, die in der Lüneburger Heide noch häufiger anzutreffen sind, als in anderen Landesteilen. Beispiele sind Grasfrosch (Rana temporaria), der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) und Moorfrosch (Rana arvalis). An den Oberläufen von Wald- und Heidebächen kommt der Feuersalamander (Salamandra salamandra) vor.

Untersuchungen haben ergeben, dass in den Heidebächen insgesamt 12 Fischarten vorkommen; mehrere von ihnen sind in Niedersachsen stark gefährdet, darunter das Bachneunauge (Lampetra planeri), die Elritze (Phoxinus phoxinus), die Bachschmerle (Barbatula barbatula) und die Groppe (Cottus gobio).[32]

Kultur und Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Fürstengrab bei Niederhaverbeck
Hannibals Grab bei Wilsede
Sieben Steinhäuser, Grab D
Hügelgräber in der Lüneburger Heide

Pollenanalysen zeigen, dass auf den trockenen Geestböden Norddeutschlands seit 3000 v. u. Z. Landwirtschaft betrieben wird. Brandrodungen und Ackerbau auf den pleistozänen Sandböden führten jedoch schnell zur Bodenverarmung. Deshalb konnten die jeweiligen Rodungsflächen jeweils nur kurze Zeit genutzt werden. Die Siedlungen wurden häufiger verlegt und anderswo neue Wälder gerodet. Schon in dieser Zeit entstanden die ersten Calluna-Heiden (siehe oben).[33] Zeugnisse einer relativ dichten Besiedlung finden sich besonders im Landkreis Uelzen. Auf dem Gebiet der Lüneburger Heide existieren zahlreiche Megalithanlagen, Hügelgräber aus der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit, sowie Steinkisten (Steinkiste von Rolfsen). Die bekanntesten sind die Nekropole von Soderstorf, die Oldendorfer Totenstatt und die Sieben Steinhäuser. Aber auch im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide sind noch mehr als tausend Hügelgräber vorhanden, besonders bei Nieder- und Oberhaverbeck. Das größte dieser Art ist das so genannte Fürstengrab. Bei Wilsede befindet sich eine bekannte Stein- und Wacholdergruppe mit dem Namen Hannibals Grab.[34]

Übergang zur sesshaften Landwirtschaft[Bearbeiten]

Nach dem Abzug der Langobarden in der Völkerwanderung gehörte die Lüneburger Heide ungefähr ab dem 8. Jahrhundert zum Stammesherzogtum Sachsen, das von Karl dem Großen im 9. Jahrhundert dem Frankenreich eingegliedert wurde. Die damit einhergehende intensivierte Kontrolle über die Bevölkerung und die Christianisierung führten dazu, dass die ländlichen Siedlungen an einem Ort blieben und nicht mehr verlegt werden konnten. Der Boden musste stärker genutzt werden, was zur Ausbreitung der Heiden führte.[35]

Siedlungen[Bearbeiten]

Heidemuseum Dat ole Huus in Wilsede – ein typisches niederdeutsches Hallenhaus
Früherer Acker und Waldstück bei Wilsede
Wilsede – Mit Steinmauern eingefasste Dorfstraßen

Das Gebiet der Lüneburger Heide war wegen der schlechten Böden immer relativ dünn besiedelt. Bei der in dieser Region dominierenden Heidebauernwirtschaft handelte es sich um eine wenig intensive Form der Landnutzung, die große Ödland- und Heideflächen benötigte. Ein bedeutender zusätzlicher Wirtschaftszweig früherer Jahrhunderte war die Heideimkerei.[36] Die Dörfer waren meistens von kleineren Waldstücken umgeben, teilweise durch Äcker oder Wiesen unterbrochen und gingen ohne scharfe Grenze in die umgebende Landschaft über. Die Gehöfte waren relativ willkürlich angeordnet, manche standen eng nebeneinander; andere lagen in größerer Entfernung. Es handelte sich um lockere Haufendörfer. Um zu verhindern, dass das Vieh die direkt an den Häusern liegenden Gärten zertrampelte, wurden die Dorfstraßen zuerst mit Holzzäunen und später mit charakteristischen Steinmauern eingefasst. Die typische Bauform der Bauernhäuser war das Fachhallenhaus, in dem Menschen und Tiere unter einem Dach zusammenlebten. In einem Dorf gab es nur relativ wenige Vollhöfe. In Wilsede waren dies vier, im Kirchdorf Undeloh elf, wobei es sich schon um eine Ausnahme handelte. Daneben gab es noch Koten, Treppenspeicher, Schafställe und gemeinschaftlich genutzte Backhäuser. Die Höfe selbst waren recht groß. In Wilsede sind alle hier beschriebenen typischen Merkmale eines Heidedorfes noch vorhanden. Das Heidemuseum Dat ole Huus in Wilsede wurde in einem Fachhallenhaus eingerichtet und es vermittelt einen Einblick in die Arbeits- und Lebensverhältnisse einen Heidehofs um 1850.[37] Das Heidemuseum Walsrode war eines der ersten deutschen Freilichtmuseen und präsentiert ebenfalls die Lebensbedingungen der Heidebewohner. In den ländlichen Gebieten der Region spricht man zum Teil bis heute einen plattdeutschen Dialekt namens Heidjerisch. Der Name lehnt sich an die Bezeichnung der Einwohner der Lüneburger Heide – Heidjer – an.

Heideklöster[Bearbeiten]

Im Bereich der Lüneburger Heide haben sich sechs mittelalterliche Frauenklöster (Heideklöster oder Lüneklöster) erhalten, die nach der Reformation in evangelische Damenstifte umgewandelt wurden. Die Klöster bergen interessante Kunstgegenstände, die besichtigt werden können. Es handelt sich um das Kloster Ebstorf, das Kloster Isenhagen, das Kloster Lüne, das Kloster Medingen, das Kloster Wienhausen und das Kloster Walsrode.

Das Ende der Heidebauernwirtschaft im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

„Ein alter Heidjer (Springhorn aus Wilsede), 1912“
Stereoskopie des Celler Fotografen Otto Wolff
Der mit Wacholder bestandene Totengrund
Kiefernforst

Ab dem Jahr 1831 wurden im Königreich Hannover die Feudallasten aufgehoben und die Heideflächen, die bisher Allmende der Dörfer waren, unter den einzelnen Bauern aufgeteilt. Die Heidebauernwirtschaft erlosch gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Viele Bauern verkauften ihr Land an den preußischen Forstfiskus bzw. die Klosterkammer, die es mit Kiefern aufforsteten. Dadurch wurden die Heideflächen erheblich reduziert.

Im Jahr 1800 waren weite Teile Nordwestdeutschlands mit Heiden und Mooren bedeckt. Heute dagegen kommen größere zusammenhängende Heideflächen nur noch im Naturschutzpark Lüneburger Heide sowie auf einigen Truppenübungsplätzen vor.

Kultur und Kunst: Landschaftsbild und Landschaftserleben[Bearbeiten]

Lüneburger Heide
Arnold Lyongrün: Lüneburger Heide bei Wilsede, Ölgemälde 1911
Arnold Lyongrün: Schäfer mit Schafherde bei Wilsede, Ölgemälde 1909
Arnold Lyongrün: Auf blühender Heide bei Wilsede, Ölgemälde 1910

Noch um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert wurden die kargen und fast baumlosen Heideflächen als lebensfeindlich und bedrohlich wahrgenommen. Der dänische Dichter Jens Immanuel Baggesen (1764–1826) beschrieb sie nach ihrer Durchquerung am 22. August 1794 in seinem Reisebericht Labyrinth als eine Wüste, deren „leere Blätter“ zu füllen sich die schriftstellerische Fantasie herausfordert fühle:

„Die ganz neue Natur hier – so verschrieen sie übrigens ist – versuchte mich, eine nähere Bekanntschaft mit ihr zu treffen. Ueberhaupt war es seit meiner Jugend einer meiner Leibwünsche, einmal eine Wüste zu durchwandeln. Eine solche Gegend, ohne Anhöhen, also auch ohne Thäler, ohne wilde oder zahme Laubgewächse, ohne Seen, ohne Bäche, ohne Spuren von Bewohntheit – kann mit einem Folianten verglichen werden, der aus lauter reinen Blättern besteht. [S. 25 …] Je weiter ich vorwärts in meiner Wüste kam, desto angenehmer und interessanter ward sie mir. Freylich entdeckte mein äußerliches Auge nichts als Haide, und hier und dort einzelne verkrüppelte Nadelholzbäume, – Alles lag um mich her in einer unabsehbaren, schwarzgrauen, nackten Fläche verbreitet. [S. 26…] Nichts als Haide und Haide und abermals Haide. […] Alles war leer, einförmig, trocken, kalt, todt, gleichgültig, unausstehlich. [S. 30]“

Jens Baggesen: [38]

Ähnlich äußerten sich wenige Jahre später der Reiseschriftsteller Karl Gottlob Küttner (1755–1805) und der französische diplomatische Agent Michel Ange Bernard de Mangourit:

„Da ich die Hannöverschen Lande in so vielen Richtungen durchwandert habe, so war ich gewiß nicht vorbereitet, eine schöne Natur, Fruchtbarkeit, starke Bevölkerung und hohen Anbau zu erwarten; aber ich dachte nicht, daß es so gar elend wäre. Mich dünkt, es ist, nebst dem Lauenburgischen, der schlechteste Strich von einem solchen Umfange, der mir je vorgekommen ist. Der Boden dieses ganzen Landes ist eine ungeheure Sandwüste, die von Natur entweder ganz nackt ist, oder Heidekraut, oder dünn verstreute, stechende Grashalmen hervorbringt.“

Karl Gottlob Küttner[39]

„Hinter Zelle reißt man wenigstens zwei (Franz.) Meilen weit in Schwarzholze, und von dieser Stadt bis Haarburg, das heißt, in einer Strecke von beinahe zwanzig [Genau genommen ist Zelle von Haarburg nur 13 Meilen entfernt. D. Ueb.] Deutschen Meilen geht der Weg zwar nicht immer über Sand, wohl aber durch Hayden, die man nicht übersehen kann. Es thut Noth, daß man in denselben die Höhe eben so genau beobachtet, wie auf dem Meere, um nur zu wissen, wo man eigentlich ist. Von Zeit zu Zeit kündigen Gänse, Enten, Schaafe von einem erbärmlichen Ansehen (Haydeschnucken) die Nachbarschaft eines armseligen Dorfs, einer elenden Hütte an. Welche Wohnplätze! Ganze Familien mit bleichem Gesicht, mit zerfezten Kleidern, leben, essen, schlafen im Stalle ihres Viehs! In der Nähe dieser wahren Katakomben sieht man einige dünne Roggen- oder Gerstenhalmen, und hier und da ein Fleckchen mit Buchweizen. Das Stroh ist kurz, die Aehren arm und mager. Ohne Bevölkerung hat man keinen Dünger, ohne Dünger keinen Ackerbau.“

Michel Ange Mangourit[40]
Die dunkle Wolke
(in der Lüneburger Heide)
Gemälde von Erwin Vollmer, 1946

Auch das Gedicht Der Heideknabe aus dem Jahr 1844 von Friedrich Hebbel betont die unheimliche Stimmung und die Einsamkeit der Heiden:

[…] Hinaus aus der Stadt! Und da dehnt sie sich,
Die Heide, nebelnd, gespenstiglich,
Die Winde darüber sausend,
Ach, wär hier ein Schritt, wie tausend!

Und alles so still, und alles so stumm,
Man sieht sich umsonst nach Lebendigem um,
Nur hungrige Vögel schießen
Aus Wolken, um Würmer zu spießen […]

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten erstmals durch die Romantik inspirierte positive Beschreibungen der Lüneburger Heide auf. Mit der Industriellen Revolution gewann die „unberührte Natur“ als Kontrast zu den sich rasch entwickelnden Großstädten an Bedeutung. Da die Heideflächen in Norddeutschland durch Ackerbau und Aufforstungen spürbar dezimiert wurden, erschienen sie jetzt als schützenswert. Zahlreiche Schriftsteller und Maler beschrieben die Schönheit der Heiden, insbesondere zur Zeit der Heideblüte im August und September. Wichtige Heidemaler waren Eugen Bracht und Arnold Lyongrün. Als bedeutendster Heidedichter gilt der ob seiner politischen Überzeugungen nicht unstrittige Heimatschriftsteller Hermann Löns (1866–1914), der zeitweise in einer Jagdhütte bei Westenholz lebte. Er verarbeitete die Heidelandschaft in seinen Werken und setzte sich für die Gründung des ersten deutschen Naturschutzgebietes in der Lüneburger Heide ein. 1934 wurde er im Tietlinger Wacholderhain bei Walsrode bestattet. Seine Werke wurden vertont (so Auf der Lüneburger Heide, 1912, von Ludwig Rahlfs) bzw. dienten als Vorlage von Heimatfilmen, die im Gebiet der Lüneburger Heide entstanden und dort spielen, wie Grün ist die Heide von 1932 und das Remake von 1951 sowie Rot ist die Liebe von 1956.

Geschichte des Naturschutzes in der Lüneburger Heide[Bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten]

Um das Jahr 1900 wurden vermehrt Forderungen zum Schutz der inzwischen von Aufforstung und Trockenlegung bedrohten Heide- und Moorflächen Nordwestdeutschlands geäußert. In der Lüneburger Heide setzte sich insbesondere Wilhelm Bode, damals Pastor in Egestorf, für die Erhaltung der inzwischen bedrohten Landschaft ein. Er hatte im Jahr 1905 erfahren, dass es Pläne für die Bebauung des Totengrundes mit Wochenendhäusern gab. Um dies zu verhindern, konnte er Andreas Thomsen aus Münster überzeugen, dieses Gebiet für den Naturschutz zu erwerben. Im Jahr 1909 verhinderten Pastor Bode und Landrat Fritz Ecker die geplante Aufforstung des Wilseder Berges.

Totengrund um 1960

Im selben Jahr erschien in der Zeitschrift Kosmos ein Aufruf von Kurt Floericke – in Anlehnung an die Situation in den USA – auch in Deutschland Nationalparks zu gründen. Um dieses Ziel zu realisieren, wurde am 23. Oktober 1909 in München der Verein Naturschutzpark (VNP) gegründet. Es war geplant, je einen Nationalpark im Hochgebirge, in einem Mittelgebirge und in der norddeutschen Geestlandschaft einzurichten. Bereits im Jahr 1913 hatte der Verein über 13.000 Mitglieder und verfügte damit auch über zunehmende Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Als Standort des norddeutschen Nationalparks wurde die Lüneburger Heide bei Wilsede ausgewählt. Mit den Geldern des VNP konnten bis 1913 mehr als 30 km² Heidefläche gekauft oder gepachtet werden. Im Jahr 1921 wurde durch eine Polizeiverordnung erstmals in Deutschland mehr als 200 km² der Lüneburger Heide unter Naturschutz gestellt. Ein Problem stellte bereits in den 1920er Jahren die ständig zunehmende Besucherzahl dar. Um diese Besucher von den sensiblen Heideflächen fernzuhalten wurde im Jahr 1924 die Heidewacht – eine Freiwilligentruppe – gegründet.

Die NS-Zeit[Bearbeiten]

In die Zeit des Nationalsozialismus fiel die Verabschiedung des Reichsnaturschutzgesetzes im Jahr 1933. Die Lüneburger Heide wurde jetzt auch offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der Verein konnte in den folgenden Jahren Pläne verhindern, dass eine Autobahn durch den Naturschutzpark gebaut und die Heide bei Wilsede als Truppenübungsplatz genutzt wurde. Im Jahr 1933 wurde die Heidewacht aufgelöst, weil sie sich vor allem aus Mitgliedern der sozialdemokratischen Jugendverbände zusammensetzte. 1939 verabschiedete der Verein eine neue Satzung, die das Führerprinzip übernahm und dem Vorsitzenden diktatorische Vollmachten einräumte. Juden durften nicht mehr Mitglied des Vereins werden. Trotz dieser Anpassungen an den NS-Staat sollte der Verein Naturschutzpark im Rahmen der Politik der Gleichschaltung aufgelöst und in einen noch zu gründenden Reichsbund Deutscher Naturschutz unter unmittelbarer Kontrolle des Reichsforstmeisters integriert werden. Nach dem Kriegsausbruch 1939 wurden diese Pläne jedoch nicht mehr weiterverfolgt.[41]

Zwischen 1891 und dem Zweiten Weltkrieg entstanden in der Lüneburger Heide großflächige Truppenübungsplätze, darunter der größte europäische in Form des Truppenübungsplatzes Bergen in der Südheide. Dort wurden zwar die Heideflächen größtenteils erhalten, allerdings sind diese der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

Nachkriegszeit – die Ära Toepfer[Bearbeiten]

Panzerspuren bei Wilsede um 1960
Das Camp Reinsehlen als Ausgangspunkt der britischen Panzerübungstätigkeit 1950–1994 in der Heide, heute bedeutende Sandmagerrasenfläche

Große Teile der dem Verein Naturschutzpark gehörenden Heideflächen bei Schneverdingen wurden nach 1945 von der britischen Rheinarmee als Panzerübungsgelände genutzt. In den 1950er Jahren stießen britische Panzer im Rahmen von Manövern sogar bis zum Wilseder Berg vor. Erst das Soltau-Lüneburg-Abkommen, das im Jahr 1959 zwischen der Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien und Kanada abgeschlossen wurde und 1963 in Kraft trat, legte die Grenzen des Panzerübungsgeländes fest. Durch den andauernden Übungsbetrieb mit Panzern auf den Roten Flächen, die uneingeschränkt genutzt werden konnten, wurde die Vegetation der Osterheide bei Schneverdingen vollständig zerstört und es entstanden weite Sanddünen.

Im Jahr 1953 wurde der wohlhabende Hamburger Getreidekaufmann Alfred Toepfer zum Vorsitzenden des Vereins Naturschutzpark gewählt. Er übte dieses Amt bis 1986 aus. Ausschlaggebend für diese Wahl war unter anderem die Hoffnung, dass es ihm durch seine weitreichenden Verbindungen in Politik und Wirtschaft gelingen würde, die Briten zur Räumung der Roten Flächen bei Schneverdingen zu bewegen. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Alfred Toepfer organisierte tatkräftig erstmals seit der Gründung des Naturschutzparkes eine systematische Heidepflege, vor allem durch die Beweidung mit Heidschnucken. Zudem versuchte er, die zahlreichen, seit der Unterschutzstellung 1921 illegal aufgeforsteten Flächen wieder in Heide zurückzuführen. Dies gelang ihm jedoch nur zum Teil, denn die Forstbehörden leisteten hartnäckigen Widerstand gegen diese Pläne.

In der Ära Toepfer sah sich der Verein Naturschutzpark nicht mehr primär dem Naturschutz verpflichtet, sondern er wollte vor allem den Tourismus fördern, wie folgendes Zitat belegt:

„Stand einst der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt im Vordergrund, so gilt es heute neben dem selbstverständlichen Schutz der Tiere und Pflanzen, weiträumige Erholungslandschaften zu schaffen, die allen Kreisen der Bevölkerung offen stehen. Wir leben im 20. Jahrhundert und wollen an all dem teilnehmen, was die Erfinder und die von ihnen geschaffene Technik uns an Annehmlichkeiten bieten. Naturschutz betreiben heißt darum keinesfalls, gegen die Technik Stellung zu nehmen. Das wäre ein törichtes Beginnen. Neben den Arbeitsstätten der Industrie, fern von qualmenden Schornsteinen und fern vom Lärm der Städte und Dörfer benötigen wir aber auch weiträumige Erholungslandschaften, Gebiete ungestörter Natur, in denen sich gerade die intensiv in der Industrie Schaffenden in ihrer Freizeit erholen und neue Kraft für die Anforderungen des Berufs holen können.“[42]

In den 1980er Jahren zeigte sich auch, dass das von Toepfer vertretene Konzept der Heidepflege mit möglichst großen, homogenen und baumfreien Heideflächen („Postkartenidylle“), die ausschließlich durch große Heidschnuckenherden offen gehalten werden, aus Naturschutzgründen nicht haltbar war. Allein durch Beweidung konnten die großen Ansammlungen von Rohhumus nicht ausgetragen werden. Zudem wurden selbst in der Heide zahlreicher typische Tierarten wie die Heidelerche und das Birkhuhn immer seltener. Zu Beginn der 1980er Jahre brach der Heidebestand großflächig zusammen und es breitete sich die Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa) aus. Um die Zukunft der Heidepflege kam es innerhalb des Vereins Naturschutzpark zum Streit und ein von Alfred Toepfer vorgeschlagener Nachfolger wurde 1986 entgegen seinen Wünschen nicht zum Vorsitzenden gewählt. Enttäuscht zog er deshalb noch in diesem Jahr die ihm persönlich gehörenden Heidschnuckenherden aus dem Naturschutzgebiet ab und stürzte die Heidepflege in eine schwere Krise.

Seit den 1990er Jahren[Bearbeiten]

In der Zeit nach Toepfer hatte der Naturschutz wieder einen größeren Stellenwert im Verein. In den 1990er Jahren wurde erstmals ein nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltetes Pflegekonzept für alle Pflanzengesellschaften ausgearbeitet und mit Hilfe von Geldern des Bundes und des Landes Niedersachsen umgesetzt. Es sah folgende Maßnahmen vor:

  • Ackerflächen: Auf den dem Verein gehörenden Äckern wird die historische Heidebauernwirtschaft nachgeahmt (kein Kunstdünger, keine Pflanzenschutzmittel). Es werden alte Kultursorten wie der Echte Buchweizen (Fagopyrum esculentum) oder Lein angebaut und das Wachstum der Ackerunkräuter gefördert.
  • Wälder: Die zahlreichen Kiefernbestände werden intensiv durchforstet, um hellere Waldtypen mit großen Baumindividuen zu schaffen. Teilweise werden sie mit Buchen und Traubeneichen unterpflanzt. Waldränder zur Heide hin werden besonders stark aufgelichtet und mit Heidschnucken beweidet.
  • Fließgewässer werden renaturiert, Begradigungen und Verrohrungen entfernt. Auf weiten Flächen soll bachbegleitender Erlenwald entstehen.
  • Talauen werden weiterhin mit Rindern und Pferden – jetzt mit der Rasse Dülmener Wildpferd – beweidet, aber mit verringertem Tierbesatz.
  • Heideflächen werden weiterhin durch Beweidung mit Heidschnucken gepflegt, die Beweidungsintensität wird jedoch etwas zurückgenommen. Der Nährstoffaustrag soll zusätzlich durch Mahd, Abbrand und maschinelles Plaggen erfolgen. Illegal aufgeforstete Heideflächen sollen in Heide zurückgeführt werden.
  • Moore wie das Pietzmoor werden renaturiert.[43]

Im Jahr 1994 übergaben die Briten die sogenannten Roten Flächen an den Verein Naturschutzpark, der sie mit Hilfe von Geldern des Bundes und des Landes Niedersachsen in Heiden zurückführte. Inzwischen sind kaum noch Spuren des Panzerübungsbetriebs zu sehen.

Waldbrand in der Lüneburger Heide[Bearbeiten]

Feuerwehrleute bei der Bekämpfung eines Waldbrandes bei Eschede (1975)

Im August 1975 brach in der Südheide der bisher größte Waldbrand in der Bundesrepublik Deutschland aus, der später als Waldbrandkatastrophe in der Lüneburger Heide bezeichnet wurde. Zuerst kam es im südlichen Gebiet bei Stüde, Neudorf-Platendorf, Meinersen und dann bei Eschede bei Celle zu starken Waldbränden, die verheerende Folgen hatten und unter löschenden Feuerwehrleuten mehrere Todesopfer forderten.

Bewerbung als Welterbestätte[Bearbeiten]

Im Jahre 2012 bewarb sich der Verein Naturschutzpark um Aufnahme der Lüneburger Heide als Kulturlandschaft in die deutsche Tentativliste bei zukünftigen Anträgen als UNESCO-Welterbestätte. Eine Expertenkommission unter Führung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur lehnte die Kandidatur ab. Das Ministerium empfahl stattdessen, einen erfolgversprechenderen seriellen Antrag gemeinsam mit anderen „agro-pastoralen“ Orten zu stellen.[44] Dazu erwägt der VNP mit Hilfe der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz, dem Museumsdorf Hösseringen und dem Landkreis Heidekreis eine erneute Bewerbung außerhalb der Tentativliste. Die Bewerbung soll gemeinsam mit anderen Organisationen in europäischen Heide-Weidelandschaften in Frankreich, Norwegen und Portugal erfolgen.[45]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Gebiet der Lüneburger Heide war immer schon dünn besiedelt und ländlich geprägt. Heute leben mehr als 80 Prozent der Bevölkerung der Landkreise Harburg und Heidekreis in Ortsteilen mit weniger als 1000 Einwohnern. Im Vergleich zum niedersächsischen Durchschnitt hat die Landwirtschaft und das Gastgewerbe in diesen beiden Landkreisen eine überproportional große Bedeutung, während in der verarbeitenden Industrie unterdurchschnittlich wenig Menschen beschäftigt sind. Stärker industriell geprägt sind nur kleinere Regionen wie um Uelzen oder um Walsrode (hier besonders Bomlitz). Die Arbeitslosigkeit war im Jahr 2004 geringfügig niedriger als im Landesdurchschnitt.[46]

Fremdenverkehr[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide wird pro Jahr von mehr als vier Millionen Besuchern aufgesucht und ist daher ein bedeutender Tourismusschwerpunkt in Norddeutschland. Die Lüneburger Heide hat eine große Bedeutung als Naherholungsziel für die umgebenden Großstädte Hamburg, Hannover und Bremen. Neben dem Wochenendtourismus hat auch der überregionale Fremdenverkehr eine große wirtschaftliche Bedeutung. Ein Hauptwanderweg durch die Lüneburger Heide ist der Freudenthalweg.

Um angesichts dieser großen Besucherzahlen die empfindlichen Heideflächen zu schützen, ist im Naturschutzgebiet Kraftfahrzeugverkehr grundsätzlich untersagt. Es ist ebenfalls verboten, die Wege zu verlassen. Hunde müssen angeleint werden. Diese Regelungen werden zumindest in den Sommermonaten auch durch die berittene Polizei in Form der Reiterstaffeln Hannover und Braunschweig überwacht.

Besucher können sich somit grundsätzlich nur zu Fuß oder mit dem Rad fortbewegen. Reiten ist nur auf einigen speziell gekennzeichneten Wegen gestattet. Zudem können Besucher auch mit Pferdekutschen nach Wilsede oder zu anderen Heidedörfern gelangen.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Lüneburger Heide führen die Autobahnen A 7, A 27 und A 39 sowie verschiedene Bundesstraßen (3, 71, 440 und andere).

Die Lüneburger Heide wird durch die folgenden Eisenbahnstrecken erschlossen:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Cordes, Thomas Kaiser, Henning von der Lancken: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Geschichte, Ökologie, Naturschutz. Hauschild Verlag, Bremen 1997, ISBN 3-931785-36-X.
  • Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. 5., stark veränd. und verb. Aufl., Ulmer, Stuttgart 1996 (zuerst 1963), ISBN 3-8252-8104-3.
  • Tobias Kleinburg, Johannes Prüter: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Erhaltung und Entwicklung einer alten Kulturlandschaft. Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NAA), Schneverdingen 2006 (Mitteilungen aus der NAA. 17. Jg., Sonderheft 1).
  • Hansjörg Küster: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa. Von der Eiszeit bis zur Gegenwart. Sonderausgabe. Beck, München 1999 (zuerst 1995), ISBN 3-406-45357-0.
  • Rolf Lüer: Geschichte des Naturschutzes in der Lüneburger Heide, Niederhaverbeck 1994.
  • Manfred Lütkepohl, Jens Tönnießen: Naturschutzpark Lüneburger Heide. 2., völlig überarb. Aufl., Ellert und Richter, Hamburg 1999 (zuerst 1992), ISBN 3-89234-300-4.
  • Konrad Maier: Die Lüneburger Heide: Kunst und Kultur im ehemaligen Fürstentum Lüneburg (Deutsche Lande – Deutsche Kunst). München/Berlin 1978.
  • Dirk Mertens u. a.: 14 Jahre Naturschutzgroßprojekt Lüneburger Heide. (PDF; 4,3 MB) Verein Naturschutzpark e.V., Bispingen 2007, ISBN 978-3-00-020718-1 (VNP-Schriften. Nr. 1).
  • Hans Pleschinski: Die Lüneburger Heide. In: Thomas Steinfeld (Hrsg.): Deutsche Landschaften. S. Fischer, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-10-070404-5.
  • Richard Pott: Lüneburger Heide, Wendland und Nationalpark mittleres Elbtal. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1999, ISBN 3-8001-3515-9 (Kulturlandschaften. Exkursionsführer).
  • Roland Pump, Kleines ABC der Lüneburger Heide. Fotografien von Günter Pump, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2009, ISBN 978-3-89876-452-0.
  • Dirk Rademaker, Jens Tönnießen: Lüneburger Heide. Umschau, Frankfurt 1995, ISBN 3-524-63061-8.
  • Horst Brockhoff, Gisela Wiese, Rolf Wiese (Hrsg.): Ja, grün ist die Heide… Aspekte einer besonderen Landschaft (Schriften des Freilichtmuseums am Kiekeberg, Bd. 33). Ehestorf 1998, ISBN 3-927521-34-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lüneburger Heide – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Lüneburger Heide – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Lüneburger Heide – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Der Wacholder-Bewuchs ist u. a. deshalb so charakteristisch für das Landschaftsbild der Lüneburger Heide geworden, weil die Schafe diese Pflanze nicht mögen.
  2. a b Emil Meynen, Josef Schmithüsen et al: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).
  3. a b c d Landschaftssteckbrief 64003 Schwarze Berge des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (640.00),
    Landschaftssteckbrief 64004 Wilseder Berge ("Wilseder Berg") des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (640.01),
    Landschaftssteckbrief 64002 Sprakensehler Endmoränen ("Lüß") des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (640.1),
    Landschaftssteckbrief 64001 Hochheide ohne sonstige Aufgeführte ("Hohe Heide") des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (640.02–640.06)
  4. a b c d e f g Landschaftssteckbrief 64104 Walsroder Lehmgeest des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (641.0),
    Landschaftssteckbrief 64101 Hermannsburger Sandgeest (irreführenderweise: "Südheide") des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (641.1),
    Landschaftssteckbrief 64102 Steinhorster Sand- und Lehmgebiet (irreführenderweise als "Schmarloh" bezeichnet, welcher nur eine Teillandschaft darstellt) des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (641.2),
    Landschaftssteckbrief 64103 Südheidemoore und Gose-Ise-Sandebene ("Südheidemoore") des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (641.3/4)
  5. a b Landschaftssteckbrief 64200 Ostheide des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (642)
  6. a b Landschaftssteckbrief 64300 Uelzener und Bevenser Becken ("Uelzener Becken") des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (643)
  7. a b Landschaftssteckbrief 64401 Luheheide des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) (644)
  8. a b c d Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 57 Hamburg-Süd. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1964. → Online-Karte (PDF; 4,4 MB)
  9. a b c d e Wolfgang Meibeyer: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 58 Lüneburg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1980. → Online-Karte (PDF; 4,8 MB)
  10. a b c d Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 73 Celle. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1959. → Online-Karte (PDF; 3,9 MB)
  11. a b c d e Wolfgang Meibeyer: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 74 Salzwedel. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1970. → Online-Karte (PDF; 4,7 MB)
  12. (Blatt Celle: Hermannsburger Sand-Geest, das jüngere Blatt Hamburg-Süd derselben Autorin ohne Bindestrich)
  13. Bezeichnung von Blatt Salzwedel (1970); Blatt Celle (1959) bezeichnete 641.2 als Sprakensehler Sand- und Lehmgebiet; jedoch liegt Sprakensehl auf Blatt Salzwedel und außerhalb von 641.2 im Lüß.
  14. a b Theodor Müller: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 87 Braunschweig. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1962. → Online-Karte (PDF; 4,8 MB) – nur Randanteile
  15. Bezeichnung von Blatt Lüneburg; das zehn Jahre ältere Blatt Salzwedel des gleichen Autoren benutzt, wie auch das noch einmal neun Jahre ältere Handbuch (7. Lieferung) die Bezeichnung Uelzener Becken und Ilmenauniederung.
  16. Naturräumliche Umwelt Nordost-Niedersachsens, Karte in: Martin Nagel: Umwelt, Besiedlungs- und Kulturgeschichte in Nordost-Niedersachsen während der Älteren Bronzezeit (Magisterarbeit)
  17. Vgl. BFN Landschaftssteckbrief Niedersachsen.
  18. gwdg.de – Übersicht der gemessenen Dreieckssysteme
  19. nlwkn.niedersachsen.de – Naturschutzgebiete in Niedersachsen.
  20. Vgl. Ellenberg 1996, S. 721.
  21. Vgl. Peter-Michael Steinsiek/Johannes Laufer, Quellen zur Umweltgeschichte in Niedersachsen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Ein thematischer Wegweiser durch die Bestände des niedersächsischen Landesarchivs, Göttingen 2012, S. 212.
  22. Vgl. Herrmann Cordes u. a.: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Bremen 1997, S. 174.
  23. Vgl. Herrmann Cordes u. a.: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Bremen 1997, S. 163 ff.
  24. Vgl. Herrmann Cordes u. a.: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Bremen 1997, S. 113 ff. und S. 174.
  25. VNP-Schriften 1: 14 Jahre Naturschutzgroßprojekt Lüneburger Heide. Niederhaverbeck 2007, S. 92 ff.
  26. Vgl. Herrmann Cordes u. a.: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Bremen 1997, S. 183 f. und S. 193.
  27. Vgl. Herrmann Cordes u. a.: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Bremen 1997, S. 213 ff.
  28. Ausführlich: Matthias Blazek: „Förster Levecke erlegte in unserer Heimat 1851 den letzten Wolf.“ Geschichtliches aus den Ortsteilen der Gemeinde Adelheidsdorf, Serie, Teil 59, Wathlinger Bote vom 13. Juli 2013.
  29. www.lausitz-wolf.de.
  30. Tobias Kleinburg, Johannes Prüter: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Schneverdingen 2006, S. 22 ff. und Herrmann Cordes u. a.: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Bremen 1997, S. 209 ff.
  31. Vgl. Herrmann Cordes u. a.: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Bremen 1997, S. 229.
  32. Vgl. Herrmann Cordes u. a.: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Bremen 1997, S. 231 ff.
  33. Vgl. Hansjörg Küster: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa. S. 101 ff.
  34. Vgl. Herrmann Cordes u. a. (Hrsg.): Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, S. 49 ff.
  35. Vgl. Hansjörg Küster: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa. S. 163 ff.
  36. Siehe auch: Heideimkerei im Naturpark Südheide.
  37. Vgl. Herrmann Cordes u. a. (Hrsg.): Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. S. 73 ff.
  38. Wandsbeck bis Pyrmont. Uebersetzung aus Baggesens Labyrinth von Carl Friedrich Cramer. Altona und Leipzig 1795. Seite 24 ff. books.google. Originalausgabe: Labyrinthen. 1. Deel. Den Lüneburgske Hede. Seite 224 ff. books.google: „Den ganske nye Natur her – saa udskregen den for Resten er – fristede mig til nøiere Bekiendskab. Overalt fra min Barndom af var det eet af mine Livønsker, engang at giennemvandre en Ørk. En saadan Egn uden Høie, altsaa og uden Dale, uden vilde eller tamme Løv-Vexter, uden Søer, uden Bække, uden Tegn til Beboelse – kan lignes med en Foliant som bestaaer af lutter rene Blade. […] Jo længer jeg kom frem i min Ørk, jo behageligere og interessantere blev den mig. Rigtig nok opdagede mit udvortes Øie intet uden Lyng og hist og her enkelte vantrevne Naaletræer – alt omkring mig laae udstrakt i en uafseelig sortegraae nøgen Flade. […] Intet uden Lyng, og Lyng og atter Lyng! […]alt var tomt, eensformigt, tørt, koldt, dødt, ligegyldigt, utaaleligt.”
  39. Karl Gottlob Küttner: Reise durch Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen und einen Theil von Italien in den Jahren 1797, 1798, 1799. Vierter Theil. Zweyte verbesserte Ausgabe. Leipzig 1804. Hamburg, den 29sten August 1799. S. 414 books.google
  40. Michel Ange Bernard de Mangourit: Der Hannöverische Staat in allen seinen Beziehungen. Geschildert in den Jahren 1803 und 1804. Nach dem Französischen des Mangourit, Hamburg, bei Adolph Schmidt, 1805. Seite 40 books.google. Originalausgabe: Voyage en Hanovre, fait dans les années 1803 et 1804; Contenant la description de ce pays sous ses rapports politique, religieux, agricole, commercial, minéraligique, etc. DENTU, Paris 1805 , S. 55 books.google: „En quittant Zell, on traverse un bois noir pendant au moins deux lieues; et de cette ville à Haarbourg (dans une longueur d'environ vingt milles d'Allemagne), on ne passeras toujours sur des chaussées de sable, mais dans des landes à perte de vue. On y peut prendre hauteur comme en mer, pour savoir où l'on est. De loin en loin, des oies, des canards, des moutons d'une espèce misérable, indiquent la vicinité d'un hameau chétif ou d'une habitation. Quels repaires! Des familles au teint hâve, aux vêtemens déchirés, devisent, dînent et dorment dans l'étable de leurs bestiaux. Auprès de ces véritables catacombes, s'élèvent de minces tuyaux de seigle et d'orge, et ça et là des touffes de sarrasin. Les pailles, en sont courtes et les épis grêles. Sans population; point d'engrais; sans engrais, point d'agriculture.”
  41. Vgl. Lüer: Geschichte des Naturschutzes etc., S. 125 ff.
  42. Zitiert nach Lütkepohl/Tönnießen: Naturschutzpark Lüneburger Heide, S. 31.
  43. Vgl. Dirk Mertens etc.: 14 Jahre Naturschutzgroßprojekt Lüneburger Heide, S. 33 ff.
  44. Pressemitteilung: „Altes Land“ und „Rundlingsdörfer des Hannoverschen Wendlandes“ werden für die deutsche Tentativliste gemeldet des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur vom 18. Juni 2012
  45. Heideregion bewirbt sich erneut als Unesco-Weltkulturerbe, in: Hamburger Abendblatt vom 20. Juni 2012.
  46. Vgl. Tobias Kleinburg, Johannes Prüter: Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. S. 27 f.
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53.1686138888899.9396944444444Koordinaten: 53° 10′ 7″ N, 9° 56′ 23″ O