Lünette (Festungsbau)

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Lünette II der Zitadelle Petersberg (errichtet 1708)

Lünette bezeichnet im frühneuzeitlichen Festungsbau eine meist halbrund angelegte, also einem Halbmond (franz. Lunette, kleiner Mond) ähnelnde Anlage ähnlich wie Ravelins. Brockhaus definiert die Lünette als in der Befestigungskunst eine hinten offene oder halbgeschlossene Feldschanze, mit zwei Facen und zwei Flanken [Abb. 1091],[1] welches bis zu 200 Mann aufnehmen kann.[2]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Eine Lünette ist ein selbstständiges Festungswerk, das im Grundriss einer Bastion ähneln kann. Die Rückseite einer Lünette, Kehle genannt, konnte offen sein oder durch eine Mauer, eine Palisade oder einen Erdwall gesichert werden. Lünetten waren meist durch einen geschützten Gang mit der äußeren Umwallung einer Festung verbunden. Detachierte Forts, also vollständig von der Umwallung abgesonderte, weit vorgeschobene Werke, besaßen häufig die Form von Lünetten. Die Lünette ist nicht mit der Demi-lune zu verwechseln, die im Graben vor einer Bastionsspitze errichtet wurde.

Lünetten wurden häufig zusammen mit Ravelins (Wallschilden) als Außenwerke vor die Hauptwälle von Festungen gelegt. Ein Ravelin lag zwischen, die Lünetten vor den Bastionen. In Deutschland haben sich nur wenige Beispiele von Lünetten vollständig erhalten (Zitadelle Petersberg, Erfurt). Hier flankiert noch eine Lünette den Ravelin Anselm, das südliche Gegenstück vor der Bastion Gabriel ist heute verschwunden. Auch in Köln sind noch Teile einer Lünette der ehemaligen Großfestung dokumentierbar. Hier hatten die Lünetten die vollständige Form von Bastionen mit je zwei Facen und Flanken. Der äußere Festungsgürtel wurde noch durch zahlreiche Forts ergänzt.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 92.
  2. Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 43.
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