Lünette (Uhr)
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Kleinuhr [Bearbeiten]
In Kleinuhren (also tragbare Uhren, Armband- und Taschenuhren)[1] ist die Lünette (von franz. lunette für "kleiner Mond") ein Teil des Uhrgehäuses. Es handelt sich dabei um einen Ring, der zifferblattseitig auf den Gehäusekorpus montiert ist. Dieser Zierring kann fest mit dem Uhrengehäuse verbunden oder manchmal auch drehbar sein. Der Ring ist mit einer Nut versehen, in die das Uhrglas eingelegt ist.[2]
Wenn die Lünette drehbar ist, eignet sie sich dazu, Zeiten zu markieren (z. B. bei Taucheruhren die Tauchzeit), eine zweite Lokalzeit sowie Winkel anzuzeigen oder schnelle Berechnungen auszuführen. Die Bestimmung des Südens anhand des Stundenzeigers und dem Zifferblatt oder der Lünette ist bei Analoguhren aufgeführt.
Geläufige Beispiele sind die Pulsfrequenz bei einem Chronographen mit Pulsometer-Skala (auch Doktor-Skala), die Atemfrequenz bei einem Asthmometer,[3] die Geschwindigkeit bei einem Chronographen mit Tachymeter-Skala oder allgemeine Berechnungen wie bei einer Rechenscheibe oder einem Rechenschieber (z. B. die MIMO Loga). Für Pulsometer-, Asthmometer- und Tachymeterskalen muss die Lünette nicht drehbar sein, daher sind diese Skalen gelegentlich alternativ auf dem Zifferblatt aufgedruckt.
Bei einer der ersten beiden Automatikuhrenmodelle (mit rundem Uhrengehäuse) von John Harwood und Blancpain aus dem Jahr 1926 sowie bei der Drehganguhr Freak von Ulysse Nardin dient die Lünette zur Einstellung der Uhrzeit. Lünetten an speziellen Taucheruhren sind in der Regel nur entgegen dem Uhrzeigersinn drehbar. Dadurch kann bei versehentlichem Verstellen eine zu geringe, aber nie eine zu große Zeitreserve angezeigt werden. Bei der ersten Taucheruhr von Jaeger-LeCoultre, der Deep Sea Automatic Alarm, war zwar eine Lünette vorhanden, sie war jedoch bei diesem Modell noch nicht drehbar. Bei einigen Modellen der Herstellers Timex dient die drehbare Lünette zur Schnelleinstellung der Alarmzeit.
Großuhr [Bearbeiten]
Bei Großuhren (ortsfeste Tisch-, Wand-, Stand- und Turmuhren)[4] wird ein Zierreif um das Zifferblatt als Lünette bezeichnet. Bei historischen Wiener Regulatoren des Biedermeier sind die Lünetten oft mit einer maschinell erstellten geometrischen Ziergravur (Guilloche) versehen. Einfachere Ausführungen der Lünettenzier sind aus Bronze gegossen oder mit einem Rändelwerkzeug in das massive Material eingedrückt. Heute werden bei Großuhren, sofern überhaupt noch Zierreifen verwendet werden, überwiegend Lünetten aus dünnem Stanzblech gefertigt.
Bei hochwertigen Großuhren ist die Lünette in der Regel nicht Träger des Uhrglases. Das Uhrglas wird in diesem Fall in die frontseitige Holztür des Uhrgehäuses montiert.
Viele Tischuhren oder Küchenuhren haben jedoch keine verglasten Holzgehäuse. In diesen Fällen schützt oft eine in die Lünette eingepresste Glasscheibe das Zifferblatt. Zum Zeigerstellen sind diese Klapplünetten oft mit einem Scharnier versehen.
Bilder [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- George Daniels: Watchmaking. Philip Wilson Publishers, London 2011, ISBN 978-0-85667-704-5.
- Hermann Brinkmann: Die Uhrmacherschule, eine Fachbuchreihe für die Berufsausbildung. Wilhelm Knapp Verlag, Düsseldorf 2005, ISBN 3-87420-010-8.
- Michael Stern: Handbuch für das Uhrmacherhandwerk, Arbeitsfertigkeiten und Werkstoffe, Reprint von 1951, Heel Verlag 2010, ISBN 978-3868522884.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ G. A. Berner: Illustriertes Fachlexikon der Uhrmacherei, Stichwort Kleinuhr. Abgerufen am 24. Januar 2012.
- ↑ G. A. Berner: Illustriertes Fachlexikon der Uhrmacherei, Stichwort Lünette. Abgerufen am 24. Januar 2012.
- ↑ G. A. Berner: Illustriertes Fachlexikon der Uhrmacherei, Stichwort Asthmometer. Abgerufen am 24. Januar 2012.
- ↑ G. A. Berner: Illustriertes Fachlexikon der Uhrmacherei, Stichwort Grossuhr. Abgerufen am 24. Januar 2012.