Lütjenburg

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Lütjenburg im Kreis Plön, daneben gibt es noch einen gleichnamigen Ortsteil des Hamburger Stadtteils Kirchwerder
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lütjenburg
Lütjenburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lütjenburg hervorgehoben
54.29472222222210.59138888888933Koordinaten: 54° 18′ N, 10° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Amt: Lütjenburg
Höhe: 33 m ü. NHN
Fläche: 6,15 km²
Einwohner: 5341 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 868 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24321
Vorwahl: 04381
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 048
Adresse der Amtsverwaltung: Neverstorfer Str. 7
24321 Lütjenburg
Webpräsenz: www.stadt-luetjenburg.de
Bürgermeister: Dirk Sohn (CDU)
Lage der Stadt Lütjenburg im Kreis Plön
Karte

Lütjenburg (plattdeutsch Lüttenborg) ist eine Stadt im Kreis Plön in Schleswig-Holstein. Sie ist Verwaltungssitz des Amtes Lütjenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 38 km östlich von Kiel an der Bundesstraße 202 und an dem kleinen Fluss Kossau. Ein Nachbarort ist das Ostseebad Hohwacht.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Lütjenburg um 1895

Die Geschichte Lütjenburgs begann mit einer befestigten Siedlung der Wagrier, die von Saxo Grammaticus Liutcha und von Helmold von Bosau Lutilinburg genannt wurde; sie lag vermutlich am großen Binnensee (Wallanlagen Alte Burg von Stöfs) und/oder am Sehlendorfer Binnensee (Wallanlage Hochborre/Hochborm bei Sechendorf und Futterkamp). Die Binnenseen konnten als Häfen dienen; die Wagrier haben sie für Raubzüge nach Dänemark genutzt. Das führte 1113 zu einem (erfolglosen) dänischen Flottenangriff auf Liutcha. Es kam wiederholt auch zu wagrisch-slawischen Einfällen in die holsteinisch-sächsischen Gebiete westlich des limes Saxoniae. Durch die Feldzüge Heinrichs von Badewide und des holsteinischen Overboden Marcrad wurden die Wagrier um 1138/39 schließlich besiegt und unter deutsche Herrschaft gebracht.

Im Rahmen der Kolonisations- und Missionierungsbemühungen Adolfs II. von Schauenburg wurde etwa 1156 die erste Lütjenburger Kirche errichtet, jedoch nicht bei der alten wagrischen Siedlung, sondern etwas landeinwärts am Kreuzungspunkt zweier Verkehrswege. 1163 fand Bischof Gerold von Oldenburg/Lübeck bereits eine kleine Ansiedlung deutscher Siedler bei der Kirche vor. Die Siedlung entwickelte sich als Rast- und Marktort und erhielt vermutlich noch von Adolf IV. von Schauenburg die Stadtrechte (vor 1239) gemäß dem Lübischen Recht. Zu diesem Anlass wurde mit der Errichtung des heutigen Kirchbaus begonnen. Es ist die älteste Backsteinkirche im Ostseeraum, zunächst hieß sie wohl St.Blasius, seit der Reformation St.Michaelis.

Die Wirtschaft der Stadt basierte auf Landwirtschaft, Handwerk und Handel, jedoch behinderte das Fehlen eines Hafens sowie die Konkurrenz benachbarter Städte wie Kiel (gegründet um 1240), Neustadt in Holstein (gegründet um 1244) und Heiligenhafen (gegründet um 1250) die Entwicklung des Handels erheblich. Aus diesem Grund gab es wiederholt Pläne, die Stadt an die Ostsee zu verlegen, wozu es letztlich jedoch nicht kam. Die wirtschaftliche Lage Lütjenburgs war schließlich so angespannt, dass Adolf VII. 1373 der Stadt eine fünfjährige Steuerbefreiung aussprach, was sehr ungewöhnlich war.

Neuzeit[Bearbeiten]

Um 1497 gab die dänische Krone, der Schleswig und Holstein seit 1460 unterstanden, Lütjenburg als Erbbesitz an Hans Rantzau (1477-1522), den Gutsherr auf Neuhaus (bei Giekau). Das Verhältnis zwischen der Stadt lübschen Rechts und ihren neuen adligen Herren war oft gespannt; in der Grafenfehde, einem Krieg Lübecks gegen Dänemark (und damit auch gegen die als dänische Statthalter und Heerführer fungierenden Rantzaus) 1534-36 schlug sich Lütjenburg auf die Seite Lübecks. Zur Strafe dafür wurde die Stadt in einem Vertrag von 1545 zu Frondiensten für Gut Neuhaus verurteilt. Die fortgesetzten Konflikte zwischen Lütjenburg und Neuhaus wurden von nun an hauptsächlich auf juristischem Wege ausgetragen, wobei die Stadt mit ihrem Versuch, ihre Gerichtshoheit zu verteidigen, scheiterte.

Ferner klagte die Stadt über die Beeinträchtigung ihrer Landwirtschaft durch Jagdtätigkeit des auf den umliegenden Gütern (Neuhaus, Neudorf, Helmstorf, (Water-)Neversdorf, Panker, Hohenfelde, Kletkamp, Klamp) wohnenden Adels, während der Adel seinerseits den Lütjenburgern Diebstahl von Holz vorwarf. Andererseits waren die Lütjenburger Händler auf die Zustimmung der Gutsbesitzer angewiesen, um über Hohwacht Seehandel betreiben zu können.

Im Dreißigjährigen Krieg besetzte 1627 ein kaiserliches Heer die Stadt und plünderte sie; 1643 zahlte Lütjenburg dem schwedischen General Torstensson 1000 Reichstaler (eine sogenannte Brandschatzung), um eine neue Besetzung zu vermeiden. Überdies verwüsteten 1633 und 1645 Feuersbrünste die Stadt.

1639/42 wurde Lütjenburg von den Rantzaus an den Reichsgrafen Christian von Pentz, den Gouverneur von Glückstadt, abgetreten, im Tausch gegen Grossenbrode und Gut Klausdorf. Der neue Besitzer verkaufte die Stadt sowie das Gut Neudorf bereits 1642 dem dänischen König Christian IV. Infolge der sich auch nach 1648 fortsetzenden Kriegswirren war die Stadt schließlich so hochverschuldet, dass Christian V. 1696 ihren Konkurs erklärte.

Während des Nordischen Krieges fiel 1713 der schwedische General Stenbock in Holstein ein; Lütjenburg musste erneut eine Brandschatzung von 2000 Reichstalern aufbringen. Danach blieb es bis zu den Napoleonischen Kriegen weitgehend friedlich und allmählich setzte ein bescheidener Aufschwung ein. Eine Volkszählung im Jahr 1769 ergab 1006 Einwohner. 1813-15 war Holstein durch ein schwedisch-preußisch-russisches Heer besetzt, was auch für Lütjenburg umfangreiche Einquartierungen bedeutete.

Im Jahr 1826 vernichtete ein von der Windmühle ausgehendes Großfeuer etwa ein Drittel der Stadt, darunter auch den Kirchturm; der geschnitzte Hochaltar von 1467 blieb jedoch verschont. Die Windmühle wurde rasch wieder aufgebaut, da sie die Abhängigkeit von der Wassermühle des Gutes Helmstorf verringerte; 1929 brannte sie erneut ab.

Die Schleswig-Holsteinische Erhebung (1848–1851) kostete fünf Lütjenburgern das Leben und Bürgermeister Ludwig Wyneken das Amt, aus dem ihn die dänische Obrigkeit wegen Zweifeln an seiner Loyalität entfernte. Mit dem Ende der dänischen Herrschaft 1864 wurde er jedoch wieder eingesetzt. 1867 wurde Schleswig-Holstein preußische Provinz.

Zwanzigstes Jahrhundert[Bearbeiten]

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Wirtschaft der Stadt einen beachtlichen Aufschwung, insbesondere seit der Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Malente 1892. Eine weitere Bahnstrecke, die Kleinbahn Kirchbarkau-Preetz–Lütjenburg folgte 1910; sie führte zum Ende des Seehandels über Hohwacht. Per Bahn wurden u.a. Vieh, Fleischprodukte und Holz exportiert. Auch der Personenverkehr war ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor; auf der Strecke nach Malente verkehrten täglich 5-6 Personenzüge. Erst 1931 wurde die Straße nach Kiel fertiggestellt (heute Teil der Bundesstraße 202), wodurch Lütjenburg an den Kieler Wirtschaftsraum angeschlossen wurde, nach jahrhundertelanger Ausrichtung nach Lübeck.

Infolge der Industrialisierung entstanden erste Arbeitervereine. Die Lokalpolitik blieb jedoch konservativ geprägt; bis 1918 gab es keine sozialdemokratischen Stadtverordneten. Der wirtschaftliche Aufschwung kam während des Ersten Weltkrieges zum Erliegen. Die Stadt stellte eine Landsturmkompanie sowie eine Küstenschutzkompanie (in Hohwacht stationiert). 168 Soldaten aus Lütjenburg, bzw. den zugehörigen Dörfern und Höfen, fielen im Krieg.

Ende 1930 wurde eine NSDAP-Ortsgruppe in Lütjenburg gegründet; bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 entfielen bereits 52.5 % der Stimmen auf die NSDAP. Bürgermeister Ulrich Günther konnte nach der Machtergreifung im Amt bleiben, da er rechtzeitig in die Partei eingetreten war.

Während des Zweiten Weltkrieges unterhielt das Marinearsenal Kiel optische Werkstätten in Lütjenburg. Etwa 170 Lütjenburger Soldaten fielen im Verlauf des Krieges. Am 6. Mai 1945 besetzten Truppen des 8. Korps der 2. britischen Armee kampflos die Stadt. Die Briten zogen sich jedoch bald wieder zurück, da in Ostholstein das „Sperrgebiet F“, genannt „Kral“, eingerichtet wurde, ein provisorisch weiterhin von der Wehrmacht verwaltetes Gebiet, in dem bis zu 750000 ehemalige deutsche Soldaten interniert wurden. Kommandant des Gebiets war GenLt Wilhelm-Hunold von Stockhausen (1891-1964). Etwa 450 Internierte waren in Lütjenburg untergebracht.

Im Jahr 1950 betrug die Bevölkerung 4860 Einwohner, wovon 2326 Heimatvertriebene aus den Ostgebieten waren. Ein Großteil der Vertriebenen siedelte sich dauerhaft an; 1961 gab es 77 von Vertriebenen neugegründete Wirtschaftsbetriebe, denen 157 einheimische Betriebe gegenüberstanden.

Die Eröffnung der Schill-Kaserne der Bundeswehr im Jahr 1962 bewirkte einen weiteren Anstieg der Bevölkerung um etwa 1000 Menschen. In Lütjenburg war das Flugabwehrlehrregiment 6 der Bundeswehr beheimatet und mit etwa 950 Soldaten stationiert. Ende 2012 wurde die Kaserne geschlossen. 2013 soll die Liegenschaft von der Bundeswehr an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben abgegeben werden.[2]

1970 wurde in Lütjenburg ein SOS-Kinderdorf eröffnet, das zwölfte in Deutschland.

Zum 1. Januar 2008 ist die bis dahin amtsfreie Stadt dem Amt Lütjenburg-Land beigetreten, das seinen Namen daraufhin in Amt Lütjenburg geändert hat.

Politik[Bearbeiten]

Von den 19 Sitzen in der Stadtvertretung erhielten die CDU und die SPD bei der Kommunalwahl 2013 je acht Sitze und die Grünen drei Sitze. Eine grüne Vertreterin ist zwischenzeitlich aus der Partei ausgetreten und nun parteiloses Mitglied der Stadtvertretung. Bürgervorsteher ist Siegfried Klaus (CDU).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Im September 2012 wurde Dirk Sohn (CDU) von der Stadtvertretung zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Lütjenburg ist damit eine der wenigen schleswig-holsteinischen Kommunen, die von der 2012 noch gültigen Regelung Gebrauch gemacht hat, dass Kommunen ohne eigene Verwaltung mit mehr als 4000 Einwohnern einen hauptamtlichen Bürgermeister bestimmen können.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau über grün-silbernen Wellen eine durchgehende, torlose silberne Zinnenmauer, mit breitem Zinnenturm, der ein vierpassförmiges Fenster aufweist und mit zwei auswärts geneigten roten Fähnchen an goldenen Stangen und mit je drei sechsstrahligen goldenen Sternen übereinander besteckt ist; zwischen den Fähnchen ein roter Schild mit silbernem Nesselblatt; beiderseits des Turmes ein sechsstrahliger goldener Stern.“[3]

Jugendarbeit[Bearbeiten]

Die (Sport-)Vereine der Stadt erhalten finanzielle Unterstützung für jedes minderjährige Mitglied und es gibt die Möglichkeit der Investitionshilfe bei außergewöhnlichen Projekten oder Anschaffungen. Außerdem hat die Stadt ein Jugendaktionszentrum (JAZ), das von der Arbeiterwohlfahrt betrieben wird und in dem verschiedene Kurse und Arbeitsgemeinschaften angeboten werden. Weiterhin profitiert die Stadt von der offenen Jugendarbeit des SOS-Kinderdorfs, das seine Tore drei Mal pro Woche für Jugendliche öffnet und einen Gemeinschafts- sowie einen Fitnessraum bietet.

Die in der Gemeindeordnung Schleswig-Holsteins geforderte Interessenwahrung der Kinder- und Jugendlichen wird unter anderem durch den "Stadtjugendring Lütjenburg e.V." umgesetzt. Dieser betreibt unter anderem (mit Unterstützung der Stadt) auch die "Rollende Spielbude", einen Wagen mit Gesellschaftsspielen, Mal-Utensilien und einigem mehr. Dieser wird täglich wechselnd auf den Spielplätzen der Stadt abgestellt und steht somit allen Kindern zur Verfügung.

Soziale Stadt[Bearbeiten]

Die Stadt Lütjenburg nimmt teil am Städtebauförderungsprojekt Soziale Stadt. Im Rahmen dieser Maßnahme entscheidet unter anderem der „Beirat Soziale Stadt“ über die Verteilung eines Budgets von 15.000 Euro jährlich für soziale Zwecke. Gefördert werden beispielsweise Projekte der örtlichen Kindergärten und Schulen, „Elternkurse“, Jugendfahrten oder sonstige Aktionen, die den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zugutekommen. Die Sanierung des nördlichen Gildeplatzes in Lütjenburg wurde zunächst dem Projekt Soziale Stadt zugerechnet, später teilte das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein auf Anfrage der örtlichen Grünen jedoch mit, dass es die Förderkriterien nicht erfüllt sieht.[4]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Partnerstädte Lütjenburgs sind:

Wirtschaft[Bearbeiten]

Durch die Nähe zum Ostseebad Hohwacht besuchen auch sehr viele Touristen Lütjenburg, um ihre Lebensmitteleinkäufe zu machen oder einfach nur zum Bummeln.

Die Bundeswehr war bis zu ihrem Abzug 2012 der größte Arbeitgeber in der Region.

Verkehr[Bearbeiten]

Früher war Lütjenburg der Endpunkt der Bahnstrecke Malente-Gremsmühlen–Lütjenburg, die inzwischen nicht mehr genutzt wird. Bis zum Zweiten Weltkrieg die Kleinbahn Kirchbarkau–Preetz–Lütjenburg in der Stadt. Das Bahnhofsgebäude und der Großteil der Gleisanlagen der Stadt sind mittlerweile abgerissen worden.

Wichtigste Verkehrsanbindung ist die B 202 die von Oldenburg/Holstein bis nach Kiel geht und an Lütjenburg als Umgehungsstraße vorbeiführt.

Bildung[Bearbeiten]

Neben einer Grundschule gibt es derzeit noch alle drei traditionellen weiterführenden Schulen (Hauptschule, Realschule, Gymnasium). Sie sind im "Schulzentrum Lütjenburg", das sich in Trägerschaft des Kreises befindet, "zusammengefasst", allerdings bezieht sich das lediglich auf die Unterbringung, ansonsten sind die Schulen de facto getrennt. Mit den Schulreformen in Schleswig-Holstein werden sich auch die Schulformen in Lütjenburg ändern, das Gymnasium wird durch eine Regionalschule ergänzt werden. Daneben weist Lütjenburg noch eine weitere Schule auf: die Förderschule "Otto-Mensing-Schule".

Blick auf den Marktplatz und die St.-Michaelis-Kirche
Nachbau einer Turmhügelburg in Lütjenburg

Kultur[Bearbeiten]

In Lütjenburg sind mehrere Chöre ansässig, die regelmäßig Chorkonzerte geben. Der bekannteste unter ihnen ist der Männerchor "Lütjenburger Liedertafel von 1841 e.V.", einer der ältesten Männerchöre Schleswig-Holsteins, dem sich in neuerer Zeit ein Shanty-Chor angeschlossen hat. Es gibt den kleinen Kulturkreis Lütjenburg e.V. der Lesungen und klassische Konzerte Organisiert, die "Galerie 2ter Blick" die ständig wechselnde Ausstellung von Künstlern aus allen Epochen und Zeiten vorstellt, sowie Ateliers von Klaus Heckert und Arne Kahl. Des Weiteren gibt es den Künstlerbund Hohwachter Bucht in dem sich die Künstler und Künstlerinnen rund um Lütjenburg locker zusammengeschlossen haben.

Gebäude und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus

Bekannt ist Lütjenburg für die alte Innenstadt mit dem Rathaus, dem Färberhaus und der seit der Reformation evangelischen Sankt-Michaelis-Kirche. In der nördlichen Seitenkapelle der Michaeliskirche befindet sich mit dem Grabmal für Otto von Reventlow eines der bedeutenden Kunstwerke der Spätrenaissance dieser Art in Schleswig-Holstein. Es wurde von dem flämischen Bildhauer Robert Coppens gefertigt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Bismarckturm Lütjenburg. Am Marktplatz liegt das älteste erhaltene Wohnhaus der Stadt, ein 1576 errichtetes Fachwerkhaus, das als "Färberhaus" bekannt ist (obwohl dort nie ein Färber gearbeitet hat); heute beherbergt es das Standesamt. Außerdem findet sich am Stadtrand das Eiszeitmuseum.

Seit August 2003 existiert am Rand der Stadt in Nienthal die Rekonstruktion einer mittelalterlichen Turmhügelburg aus der Zeit um 1250. Sie entstand in enger Abstimmung mit dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein in Schleswig und ist praktisch in Handarbeit nach verschiedenen historischen Vorlagen und Quellen erbaut worden. Ein privater Förderverein baut die Burganlage derzeit zu einem mittelalterlichen Gehöft und einem lebenden Museum aus. In der Vorburg sind zahlreiche mittelalterliche Gebäude entstanden, so ein Wohn-Stallgebäude, eine Schmiede, ein Ritterhaus, ein großes Wirtschaftsgebäude sowie ein Kornspeicher. 2009 soll die Anlage mit einer Kapelle und einem großen Burgtor fertiggestellt werden.

In unmittelbarer Nähe der Stadt befinden sich die Güter Helmstorf, Panker und Gut Waterneverstorf mit ihren Herrenhäusern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Johannes von Schröder, Hermann Biernatzki: Topographie der Herzogthümer Holstein und Lauenburg. Fränckel, Oldenburg/Holstein 1855.
  • Helmut Willert: Umrisse der frühen Entwicklung Lütjenburgs. In: ZSHG. 117 (1992), S. 73–99.
  • Irmtraut Engling, Herbert Engling: Geschichte der Stadt Lütjenburg 1163-1918. Struve, Eutin 2002.
  • Sigurd Zillmann, Volker Zillmann: Geschichte der Stadt Lütjenburg 1918-1945. Struve, Eutin 2006.
  • Sigurd Zillmann: Geschichte der Stadt Lütjenburg 1945-1978. Struve, Eutin 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lütjenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bundesministerium der Verteidigung: Bericht zum Stand der Neuausrichtung der Bundeswehr. 8. Mai 2013, S. 53, abgerufen am 18. Mai 2013 (PDF; 309 kB).
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. Inge Muster, Aristide Hamann - Grüne Lütjenburg [1]. Auf: 'gruene-luetjenburg.de, abgerufen am 6. März 2012. Pressemitteilung der Grünen und Brief des Innenstaatssekretärs zur Fördertauglichkeit des Gildenplatz-Umbaus
  5. Curt Stoermer: Nachruf auf einen Maler, in: Der Wagen 1967, S. 112-114.