L’Épine (Marne)

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L’Épine
L’Épine (Frankreich)
L’Épine
Region Champagne-Ardenne
Département Marne
Arrondissement Châlons-en-Champagne
Kanton Marson
Koordinaten 48° 59′ N, 4° 28′ O48.9769444444444.47150Koordinaten: 48° 59′ N, 4° 28′ O
Höhe 100–171 m
Fläche 30,51 km²
Einwohner 607 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 20 Einw./km²
Postleitzahl 51460
INSEE-Code

Basilika Notre-Dame von L'Épine

L’Épine ist eine französische Gemeinde im Département Marne in der Region Champagne-Ardenne. Der Ort hat 607 Einwohner (Stand 1. Januar 2011). Er liegt 8 km östlich von Châlons-en-Champagne und ca. 45 km südöstlich von Reims an der ehemaligen Nationalstraße N3 (heute D3).

Basilika Notre-Dame[Bearbeiten]

Die gotische Basilika Notre-Dame wurde zwischen 1405 und 1527 erbaut. Sie steht am Ort einer älteren Marienkapelle, die sich seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts zu einem Wallfahrtsort entwickelt hatte.

Die Kirche profitierte von reichen Schenkungen, wie etwa durch die Könige Karl VII. und Ludwig XI. Mit diesem Geld konnte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die beeindruckende Westfassade mit ihren drei Portalen errichtet werden. Der Bau beider Kirchtürme wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts abgeschlossen.

Eine der Seitenkapellen ist dem Apostel Jakobus geweiht. Es ist bekannt, dass die Bruderschaft der Jakobspilger im 18. Jahrhundert eine jährliche Wallfahrt nach L’Épine initiierte. Diesem Umstand verdankt die Kirche ihre 1998 erfolgte Auszeichnung als Teil des Weltkulturerbe der UNESCOJakobsweg in Frankreich“.

Während der französischen Revolution wurden die großen Statuen in den Portalen demontiert. Die Spitze des nördlichen Kirchturms wurde 1789 abgebrochen, um dort einen optischen Telegraphen für die Strecke Straßburg-Paris zu errichten. Erst 1868 wurde der Turm wieder errichtet. Glücklicherweise hatten die Gebrüder Chappe, die den Telegraphen betrieben, den größten Teil der Turmspitze eingelagert. Ein Stockwerk ging jedoch dabei verloren, so dass die Höhe von 55 Metern des südlichen Turms nicht mehr erreicht wird.

Die Gesamtlänge der Kirche beträgt 58,50 m, das Längsschiff hat eine Breite von 15,50 m, das Querschiff 25 m. Die Gewölbe haben eine Innenhöhe von 16,60 m. Der Chor ist ein Polygon mit drei Gewölben in den Maßen des Längsschiffes und einem Chorumgang, in den fünf Kapellen eingelassen sind. Diese schließen mit dem Querschiff ab.

Der Innenraum wird durch Säulengänge und Triforien und einen aus drei Bogen gebildeten steinernen Lettner strukturiert. Im dessen rechten Bogen steht die Marienfigur, die den Ruf der Kirche ursprünglich begründete. Die Außenfassade wird durch zahllose Wasserspeier und grotesken Figuren verziert. Über die große westliche Schaufront, die zweifellos durch die großen französischen Kathedralen des 13. Jahrhunderts inspiriert wurde, schreibt Victor Hugo:

«C' est une surprise étrange de voir s' épanouir superbement dans ces champs, qui nourrissent à peine quelques coquelicots étiolés, cette splendide fleur de l' architecture gothique.»

„Es ist eine seltsame Überraschung zu sehen, wie diese wunderbare Blüte gotischer Baukunst sich prachtvoll über eine Ebene erhebt, die sonst kaum mehr als einige kümmerliche Mohnblumen ernährt.“

Victor Hugo: Le Rhin (1842)

Literatur[Bearbeiten]

  • Luc Benoist, unter seinem Pseudonym Luc-Benoist: Notre Dame de L'Épine, Henri Laurens, Paris 1933.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]