L’equivoco stravagante

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Werkdaten
Titel: L’equivoco stravagante
Originalsprache: Italienisch
Musik: Gioachino Rossini
Libretto: Gaetano Gasbarri
Uraufführung: 26. Oktober 1811
Ort der Uraufführung: Teatro del Corso, Bologna
Spieldauer: ca. 150 Minuten
Ort und Zeit der Handlung: Ein altes Schloss des Grafen Gamberotto in Italien im 19. Jahrhundert
Personen
  • Gamberotto, ein neureicher Bauer - (Bariton)
  • Ernestina, Tochter des Gamberotto - (Alt)
  • Buralicchio, als Zukünftiger für Ernestina ausgewählt - (Bass)
  • Ermanno, verliebt in Ernestina - (Tenor)
  • Rosalia, Zofe von Ernestina - (Mezzosopran)
  • Frontino, Diener Gamberottos und Vertrauter Ermannos - (Tenor)
  • Bauern, Literaten, Soldaten, Diener Chor

L’equivoco stravagante ist eine Opera buffa (Dramma giocoso per musica) in zwei Akten von Gioachino Rossini, die zuweilen auch mit einem deutschen Titel wie „Die verrückte Verwechslung“, „Das extravagante Missverständnis“, „Das bizarre Missverständnis“, „Mit List zum Ziele“ oder „Die verkehrte Braut“ versehen wird.[1] Das Libretto stammt von Gaetano Gasbarri. Die Oper wurde am 26. Oktober 1811 im Teatro del Corso in Bologna uraufgeführt.

Handlung[Bearbeiten]

Gamberotto, ein neureicher Bauer, hat für seine Tochter Ernestina einen zukünftigen Ehemann namens Buralicchio ausgewählt, der reich, aber etwas einfältig ist. Die literarisch sehr interessierte Ernestina wird jedoch von dem mittellosen Ermanno verehrt, der, um seiner Angebeteten nahe zu sein, als Hauslehrer erscheint. Um den Heiratsaspiranten zu diskreditieren, wird mittels eines gefälschten Briefes das Gerücht verbreitet, Ernestina sei in Wirklichkeit ein Kastrat, der als Mädchen verkleidet sei, um dem Militärdienst zu entgehen. Buralicchio wendet sich daraufhin von der vermeintlich Verkleideten ab und lässt den angeblichen Ernesto festnehmen, der ins Gefängnis abgeführt wird. In einer Soldatenuniform befreit Ermanno das unschuldige Opfer jedoch wieder. Nach weiteren Verwicklungen klärt sich die ganze Situation schließlich zur Zufriedenheit aller Beteiligten und Ernestina und Ermanno beschließen zu heiraten.

Aufführungsgeschichte[Bearbeiten]

Beim Publikum wurde die Oper bei der Erstaufführung 1811 positiv aufgenommen. Die Zensur fand das Stück aus mehreren Gründen jedoch anstößig, insbesondere bemängelte sie zweideutige Situationen, Veralberung der Wohlhabenden und des Militärs sowie Verspottung der Kastraten. Trotz einiger Änderungen im Text wurde die Aufführung der Oper bereits nach drei Vorstellungen in Bologna verboten.[2]

Im 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde die Oper gelegentlich aufgeführt, beispielsweise in Wexford (Wexford Festival Opera) 1968, Bern 1973, Bad Wildbad (Rossini in Wildbad) 1993/94 und 2000, Hamburg-Altona 2001/02, New York (Bronx Opera) 2004,[3] Berlin (Deutsche Oper, konzertant) 2004, Pesaro (Rossini Opera Festival Pesaro) 2002 und 2008 sowie in Riehen (Opernfestival Riehen) 2011.

Diskographie[Bearbeiten]

  • 1974 mit Sesto Bruscantini, Margherita Guglielmi, Rolando Panerai, Giuseppe Baratti, Carlo Gaifa, Elena Zilio; Dirigent: Bruno Rigacci
  • 2000 mit Marco Di Felice, Petia Petrova, Marco Vinco, Dario Schmunk, Eduardo Santamaria, Monica Minarelli; Dirigent: Alberto Zedda

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rossinigesellschaft http://www.rossinigesellschaft.de/data/werke/equivoco/equivocod.html
  2. Naxos http://www.naxos.com/mainsite/blurbs_reviews.asp?item_code=8.660087-88&catNum=660087&filetype=About%20this%20Recording&language=German
  3. Bronx Journal http://www.nytimes.com/2004/01/18/nyregion/bronx-journal-so-class-how-do-you-make-a-cello-fatten-up-a-violin.html

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Schreiber: Opernführer für Fortgeschrittene 2 – Die Geschichte des Musiktheaters, Baerenreiter-Verlag, 2008, ISBN 3-7618-1028-8
  • Gioachino Rossini: L'equivoco stravagante (Die verrückte Verwechslung). Libretto Italienisch/Deutsch. Text von Gaetano Gasbarri. Übersetzt und hrsg. von Reto Müller. (Operntexte der Deutschen Rossini-Gesellschaft; 3) Leipziger Universitäts-Verlag, Leipzig 2012, ISBN 978-3-86583-644-1