LET L-13

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L-13 Blanik
L-13 Blanik
Typ: Segelflugzeug
Entwurfsland: TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
Hersteller: LET
Stückzahl: 2700

Der L-13 Blanik ist ein doppelsitziges Segelflugzeug der tschechischen Firma LET. Der Spitzname Blechnik geht auf sein Baumaterial zurück.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Konstruktion aus dem Jahr 1956 stammt von Karel Dlouhy und seinem Team. Die ehemals staatlichen tschechischen Flugzeugwerke LET in Kunovice, Südmähren, stellten bis 1978 rund 2.700 Einheiten dieses Musters her. Seit 1981 wird das Nachfolgermodell L-23 Super Blanik gebaut, mit dem LET versucht, an die Erfolge des L-13 anzuknüpfen. Der Segelflug-Index beträgt 78.

Konstruktion[Bearbeiten]

Der Blanik L-13 ist ein zweisitziger, freitragender Hochdecker in Ganzmetall-Bauweise mit Standardleitwerk. Die Pilotensitze sind hintereinander angeordnet, die Kabinenhaube ist mehrteilig, das Mittelteil kann zum Einsteigen nach rechts aufgeklappt werden. Die Steuerflächen sind stoffbespannt. Die Tragflügel haben einen trapezförmigen Grundriss mit leichter negativer Pfeilung (Vorpfeilung). Sie sind mit einfachen Hinterkanten-Landeklappen und DFS-Störklappen versehen.

Nutzung[Bearbeiten]

Der Blanik war ursprünglich als Basistrainer für die Luftstreitkräfte des Warschauer Paktes konzipiert. Durch die Verwendung eines gefederten Fahrwerks wurde der Blanik zu einem beliebten Schulflugzeug in Segelflugvereinen, da auch harte Landungen kompensiert werden. Eine als TG-10B Merlin bezeichnete Variante des L-23 Super Blanik ist seit 2002 beim Air Education and Training Command der United States Air Force Academy als Anfänger-Schulflugzeug im Einsatz.[2]

Materialermüdung am Tragflächenholm[Bearbeiten]

In den Jahren 2010 bis 2012 war ein Großteil der weltweit noch zugelassenen Blanik-Flugzeuge Gegenstand einer Reihe von behördlichen Startverboten, sie waren gegroundet.[3] Am 12. Juni 2010 ereignete sich in der Nähe von Ferlach in Kärnten ein Unfall, bei dem an einem Blanik L-13 eine Tragfläche im Flug abgebrochen ist.[4] Nachdem sich bei den Unfalluntersuchungen bald herausstellte, das der Holmuntergurt am Rumpfanschluss aufgrund Ermüdungsrissen versagt hatte und ein solcher Mangel an anderen Blaniks ebenfalls nicht ausgeschlossen werden kann, wurde von der EASA zuerst am 18. Juni 2010 eine Überprüfung der Holme aller in Betrieb befindlichen Blaniks sowie ein Verbot von Kunstflugfiguren angeordnet,[5] am 5. September 2010 folgte ein generelles Startverbot für alle L-13 und L-13a.[6] Diese behördliche Verfügung ist mittlerweile wieder aufgehoben, sofern die einzelnen Flugzeuge bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu ist es im Regelfall erforderlich, die betroffenen Bereiche an den Tragflächen eingehend auf Rissbildung zu untersuchen und einen strukturellen Verstärkungssatz zu installieren.[7] Nach Durchführung dieser Modifikationen erlangt der Blanik wahlweise eine maximale Flugstunden-Lebensdauer von 3.750 Stunden mit 2 % Kunstfluganteil (entsprechend der ursprünglichen Zulassung der EASA) oder 5.000 Flugstunden bei Normalbetrieb ohne Kunstflugzulassung.

Technische Daten[Bearbeiten]

Blanik bei einer Kunstflugvorführung
Kenngröße Daten
Besatzung 2
Länge 8,40 m
Spannweite 16,20 m
Höhe 2,08 m
Flügelfläche 19,15 m²
Flügelstreckung 13,7
Flächenbelastung ca. 19–26 kg/m²
Profil NACA 63²A-615 Flügelwurzel

NACA 63²A-612 Flügelspitze

Gleitzahl 28 bei 90 km/h
Geringstes Sinken ca. 0,82 m/s bei 77 km/h
Leergewicht ca. 292 kg
Startgewicht max. 500 kg
Höchstgeschwindigkeit 253 km/h
Manövriergeschwindigkeit 145 km/h
Überziehgeschwindigkeit 55 km/h
Rollrate 4 s bei 90 km/h (L-23) −45° bis +45°

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Aguiar J, Blanik L-13: um Planador de Sucesso, Revista do Ar, Jan 1994

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://de.wiktionary.org/wiki/Verzeichnis:Fliegersprache Blechnik
  2. Datenblatt des TG-10B Merlin der United States Air Force Academy (englische Sprache)
  3. Chronologie der Maßnahmen der Luftfahrtbehörden in verschiedenen Ländern weltweit Private Homepage, englische Sprache
  4. Meldung auf ORF-Kärnten online
  5. Emergency Airworthiness Directive 2010-0119-E (überholt) der EASA vom 18. Juni 2010 PDF-Datei, englische Sprache
  6. Emergency Airworthiness Directive 2010-0185-E (überholt) der EASA vom 5. September 2010 PDF-Datei, englische Sprache
  7. Beschreibung des zugelassenen Instandsetzungsverfahrens auf der Homepage von Aircraft Design & Certification ltd. PDF-Datei, englische Sprache

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Let L-13 Blaník – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien