LFU 205

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
LFU 205
LFU 205 der DLR.jpg
Typ: Experimentalflugzeug
Entwurfsland: DeutschlandDeutschland Deutschland
Hersteller: LFU
Erstflug: 3. April 1968
Stückzahl: 1

Die LFU 205 ist ein Experimentalflugzeug des deutschen Herstellers Leichtflugtechnik Union GmbH (LFU).

Geschichte[Bearbeiten]

Die LFU 205 (anfangs noch als Bo 205 bezeichnet) wurde in den 1960er Jahren als Technologieträger für die Kunststoffbauweise von der Leichtflugtechnik-Union (LFU), einem Zusammenschluss der Firmen Bölkow, Rhein-Flugzeugbau und Pützer-Kunststofftechnik, in Kooperation mit dem DLR entwickelt. Dazu wurde die Entwicklung und der Bau ab 1963 von verschiedenen Ministerien durch Forschungsmittel gefördert. Der Vorentwurf stammte von Herrmann Mylius und wurde von Erich Ufer zur LFU 205 modifiziert. Der Erstflug fand 3. April 1968 mit Herbert Plasa am Steuer in Laupheim statt. In Hannover wurde 1968 die LFU 205 als das interessanteste Leichtflugzeug der Luftfahrtschau bezeichnet.[1]

Die LFU 205 ist eines der ersten Motorflugzeuge, bei dem auch tragende Bauteile in Faserverbundbauweise hergestellt wurden. Die hier angewendete Schlauchbauweise war eine Weiterentwicklung der sogenannten offenen Wellbauweise, bei der eine äußere Glatthaut mit einer inneren Wellhaut verklebt wird. Die Schalenbauweise ist dagegen ein Nass-in-Nass-Verfahren zur Herstellung der Sandwichschalen. Ausgehend von einem Glasgewebeschlauch mit eingewebtem Kunststoffschlauch wird zunächst auf diesen Wickelkern eine Deckhaut aus Glasfasergewebe auflaminiert. Dieser Kern wird in die äußere Negativform gelegt, in die zuvor die äußere Deckschicht einlaminiert wurde. Nach Schließen der äußeren zweiteiligen Form, werden die Kunststoffschläuche aufgepumpt und damit die Gewebeschläuche fest an die Deckschichten angepresst. Auch nach dem Aushärten verbleiben die sehr dünnen Kunststoffschläuche in dem Sandwich. [2]

Das Verfahren wurde anschließend auch bei der Fertigung eines C-160-Transall-Höhenruders angewendet. Die Maschine erhielt am 16. März 1977 ihre Musterzulassung als Einzelstück. Eine Serienfertigung wurde aus Kostengründen und anderer Aufträge nicht eingeleitet. Seit 1984 wird sie als Entwicklungsträger für laminare Tragflügelprofile beim DLR in Braunschweig eingesetzt.[3]

Konstruktion[Bearbeiten]

Die LFU 205 ist ein Tiefdecker aus GFK und wird von einem Lycoming I0-360-Motor mit 147 kW und einer Verstellluftschraube Hartzell HC-C2YK-1 B angetrieben. Die beiden Tanks haben ein Fassungsvermögen von je 96 l, womit eine maximale Flugdauer von 3,5 Stunden möglich ist.

Technische Daten[Bearbeiten]

Rechte Tragfläche der LFU 205. Die aufgebrachten PVC-Folien unterschiedlicher Grautönung dienen der Untersuchung des Einflusses der Sonnenstrahlung auf die Materialtemperatur.
Kenngröße Daten[4]
Besatzung 2
Passagiere 2
Länge 7,44 m
Spannweite 10,50 m
Höhe 2,30 m
Flügelfläche 16,35 m²
Nutzlast  ? kg
Leermasse 947 kg
max. Startmasse 1280 kg
Reisegeschwindigkeit 140 kts
Höchstgeschwindigkeit 325 km/h
Dienstgipfelhöhe 3600 m (12.000 ft)
Reichweite 550 NM
Triebwerke ein Lycoming IO-360 A1C mit 147 kW (200 PS)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 7. Deutsche Luftfahrtschau, Flugzeuge der Allgemeinen Luftfahrt, FlugRevue Juli 1968, S. 23
  2. G. Niederstadt: Entwicklung eines leichten Reiseflugzeuges aus Glasfaser-Kunststoff, auf kunststoffe.de (pdf-Datei, aufgerufen am 3. Dezember 2010)
  3. FliegerRevue Dezember 2010, S.56-59, Kunststoff auf dem Vormarsch
  4. LFU 205 (DLR)