LILALU

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Das Festival LILALU im August 2009 im Olympiapark München
Luftbild LILALU im Sommer 2013

LILALU ist ein außerschulisches Bildungs- und Ferienprogramm, das seit 1997 in München stattfindet und seither auf andere Städte wie Dortmund, Ingolstadt, Schwetzingen und Stuttgart ausgeweitet wurde. Zunächst nur als Sommerferienprogramm ausgelegt, findet LILALU in München seit 2011 ganzjährig in allen bayerischen Schulferien statt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Kernpunkt des Programms sind ganztagesbetreute Workshops, in denen Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 16 Jahren künstlerische Fertigkeiten in den Bereichen Theater, Tanz, Musik, Zirkus, Bewegung und Sport erwerben können. „Nebenbei“ werden in spielerischer Form sprachliche und soziale Kompetenzen der Teilnehmer gefördert. Die jeweils einwöchigen Workshops werden von Pädagogen und professionellen Künstlern, Artisten und Sportlern geleitet. In Abschlussvorstellungen am Ende der Woche präsentieren die Kinder die erlernten Fähigkeiten vor Publikum.

Für die Workshops wird eine Teilnahmegebühr von 150 bis 200 Euro erhoben, zusätzlich wirbt der Träger Unterstützung durch Sponsoren und Spender ein, mit deren Hilfe unter anderem kostenfreie Plätze für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien finanziert werden. Pro Jahr nehmen 5000 Kinder und Jugendliche an den Workshops teil,[1] davon laut Trägerangaben rund 1000 über öffentlich oder durch Spenden finanzierte Freiplätze.[2]

Seit 2013 bietet LILALU in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gezielte Fördermaßnahmen für Jugendliche mit Migrationshintergrund an, die bei LILALU als Ferienbetreuer tätig werden möchten. Während der Sommer-Workshops 2013 (fünf Wochen) arbeiteten 60 Ferienbetreuer aus 28 Nationen bei LILALU.

Neben den Workshops gibt es während des Sommerfestivals ein Rahmenprogramm für die ganze Familie unter dem Motto „Umsonst & Draußen“, das Lesungen, Open-Air-Konzerte, Theatervorstellungen, Schnupper-Workshops und andere Programmpunkte umfasst. Laut eigenen Angaben kamen 2013 mehr als 60.000 Besucher auf das Festivalgelände im Münchner Olympiapark.[3]

Im Rahmen der Ganztagsbetreuung bietet Lilalu außerdem Bildungsprogramme an Schulen an.

Außerdem ist LILALU regelmäßig mit einem eigenen Familienprogramm und kostenlosen Schnupper-Workshops auf Veranstaltungen wie dem Streetlife-Festival zu Gast.

Trägerschaft[Bearbeiten]

Bis 2006 wurde das Festival vom Sozialreferat der Stadt München getragen, nach dessen Rückzug aus dem Projekt übernahm der als gemeinnützig anerkannte Lilalu e.V. die Trägerschaft. Als der Verein Anfang 2012 Insolvenz anmelden musste,[4] übernahm die Johanniter-Unfall-Hilfe das Projekt und die zehn hauptamtlichen Beschäftigten. Die Lilalu-Gründerin und -Projektleiterin Anna Seliger und der bisherige Vereinsvorsitzende Willi Wermelt wechselten als Lilalu-Sachgebietsleiter zur Johanniter-Unfall-Hilfe.[5][6]

Förderer[Bearbeiten]

Schirmherrschaften über das Festival oder einzelne Teile haben u. a. die Politiker Christian Ude, Martin Neumeyer, Winfried Kretschmann und Ullrich Sierau übernommen. Daneben wird LILALU durch so genannte Mentoren unterstützt, darunter die Schauspieler Suzanne von Borsody, Sissi Perlinger, Max von Thun und Heio von Stetten und der Fernsehmoderator Ralph Caspers.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lilalu ist pleite. Süddeutsche Zeitung Online vom 10. Januar 2012
  2. Lilalu.org: Wir über uns, abgerufen am 4. August 2012
  3. Lilalu-Bilanz: So waren die Ferien, Abendzeitung vom 11. September 2013, abgerufen am 8. Januar 2014.
  4. Kinderzirkus Lilalu ist pleite. Abendzeitung Online vom 11. Januar 2012.
  5. LILALU ist gerettet. Münchner Wochenanzeiger vom 19. März 2012
  6. Wie Phönix aus der Asche. Hallo München vom 6. Juni 2012.