Bachelor of Laws
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Bachelor of Laws ist ein akademischer Grad, der durch ein entsprechendes Studium der Rechtswissenschaft erworben werden kann. Die Abkürzung dieses Bachelorgrades lautet LL.B., was für Legum Baccalaureus steht, wobei LL. die lateinische Art der Abkürzung für den Plural „Rechte“ ist. An diesen konsekutiven Abschluss kann man einen Master of Laws (LL.M.) anschließen.
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[Bearbeiten] Deutschland
Der LL.B. kann in Deutschland an einigen Hochschulen erworben werden. Er allein eröffnet jedoch nicht den Weg zum Rechtsreferendariat. Da erst mit dem zweiten Staatsexamen die Befähigung zum Richteramt erworben wird, bleibt der Zugang zu den klassischen juristischen Berufen Richter, Staatsanwalt und Rechtsanwalt verschlossen.
[Bearbeiten] Bologna-Prozess
Anlass für die Einführung des LL.B.-Abschlusses in Deutschland ist die 1999 in Bologna getroffene Vereinbarung der EU-Staaten über die Vereinheitlichung der Hochschulabschlüsse. Ein Element dieser Vereinbarung war die Schaffung konsekutiver Studiengänge, also die Einführung der Abschlüsse Bachelor und Master für alle Studiengänge. In Deutschland führte dies aber im Bereich der Rechtswissenschaften zu Konflikten, weil die juristischen Berufe traditionell stark reglementiert sind und ein anderes, aber ebenfalls zweistufiges Ausbildungssystem, der sog. Volljurist, existiert. Logische Folge der Bologna-Erklärung wäre es zwar gewesen, dass auch in Deutschland die Abschlüsse LL.B. und LL.M. eingeführt werden, aber bisher weigern sich Staat und Standesvertreter und wollen das System des Einheitsjuristen erhalten. So sind inzwischen nur Diskussionen über eine Reform der Juristenausbildung geführt und kleinere Änderungen vorgenommen worden. Der Bologna-Prozess findet daher im Bereich juristischer Ausbildung nur sehr begrenzt statt.
[Bearbeiten] Entwicklung
Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hat zum Wintersemester 2000/2001 als erste Universität in Deutschland einen modularisierten juristischen Studiengang mit dem Abschluss Bachelor of Laws eingeführt, welcher parallel zum oder separat vom fortdauernd angebotenen juristischen Staatsexamen erworben werden kann.
Der Studiengang Bachelor of Laws wurde im Jahr 2002 von der ZEvA in Hannover akkreditiert. Die Akkreditierung war zeitlich auf fünf Jahre befristet und ist laut Akkreditierungsrat am 30. September 2007 ausgelaufen.
Eine Reakkreditierung wurde von der Universität Greifswald nicht mehr beantragt.
"Gleichwohl weicht diese Vorgehensweise von anderen deutschen Universitäten ab. Als Folgen hieraus dürften sich für Studierende in erster Linie Probleme bei der Anrechnung von ECTS-Credits an anderen Universitäten ergeben. Ebenso ist fraglich, ob der Studiengang von anderen Universitäten überhaupt anerkannt wird (beispielsweise als Grundlage für Masterstudiengänge oder Promotion). Dieses Problem besteht vielleicht weniger bei deutschen Universitäten, da diese kaum an der Seriosität der Uni Greifswald zweifeln werden, jedoch haben ausländische Universitäten als Bewertungsmaßstab regelmäßig nur die Akkreditierung einer international anerkannten Organisation. Das Fehlen einer solchen könnte Zweifel am Wert des Abschlusses begründen. Zudem dürften potentielle Arbeitgeber einen nicht akkreditierten Studiengang als qualitativ weniger wertvoll einschätzen, auch wenn dies tatsächlich gar nicht zutreffend sein sollte. Erhebliche Probleme dürften sich bei einer Bewerbung in den öffentlichen Dienst ergeben. Zwischenzeitlich ist anerkannt, dass juristische Bachelor- und Masterstudiengänge zum Zugang in den höheren Dienst qualifizieren. Fehlt es an der Akkreditierung, kann es hier jedoch zu Problemen kommen, da es keine externe Kontrolle des Studiums gab, wie es bei Juristen im Regelfall vorgesehen ist.“, so Rechtsanwalt Alexander Biernacki. Somit trägt dieser Studiengang seit 2007 kein Qualitätssiegel mehr, das die Qualität von Lehre und Studium gewährleisten würde.
Zum Wintersemester 2003/2004 folgte die Fernuniversität Hagen, die als zweite staatliche Universität einen juristischen Studiengang entsprechend den Vorgaben des Bologna-Prozesses schuf.[1]
An der Universität Hamburg besteht seit einiger Zeit die Möglichkeit den akademischen Grad Bakkalaureus Juris zu erwerben. Um diese Variante des LL.B. zu erhalten, ist lediglich erforderlich, dass man mindestens sechs Semester im Rahmen eines regulären Studiums auf das Erste Juristische Staatsexamen hin studiert und die entsprechenden Leistungspunkte erzielt hat. Ein eigenständiger Bachelorstudiengang existiert nicht. Nach dem Abschluss Bakkalaureus Juris besteht darüber hinaus die Möglichkeit, nach einem weiteren Jahr den Abschluss Magister Juris zu erwerben.[2] An einigen Hochschulen, wie der Bucerius Law School[3] in Hamburg, ist der LL.B.-Grad jedoch ein Abschluss, der während des Studiums auf dem Weg zu den Staatsexamina (die den Zugang zu den klassischen Berufen erlauben) verliehen wird, sodass der Weg hier zum klassischen Volljuristen auch über einen LL.B. führen kann.
[Bearbeiten] Studieninhalt
Vom Studieninhalt her betrachtet, gibt es derzeit drei Arten des LL.B.
- Greifswalder Modell: Das Greifswalder Modell an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald bietet den Studenten ein Grundwissen in den Rechtsgebieten des bürgerlichen Rechts, des Strafrechts und des öffentlichen Rechts. Bestimmte juristische Bereiche werden zudem vertiefend dargestellt. Es werden bei diesem Modell alle Rechtsgebiete zumindest grundsätzlich berücksichtigt.
- Lüneburger Modell: Viele Hochschulen hingegen setzen einen Schwerpunkt im Wirtschaftsrecht und nennen den Abschluss dann teilweise auch LL.B. (Wirtschaftsrecht). Damit wurde das Lüneburger Diplom-Studium Wirtschaftsjurist lediglich in die Form eines LL.B. umgesetzt. Entwickelt wurde das Konzept des Wirtschaftsjuristen an der FH Lüneburg.[4]
- Spezialformen: Nur wenige Hochschulen setzen ganz eigene und sehr spezielle Akzente im Studium und machen aus dem LL.B. eigentlich einen Spezialabschluss. Die Technische Universität Dresden führte etwa den Studiengang LL.B. Law in Context ein.
[Bearbeiten] Studienmöglichkeiten im Sommersemester 2008
[Bearbeiten] Universitäten
- Technische Universität Dresden (LL.B. Law in Context) [5]
- Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (parallel zum traditionellen Staatsexamen; auch Master of Laws)
- Universität Hamburg (parallel zum traditionellen Staatsexamen; auch Mag. jur.)
- Fernuniversität Hagen
- Universität Kassel
- Leuphana Universität Lüneburg
- Universität Mannheim [6]
- Carl von Ossietzky Universität Oldenburg - Comparative and European Law - Hanse Law School (Fach-Bachelor) [7]
- Universität Osnabrück [8]
- Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) (LL.B. German and Polish Law)
- Universität Siegen (LL.B. Deutsches und Europäisches Wirtschaftsrecht)[9]
[Bearbeiten] Fachhochschulen
- Fachhochschule Anhalt, Abteilung Bernburg (auch LL.M.-Studium)
- Fachhochschule Gelsenkirchen, Abteilung Recklinghausen [10]
- Europäische Fernhochschule Hamburg
- HFH Hamburger Fern-Hochschule
- Technische Fachhochschule Wildau
- Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
- Fachhochschule Bielefeld
- Fachhochschule Frankfurt am Main
- Fachhochschule Mainz
- Fachhochschule Wiesbaden (auch LL.M.-Studium)
- Fachhochschule für Oekonomie & Management
- Fachhochschule Osnabrück [11]
- SRH Hochschule Heidelberg
- Hochschule Fresenius an den Standorten Idstein & Köln
- Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg
- Hochschule Niederrhein
- Hochschule Hof
- Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin [12]
- Hochschule Wismar [13]
- Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
- Technische Akademie Wuppertal
- Fachhochschule Schmalkalden
- Diploma-Fachhochschule Nordhessen [14]
- Rheinische Fachhochschule Köln [15]
[Bearbeiten] Österreich
An österreichischen Universitäten wurde der Bachelor für das rechtswissenschaftliche Studium noch nicht eingeführt. Eine Umsetzung ist in Planung, wird von den juristischen Fakultäten aber häufig abgelehnt.
Die Wirtschaftsuniversität Wien[16] und die Johannes Kepler Universität Linz[17] bieten jedoch ein Bachelor-Studium Wirtschaftsrecht an, das ebenfalls mit dem Titel LL.B. abgeschlossen wird. An der Universität Salzburg wird mittlerweile ein Bachelorstudium Recht und Wirtschaft[18] angeboten.
[Bearbeiten] Schweiz
Die Stiftung Universitäre Fernstudien Schweiz bietet einen Bachelor-Studiengang der Rechtswissenschaften an[19]. Ebenso haben die Universitäten von Basel, Bern, Luzern und Zürich einen sechs Semester dauernden, in Modulen strukturierten Bachelorstudiengang der Rechtswissenschaften eingeführt, allerdings wird dieser Abschluss nicht mit LL.B. sondern mit B Law abgekürzt. [20] Inhaltlich umfasst das Studium nach dem Greifswalder Modell die drei grundlegenden Rechtsgebiete Zivil-, Straf- und öffentliches Recht.
[Bearbeiten] Literatur
- Claus Dieter Classen: Juristische Bachelor- und Masterabschlüsse - neue Wege der Juristenausbildung. Eine protokollarische Dokumentation, Greifswald 2001, Ernst-Moritz-Arndt-Universität, ISBN 3-86006-171-2
[Bearbeiten] Weblinks
- Streitgespräch zum LL.B. (PDF-Datei; 89 kB)
- Zur Reform der Juristenausbildung
- LL.B. Forum
- Die Modulare Juristenausbildung
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Vgl. Erste Bachelor of Laws-Absolventen an der Fernuni Hagen
- ↑ Vgl. Bewerbungsinformationen für die Online-Bewerbung, Wintesemester 2008/2009, Gliederungspunkte 3.5
- ↑ http://www.law-school.de/jurastudium.html?&L=0
- ↑ Vgl. http://www.fh-lueneburg.de/fbwr/Informationen%20zum%20Fachbereich/Presse/presse_wirtschaftsrecht_die_alternative.htm
- ↑ Vgl.http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/juristische_fakultaet/studium/bachelor_laws
- ↑ Vgl. http://www.unternehmensjurist.uni-mannheim.de/startseite/index.html
- ↑ Vgl. http://www.uni-oldenburg.de/studium/30135.html?id_studg=331
- ↑ Vgl. http://www.jura.uos.de/html/195.htm
- ↑ http://www.dewr.de
- ↑ Vgl. http://www.fh-gelsenkirchen.de/fb10
- ↑ Vgl. http://www.wiso.fh-osnabrueck.de/wir-ba.html
- ↑ Vgl. http://www.fhw-berlin.de/index.php?id=272
- ↑ Vgl. http://www.hs-wismar.de/528+M54a708de802.html
- ↑ http://www.blindow-gruppe.de/index.php?type=ausbildung&BID=64
- ↑ http://www.rfh-koeln.de/de/Studienangebote/Wirtschaft/WR/index.php?navid=14
- ↑ http://www.wu-wien.ac.at/lehre/guidebachelor
- ↑ http://www.llb.jku.at/
- ↑ http://www.uni-salzburg.at/portal/page?_pageid=73,57757&_dad=portal&_schema=PORTAL
- ↑ http://www.bachelorlaw.ch/
- ↑ Vgl. http://www.unilu.ch/deu/rechtswissenschaft_159932.aspx

