LOHAS
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LOHAS ist ein Akronym für „Lifestyle of Health and Sustainability“ (Lebensstil für Gesundheit und Nachhaltigkeit). Es steht für einen Lebensstil oder Konsumententyp, der durch sein Konsumverhalten und gezielte Produktauswahl Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern will.
Häufig handelt es sich um Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen.[1] In den Vereinigten Staaten sollen ungefähr 30 Prozent der Verbraucher diesem Typ entsprechen, in Deutschland etwa 15 Prozent. LOHAS-Konsumenten sind beispielsweise Natur- und Outdoor-Urlauber, Kunden von Bioläden oder Biosupermärkten. Ihre Motive ähneln denen der Slow-Food-Bewegung, sie lehnen die „Geiz ist geil“-Mentalität strikt ab.
In den USA wurde das Phänomen im Jahr 2000 erstmals von dem Soziologen Paul Ray in dem Buch „The Cultural Creatives: How 50 Million Are Changing The World“ beschrieben, in Deutschland wurde es durch Eike Wenzel und durch Matthias Horx' Zukunftsinstitut mit der Studie "Zielgruppe Lohas" 2007 populär. [2]
Der Begriff LOHAS ist jedoch umstritten, da manchen Kritikern die Verknüpfung von bewusstem, oft hochwertigem Konsum mit Nachhaltigkeit zweifelhaft erscheint. Einige Vertreter der traditionellen Umweltbewegung sehen darin den Versuch, dem Konsumismus ein neues, zeitgeisttypisches Image zu geben. Andere wie der Kulturwissenschaftler Nico Stehr dagegen loben die neue Macht von „Moralisten“. Er sieht einen gut vernetzten, globalen Trend, der durch bewussten Konsum und Verzicht Druck auf die Industrie ausüben könne.
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In Anlehnung an LOHAS wird der Lebensstil des Einfachen Lebens auch als LOVOS („Lifestyles of Voluntary Simplicity“) bezeichnet. Die Motive beider Lebensstile überschneiden sich, wobei LOVOS einen bewussten Konsumverzicht anstreben. In den Vereinigten Staaten existiert zudem der Begriff „Scuppie“ für „socially conscious upwardly-mobile people“.
[Bearbeiten] Literatur
- Tanja Busse: Die Einkaufsrevolution - Konsumenten entdecken ihre Macht, Blessing, 2006, ISBN 3-89667-312-2
- Oliver Geden: Strategischer Konsum statt nachhaltiger Politik? Ohnmacht und Selbstüberschätzung des "klimabewussten" Verbrauchers, in: Transit - Europäische Revue, Heft 36 (Winter 2008/2009), Klimapolitik und Solidarität
- Fred Grimm: Shopping hilft die Welt verbessern. Goldmann, 2006, ISBN 3-442-39106-7
- Helmut Hagemann: Vom Kassenzettel zum Stimmzettel. Orientierungshilfen für nachhaltige Kaufentscheidungen im Massenmarkt, Wuppertal Institut, 2004, ISSN 0949-5266
- Eike Wenzel, Christian Rauch, Anja Kirig: Zielgruppe LOHAS: Wie der grüne Lifestyle die Märkte erobert, 2007.
- Peter Unfried: Al Gore, der neue Kühlschrank und ich, Dumont 2008, ISBN 978-3-8321-8063-8
- Kathrin Hartmann: Ende der Märchenstunde - Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt. Blessing, 2009, ISBN 978-3-89667-413-5
[Bearbeiten] Verweise
- ↑ Fit For Fun 1/2008, S. 131
- ↑ Kultur SPIEGEL 2/2008 vom 28.01.2008, Seite 18
[Bearbeiten] Weblinks
- LOHAS - Der grüne Lifestyle TV Film Bericht von 2009
- Grünkern und Gucci SPIEGEL special 5/2005 vom 28. Juni 2005, Seite 80
- Wunderbare Welt der LOHAS in TAZ.de vom 22. September 2007
- Grün = teuer in Spiegel Online vom 22. April 2008
- Neo-Ökos: Die Guten mit dem Geld in Stern.de vom 16. Juni 2008
- Egoistische Konsumguerilla in sueddeutsche.de vom 10. Dezember 2008
- Macht die Sparlampen heller. Ökologisch korrekter Konsum ist gut für das eigene Gewissen und fürs Prestige - dem Klima nützt er nur wenig in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 7. Juni 2009
- Über das Märchen vom guten Konsum in evangelisch.de vom 20. Oktober 2009